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"Abenteuerflair" - Island mit dem Fahrrad umrundet Drucken E-Mail
Sunday, 26. February 2006
Zwei Jugendliche verbrachten aufregende Sommerferien auf dem Drahtesel

WEDESBÜTTEL. Vulkane bestiegen, Wasser speiende Geysire aus der Nähe gesehen und einen Gletscher ohne Ausrüstung erklommen - das sind nur einige der außergewöhnlichen Erfahrungen, die der 18-jährige Arndt Emmerich aus Rötgesbüttel und der 17-jährige Timo Müller aus Wedesbüttel auf ihrer Fahrradtour durch Island gesammelt haben.


Los ging es einen Tag nach Sommerferienbeginn am 11. Juli: Mit dem Flugzeug kamen die beiden Schüler der Braunschweiger Neuen Oberschule mitten in der Nacht auf dem Flughafen in Keflavik an und begannen, da es noch taghell war, mit ihrer Tour. Ihr Ziel war es, auf der rund um die Insel führenden Ringstraße mit ihrer Länge von etwa 1300 Kilometern die Insel einmal zu umrunden.
Auf ihrer Fahrt, insgesamt 2100 Kilometer, erlebten die beiden so einiges: "Als wir den Gletscher "Eyjafjallajökull" bestiegen haben - ohne jegliche Ausrüstung oder Erfahrung - haben uns die Einheimischen dort für heilig erklärt, da wir unversehrt wieder unten ankamen", so Emmerich lächelnd. Neuneinhalb Stunden dauerte der Aufstieg auf den 1600 Meter hohen Gletscher.
Auch die Gastfreundlichkeit der Isländer kam den beiden Radfahrern zugute. "Starker Regen zwang uns einmal, bei einem einheimischen Bauern zu klingeln, und ihn mit Händen und Füßen darum zu bitten, in seiner Scheune übernachten zu dürfen. Das hat sogar geklappt. Überhaupt waren die Leute dort sehr gastfreundlich", so die beiden Radfahrer.
Übernachtet haben sie in ihrem Zelt auf Campingplätzen, aber auch wildes Campen war erlaubt und wurde in Anspruch genommen.
Isländisch sprechen sie zwar nicht, aber das war auch gar nicht nötig, erklärt Müller: "Fast alle, außer die Älteren, sprechen gut englisch".
Teilweise wurden die Radfahrer während ihrer Tour von den Inselbewohnern belächelt. Es sei recht ungewöhnlich, eine so lange Tour durch ein Land zu machen, in dem nicht immer das beste Wetter und eigentlich ständig starker Wind herrscht. Apropos Wetter: "Das war mit Temperaturen um 10 bis 15 Grad Celsius doch etwas gewöhnungsbedürftig", schmunzeln beide. Ebenfalls gewöhnungsbedürftig war die dünn besiedelte Landschaft der Insel. "Teilweise schlägt einem die Einöde Islands doch auf das Gemüt," berichtet Arndt Emmerich. Auch die Preise in den Supermärkten, die sie alle zwei bis drei Tage aufsuchten, um das Nötigste einzukaufen, sind den beiden nicht positiv in Erinnerung geblieben. Alles sei dort sehr teuer gewesen.
Am vergangenen Montag kamen die Schüler wieder zu Hause an und sie sind sich jetzt einig: "Es war auf jeden Fall eine Erfahrung wert und wir werden im nächsten Jahr wieder eine solche Fahrradtour machen. Wohin, das müssen wir uns allerdings noch überlegen. Italien wird es aber nicht sein, das ist uns zu gewöhnlich."

Quelle: Gifhorner Rundblick, 24.08.2003
Letzte Aktualisierung ( Monday, 6. March 2006 )
 
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