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Die Frage nach der Motivation für eine solche Fahrt ist wohl die erste, die sich jedem stellt, der von meinem Vorhaben erfährt.
Diese Reise ist vor allem ein Zeichen im Namen der Menschenrechte.
Zeichen sind keine Revolutionen, sie krempeln die Welt nicht um und
hinterlassen nur bescheidene Spuren.
Ihr Wert ist ganz anderer Art, nämlich vor allem ideeller. Wenn ich die
Reise für die Einhaltung der Würde aller Menschen antreten, kann ich
nicht mehr davon erhoffen, als dass ich, zurück in Deutschland, meine
Eindrücke weitergeben kann und in den Köpfen hier und da einen kleinen
Stein lostrete, der letztendlich notwendig ist, damit sich mehr bewegt.
Ich will Kulturbotschafter sein, gegen die Misshandlung von Menschen
und vor allem aber für die großartige Arbeit aller Menschenrechtler
kämpfen.
Dafür bietet sich kein besserer Zeitpunkt in meinem Leben als jetzt,
ohne die Verpflichtungen der äußeren Umstände wie einer festen
Arbeitsstelle, einer Wohnung, einer Familie, dafür aber mit einem Kopf
voller Naivität, jugendlicher Ungestümtheit und „dummer“ Ideen.
Darunter fällt wohl auch die Idee, den Weg mit einem Fahrzeug wie dem
Fahrrad zurückzulegen. Zum einen spricht der Kostenfaktor dafür, denn
abgesehen von Reparaturen und Muskelenergie braucht man nichts weiter
in den Transport zu investieren.
Des Weiteren ist das Rad gleich in zweierlei Hinsicht über alle Maßen
naturfreundlich: zum Einen benötigt es keinen Treibstoff, der die
Atmosphäre belasten würde, zum Anderen wird man unterwegs ganz
unmittelbar die Natur genießen. Der weite Himmel über einem ohne ein
Dach dazwischen, den Wind, die Sonne und den Regen im Gesicht, und das
ganze in so einem gemächlichen Tempo, dass dem Reisenden genug Zeit
bleibt, um die Landschaft wahr- und aufzunehmen.
Während des Fahrradfahrens verbinden sich die Zeit und die körperlichen Anstrengungen zu einer meditativen Fortbewegungsart.
Ich darf mich sehr dankbar schätzen, dass ich einen Partner wie amnesty
international gefunden habe. So besitze ich eine Plattform, auf der es
nicht nur leichter ist, in der Öffentlichkeit unser Anliegen
vorzutragen, sondern auch logistische Unterstützung, z.B. bei den
Übernachtungen, bietet.
Die Mitarbeiter von amnesty international haben in der Vergangenheit
wie in der Gegenwart Großes geleistet, und abgesehen von den Spenden,
ist die Reise auch ein Mittel, um auf diese Erfolge hinzuweisen, in der
Hoffnung, für Neues Mut zu machen.
Let’s go, pedal power!
Euer “human rights cyclist”
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