Tagebuch
28. Newsletter Radreise Australien (4)/ai: Ankunft=Braunschweig: 20748 km/ 22346Euro
Was gibts jetzt noch? Die
Reise ist doch vorbei! Denkste, Sat1 und Bob Marleys Sohn sind eine der
neusten Highlights von cycling for human rights.
20. 748 Kilometer, 426 Tage und
22346,53 Euro Spenden!!! (5741 € in nur 45 Tagen seit dem letzten Newsletter)
Mit dem Rad von Braunschweig (Deutschland) nach Sydney (Australien)
Zunächst: SAT 1 - Bericht über mich:
hier...
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ZIGGY MARLEY & BAND Mo 02.07.2007 | 20:00 UHR | KONZERTE |
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- Der 2. Teil des Films "Radeln für die Menschenrechte" (1. Teil
hier ;bereits 1055 x aufgerufen) erscheint demnächst, die Arbeiten laufen auf Hochtouren. Ich werde berichten.
- Die Menschenrechtsarbeit geht weiter in Schulen:
Die Schulen Grundschule Sassenburg (Klassen 1 - 4),
Humboldt- Gymnasium Gifhorn (Klasse 6 & 12) sowie die
Gesamtschule Querum/ Braunschweig (Klasse 9) laden mich zu Vorträgen ein. Die Berufsschule Gifhorn gar zum Redner auf der Schulentlassungsfeier.
Die weitere Planung:
30.06: Rede an meinem ehemaligen Gymnasium anlässlich der diesjährigen Abiturentlassung (Thema: "Lohnt es sich in seinem Leben Riskien einzugehen?").
Abirede werde ich auf meiner Homepage später veröffentlichen.
- Weitere Pläne: Studium, Dia- Vortrag ausarbeiten, Buch schreiben,
Homepage völlig neu strukturieren, neues Projekt planen für 2010
(voraussichtlich für ein Jahr mit dem Rad nach Südamerika, mal schauen;
aber eins steht alle Male fest: "ICH WILL ES KRACHEN LASSEN!")
Verlinken Sie meinen Banner auf Ihrer Page und helfen Sie mir!
Polen: www.amnesty.org.pl
Finnland: www.amnesty.fi
Russland: www.amnesty.org.ru
Mongolei: www.amnesty.mn
Thailand: www.amnesty.or.th
Malaysia: www.aimalaysia.org
Australien: www.amnesty.org.au
Internationales Sekraetariat, London: www.amnesty.org
24.06.: Habe einen Spendencheck überreicht bekommen: 3500 Euro!!!
Ich bekam am Freitag (22.06.07) einen Spendencheck vom Benefizkonzert der " FEINEN HERREN und FEINE FREUNDE ". Axel Uhde überreichte mir 3500 Euro für meine Aktion "cycling for human rights"! Ein herzliches Dankeschön an alle Beteiligten und auch an alle Konzertbesucher!!!
Timo
03.06.: auf dem Weg nach Berlin
Ich bin auf dem Weg nach Berlin, um am Montag mit der Generalsekretärin amnesty internationals/ Deutschland, Frau Barbara Lochbihler, zusammenzutreffen. Im Berliner ai-Büro werde ich einen Vortrag halten und den Spendencheck überreichen.
Das gestrige Benefizkonzert war einfach genial. Nochmals mein Dank an den Organisator Axel Uhde und alle Akteure!
01.06: Mein "OP Tag"
Die OP an meinem Daumen verlief gut, obwohl ich momentan noch ein wenig dröge bin, da ich eine Vollnarkose bekam. Schreiben muss meine Ma, da ich das mit der linken Hand erst lernen muss, aber es wird. Ich habe momentan heftigen Stress, da morgen das Benefizkonzert läuft und gleich am Montag ein Pressetermin mit der ai- Generalsekretärin Deutschlands in Berlin folgt. Mitte der nächsten Woche geht`s dann nach Maastricht, um mir eine UNI anzusehen, denn die Bewerbungen müssen schnellstens raus. Tja, und das alles mit n`em kaputten Daumen und einer Fraktur im linken Ellenbogen. Nicht zu vergessen, dass seit meiner Ankunft das Laptop meiner Ma den Geist aufgegeben hat und wir uns nun an meinem "alten Konfirmations-PC" versuchen, ich mit linker Hand und alles im Schneckentempo. Es kann nur besser werden!
Gruß Timo
| Timo ist zurück: "Ich habe geschrien, geweint" | |||||
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Amnestyradler wird bei gestriger Ankunft bejubelt und gibt erstes Interview: Spendenziel überraschend erreicht |
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WEDESBÜTTEL. Nach 425 Tagen auf dem Fahrrad und 21 000 zurückgelegten Kilometern ist der Wedesbütteler Amnesty-Radler Timo Müller (21) gestern am Braunschweiger Rathaus umjubelt empfangen worden. Redakteur Uwe Hildebrandt führte mit ihm nach der Ankunft ein erstes Interview. Was sind Ihre Gefühle bei der Heimkehr nach so langer Zeit? Ich habe geschrien, geweint – und mich auf der anderen Seite tierisch gefreut, all meine Leute wiederzusehen. Ich bin überwältigt davon, was meine Mutter hier für einen Empfang organisiert hat. Ich muss aber auch realisieren, dass meine Menschenrechtstour jetzt vorbei ist. Die Gefühle sind also sehr gemischt. Aber unterm Strich ist die Erleichterung groß, dass meine Mission nun erfüllt ist. Ist sie den wirklich ganz erfüllt – die angepeilten 20 000 Spenden-Euro sind doch noch nicht zusammen? Ich habe auf der Tour 17 500 Euro für Amnesty International gesammelt. Gerade wurde mir bei meiner Ankunft eine 2500-Euro-Spende zugesagt. Das finanzielle Ziel ist damit erreicht, ich bin glücklich. Wie war es, nach so viel durchquerten Ländern die letzte Strecke vom Frankfurter Flughafen aus wieder in Deutschland zurückzulegen? Ich bin mehr als 20 000 Kilometer durch aller Herren Länder gefahren. Nach 400 Metern auf deutschen Straßen hat mich ein Auto von hinten mitgenommen. Ich musste gleich mit einem Knochenbruch ins Krankenhaus, das Rad hat einen Totalschaden. Deshalb musste ich auch etwas schummeln: Freunde haben mich nach Braunschweig gefahren. Ich gehe jetzt hier gleich ins Krankenhaus und werde operiert. Wie geht es weiter, haben Sie der Unfall und die mangelnde Unterstützung durch Amnesty entmutigt? Keineswegs. Ich bin zwar immer noch enttäuscht, Amnesty hätte etwa bei meiner Ankunft in Sydney mehr machen können. Aber ich bin weiter voll motiviert: Ich erarbeite einen professionellen Diavortrag, mit dem ich Geld für Amnesty sammeln will. Ich schreibe ein Buch. Und ich studiere Politikwissenschaft, um meine Erfahrungen zu verarbeiten. Nach den Beinen trainiere ich jetzt den Kopf. Meine Botschaft: Jeder soll über seine Verantwortung nachdenken und seine Träume verwirklichen. Ist jetzt nach all den Strapazen ein Wellness-Programm eingeplant? Abgesehen vom Arm fühle ich mich eigentlich fit. Aber ich will tatsächlich lange schlafen und mich von meiner Mama verwöhnen lassen. |
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| Dienstag, 29.05.2007 | |||||
| Jubel für Extremradler Timo Müller | |||
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Nach 425 Tagen Zieleinfahrt vor dem Rathaus |
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| Von Ann Claire Richter Das waren rührende Szenen des Wiedersehens: Mit Blumen, Applaus und nicht enden wollenden Umarmungen wurde Extremradler Timo Müller gestern vor dem Braunschweiger Rathaus von Freunden und Bekannten in Empfang genommen. Eine ältere Dame hängte ihm ein Buchsbaum-Herz um den Hals mit den Worten "Willkommen zu Hause". 425 Tage hat sich der 21-Jährige, einst Schüler der Neuen Oberschule, abgestrampelt, um die Botschaft von Amnesty International (ai) in die Welt zu tragen. 15 Länder hat er bei seiner Menschenrechts-Tour bis Sydney bereist, musste mit Durchfall in China und hohem Fieber in Kambodscha kämpfen. Timo Müller ist 21 000 Kilometer gefahren und hofft, für jeden Kilometer einen Spenden-Euro einzusammeln. "Sie haben ein gutes Zeichen gesetzt", lobte Bürgermeisterin Friederike Harlfinger, die den Radler im Auftrag der Stadt willkommen hieß. "Es ist wunderbar zu sehen, dass es Menschen wie Sie gibt, und wir haben großen Respekt vor Ihnen und Ihrer Leistung." Er habe ein Kulturbotschafter sein wollen, erklärte Müller. "Und ich wollte zudem zeigen, dass Menschenrechte auch in Deutschland bedroht sein können." Seine Aktion Cycling for Human Rights sei "der Pilot zur Serie", also nur der Auftakt zu weiteren Taten. "Ich werde einen Dia-Vortrag ausarbeiten und damit Geld für Amnesty scheffeln, ich werde ein Buch schreiben und – pardon – allen Leute in den Arsch treten, die Menschenrechte verletzten." Ein kleines Mädchen hatte Müller ein plüschiges Glücksschweinchen in die Hand gedrückt, ums rechte Vorderpfötchen verbunden. Ein Trostpflaster für Müller, der den rechten Arm in Gips trägt. "Kaum war ich in Frankfurt gelandet und hatte mich für den Heimweg aufs Rad geschwungen, da wurde ich von einem Auto angefahren", berichtete Müller grinsend. Heute wird er am Daumen operiert. |
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| Dienstag, 29.05.2007 | |||
26.05.: Nur noch 2 Tage!
So langsam können wir die Stunden bis zu Timos Eintreffen in Braunschweig zählen und viele sind sicherlich schon sehr gespannt. Mein Vorschlag: Trinken Sie Ihren Kaffee doch ganz einfach am 28.05. auf dem Rathausplatz in Braunschweig, vielleicht mit einem kleinen Stückchen Kuchen als Beilage. Kurz vor Timos Eintreffen könnten Sie sich noch schnell mit einem Timo-T-Shirt "anhübschen" und sich dann an die Zielgerade stellen. Wie wäre das?
Über den genauen Ablauf informieren wir Sie natürlich ab 14 Uhr Vorort!
Also, was gibt es da noch lange zu überlegen?! Kommen Sie!
23.05.: Frankfurt erreicht
"Bin gut gelandet im kleinen Deutschland. Über meine Emotionen kann ich derzeit nichts sagen, komisches Gefühl. Heute noch Treffen mit einem Reiseinteressierten, der meinen Artikel in der Frankfurter las, danach ab in die Jugendherberge und morgen dann zu "riese und müller", meinem Radsponsor. Dort Rad gecheckt und dann auf gen Heimat. Grüße alle!" Timo
20.05.: Timo auf dem Rückweg
In den frühen Morgenstunden startete Timos Rückflug in Richtung Bangkok, dort wird er sich 2 Tage aufhalten und erneut mit AI Bangkok Mitarbeitern zusammentreffen. Tja, und dann heißt es für ihn wieder ab in den Flieger und auf nach Frankfurt.
17.05.: Timo genießt Sydney in vollen Zügen
Ausflüge, Treffen mit Ai und auch Freunden aus Deutschland, Sydneys Nachtleben und vieles mehr stehen täglich auf seinem Programm - es geht ihm sehr gut!!!
Auch wenn Timo seinen letzten Newsletter auf die Reise schickte (auch hier zu lesen: 15.05.), können Sie seine Aktivitäten weiterhin im Tagebuch verfolgen. So ganz beendet ist sie (seine Reise) ja auch erst in Braunschweig am 28.05. um 15 Uhr am Rathausplatz und bis dahin gibt es sicher noch VIELES von ihm zu berichten! Bleiben Sie doch ganz einfach auch weiterhin Timos Gäste und vergessen Sie den 28.05. in Braunschweig bitte nicht, denn es wäre doch wunderbar, wenn viele Menschen die Zielgerade vor dem Rathausplatz säumen und Timo gebührend empfangen würden!!! - Vielleicht sogar mit einem "TIMO T-SHIRT"- Vorbestellung läuft!
Sie konnten es in Timos Newsletter bereits lesen, gleich am 02. Juni 07 folgt ein Benefizkonzert in der Brunsviga/ Braunschweig um 20 UHR zugunsten Timos Aktion. Auch hierzu sind Sie herzlich eingeladen und der Kartenvorverkauf verläuft bereits, sichern Sie sich eine Karte! Von dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an alle beteiligten Bands, Verantwortlichen und vor allem an Herrn Axel Uhde, der diese tolle Aktion initiierte!
Sie sehen, es lohnt sich öfter mal Timos Homepage anzuklicken! Sobald Radler, "butterfly" (Timos Rad) und Gepäck im Flieger sind und den Rückflug antreten, erhalten Sie auf dieser Seite wichtige Infos zu Timos Empfang und dessen Ablauf. Bis dahin grüße ich Sie herzlich!
Marion Müller
15.05.: TIMO
27. Newsletter Radreise Australien (1)/ai: Ziel=Sydney: 20708 km/
16605 Euro, 412. Tag

Mit dem Rad von Braunschweig (Deutschland) nach Sydney (Australien
Veni, vidi, vici
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ich, Timo Müller, melde mich nach letztendlich 412 Tagen ein letztes Mal von meiner
Benefiz- Radtour aus Sydney nach 20708 km/Spendensumme: 16605 Euro
(seit dem letzten Newsletter vor 17 Tagen um 1005 Euro erhöht).
Ich bin drin im Hexenkessel!
Dass das alles auch noch einmal sein Ende finden sollte. 412 Tage
spulte und spulte ich und verfing mich gedanklich das ein oder andere
Mal in der schier endlosen Ewigkeit. Jeden Morgen stand ich auf und
fixierte mich genau auf einen Punkt. Im Mantra rezitierte ich "Sydney"
bis an die 100 x.
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Hat denn die ganze Plackerei überhaupt Früchte getragen?
Ja, definitiv!
Wie viele Spenden am Ende zusammenkommen sollten, ist im Grunde genommen unwichtig! Auch wenn ich immer wieder auf meinen Restschulden- Betrag bis zu 21.000 Euro hinweise, steht vielmehr der immaterielle Wert meiner Kampagne im Vordergrund bzw. ist es der eigentliche Gewinn all dessen.
Jenes Geld ist "nur" Projektion meiner Arbeit und ist bei Weitem nicht im Geringsten imstande Menschenrechte in den Herzen jedes einzelnen Menschen zu verankern. Leider ist jedoch jede Aktion diesbezüglich an finanzielle Unterstützung gebunden und stellt nun doch eine tragende Säule dar. 16605 Euro Spenden haben wir bereits zusammen, dank Ihrer großen Unterstützung. Ob groß oder klein, jede noch so kleine Spende zählt; die 21 000 Euro sind machbar! ( Zum Spenden)
Mein Hauptanliegen war vielmehr Menschenrechte in den verdienten Mittelpunkt zu bringen, ins Scheinwerferlicht zu rücken! Ich war lediglich die Exekutive, das Kernstück war und bleiben die 30 Artikel der Menschenrechte (s. Anlage). Mir war es wichtig, Sie durch stetiges "Updaten" meiner Homepage einzuladen, mit mir einen sehr langen Weg zu beschreiten, die Augen zu schließen, sich von mir auf dem Gepäckträger 21 000 km weit weg tragen zu lassen und unser aller Welt zu erblicken, welche so reich an wunderschönen Menschen und Landschaften ist!
Bundesweit erscheinende Zeitungen (Faz erst vor Kurzem) coverten die Reise, lokale Zeitungen verfolgten die Reise monatlich als Tagebuch, TV- Nachrichten in Polen, Russland und der Mongolei schenkten Menschenrechten ein Gehör, 3 Pressekonferenzen wurde beigewohnt, der Deutsche Konsul und Thai- Vize- Premierminister wurden in Bangkok getroffen, Dia- Vorträge an deutschen sowie englischen Schulen gehalten, 4 Radiointerviews geführt (in Malaysia 1 h live) und viele Menschen hörten von cycling for human rights: 160 000 Besucher sind es allein auf der Website. Es entstand ein Schneeballsystem!
Diese Reise sollte vor allem ein Zeichen setzen. Zeichen sind jedoch beileibe keine Revolutionen, sie krempeln die Welt nicht um und hinterlassen nur bescheidene Spuren.
Ich habe durch meine Strampeleien beileibe keine Diktatoren in Angst und Schrecken versetzt, doch glaube ich zutiefst, dass die Reise viele, wenn auch nur für kurz, aufmerksam machte und beflügeln konnte, eigene Träume zu fühlen!'
290 Gästebuch- Einträge sprechen immer wieder von "Bewunderung"! Zugegeben, dies schmeichelt mir, doch liegt hier ein sehr großes Missverständnis zugrunde!!! "Bewunderung" leitet sich vom Begriff "Wunder" ab, beiliebe ist dies keins! Ich startete mit 20 Jahren, mit erschreckend wenig Erfahrung und Professionalität an Bord, doch mit viel jugendlicher Ungestümtheit, blauäugiger Naivität und Vertrauen.
Vertrauen, dass das ganze Universum mir schon beistehen wird, wie Paulo Coelho es bereits in seinem Meisterwerk "Der Alchimist" formulierte. Bitterarme Menschen schenkten mir zu Essen, erfreuten sich an meiner Anwesenheit und nahmen mich nicht nur einmal wie ihren eigenen Sohn auf!
In Situationen, in denen ich mich allein Problemen gegenüber sah, sei es in Zeiten von Krankheiten oder auch nur , wenn ich die Orientierung verlor, flogen jene Engel aus 'heiterem Himmel' zu mir heran und gaben mir einen weiteren Stups gen Sydney!
Jene Erfahrungen mit Menschen, atemberaubender Landschaft und vor allem bezügl. der Einsamkeit mit mir selbst, waren all die Plackereien über alle Maße wert.
Wenn ich nun mit Havanna- Zigarre und einem Sixpack- Bier am Hafen sitze, bin ich zutiefst dankbar, dass ich diese Reise antreten und bis zum Ende erfolgreich durchführen konnte und vor allem durfte. Die Möglichkeit zu reisen ist ein enormer Luxus, der leider vielen verwehrt bleibt!
Der größte Dank gebührt meiner Mutter, die in Hunderten von Stunden von zu Hause meine Reise koordinierte, unsere Website auf dem neusten Stand hielt, Telefonate tätigte und mir vor allem mütterliche Kraft gab.
Ein Vater verdeutlichte mir: "Wenn du mein Sohn wärst, Timo, würde ich dich im Keller wegschließen!". Doch meine Mutter ließ ihren einzigen Sohn ziehen, sie animierte mich sogar vehement dazu.
So lieben wie meine Mutter tue ich sie noch nicht ganz, doch sind sie die "big buddies" hinter meinem Rücken gewesen, meine 17 Sponsoren !
Mit einem Gesamtvolumen von über 5500 Euro rüsteten sie mich mit Equipment und Finanzen aus und sandten mir gar Ersatzeile in die weite Welt hinaus, so wie es mein Hauptsponsor " riese und mueller " z.B. mit einem neuen Laufrad in die Mongolei tat!
Danken möchte ich auch den vielen Menschen zu Hause, ob Verwandte, Bekannte, Freunde oder Fremde, die mein Email- Postfach stetig mit neuen Motivationsschüben füllten und mir das Gefühl vermittelten, doch nicht ganz allein da draußen zu sein!
Last but definitely not least, danke ich dir Andi für unsere so tiefe Freundschaft, welche auf den Straßen Chinas, Thailands, Malaysias und denen Singapurs entstand. 3000 km und 2 Monate warst du einer jener Engel, die zu mir kamen:
"Wir stehen zusammen und wir fallen zusammen! Komm gut nach Hause, Bruder im Geiste!"
Sydney:
- Wegen der Veröffentlichung des "Internationalen Jahresberichtes" Ende Mai von amnesty international australia
wird es keinen einzigen Medienbericht über mich in meinem Ziel
geben, da meine Aktion ihnen zu viel Medienpräsenz stehlen würde, ein
sog. "media blackout" ist die Folge, nichts wird geschehen und
geschwiegen!!!
Man kann sich darüber seine eigene Meinung bilden.
Persönlich habe ich mich damit abgefunden und habe keine Kraft mehr
gegen Windmühlen anzukämpfen. Ein Highlight steht jedoch noch auf dem
Programm:
Das Wichtigste weiter kurz gefasst:
Meine Reiseroute im Deutschland, die wirklich aller letzten Kilometer:
Auf den letzten Metern gen Heimat, 300 km um genauer zu sein, werde ich von zwei Freunden über 6 Tage in einem Begleitfahrzeug flankiert, um den 2. Teil des Fernsehfilms "Radeln für die Menschenrechte" ( Film hier ersichtlich) in den Kasten zu bekommen.
Ankunft Frankfurt / Flughafen, Darmstadt (Besuch: "riese und mueller" / Radsponsor, Gießen, Kassel, Göttingen, Salzgitter,
Ende: Braunschweig am 28.05.07 Rathausplatz, 15 Uhr !!!
Der Flyer zur Ankunft: Kleine Korrektur: Ankunft exakt um 15 Uhr!
Die weitere Planung:
02.06: 20 Uhr, Benefizkonzert für cycling for human rights, Brunsviga Braunschweig
04.06: Zusammentreffen in Berlin mit der ai- Generalsekretärin Barbara Lochbihler
30.06: Rede an meinem ehemaligen Gymnasium anlässlich der diesjährigen Abiturentlassung (Thema: "Lohnt es sich in seinem Leben Risikien einzugehen?")
- Weitere Pläne: Studium, Dia- Vortrag ausarbeiten, Buch schreiben, neues Projekt planen
13.05.: Timo genießt Sydney
Timo hat sein erstes Amnesty Treffen hinter sich und dann auch gleich
alle Teilnehmer mit seinem Vortrag in Staunen versetzt. Heute
stand, man glaubt es kaum, ein Fallschirmsprung auf dem Programm.
Voller Begeisterung berichtete er mir am Telefon, dass es gigantisch
war. Warten wir also gespannt ab, was Timo bis zum Abflug noch alles
unternehmen wird.
10.05.: Sydney erreicht!!!
Timo hat's geschafft, Sydney ist erreicht nach 408 Tagen und 20.700 km. Ist das nicht ein Wahnsinn?! Klasse, mein Sohn! Herzlichen Glückwunsch! Zur Zeit ist Timo bei einem Radlerehepaar( beide 60 Jahre alt) untergekommen, die ihn mit Champagner empfingen und ihn nun für 10 Tage "ihren Sohn" nennen. Er darf speisen so oft und viel er will, im Netz surfen, telefonieren, einfach alles was sein Herz begehrt. Ist das nicht toll? Er traf dieses Ehepaar übrigens beim Radeln auf der Great Ocean Road.
Lassen Sie die Korken knallen und stoßen wir an auf all das,
was Timo während der 20.700 km erreicht hat und woran er uns hat teilhaben lassen!
S U P E R L E I S T U N G !!!
Timos Reise wird erst in Braunschweig beendet sein und seine Spendensumme wurde von ihm auf 21. 000 Euro erhöht, da er nun auf 21. 000 geradelte Kilometer aufstocken will ! Also, noch 300 km in Deutschland sind zu radeln.
Lassen Sie mich an dieser Stelle ein kleines Dankeschön an Sie aussprechen!
Liebe Tagebuchgäste!
Ich bedanke mich schon jetzt -am Zielort Sydney- bei all denjenigen, die mit ihrer Achtung, ihrer Wertschätzung und ihren liebevollen Gedanken meinen Sohn auf seiner außergewöhnlichen Reise begleiten. Auch für mich - als Mutter - ist es schön zu fühlen und zu beobachten, was Timos Reisemotivation in den Herzen vieler Menschen auslöst und bewegt. Nicht selten sprechen mich beim Einkauf oder anderenorts Menschen an, die Timos Leistung und auch seine Intention sehr würdigen.
Ich glaube sagen zu dürfen, dass Timo nicht zuletzt auch getragen und begleitet von Ihren positiven und unterstützenden Gedanken, sein anvisiertes Ziel erreicht hat.
Schon vor seiner Reise, aber am heutigen Tage um so mehr, bin ich davon überzeugt, dass Timos Reisemotivation ein Zeichen setzen wird und dass er nicht nur mit seinen Reifen Spuren auf seinem Weg hinterlassen hat, sondern auch im Bewußtsein all derer, die ihm begegneten und ihm weiterhin begegnen werden.
"Der Weg ist das Ziel." (Konfuzius)
Beobachten wir also weiter, was Timo in Sydney und auch bis zu seinem Eintreffen in Braunschweig so treibt! Es bleibt spannend!
Ich danke Ihnen von ganzem Herzen!
Ihre Marion Müller, Timos Ma
10.05.: Hat Timo Sydney erreicht? Der Countdown läuft weiter...
Habe noch keine Nachricht von Timo erhalten. Neues an dieser Stelle!
05.05.: Der Countdown läuft bereits!
"Sydney fällt in fünf Tagen und 481 Kilometern!!!
20.000 km in 400 Tagen hab' ich bereits weggesteckt!"
02.05.: mit Timo im Chat
Während ich meine Mails öffne, kündigt sich plötzlich durch ein akustisches Zeichen Timos Aufforderung zum Chat an der Seite meines Laptops an. Also, nichts wie chatten mit meinem Sohn und die Mails Mails sein lassen, denn es gibt schließlich Wichtigeres, nämlich meinen Sohn. Zuerst erfahre ich natürlich wo er sich aufhält, wieviele Kilometer es noch sind und wie es ihm körperlich geht. Sein Body ist fit und der Countdown läuft, berichtet er. In Sydney wird er keine große Presseaktion erwarten können, da dort während Timos Eintreffens eine "Internationale Pressekonferenz" stattfindet. Tja, da erfährt Timo wieder einmal, dass es auch für Amnesty Wichtigeres als einen Radler gibt. Also, was macht der Timo dann? Dreimal dürfen Sie raten - er organisiert sich schon jetzt, auf seinem Weg nach Sydney, seine eigene Presseaktion und informiert auch gleich noch die ansässige Deutsche Botschaft. All das lernt man schließlich in der GROßEN WEITEN WELT auf dem Rad; so ganz nebenbei organisiert man Pressetermine, um auf die Spendenaktion aufmerksam zu machen ( selbst ist der Radler ), bearbeitet die Homepage, nimmt an ai- Aktionen teil, schreibt Artikel für diverse Zeitschriften und mehr....Hut ab, mein Sohn!
29.04. es geht weiter nach Sydney
"Verlasse Montag (30.04.) Melbourne, noch 11 Tage, derzeit 19545 km und 1139 Sattelstunden."
28.04.: 25.
Newsletter Radreise Australien (4)/ai: Melbourne: 19494 km/ 15600 Euro, 395. Tag
Benefiz- Radtour aus
Melbourne
nach 19494 km/Spendensumme: 15600 Euro (seit dem letzten Newsletter vor 23 Tagen um 1597 Euro erhöht).
Der Einsatz wird erhöht!
20.000 gespulte Kilometer sind als Ziel obsolet geworden! Im Alter von
21 Jahren werde ich bei Ankunft zu Hause nicht weniger als 21.000 Kilometer haben dürfen, womit ich damit einhergehend auch für jenen finanziellen Äquivalenten kämpfen werden muss.
Amnesty Adelaide/Melbourne:
Nach
menschenleerem Outback durfte ich vor 3 Wochen jene wunderschöne Stadt
namens Adelaide genießen. Bei Freunden nicht weniger als 63,5 Meter
vom weißen Strand entfernt wohnend, erfreute ich mich an jenem
vibrierenden Charme voller Kunst, Kultur und High- Life und bin hintenrübergekippt vor lauter Menschen!
Ein
ethnisches Mosaik an Asiaten, Afrikanern und nicht zuletzt einer
Flutwelle an Deutschen lässt dieses Land zum brodelnden Kessel der
Multikulturalität werden. Dem australischen Hedonismus frönend,
kippte ich zu Ostern mit den "Aussies" dutzende Dosen Bier zum
religiösen Gladiatoren- Kampf, dem sog. "Footy", genoss exorbitant
teuren Rotwein gratis und ein Truthahn auf dem Bunsenbrenner! Anders als bei unserem ehrwürdigen Fußball, dürfen die
hiesigen Spieler in jener einzigartigen Weise den Ball auch per Hand
tragen, passen und kriegen gar beim Danebenschießen selbst noch einen
vollen Punkt. Die Australier kriegen sich kaum ein bei diesem Spiel,
sei es Rugby, Cricket, Surfen, Schwimmen; Sport wird hier zur
obzessiven Manie.
Ich streunte wild umher durch unzählige Cafes, versträut am
Straßenrand, genoss das Nichtstun und ließ mich von der "no worries"-
Mentalität meiner Gastgeber anstecken. Ein australischer "dude"
begrüßt einen dabei mit der notorischen "How it's going, mate?!"
Formel und drückt einem schon nach 1 Min. durchschnittlich 20 Dollar
in die Hand. Meine Benefiztour wird enorm geachtet und anerkannt- "Good
on ya, mate!"-, weshalb ich bisweilen über 300 Euro cash auf der
Straße verdiente.
Um der Wahrheit treu zu bleiben, muss ich aber leider
berichten, dass amnesty Australien bisher jene Euphorie nicht wirklich
teilt. Der Einstieg in die amnesty- Tätigkeiten war zunächst
unglaublich enttäuschend. Eine scheinbar schiere Interessenslosigkeit,
die selbst von anderen so attestiert wurde, schlug mir ins Gesicht. Im
Zeitraum von Wochen griff man im Gegensatz zu ai- Stationen in der
Mongolei, Thailand oder auch Malaysia mein Projekt nicht auf und wollte
mich zunächst einzig im Newsletter stehen sehen, ole!
Aber nicht mit mir! Selbstständig kontaktierte ich ein Privatcollege und hielt eine einstündige Präsentation bzw. besuchte ein "Aboriginal Health Center
".
Und langsam aber sicher fing es an: 2 Gruppentreffen bzw.
ein Workshop standen auf dem Programm, wobei ich den nationalen
Kampagnen- Leiter antraf. Sein Urteil: "
Inspiring, admiring, jealous making!"
1100
Kilometer sollten weitergespult werden, um den nächsten Stopp
genießen zu dürfen, die 4 Millionen Metopole Melbourne. Mit Tornado-
Winden, die dummerweise ja leider immer nur von vorne kommen wollen,
bekam ich eine Brise antarktische Kühle ab.
Nachts bibberte ich mit den Tieren ...
Doch ich durfte Tage später den Himmel auf Erden erleben. Die berühmte "
Great Ocean Road" führte
mich über 300 km entlang der Küste mit spektakulären Aussichten, die
mich in Ehrfurcht versetzten. Meine Augen schmerzten vor schierer
Schönheit und nicht allzu selten schrie ich mir die Freude aus dem
Leib.
Doch zurück zur "Great Ocean Road": 70 Euro waren mir 25 Min. wert., in den Heli zu steigen und den ganzen Spaß von oben anzusehen.
Fernsehen; ich komme!!!
r:
S -
XL bitte an folgende Mailadr.:
Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können
30.4.-10.5.: ca. 1100 km in 11 Tagen nach Sydney
11.-20.5.: Sydney, Amnesty- Workshop
28.5: Ankunft Braunschweiger Rathaus
02.06: 20 Uhr, Benefizkonzert für cycling for huamn rights, Brunsviga Braunschweig
04.06: Zusammentreffen in Berlin mit der ai- Generalsekretärin Barbara Lochbihler
Gleich
danach nahmen mich zwei braungebrannte "buddies" unter die Fittiche und
brachten mir eher schlecht als Recht das Surfen bei. Mengen an
Salzwasser füllten meinen Magen, ich verblieb mit allen Gliedmaßen
paddelnd am trockenen Ufer, und somit beließ ich es eher dabei, David
Hasselhof zu spielen, am Boulevard Obacht zu halten und im Notfall
Perlen aus dem Ozean zu angeln.
- Die
Frankfurter Rundschau bringt mich national in die Medien. (Artikel wird noch auf die Seite gestellt)
- Die Redaktion der
Gifhorner Zeitung selbst nominierte mich für den sog. "Gemeinsam -Preis 2007",
mit dem die Zeitung Menschen auszeichnet, die sich vorbildlich für
andere einsetzten. Jury und Leser entscheiden. Am 21. Mai gibt's das
Ergebnis. (Zeitungsartikel in Anlage beigefügt)
- Des Weiteren nominierte mich
ai- Braunschweig für den
Taz- Panther.
Jener Preis würdigt soziales Engagement und ist mit 10.000 Euro Gewinnsumme dotiert. Weitere Möglichkeiten für Menschenrechte zu werben. Ich werde über den Fortlauf berichten.
- Nach ganzen 2 Jahren geht es für mich zurück in die gute alte Penne. Der Schulleiter meines ehemaligen
Gymnasiums Neue Oberschule bittet mich persönlich um eine Rede an die Abiturienten
zum Thema: "(Wann) lohnt es sich, in seinem Leben ein Risiko einzugehen?"
anlässlich der diesjährigen Abiturentlassung.- Amnesty International
covert mich nun auch auf der Frontpage:
www.amnesty.de
- Das größte Mountain- Bike Magazin Europas "
bike" hat schon in dieser, der neusten Ausgabe einen Bericht über cycling for human rights geschaltet.
- Das
Szene- Magazin Braunschweigs
szens verschafft meiner Reise ebenso ein weiteres Podium, überall im Handel erhältlich
Verlinken Sie meinen Banner auf Ihrer Page und helfen Sie mir!
25. Newsletter Radreise Australien (4)/ai: Melbourne: 19494 km/ 15600 Euro, 395. Tag
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biking around the world to establish human rights
www.cyclingforhumanrights.de
Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können
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3 Anhänge — Alle Anhänge herunterladen |
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28.04.: Handy weg
Auf der letzten Strecke von Melbourne nach Sydney also keine Klingelzeichen mehr, es wird auch so irgendwie gehen, denke ich. Ob gestohlen oder verloren, das weiß Timo nicht. Derzeit kontaktet er mit den ansässigen ai-Aktivisten, schreibt seinen neuen Newsletter, verfasst neue Berichte, bearbeitet Mails und bereitet sich auch schon mental auf den letzten Streckenabschnitt nach Sydney vor. Das werden dann "mal eben so 1000 km in 10 Tagen sein", wenn hoffentlich alles gut rollt. Wünschen wir es ihm und drücken die Daumen. Timo meldet sich in Kürze.
Hier noch ein kleiner Fernsehtipp vom Radler:
Weltspiegel am 29.04.07 auf ARD 19.20 UHR:
Dreck auf meinem Arm während des Radelns in China/ erinnern Sie sich noch?
u.a. mit: Linfen - Die schmutzigste Stadt der Welt
Linfen
ist die schmutzigste Stadt der Welt, sagen selbst die Menschen, die
hier leben. Umweltschutz ist kein Thema in China, wirtschaftlicher
Erfolg ist alles, zahllose illegal errichtete Fabriken tun ein Übriges.
Dennoch versucht die Regierung, jede Kritik daran zu unterdrücken. Die
Umweltthematik scheint zum politischen Sprengstoff zu werden.
Autorin: Eva Corell
26.04.: Newsletter erscheint in Kürze
In den nächsten Tagen erscheint an dieser Stelle Timos neuester Newsletter aus Melbourne. Kaufen Sie die neue Szensausgabe - auch dort wieder ein Artikel vom Weltenradler persönlich!
24.04.: Melbourne erreicht/ 19439 km
Heute Morgen um 6 Uhr (Timos Zeit in Australien) ging es für ihn 150 km weiter in Richtung Melbourne. Dort ist er nun eingetroffen und legt eine 5-tägige Pause ein. Weitere Infos erhalten wir nun von Timo persönlich als Newsletter oder hier im Tagebuch.
22.04.: Timo in Port Fairy
Morgen will Timo in Melbourne eintreffen, wo ihn ai-Aktivisten erwarten. Täglich legt er 100 km zurück und hat jetzt 19.130 km erreicht.
16.04.: Klingelzeichen
Momentan klingelt wieder einmal täglich mein Handy und teilt mir auf diese Weise mit, dass es Timo gut geht.
14.04.: am 15.04. geht es weiter
Ab Sonntag geht es also für Timo weiter gen Melbourne. Sein Rad ist wieder gefettet und geölt und steht schon in den Startlöchern, um sich frische australische Fahrtwindluft um die Reifen wehen zu lassen. In Melbourne warten bereits ai - Aktivisten auf Timo, die seine Reise schon jetzt neugierig verfolgen und ihn voller Spannung und mit vielen Aktionen erwarten. Am 23.04. will der Weltenradler dort eintreffen. Bis dahin wird es weitere Klingelzeichen geben.
11.04.: Telefongespräch mit Timo aus Adelaide
Timo geht es derzeit sehr gut und seine Unterkunft bezeichnet er als paradiesisch. Wundervolle Gastgeber, die ihm all seine Wünsche erfüllen und von den Lippen lesen. Timo erholt sich in einer traumhaften Villa mit lediglich 65 Metern Entfernung zum Strand. Da Timo an Aktionen nichts auslässt, hielt er auch in Adelaide an einer renommierten internationalen Schule einen Vortrag zu seiner Reise und deren Intention.
Eine kleine Enttäuschung konnte er auch während unseres Gesprächs nicht verbergen, die sich auf das anfänglich sehr verhaltene Interesse der ansässigen ai - Gruppe an seiner Aktion bezieht, was darauf basiert, dass das Engagement der "Ai - Basis" oft durch Bürokratie und Hierarchie gehemmt wird. Er hofft jedoch, dass durch die Teilnahme an einer weltweiten ai - Aktion vor Ort, auch seine Aktion "cycling for human rights" mehr Beachtung findet, denn die erstrampelten Spendengelder kommen schließlich der weltweiten Arbeit Amnesty Internationals zugute. "Diese Reise ist vor allem ein Zeichen im Namen der Menschenrechte. Zeichen sind keine Revolutionen, sie krempeln die Welt nicht um und hinterlassen nur bescheidene Spuren. Ihr Wert ist ganz anderer Art, nämlich vor allem ideeller. Wenn ich die Reise für die Einhaltung der Würde aller Menschen antrete, kann ich nicht mehr davon erhoffen, als dass ich, zurück in Deutschland, meine Eindrücke weitergeben kann und in den Köpfen hier und da einen kleinen Stein lostrete, der letztendlich notwendig ist, damit sich mehr bewegt. Ich will Kulturbotschafter sein, gegen die Misshandlung von Menschen und vor allem aber für die großartige Arbeit aller Menschenrechtler kämpfen."
Seinen Aufenthalt wird er aufgrund eines anstehenden Ai-Workshops um 2 Tage verlängern.
07.04.: 372. Tag
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0531/23804 0
Fax: 0531/23804 17 http://www.brunsviga-kulturzentrum.de/
13.-22.4.: ca. 1000 km in 10 Tagen nach Melbourne (12 Apostel, Great Ocean Road)
23.-27.4: 5 Tage Ruhepause, Amnesty- Arbeit
28.4.-9.5.: ca. 1000 km in 12 Tagen nach Sydney
10.-20.5.: Sydney, Amnesty- Workshop
28.5: Ankunft Braunschweiger Rathaus
02.06: 20 Uhr, Benefizkonzert, Brunsviga Braunschweig
04.06: Zusammentreffen in Berlin mit der ai- Generalsekräterin Barbara Lochbihler
Ideen: Presse, komplette Überarbeitung der Homepage, Dia- Vortrag ausarbeiten ...
Als ich das so aufgestellt habe, traf mich der Schlag, es sind noch so
viele Km, dass ich Punktladungen setzten muss, um in der Zeit
anzukommen. Zum Schluss heißt es noch mal deftig Power abdrücken!
04.04.: Timo wieder mit "butterfly" unterwegs
Erstes Klingelzeichen und erste Mail seit Tagen. Timo hat sich wieder mit seinem "butterfly" in Bewegung gesetzt, gen Adelaide. Dort wird er bereits von Amnesty-Aktivisten erwartet.
"17849 km, 1048 h, Port Augusta, in 3 Tagen Adelaide, Outback zu Ende!" Timo
03.04.: Keine Nachrichten vom Radler
Momentan gibt es leider keine Nachrichten von Timo. Über Ostern wird er in Adelaide erwartet. Auch Amnesty Kontakte stehen dort wieder an. Sobald Neuigkeiten in meinem Mailpostfach eintreffen, unterrichte ich Sie selbstverständlich.
Gruß
Marion Müller
27.03.: Schlechte Nachricht von Timo
"Nur kurz, muss für 4 Tage aussetzen und wahrscheinlich auch Bus
nehmen, habe 39 Grad Fieber, Kälteschauer, Kopfschmerzen etc.. War beim
Arzt, Diagnose: Virus eingefangen. Sonst alles prima; wenig, wenn
gar nicht Internet."
Timo
26.03.: Kein Klingelzeichen und auch keine E-Mail
Momentan ist es nicht möglich eine Verbindung zu Timo herzustellen, deshalb werden wir auf neue Infos warten müssen. Sobald es Neuigkeiten gibt, erfahren Sie es hier an dieser Stelle.
23.03.: Ayers Rock erreicht
"Habe Ayers Rock erreicht - alles okey. Melde mich Ostern aus Adelaide. "
19.03.: Hinweis vom Radler:
"Bin in 2 Tagen am Ayers Rock - alles bestens!"
16.03.: Meine Unterkunft aus Adelaide meldet sich bereits
Hello Timo,
We shall be happy to have you stay with us when you are in Adelaide,
South Australia. Our house is beside the beach, a good place to relax
for a few days after all that cycling. We are very interested in your
mission for Amnesty.
15.03.: Info
Ich, Timo Müller, melde mich an meinem 347. Tag von meiner Benefiz- Radtour aus dem australischen Zentrum Alice Springs (s. Karte ) nach 16.680 km/Spendensumme: 10.240 Euro!!! (seit dem 22. Newsletter vor 5 Tagen um 325 erhöht).
Wände werden plakatiert, Flyer verteilt, Banner errichtet, Helikopter in die Lüfte gelassen und die Mama setzt zur Rede an; ja, ich weiß doch, nur noch dreimal schlafen und dann ist es endlich soweit ...Es mag viele Dia- Reisevorträge gegeben haben, doch wann gab es denn schon mal einen noch während der Reise? Sonntag,18. März 2007 – 16 Uhr Brunsviga, Karlstraße 35, Braunschweig( s.mehr); live mit bis an die 100 Fotos, vorgetragen durch meine Mutter. Also frei halten, hingehen, staunen, spenden ...
Das Gröbste kurz gefasst: Vor Ort in Alice Springs erneutes Zusammentreffen mit Amnesty (Presse & Gruppentreffen schon vereinbart), bis es in 7 Tagen den Ayers Rock zu erblicken gibt! Selbst die Deutsche Botschaft in Thailand nimmt sich meiner an und führt mich im Newsletter mit auf ( s.mehr) nach gemeinsamen Zusammentreffen in Bangkok! logo - Hauptsponsor Ortlieb mit an die 50.000 Besucher täglich auf der Website, honoriert weiter mein Bemühen und stellt mich seit Kurzem gar bei sich explizit vor ( s.mehr).
13.03.: Ankunft in Alice Springs
Hey liebe Tagebuchbesucher,
ich kann mich nicht mehr so oft melden, aber es geht mir gut. Mit der schlechten Verbindung das wird auch in nächster Zeit so bleiben, vielleicht kriege ich ein Netz am Ayers, ansonsten kann ich für 2 Wochen nichts mehr versprechen. So langsam weiß ich aber wie der Hase hier im Outback läuft.
Von Darwin bis Alice Springs 1600 km in 16 Tagen, jetzt 3 Tage Ruhepause mit amnesty Kontakt. Dann gehts weiter mit 3 Japanern in 4 Tagen zum Ayers.
Weitere Pläne:
13.-16.3.: Alice Springs, neuer amnesty Kontakt
17.-20.3.: 446 km in 4 Tagen zum Ayers Rock mit Japanern
21.-23.3.: 3 Tage Ayers Rock besichtigen
24.3.-7.4.: in 15 Tagen 1584 km gen Adelaide fahren 8.-12.4. Adelaide; 5 Tage Pause, amnesty treffen
13.-22.4.: 729 km in 10 Tagen nach Melbourne
23.-27.4: 5 Tage Ruhepause, amnesty und Ben aus Peking wieder treffen
28.4.-9.5.: 892 km in 12 Tagen nach Sydney
10.-20.5.: Sydney
Als ich das so aufgestellt habe, traf mich der Schlag, es sind so viele km, dass ich Punktladungen setzten muss, um in der Zeit anzukommen. Zum Schluss heißt es noch mal deftig Power abdrücken! Let's go!
Melde mich sobald es wieder geht.
Timo
07.3.: Neues von Timo
Nicht vergessen, einplanen und zuhören: Am Sonntag 18. März 2007 – 10 bis 18 Uhr Brunsviga, Karlstraße(Braunschweig) ist meine "Mum on stage" und referiert 45 Min. über meine Radtour. s.mehr
Die kulturelle Zäsur nach meinem Flug aus Singapur konnte krasser nicht
sein. Mag Australien nun schon 16000 km von uns in Deutschland entfernt
sein und einiges wirklich grundverschieden sein von Natur etc., so ist
doch im Großen und Ganzen Australien die
Eingewöhung, schließlich den Weg nach Hause genommen zu haben.
Anfangs tat ich mich sehr schwer, sehnte mich nach 9 Monaten Asien und
vermisse stets noch den dortigen Menschenschlag.
Doch trotzdem ist Amnesty Australien sehr gefordert. Es traf mich wie ein Schlag: Scheinbar arbeitslose Aborigines
lungern überall auf den Straßen betrunken, pöbelnd in Gruppen torkelnd
herum und klappen nur selbst 3 Meter vor mir gehend auf dem Bürgersteig
einfach zusammen. Es ist kein Abbild des Ganzen, bei weitem nicht, doch
ist die Realität noch viel schlimmer, als die Geschichten, die man zu
Hause von fehlend eingegliederten, Kultur traumatisierten indigenen Völkern
hört (vgl. z.B. auch Inuit- Situation in Grönland). Und nicht weniger
als 30% machen die Aborigines bei der Gesamtbevölkerung des "Northern
Territory" aus.
06.03.: Immer noch kein "Zeichen"
Habe heute eine SMS abgeschickt und hoffe sehr, dass sie Timo erreichen wird, denn so langsam mache ich mir nun doch Sorgen. Bislang meldete er sich nicht und ich gehe davon aus, dass die Verbindungen zum Outback sehr schlecht sind. Sobald ich Neues erfahre, wird es an dieser Stelle mitgeteilt.
03.03.: Bislang keine Nachrichten vom Radler eingetroffen
Der Kontakt zu Timo ist momentan recht mager. Ich hoffe, dass in den nächsten Tagen wieder ein kleines Lebenszeichen eintrudelt.
28.02.: Erstes Klingelzeichen um 5 Uhr MEZ
Hey zusammen,
ich kann leider nur noch wenig über I-net und handy erreichen, weil hier oben echt tote Hose ist. "Aber Hallo", heute bin ich von einer Tankstelle 95 km im NICHTS gefahren und war im nächsten Dorf. Tolle Schei..., Andi fehlt mir hier sehr, wegen unserer 7 Wochen zusammenleben aber vor allem, weil ich echt den Kontakt zu "Aussies" nicht aufbauen kann. Kein Wunder, wenn hier alle ziemlich weit voneinander entfernt wohnen. Werde demnächst einen längeren Tagebuchtext zusammenfassen. Das Gröbste kurz gefasst: es regnet nur krass am Abend, deshalb Campingplatz, teuer das Land, Aboriginies bertunken auf Straßen, neue Reifen etc. machen prima mit, Kocher funktioniert mit Gaskartusche wieder, Brei mit Marmelade am Morgen und Nudeln ohne Ende, schon heute Durchfall bekommen, klasse road, trains elend lang, super Obacht geboten auch wenn Wolken und Miesewetter vorherrschen, Sonnenbrand bekomme ich trotzdem leicht.
Gruß Timo
27.02.: Vorerst keine Meldung von Timo eingetroffen
Bisher hat sich Timo noch nicht bei mir gemeldet. Ich hoffe, dass in
den nächsten Tagen wenigstens ein gewohntes Klingelzeichen aus meinem
Handy ertönt.
25.02.: Telefonat mit Timo
Seit 4 Tagen ist Timo in Darwin und bei netten Einheimischen untergekommen.
Gesprächsauszüge:
"Der
Kühlschrank ist meiner, das Internet darf ich nutzen so oft und
lange ich will, selbst das Telefonieren ist mir erlaubt, eine
Nationalparkbesichtigung wurde organisiert, das Einkaufen für mich
erledigt und einen tollen Reiseführer schenkten sie mir auch noch
obendrauf. Alles in allem, super tolle Menschen lerne ich in all den
Ländern kennen. Meine Route muss ich allerdings komplett ändern. Schuld
ist der Monsunregen, der einstündig ein massiges Nass auf die Erde
schüttet und Streckenabschnitte meiner geplanten Route überschwemmte
und somit unbefahrbar macht. Nun geht's ab durch's Outback mit
etwas mulmigen Knien, wenn ich ehrlich bin. Kilometerlang keine
Menschenseele nur ein paar an mir vorbeiziehende Autos, mal sehn wie
das wird.
"Das Outback, frei übersetzt, 'das Land draußen vor der Tür', ist überall dort, wohin die Zivilisation mit ihrer dichten Besiedelung und ihren Annehmlichkeiten noch nicht vorgedrungen ist. In Australien ist das freilich fast überall; und dennoch, über 85% der Australier leben eben nicht dort, sondern in dichter besiedelten Gebieten, hauptsächlich an der Süd- und Ostküste, zwischen Adelaide und Cairns, an der Westküste in der Gegend um Perth und an der Nordküste in der Gegend um Darwin.
Der Rest, also weit über dreiviertel der Fläche, ist demnach das Outback. Oft überlebensfeindlich, weil außerordentlich heiß und trocken, und dennoch von atemberaubender Schönheit."
Aufpassen muss ich hier natürlich auf gefährliche Schlangen und anderes Getier. Werde mich heftig vorsehen müssen, habe gute Tipps bekommen und hoffe, dass es gut läuft. Mein Rad ist fit und sieht aus wie neu - morgen schwinge ich mich also wieder auf mein "butterfly" und harre der Dinge, die da kommen werden. Mein Weg führt mich nun auch vorbei am Ayers Rock, den ich bislang nicht eingeplant hatte und nun doch noch sehen werde. Keine Frage, welch Freude aber auch Spannung sich in mir aufbaut!
"Der Uluru (übersetzt: "schattiger Platz") liegt inmitten Australiens und ist wohl besser bekannt unter dem Namen, die ihm sein erster weißer Entdecker gab: Ayers Rock. Er liegt mittendrin im Red Centre, also mitten in der riesigen roten Wüste im Zentrum des Kontinents.
Abgesehen von seiner erhabenen Schönheit und der Farbenvielfalt, die er im Laufe eines jeden Tages durchläuft, ist vorallem eines höchst interessant an ihm:
Er ist ein riesiger Monolith. Um nicht zu sagen: beinahe der größte Monolith der Welt. Also, um genau zu sein, der zweitgrößte zusammenhängende Stein. Lange Zeit hielt man ihn ja für den größten aber dann stellte sich heraus, daß Mt. Augustus noch ein wenig gigantischer ist - wo dieser liegt? - nun, natürlich in Western Australia...
Wie dem auch sei - er ist auf jedenfall der faszinierenste!
Auch die "Olgas" werden meine Augen erblicken.
Die Olgas, oder Kata Tjuta, also 'die vielen Köpfe', wie sie die ansässigen Aborigines nennen, liegen ca. 60km vom Uluru entfernt, im Red-Centre Australiens.
Ähnlich wie ihr berühmter Bruder bestehen auch die Olgas aus Sedimentgestein. Da sie aber wesentlich näher am vor Jahrmillionen
abgetragenen Gebirge lagen, bestehen sie aus weitaus größeren Steinen - oder besser Geröll.
Diese Steine sind von Daumen- bis Faust-größe und mit grobem Sand verbacken.
Wie der Uluru sind auch sie eigentlich eine
umgekippte Gesteinslage, die durch Erdbewegungen an die Oberfläche
gedrückt wurde. Auch sie waren einmal ein einziger riesiger Monolith -
nur sind sie schon ein wenig länger an der Oberfläche als der Uluru, und daher auch schon wesentlich stärker von der Erosion zerfressen als dieser."
Es wird spannend. Schauen Sie
sich also meine neue Route an und warten Sie neue Infos einfach ab,
denn etwa alle 80,100 oder 150 km werde ich jetzt mein Wasser neu
auffüllen können, Nahrung bekommen und möglicherweise auf Zivilisation
stoßen, vielleicht auch Internetzugang haben, nur die großen
Menschenmassen darf ich sicherlich nicht erwarten. Also - gewappnet mit meinem neuen Reiseführer im Gepäck - geht's auf zur letzten Etappe! Sydney, ich komme!"
24.02.: Timo visiert neue Route an
Auf Grund des heftigen Monsunregens wird Timo eine neue Route nach Sydney nehmen müssen. Leider kann ich sie momentan noch nicht ins Netz stellen, da er sie mir noch nicht durchgegeben hat. Warten wir also ab. Näheres an dieser Stelle.
23.02.: Touchdown Australia
In der Bewusstwerdung über meine Verantwortung für mich, andere und die Definition meines weiteren Lebens machte ich mich vor 329 Tagen auf, für die Menschenrechte zu kämpfen, nach meinen Möglichkeiten, nach meinen Vorstellungen! Es dauerte 905 Stunden, um 15074 Kilometer durch 14 Länder mit dem Fahrrad zu fahren. Magische Zusammentreffen mit unfassbar aus der Seele strahlenden Menschen trieben mich vorwärts in Zeiten von blutigem Durchfall, Niedergeschlagenheit und fehlender Anerkennung. Es wird nun Zeit, die Zielgerade zu betreten!
2 Jahre arbeitete ich daraufhin, Sydney mit dem Fahrrad zu erreichen, alleine im Alter von 20 Jahren! "Am 20. Mai 2007 wird die Stadt in sich zusammen fallen ... Die Känguruh- Jagd hat begonnen ... ."
VS. 
Was immer du tun kannst
oder erträumst zu können, beginne es.
Kühnheit besitzt Genie, Macht und magische Kraft.
Beginne es jetzt. (Goethe)
Gruß aus Australien!
Timo
22.02.: Ankunft Australien
Start der letzten Etappe im fernen Australien.
"Bin gut angekommen und bei Freunden untergekommen!" Timo
21.02.: Timo sitzt im Flieger nach Australien
Hallo Marion,
ich wollte dir nur mitteilen, das ich deinen Sprössling gesund und munter in den Flieger gen Australien gesetzt habe.
Nach einer langen Nacht, in der wir sein Bike neu zentriert haben, neue
Schwalbe Reifen aufgezogen und selbst die Naben aufgebrochen haben, um
sie neu zu fetten, neue Bremsbeläge aus dem fernen Deutschland
eingeflogen wurden und selbst das hintere Ritzel erneuert haben, fährt
Timo in Australien demnächst mit einem fast neuen Rad ;)))) Na gut, wir
hatten Hilfe von einem Profiteam vor Ort, das uns super unterstützt
hat.
Auch der Karton war da, besorgt von Dylan, einem Neuseeländer, der uns aufgenommen hat wie langjährige Freunde...Der Abschied verlief beiderseits sehr tränenreich, doch letztendlich hat sich Timo doch entschlossen ins Flugzeug zu steigen, auch wenn er kaum glauben kann nun endlich die letzte Etappe seiner Reise zu betreten. Die Aussichten für Australien sehen , gelinde gesagt, beschissen aus - Monsunartige Regenfälle für die nächsten 16 Tage - bis er sich aus der Regensession und Region herausgestrampelt hat. Ansonsten ist dein Söhnchen bestens motiviert und gewappnet, hat sogar Regenschuhe gekauft, um dem Sauwetter trotzen zu können. Soweit die Infos, um das Onlinetagebuch etwas aufzufrischen ;))))
18.02.: Timo hat Singapur erreicht
In den frühen Morgenstunden ertönte noch das bekannte Klingelzeichen, das mich als Mutter beruhigt und mir sagt, dass alles okey ist und "Sohnemann " weiterhin radelt.
Vor knapp einer Stunde dann - um 15 Uhr MEZ - erhielt ich eine Mail mit dem Inhalt, dass Timo bereits heute in Singapur eingetroffen ist mit 15 000 gestrampelten Kilometern! Somit hat er die Millionenmetropole erreicht und fliegt am 21.02. weiter nach Australien. Nun rückt er langsam aber sicher seinem Ziel: Sydney immer näher.
Was immer du tun kannst
oder erträumst zu können, beginne es.
Kühnheit besitzt Genie, Macht und magische Kraft.
Beginne es
jetzt.
J. W. von Goethe
15.02.: Klingelzeichen
- auf dem Weg nach Singapur hat Timo Melaka erreicht. Timo und auch Andy, der ihn bis nach Singapur begleitet, geht es gut.
12.02.:Selamat (Malay: Hallo)ich,
Timo Müller, melde mich an meinem 318. Tag von meiner Benefiz- Radtour
aus der malaysischen Hauptstadt Kuala Lumpur nach 14500
km/Spendensumme: 8576 Euro (seit dem 19. Newsletter (vor 39 Tagen) um
313 Euro erhöht).
Inhalt dieses 19. Newsletters:
- Warm & friendly; the Malaysian way: Multikulti Malaysia erfrischt Timos Geist
- Ortlieb und Schwalbe sponsern mein Projekt aufs Neue mit Material und
Anerkennung!!! Dass meine beiden Sponsoren mir ein enormes Vertrauen
schenken, durfte ich erneut erleben. Nicht nur mir selbst, sondern nun
auch Seelenbruder Andreas ließ 25jähriges Firmenjubiläums Kind Ortlieb
über mich Radtaschen zukommen, da ihm jene eigenen gestohlen wurden.
Dass ihr Sponsoring soweit reicht, hätte ich niemals für möglich
gehalten. Eh gleicht Ortlieb einer Familie, wobei ich zu Weihnachten
persönliche Emails erhalte und im "Du" verkehre. Doch auch ich brauchte
etwas. Nach 14500 Kilometern fängt der Kampf nun an, die Schwalbe
Marathon- (Super) Reifen über die 15000er Grenze zu bringen. Kein
Problem sagt sich Schwalbe und sendet mir in nur 3 Tagen per Express
ein neues Paar nach, einfach ohne Worte. Meine werden nun nach 15000
ins Haus zurück gesandt, um Testobjekt zu werden. Ich frag mich nur,
wie man sie noch besser machen kann.
Amnesty Malaysia setzt noch einen drauf: Neben der "Deutschen Schule", schenken mir ein national ausgestrahlter Radiosender, die wichtigste englischsprachige Zeitung und ein Info- Magazin für Deutschsprachige in Malaysia Gehör. Und was schenkt mir Amnesty noch obendrauf? 50 Euro, der Wahnsinn!!!
Sie ist wieder da: Die männliche Sehnsucht nach wilder Natur und grenzenloser Freiheit!!! Seit Bangkok ist mein Iglu- Zelt wieder zum stetigen Refugium geworden. Die Lebensraserei Bangkoks mit enormer Amnesty- Tätigkeit hatte in Thailand eine große Trägheit im Weiteren in mir ausgelöst. Sydney wurde im Mantra herunter rezitiert und Kilometer gefressen, da Kuala Lumpur so schnell es nur geht angefahren werden musste, wartete dort doch die nächste ambitionierte Amnesty- Gruppe vorfreudig auf mich bzw. ist biking nichts anderes als ein Fulltime- Job für mich geworden. Andreas, meinen alten Radkameraden aus China wieder an meiner Seite zu wissen, war große Erholung und gab mir oft die Gelegenheit ihm das Zepter in die Hand zu geben, um sinnbildlich auf dem Fahrrad zu schlafen. Der Grenzübertritt zu Malaysia war wie bisher jeder ein einschneidendes Erlebnis. Ein Kulturwandel a la Kopftuch, Moschee, "Gejaule" um 4 Uhr in der Früh zum Gebet, ganz allg. ein deutlich veränderter Typus an Mensch erwartete uns. Krass unerwartete Englischkenntnisse selbst vom Kisokbesitzer, die gewisse Lesbarkeit durch dieselbe Schrift bzw. auch die Freundlichkeit der Malayen uns herzlichst willkommen zu heißen, lassen mich sehr intensiv auf das Land eingehen.
Die Multikulturalität von 60% Malayen, 30 % Chinesen und 10% Indern und die dazugehörige Portion an Sprengstoff mit Religiosität fesselt mich sehr. Mit großer Herzensfreude trete ich also wieder in die Pedale , um nach 2, 5 Jahren bei alten Freunden, gestrandet in Kuala Lumpur, wieder an die Türe zu klopfen.
Timo kicks asses! "Timo, today, we did a great job, we got finally some asses kicked!" So und nicht anders wurde unser Schaffen vom Direktor AI's höchtspersönlich eingestuft. Wieder einmal wurde mein Streben nicht belächelt, sondern mit geplantem "Timeschedule" in die Wege geleitet. Zunächst kam ich mit mehreren Radprofis zusammen, die mit mir eine mordsgeile Hetzjagd durch Downtown Kl veranstalteten, um später frisch lebendig für ein 1,5 stündiges Interview mit der "Star" zu sein, der wichtigsten englischsprechenden Zeitschrift vor Ort. Nun ja, das soll's noch nicht gewesen sein. Einen Tag darauf war ich eine volle Stunde live on air im auf englisch, national ausgestrahlten Radiosender. Zugegeben, ich hatte meine Hosen voll, da mir der DJ alles andere als geholfen hat. Bei von mir ausschweifenden Menschenrechtsstatements knallte er mir doch glatt die Frage vor die Nase, inwieweit mein Zungenpiercing stimulierend sei, und das straight live auf Englisch zur besten Zeit, um 8 Uhr morgens, bestens im Verkehrsstau mitzuverfolgen. Ich kam voll aus der Bahn und stotterte wild drauflos ... Doch nach ein paar "vocal stretchings" war ich wieder bereit die Menschenrechte zu vermarkten. Im Laufe des Tages kam es dann zu einem wichtigen Schlüsselmoment meiner Reise. An der "Deutschen Schule" (Info auf ihrer Homepage) erkannte ich die enorme Wichtigkeit mich direkt an Bildungsstätte zu wenden, um fast Gleichaltrigen von mir zu berichten. Mit einem noch schnell zurecht gefertigtem einstündigen Dia- Vortrag führte ich die Schüler in Menschenrechte ein und zeigte ihnen, dass sie durchaus "cool, fresh und angesagt" sind! Ich erlaube mir zu behaupten, dass ich über eine gewisse Durchschlagskraft dabei verfüge, da ich live zum Anfassen aus "ihren Reihen" komme, keine so wirkliche Professionalität besitze, in einem Satz: Vor Kurzem saß ich auch noch in der Penne. Menschenrechte sind zu erlernen, um sie zu wahren!!! Zuletzt ließ mich auch noch die Kl- Post zu Wort kommen, das Info- Magazin für Deutschsprachige in Malaysia. "Exciting, fascinating, amazing!" (Direktor Josef Roy, AI Malaysia)
Die neusten Informationen weiter kurz gefasst:
- Die Planung für meine Ankunft am Braunschweiger Rathaus steht bereits
in den Startlöchern. Meine Mutter ersucht um tatkräftige Hilfe im
"Planungsstab":
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05304/3904 -
Stellvertretend wird meine Mutter am 18.03 in der Brunsviga,
Braunschweig einen ersten am Telefon zusammen geschusterten Dia-
Vortrag über meine Radreise halten.
Schon in meinem 16.Newsletter (Laos) machte ich auf das besorgniserregende Verschwinden von 439 der Volksgruppe der Hmongs angehörigen Menschen aufmerksam. Nun appeliere ich mit Amnesty Thailand und der Gesellschaft für bedrohte Völker weiter an Ihr Mitgefühl für 153 Hmong- Flüchtlinge– darunter 86 Kindern -, denen die unmittelbare Abschiebung aus Thailand nach Laos droht. Hier der Hinweis auf einen Email- Protest: Danke für Ihre Bereitschaft Menschen in Not durch nur einen Mausklick zu helfen.
Phase 2 meines Bestrebens ist in Planung: Ein deutscher Konsul und viele Amnesty- Direktoren empfehlen mich weiter fürs Politikstudium. Der Körper ist gestählt, bald erwerbe ich mir die alles entscheidene Macht: Wissen! Und dann wird kräftig aufgeräumt!!! - Der Besucherdurchschnitt pro Tag auf meiner Homepage lag in den letzten 39 Tagen bei je 509. - Schon lange vorhanden, nun auch für Sie: Der englische Newsletter zur Reise. Probleme über Probleme: Nun schneidet auch noch eine Bank meine VisaCard in zwei
Weitere Pläne:
13.02 - 16.02:
450 km runter nach Singapur mit grosser Fahrradbox auf dem Gepäckträger
für den Flugzeug- Transport, als wäre ich neuer UPS- Zusteller! (Grund:
Radläden in Singapur werden zu meiner Ankunft alle geschlossen sein;
Unterkunft bereits über Internet- Community eingeholt. Grund: das
chinesische Neujahrsfest lässt die Stadt aus allen Nähten platzen)
21.02: Abflug aus Singapur nach Darwin (Nordaustralien; Ticket bereits in trockenen Tüchern) und somit auch Abschied nehmen von meinem Radlerfreund Andreas
22.02: 02.12 Uhr in der Früh Ankunft in Australien (Unterkunft bereits eingeholt) Start für die letzten und alles entscheidenen Kilometer gen Sydney (ca. 5000 km in 90 Tagen)
21.05: Abflug aus Sydney zurück gen Heimat
28.05: Wiederankunft nach 416 Tagen und 20.000 km am Braunschweiger Rathaus. Im Anschluss versetze ich Braunschweig mit meinem Partyalarm in den Ausnahmezustand!
Terima Kasih (Malay: Dankeschön)
Timo Müller
07.02.: Timo in Kuala Lumpur
Timo befindet sich derzeit im "Presserausch" und meldet sich sicherlich in Kürze.
04.02.: auf dem Weg nach Kuala Lumpur
Leider gibt es weiterhin nur Klingelzeichen und keine neuen Infos. Timo und sein Radlerfreund treten heftig in die Pedalen, da sie bis zum 05.02. Kuala Lumpur erreichen wollen. Dort wird Timo bereits von amnesty erwartet und auch von einer deutschsprachigen Schule, an der er zu einem Interview geladen ist. Weitere Pressetermine stehen an. Sobald Kuala Lumpur erreicht ist, wird es wieder neue Infos aus erster Hand (von Timo) geben.
01.02.: Informationen weiterhin ausschließlich per Klingelzeichen
Timo geht es gut und er befindet sich derzeit in der Nähe von Taiping.
28.01.: Klingelzeichen
Wieder einmal Verständigung per Klingelzeichen. Weiterhin auf dem Weg nach Malaysia und alles ist okey.
Gegen Mittag 12 Uhr/MEZ erhielt ich folgende E-Mail: "Hey mum, haben Malaysia erreicht!"
26.01.: auf dem Weg nach Malaysia
Bin ca. 200 km von Surat Thani entfernt und rücke Malaysia immer näher. Andy und mir geht es gut. Bei unserer letzten deutschen Gastfamilie ( in Surat Thani) war es einfach grandios.
Hier ein kleiner Eindruck unseres Zusammentreffens:
24.01.:Heute, zur frühen Morgenstunde, besser gesagt um 5 Uhr, wurde ich, Timo, schlussendlich von Colo in Empfang genommen. Was meinen derzeitigen Radlerfreund Andreas und mich erwartete war der schiere Wahnsinn: Der ersten netten Kennlernphase folgte ein gutes, altes deutsches Frühstück. Alles, was sich einsame Wanderer und Krieger nach langer Abstinenz von zu Hause nur so wünschen könnten: Nutella, Marmelade, Baguette etc.! Nach langem Schweigen zwischen den Einheimischen und mir in Laos, Kambodscha oder wo auch immer, durfte ich nun zum ersten Mal wieder so richtig den Klang einer deutschen Stimme hören. Colos schweizerischer Klangaufstrich war dabei noch die reinste Musik in meinen Ohren. Schon bald verwickelten wir uns in lange, interessante Gespräche und merkten gar nicht, wie schnell die Zeit vorbei sauste. Neben einem Besuch eines weiteren ortsansässigen Deutschen, kam dann die kulinarische Offensive seiner bezückenden Ehefrau! Das Wasser lief uns im Munde zusammen und schon bald lagen wir im thailändischen Schlaraffenland. Ganz gleich der Tatsache, dass unsere Bekanntschaft nur auf Email- Kontakt beruhte, ist es schön für mich, nach wunderbar schönen, aber auch teilweise brutal hässlichen 13.000 Kilometern ein Stück weit wieder deutschen Boden betreten zu haben.
Ich danke Colo, seiner Frau und zwei Kindern sehr für ihre liebevolle Art und wünsche ihnen eine famose Zukunft. Auf dass der Kautchuk aus ihren Bäumen nur so sprieße!!!
24.01.: sind in Surat Thani angekommen
- sind bei der deutschen Familie - alles okey!
21.01.: 13 392 km - Standort: Chomphon
In 2 Tagen bei deutscher Familie in Surat Thani!
Kleiner Auszug aus der netten E-Mail von unserer nächsten "Unterkunft", der deutschen Familie:
"Wir leben in einem Quartier (Green View) vor der Stadt. Euch können wir unser kleines Thai-Gästezimmer anbieten, zwei Matratzen am Boden. ....... kann euch entgegenkommen, egal aus welcher Richtung ihr auftaucht."
20.01.: Klingelzeichen
- täglich erhalte ich nun wieder die gewohnten Klingelzeichen, die besagen, dass bei Timo und Radlerfreund Andreas alles okey ist.
17.01.: Wieder unterwegs
Seit den frühen Morgenstunden sitzen sie ( Timo und Radlerfreund Andreas ) wieder fest im Sattel Richtung Malaysia. Gestern erfuhr ich während eines langen Chats, dass es Timo langsam wieder juckte in den Sattel zu kommen.
Seine Tage in Bangkok verliefen sehr interessant und waren voller Überraschungen. Ein herzliches Dankeschön auch an die ai-Bangkok/Aktivisten, die ihm in der Kürze der Zeit ein kleines "Zuhause" schafften und ihn tatkräftig unterstützten. Timo erzählte voller Begeisterung und auch ein wenig erschöpft von seinen vielen Eindrücken und nicht zuletzt auch vom Gerichtstermin, der offensichtlich ziemlich schleppend verlief. Seine gestohlenen Wertgegenstände erhielt er selbstverständlich alle zurück. Obwohl - so selbstverständlich scheint das ja doch nicht immer zu sein, wenn man da Timos letzten Bericht verfolgt.
Neue Infos wie immer an dieser Stelle.
15.01.: Andreas ( Timos deutscher Radlerfreund ) schreibt....
Anrede wie du magst:
Timo Müller, unseren fleißigen Radler für die Menschenrechte,
unterstützt von AI habe ich nun das dritte Mal getroffen, und wie sagt
man doch so schön:
Alle guten Dinge sind drei ;))
Das erste Mal für 2 Stunden in der Mongolei als ich aus Ulaan Baator rausgefahren bin, und er gerade diese Stadt im Eiltempo erobern wollte. Am 20.6.2006 setzten wir uns auf die mongolische Straße und schmiedeten Pläne, um uns in China zu treffen, keiner erwartete, dass das wirklich geschehen würde. Am 23.8.2006 war es dann soweit, am Xianer Bahnhof um 14 Uhr trafen wir uns das zweite Mal, um die Terrakotta Armee zu besichtigen und gemeinsam für zwei Wochen gen Süden Chinas zu fahren. Am 6.9.2006 hieß es dann einen schmerzhaften Abschied nehmen, mit der Gewissheit, uns erst in Deutschland wiedersehen zu können. Doch das Schicksal meinte es anders, und so sahen wir uns am 31.12.2006 in Bangkok erneut, um für die nächsten 7 Wochen gen Singapur zu fahren. Doch, was will ich damit eigentlich sagen....???? Nun, in diesen drei Treffen, habe ich diesen jungen Ritter für die Menschenrechte sehr gut kennen gelernt, ich kann nun von mir behaupten....aber das bringt es so mit sich, wenn man fast nonstop 24 Stunden zusammen die Zeit verbringt...in diesem Zeitraum habe ich die verschiedenen Stadien seines Engagements für die Menschenrechte und AI wachsen sehen dürfen und meine Bewunderung für ihn und seine Aktion wuchs Tag für Tag mehr. In der Mongolei war er ein bisschen fertig, wegen der Strapazen in Russland und der Källte in Polen, er musste sich erst warm strampeln, bis ihn die ganze Ungerechtigkeit in China und schließlich die Warmherzigkeit der Laoten zur Höchstform antrieben.
Meine Bewunderung und mein Respekt für seine Arbeit richtet sich nicht an die Kilometer, die er abstrampelt, das tue ich auch, oder dass er an einem Tag so viele Kilometer hinter sich bringt, das schaffe ich ebenfalls, nein, meinen Respekt hat er sich erworben, weil er Unbekannten eine Stimme verleiht und sie ihnen zukommen lässt. Wer von uns hätte schon gemerkt, dass einsame Laoten entführt und vermutlich getötet werden?! Wer hätte sich schon die Mühe gemacht, so viel über die Geschichte Kambodschas zusammenzutragen?! Timo tat es, und mit ihm verlieh er ihnen eine Stimme, die nun tausende Menschen erreicht hat. Er stellte seine eigenen Bedürfnisse hinten an, um anderen die Möglichkeit einzuräumen an ihrem Leben teilzuhaben, in diesem Fall all jene, die bislang gespendet haben, um diesem Leiden ein wenig Milde zu verschaffen.
Für Timo ist es eine sehr prägende Zeit, die ihn für die Zukunft seinen Weg weisen wird . Ich danke ihm hiermit aus vollstem Herzen, dass er sich dieser Arbeit gestellt hat und wünsche ihm für die letzten vier Monate alles, alles Gute, wobei nun die folgende Zeit sich als die Einfachere erweisen wird, weil nun eindeutig die Sprachbarriere wegfallen wird und er somit seinem Engagement und der Zielsetzung seiner Reise einen gebührenden Abschluss verleihen mag und wo am anderen Ende die siegvolle Eroberung der Harbour Bridge anstehen wird.
Alles Gute für die letzten 7000 km,
dein Radnomade Andreas
11.01.: Timo - Info aus dem ai - Büro in Bangkok
Hallo,
seit heute bin ich wieder in Bangkok und der Workshop war genial.
"Unicef, Save the children, Plan, terre des hommes, Asian Foundation"
uvm. waren anwesend. Letztere ( NGO ) werde ich im Süden noch einmal
treffen, um mir Tsunamischäden anzuschauen. Alle großen Zeitungen
nahmen mich ins Gespräch bzw. habe ich morgen ein weiteres Interview.
Am Samstag, meinem persönlichen d-day, werde ich dann mit Polizeischutz
und vielen Kindern auf für ai gesponserten Rädern zum Governmenthaus
fahren, um den stellvertretenden Premier anzutreffen.
Oben im Norden durfte ich viele Kontakte knüpfen, z.b. auch zu einer ehemaligen Senatorin und wäre beinahe, wenn die Zeit nicht dazwischen gefunkt hätte, in ein 30.000 Menschen zählendes Flüchtlingslager in Burma mit Unicef gekommen. Doch ich bekam wenigstens Kontakt und sollte mich einfach nur einmal melden, wenn ich vorbei kommen möchte, z.B. im Rahmen meines bald beginnenden Studiums. Für dieses wird mir zudem der ai Direktor ein Empfehlungsschreiben ausstellen bzw. kündigen sie mich auch schon in Kuala Lumpur bei der nächsten ai Station an. Anfang nächster Woche werde ich mit dem 20. Newsletter und zahlreichen Fotos noch detallierter informieren.
Bis dahin Gruß aus dem ai - Büro, das gerade um Mitternacht einzig unter meiner Verwaltung steht (schlafe hier)!
Timo, Bangkok
10.01.: Vorerst keine Nachrichten von Timo
Habe leider noch keine neuen Nachrichten von Timo erhalten. Da am 11.01. seine ai-Aktion beendet sein wird ( 4-tägiger Workshop ), denke ich, dass er sich in den nächsten Tagen ( ev. schon am 11.01. ) wieder meldet. Aktuelle Nachrichten wie immer auf dieser Seite.
06.01.:
Heute/6. Januar habe ich Geburtstag und da würde ich mich riesig über ein kleines Geburtstagsgeschenk ( Spende für amnesty ) freuen ! Spenden Sie - ich radel !Ich danke Ihnen und grüße Sie herzlich aus Thailand ! Ihr Timo
05.01.07: 19. Newsletter im Januar
Sa- was- dee- krab (Thai: Hallo) und ein frohes neues Jahr 2007,
ich, Timo Müller, melde mich an meinem 279. Tag von meiner Benefiz-
Radtour aus der thailändischen Hauptstadt Bangkok nach 12770
km/Spendensumme: 8263 Euro (seit dem 18. Newsletter (vor 26 Tagen) um
1290 Euro erhöht).
Inhalt dieses 19. Newsletters:
- Timo wird am Internationalen Kindertag (13.01) mit
dem Rad vor Thailands Regierungshaus in Bangkok mit Petitionen
burmesich- thailändischer Kinder fahren in Begleitung der Presse
(initiert von Amnesty International Bangkok)
- Geschichten von Sorgen über mögliches Dengi- Fieber oder gar Malaria
in Kambodscha, ein Wiedertreffen mit Andreas in Bangkok, jenem Radler
mit dem ich in China schon 2 Wochen fuhr und ein Diebstahl mit baldigem
Gerichtstermin erwarten Sie hier im Tagebuch!
- Die Radzeitschriften trekking und tour sowie das zdf heute magzin berichten über mich
Amnesty action in der reinsten Form; darauf habe ich lange
hinarbeiten müssen! Eingeleitet durch meinen morgigen 21.
Geburtstag, tritt eine Amnesty action sondergleichen an den Start.
Am morgigen Samstag Abend, dem 06.01, werde ich mit Amnesty, darunter
dem Direktor sowie einem ai- Mitglied von den Philippinen, in den
fernen Norden Thailands aufbrechen, um dort bis zum 10.01 (Mittwoch) an
einem Workshop teilzunehmen.
Denn im Grenzgebiet zu Myanmar werden Kindern, deren Eltern vor
Zeiten aus Myanmar flüchteten (flüchten mussten) weniger Rechte
zugesprochen als anderen und sind somit, auch wenn sie Thais sind,
Kinder zweiter Klasse. Amnesty International Thailand
sammelt deshalb nun dort mit mir in den nächsten Tagen verstärkt von
den Kindern selbst gemaltete Bilder, Postkarten u.ä., um der Forderung
nach mehr Rechten Ausdruck zu verleihen.
Vor Ort wird den Kindern zudem in vielfältigen Spielen die Relevanz
ihrer ihnen nicht zugesprochenen Rechte versucht näher zu bringen.
Dabei werde ich in dem Sinne ins Spiel gebracht, indem den Kindern
meine Geschichte erzählt wird und nun ja, sie jenen von weit
herkommenden Jungen, nämlich mich, zum Anfassen gleich neben sich
haben. Und dass Kinder auf mein Rad und mich "abgehen" werden, das weiß
ich nur allzu gut aus Erfahrung. Am Donnerstag wieder kommend,
heißt es dann für uns, uns auf den Showdown vorzubereiten. Amnesty
möchte mich als "messenger" auf dem Rad einsetzen und jene gesammelten
Petitionen als Art "offiziell von Amnesty beauftragter Postbote"
übereicht sehen. Und jetzt der Brüller schlechthin, das Sahnehäubchen
all dessen: es geht mit dem Rad straight zum Regierungshaus am 13.01, dem Internationalen Kindertag (für nähere Informationen s. mehr), der in Thailand unterschiedlich zu anderen Ländern an jedem 2. Sonnabend im Januar geehrt wird.
Es ist einfach ein Wunder geschehen:
Ich sitze hier nun an einem Bürorechner und bin in dieses Projekt mit
eingespannt. Auf Socken flitze ich durch's Büro und arbeite nach meinen
Möglichkeiten mit:
Entwerfe profiles über mich, mit denen die Medien informiert werden
oder auch Vorstellungen inwiefern ich bestmöglich und effizient die
nächste Woche verwerten kann hinsichtlich meiner Homepage bzw. wegen
eines geplanten Telefon- Interviews mit der Gifhorner Rundschau. Dabei bestens ausgestattet mit einem "Firmen- Handy". Viele Dinge müssen jedoch bis dahin noch geregelt werden:
Zum einen stellt es eine Schwierigkeit dar, mein Rad mit Klamotten
morgen Abend nach Chang Mai (s. obige Karte) und weiter in den
abgelegeneren bergigen Norden zu transportieren. Oder auch musste der
Bürgermeister Bangkoks informiert werden, wegen der enorm angespannten
Lage, die sich über Bangkok wie eine Käseglocke gestülpt
hat. Seitdem das Militär im September die Regierung putschte (s. mehr ) und zu Silvester mehrere Bomben in der Stadt hochgingen, bei denen zwei Menschen starben und mehr als 30 verletzt wurden ( s. mehr) sind
die Sicherheitsvorkehrungen so enorm, dass selbst nahe meines Hotels
auf der berühmten Khao San Road das Militär bewaffnet Präsenz zeigt.
Die Versammlungsfreiheit wurde dabei kurzzeitig so gravierend verboten,
dass selbst Ansammlungen von gerade erst einmal fünf Menschen als
"feindliche" Demonstration angesehen wurde. Unsere Vorstellung ist
weiterführend jene, dass ich von einer örtlichen Biker Community
flankiert werde, um das Regierungshaus anzusteuern. Zugleich steht
dabei immer noch für mich ein Gerichtstermin aus, da ich nach
thailändischem Gesetz bei dem Diebstahl, der mir am 01. Januar
wiederfahren ist, vor Gericht erscheinen muss, um den Gott sei dank
geschnappten Dieb hinter Gitter zu bringen. Dieser Termin kollidierte
jedoch mit dem morgen beginnenden Workshop im Norden und musste deshalb
auch noch umständlich von Amnesty auf den 16. Januar verschoben
werden. Die nächste Woche wird vieles für mich bereit halten,
denn der Direktor amnestys meinte gerade erst, dass er die Deutsche Botschaft kontaktieren
will und sich davon einiges verspricht. Ich halte Sie selbstredend wie
immer auf dem Laufenden. Und eins kann ich Ihnen sagen, jetzt fängt der
ganze Spaß erst so richtig an. Es stehen noch gute fünf Monate aus, ich
lebe gerade auf 180 km/h und aller spätestens in Sydney komme ich in
die Weltnachrichten für Amnesty, wenn ich die Harbour Bridge per
Fahrrad hochfahre. Ich laufe gerade zu Hochtouren auf, dass sage ich
Ihnen!!!
Weitere Highlights: Die Radzeitschriften "trekking" und "tour"
(Europas größtes Rennrad- Magazin) berichten in den neuesten Ausgaben
über mich bzw. schaltete auch das zdf heute- magazin eine Sendung am 20.12. 2006 über Amnesty- In- Bewegung mit Verweis, dass ich die Spenden- Bestenliste mit Abstand führe
( s. mehr ). 

Die neusten Informationen weiter kurz gefasst:
- Das drei- monatige australische Visum sowie der Flug Singapur- Darwin
(Nordaustralien) für spottbillige 125 Euro stehen bereits.
- Meine Ankunft am Braunschweiger Rathaus fällt somit voraussichtlich auf den 26. oder 27. Mai diesen Jahres, ein Wochenende.
- Mein Radfreund Andreas wird meine Einsamkeit bis zum Abflug aus
Singapur am 21. Februar durch seine Anwesenheit tilgen. Wir radeln
gemeinsam durch Thailand & Malaysia.
Meine Reiseroute im Land: siehe obige Route!
La- Korn (Thai: Auf Wiedersehen)
Timo Müller
Mit freundlicher Unterstützung von:
riese und müller GmbH, Bosch und Partner GmbH , Gonso , tubus carrier
systems GmbH , Schwalbe, Reise Know How Verlag, Ortlieb Sportartikel
GmbH, SKS Germany, Radstudio Braunschweig, Radhaus Braunschweig, Teo
Die Fahrrad GmbH, Atelier Velo, Tramp und Globetrotter Laden GmbH,
Steinkamp , High 5, Delta Bauplanung GmbH, Zahnarzt- Praxis Dr. Zunk,
Praxis Dr. Arndt, ADFC Kreisverband Braunschweig e.V. , Extremsportler
Joachim Franz, Abenteuerhaus Wolfsburg , szens, Jolly Joker
Amnesty International, für die Menschenrechte; www.amnesty.de
04.01.07 Gute Nachrichten aus Bangkoks Ai - Büro
Gruss vom Ai- Bangkok Rechner,
sitze gerade bei amnesty Thailand und die sind echt der schiere Wahnsinn.
Eine Tasche voller Flyer & Prospekte zum Verteilen auf dem Weg für
Thais, ai-Shirts und gar ein Handy wurde mir in die Taschen gesteckt,
da meins halt noch bei der Polizei konfisziert liegt wegen eines
Diebstahls in meinem Gästehaus..
Wegen genau jenes Vorfalls werde ich heute mit ai, der
Kampagnenleiterin ins Polizeibüro fahren, um die Sache zurechtzubiegen,
bevor wir zusammen essen gehen. Sie meinten, sie könnten nichts
versprechen, aber auf alle Fälle lassen sie mich nicht alleine ins
Gericht stolzieren, sondern stellen mir einen Übersetzter zur
Verfügung, um vor Gericht gegen den Dieb auszusagen.. Am Wochenende
werde ich höchstwahrscheinlich mit dem Direktor und der
Kampagnenleiterin in den Norden Thailands mit dem Bus, zu einem 4-
tägigen Workshop anlässlich eines besonderen Aktionstages amnestys,
fahren. Ein besseres und schöneres Geburtstagsgeschenk für den Samstag (6. Januar) konnten sie mir nicht machen.
Der erste Pressetermin mit der "bangkok biznews" steht schon für nächsten Mittwoch an. bzw. schreiben sie an "bangkok post", "the national" und weitere englisch-thai sprachige Zeitungen, Magazine. Alles frische junge Leute, die mein Engagement honorieren und mit denen ich jetzt schon nach nur wenigen Stunden herumspaße beim Mittagessen, was mir ausgegeben wurde. Im Gegensatz zu anderen ai Büros in Polen, Finnland, Russland und der Mongolei bieten sie mir sogar an, im Büro zu schlafen, oder auch beim "membership" Koordinator unterzukommen. Ihre Türen seien zudem immer offen und sie sind sehr ambitioniert mir die ai- Arbeit Thailands näherkommen zu lassen, indem sie mir ihre Strategien, Kampagnenerfolge, - Misserfolge, Planungen u.v.m. erklären! Einen Norweger, der in Malaysia für eine andere Menschenrechtsorganisation arbeitet, der gerade vor Ort ist und selbst Rad fährt, wurde bereits angerufen und ich habe seine Nummer erhalten.
Ebenso denken wir über eine Begegnung mit einem lokalen Radclub nach, inwieweit das Erfolge erzielt, bleibt abzuwarten. Genial war der Moment als die Namen "Ogi" & "Sergei" fielen. Ehrlich gesagt war ich sichtlich stolz auf die Tatsache, dass ich jene Kampagnienleiterin aus der Mongolei sowie den Koordinator für Europa & Zentralasien persönlich kenne. Ganz "zufällig" schneite dann auch gerade heute eine ai- Grußkarte aus der Mongolei bei ihnen ein. Die nächsten 10 Tage meinten sie, arbeiten sie an der "aktion timo"!
... Wahnsinn ...einfach ohne Worte!
02.01.07 Timo muss am Dienstag / 09.01.07 vor einem Thai- Gericht erscheinen
Hallo zusammen und ein frohes neues Jahr,
persönlich hab ich das Glück nun wirklich gleich fürs neue Jahr dauergepachtet! Nach etlichem Hin und Her lief ich vor Wochen noch in Phnom Penh umher aus Angst ich könnte Malaria oder auch Dengui Fieber haben, wobei die hiesigen Ärzte sich mal völlig als "Stümper par excellence" herausgestellt haben.
Nach schönen Weihnachten auf Ko Chang knackte ich daraufhin auch die mörderische Metropole Bangkok, um auf meinen alten Kumpanen Andreas zu treffen (radelten in China schon 2 Wochen, jetzt 7 bis Singapur).
Unser Silvester wurde jedoch gleich überschattet von mehreren Bombenanschlägen, die Militär auf die Straße beförderte und das Jahr ironischerweise wirklich lautstark ankündigten. Gottlob war ich alles andere als betroffen, doch jagte für mich ein dummes Event das andere. In einem Satz: ein Marokkaner brach in unser Zimmer ein und stahl mir Wertgegenstände von 1500 Euro, alles was ich an gewissem Luxus so hatte: Video-, Fotokamera, MP3 Player, Handy etc.!!! Alles war komplett durchwühlt, und ich mal wieder der dumm drein schauende Verlierer. Begleitet von gewissen Rad-Göttern stellte man jedoch jenen Reisenden und somit auch sein komplettes Diebesgut.
In der Nacht war also noch ein örtlicher Polizeibüro - Besuch angesagt und was sich mir bot glich einem Schwarzmarkt: über 20 Handys, mehr als doppelt so viele MP3 Player und Geld, Geld, Geld. Einen Meter vor mir saß jener Dieb! Ohne ihn anzublicken sammelte ich meine Sachen zusammen und ignorierte ihn a la "denn sie wissen nicht, was sie tun!". Mein verloren gegangener Schatz wurde jedoch nun konfisziert im Polizeirevier. Was das jedoch im korrupten Thailand heißt, erfuhr ich am nächsten Morgen!
Zunächst abgewiesen mit dem Hinweis der "policeman in charge" sei die einzig informierende Person wurde ich zusätzlich angefrotzt als ich sie bat, doch meine Daten einfach nur aufzurufen, um Bescheid zu wissen. Ok Timo, stoische Ruhe, wie wir es in China gelernt haben auflegen! Stunden später kamen also die Polizisten zu mir ins Guesthouse und nahmen mich mit zum Protokoll. Nun stellte sich jedoch heraus, dass die Hälfte meiner Sachen nicht mehr da waren und ja, irgendwo untergegangen sein müssten. Das zweite Mal bestohlen? Die Thais stellten sich also erstmal doof stur und grinsten verlogen. Nach völlig irritierenden Fragereien a la wie heißen deine Eltern mit zusätzlichem Sprachkurs der Aussprache r-oooooo-lll-ffffff mueeeeeeee-ll-eeeeeer, wurde mir auferlegt mindestens die nächste Woche in Bangkok abzugammeln, um vor Gericht gegen den Dieb auszusagen.
Mit der Hälfte meiner Wertgegenstände in der Hand, versteht sich, die irgendwo das 2.mal bei deinem Freund und Helfer, der Polizei gestohlen wurden. Mit meinem Idealismus und dem Gedanken an preussische Rechtsstaatlichkeit war hier wirklich alles andere als Gutdünken angesagt.
Ich werde also nächste Woche, hoffentlich, 2 Stunden im Gericht sein, mir die Story jenes Marokanners anhören auf thai, um dann, so wurde es mir beigebracht, mit dem Finger auf jenen zu zeigen. So in dem Sinne, "der da war's!" Das einzige was ich jedoch weiß, ist, dass mir gesagt wurde, dass er es sei. Also werde ich wohl dieses Faktum als wasserdichte Zeugenaussage runter rezitieren müssen, um das ganze Kasperletheater dingfest zu machen.
Auf die Spitze wurde es damit getrieben, dass ich angewiesen wurde, doch Freunde aus dem Guesthouse mitzubringen, die das Gleiche abspielen: "also, Zeigefinger strecken, zielen und anklagen!"
Ein Herz und eine Seele: die Thai- Polizei und das Gesetz!
Nach 2 Stunden kam dann aber doch noch ein kleines Paket aus irgendeiner Ecke zu mir, in dem die "missing items" deponiert waren.
Das heißt also für Andreas und mich (bin ich diesmal froh, dass ich nicht alleine bin), dass wir eine lange Woche in Bangkok abhängen werden und ja, keine Ahnung, die Tage um den Block fahren und so ähnlich.
Nun ja, ein Hoch auf's neue Jahr 07,
es kann nur besser werden!
01.01.07 Bangkok erobert
Timo ist bereits Silvester in Bangkok eingetroffen und nimmt vor Ort Kontakt zum ai-Büro auf. Auch Andy, seinen deutschen "Radlerbruder", konnte er schon treffen.
Hallo,
einen derb fetten Gruß ins Jahr 07;
wie schon im letzten Jahr lehre ich den Bösen das Fürchten und hab im Handumdrehen Bangkok geknackt!!!
Andi, einen deutschen Radler, mit dem ich bereits in China für 2 Wochen
radelte, begleitet mich für die nächsten 7 Wochen runter nach Singapur.
Hier in Bangkok muss jedoch vorher noch so einiges geregelt werden;
vor Minuten hab ich übers www mein australisches 3 Monats Visum besorgt, einen Radladen ausgecheckt, die Page bearbeitet etc.
Morgen dann noch die Flüge von Sinapur- Darwin & Sydney- Berlin
abklären, was ein wenig umständlich werden wird, da Übergewicht und Rad
ein Handicap sind. Amnesty Bangkok aufsuchen und und und ...
Also, der Rubel rollt im Sauseschritt - bald gibt's die genauen Daten meiner Ankunft.
Bis dann,
grüßt Timo
28.12.: Timo ist auf dem Weg nach Bangkok
26.12.: Alles im grünen Bereich
"Habe tollen Strand gefunden, genau den, den ich als Karte für
Weihnachten weggesandt habe. Leihe mir morgen Roller, da es
übelst bergig hier ist, schlafe bei Leuten umsonst im Zelt 15 m vom
Strand,
mega heftig - noch 2 Tage dann nach Bangkok und anschließend treffe ich Silvester Andi."
Gruß Timo
22.12.: Entwarnung
Zum Glück kein Malaria und auch kein Dengue- Fieber, wieder
Durchfallerkrankung diesmal mit Fieberschüben. Samstag zur erneuten
Visite beim Arzt, da die Therapie bereits läuft. Zur Erholung des
Körpers geht es ein Stück mit dem Zug gen Thailand
21.12.: E-Mail von Timo
hallo zusammen,
mir gehts persoenlich gerade nicht so gut,
hatte gestern morgen 39 grad fieber, schuettelfrost, druck und schmerzen im kopf, gliederschmerzen und war derbe muede.
bin dann in ein provinz krankenhaus im suden kambodschas (kampot), wo
erst einmal keiner englisch sprach, der doktor sei um 10 uhr auch schon
nach hause gegangen.
also bin ich so durchs haus gestriffen, halb krank, und hab mich an
wildfremde leute gewandt, die einfach so dort herum lungerten.
denn all diese symptome weisen ja halt auf malaria hin.
hab dann pantomimisch ein mosquito imitiert und 20 sec. spaeter hatte ich 2 power spritzen im bein.
das war der reinste wahnsinn, 20 sec. spaeter lag ich flach, die ohren
waren zu, vor meinen augen war alles nur noch schwarz und ich voll auf
droge.
keine ahnung, was das war!
20 min. spaeter wurde mir eine 15 $ rechnung vor die nase gehalten und
mir so gut es geht empfohlen, das krankenhaus jetzt zu verlassen.
was geht denn jetzt ab?
Vielleicht habe ich hier auch toedlich enden koennende malaria und ich
weiss noch nicht mal, ob ihr verstanden habt, was ich euch zu erklaeren
versucht habe bzw. was das eigentlich fuer spritzen waren.
und jetzt wollt ihr mich raus schmeissen?!
es ging mir den tag ueber dann wesentlich besser, doch trotzdem nahm
ich sofort den naechst besten minibus gen phnom penh zurueck.
der bus hatte dann auch noch eine panne waehrenddessen und die panik wuchs.
wieder im schoenen phnom penh angekommen, hab ich all meine sachen im
alten guesthouse verstaut und einen bluttest im besten krankenhaus der
stadt machen lassen, um gewissheit zu erhalten, ob ich malaria tropica
im blut habe.
um mitternacht kam dann die ENTWARNUNG!!!
das war gestern am 20.12;
da die medizinische versorgung hier selbst in den besten
krankenhauesern nicht so ganz dufte ist, und mir eine empfehlung
zugekommen ist, bin ich heute (21.) noch in die tropical &
traveller clinic eines briten gefahren.
jener testet heute auch noch mal mein blut, malaria sei es nach seiner
meinung auch nicht, doch geht er zu 80 % aus, dass es sich um
dengue-fieber handelt.
dies koenne man am einfachsten mit viel ruhe und wasser trinken wie ein
ochse behandeln, neue schuebe in den jahren spaeter wie bei malaria
gebe es auch nicht, also halb so wild.
heute um 16.30 hab ich den test,10.30 in brd
gut, dass ich das bei dem noch mache, das hospital hat mich nur auf
malaria durchsucht, typhus od. halt dengi haben die gar nicht von
selbst gemacht, stuemper mit vielversprechendem titel am kovert.
also, beruhigende neuigkeiten kommen so schnell es geht
machen sie sich keine sorgen, dengi ist machbar
und sydney knacke ich bei weitem auch arm- und kopflos, wenns sein muss
... nach jenem sprichwort: "Was mich nicht umbringt, macht mich nur noch haerter!"
Timo
biking around the world to establish human rightswww.cyclingforhumanrights.de
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20.12.: Timo fährt zurück nach Phnom Penh
Anruf in den frühen Morgenstunden; Timo fährt zurück (Fahrrad im Minibus) in die Hauptstadt, um dort ein Krankenhaus aufzusuchen. Seit kurzer Zeit Fieberschübe. Ärztlich versorgt wurde er bereits in Kampot, half aber nicht - deshalb geht's jetzt zurück in die Hauptstadt, um dort erneut Hilfe in einem Krankenhaus zu erhalten. "In Kampot bekam ich 2 Powerspritzen - WAS mir gespritzt wurde, keine Ahnung. Nach ein paar Minuten fiel ich fast um und mir ging es miserabel. Eine Verständigung war nur pantomimisch möglich, keiner verstand mich oder sprach Englisch."
Wünschen wir ihm das BESTE und baldige Hilfe! Neue Infos auf dieser Seite!
Gegen Mittag erreichte mich Timos Anruf aus Phnom Penh. Er hat sich in ein Hotel einquartiert, das 3 Min. vom Krankenhaus entfernt ist. Dort wartet er derzeit auf die Ergebnisse einer Blutuntersuchung.
17.12.: Mir geht's gut,
viel erlebt, nette Leute getroffen, Reis geschnitten, am Strand ausgespannt etc., bin momentan mit einer Französin unterwegs - mir geht's supi!
Timo
14.12.: "Butterfly" und Timo auf dem Weg in den Süden Kambodschas
Unsere Klingelzeichenaktion funktioniert derzeit sehr gut. Das tägliche Klingeln sagt mir, dass es Timo gut geht, da offensichtlich im Moment kein Internetzugang möglich ist.
18. Newsletter Radreise Australien/ai: Phnom Penh, 11750km/ 6973 Euro, 252. Tag
Kambodscha
08.12.:Johm riab sua (Khmer: Hallo),
ich, Timo Müller, melde mich an meinem 252. Tag von meiner Benefiz- Radtour aus der kambodschanischen Hauptstadt Phnom Penh nach 11750 km/Spendensumme: 6973 Euro mit gerade erst einmal vier lachhaften Platten im Schwalbe-Marathon Reifen.
02.12.: Kambodscha gefällt mir sehr gut
Kambodscha gefällt mir sehr gut und der heutige erste Angkor Tag war brutal: 12 h nur am Gucken, mein Kopf ist völlig ausgebrannt - es ist einfach gigantisch, aber welch Widerspruch sich hier auftut ist enorm; das Khmer Reich spannte sich über ganz Südostasien (Thailand, Myannmar, Laos, Vietnam) und hatte schon früh in der Geschichte Dinge erfunden, von denen Römer und Griechen, Inka und Maya nur geträumt hatten; und was ist nun? Der Völkermord 1975-79 mit 1,5 Millionen Toten von 8 Mil. Einwohnern unter der Herrschaft des Terrors Pol Pot, Politikern, die nur ans Plündern denken, auch heute noch - Prostitution mit enormen HIV-Raten, teilweise schlimmer als in Afrika, Armut, 40 % des Staates wird von NGO's getragen, das Land ist übersät mit Minen (war heute bei einem ehemaligen Kindersoldaten und späterem Minenräumer im Museum) und alles geht drunter und drüber. Wenn ihr die Khmer seht, merkt ihr welch Stolz in ihnen aufkommt, wenn sie ihre alten Vorfahren sehen und deren Erfolge. Auf dem riesigen Areal laufen Bettelkinder rum und alte Menschen, deren Beine so dünn sind wie meine Arme und ich habe wirklich alles andere als zugenommen - trotzdem bin ich sehr fasziniert wie auch schon von Laos.
Vorgestern durfte ich 123 km nur durch Dörfer fahren und genießen, war Afrika- like. Das Eigenartige ist, dass die Hotspots der anderen Touris oftmals völlig an mir vorbeirauschen, meine Reise liegt "dazwischen". Als mich Touris fragten, was denn in Laos zu sehen ist, konnte ich ihnen kaum angemessen antworten, weil ehrlich gesagt, alle Orte, die sie besuchen können ohne Rad, für mich langweilig waren. Naja, alos radfahren ist der perfekte Zugang für mich zum Land wie ihr merkt und nach weiteren 2 Tagen Angkor gehts am Nikolaus in die Stadt von guns, girls und ganja:
Phnom Penh, der Hauptstadt Kambodschas. Danach runter gen Süden mit tropischen Insel- stränden, virgin rainforests und na Menge Spiel, Spaß und Spannung. X-mas auf Ko Chang im Nordosten Thailands (Insel), Silvester in Bangkok (amnesty kündigt mich vorher an und nächster ai Kontakt steht seit der Mongolei wieder an). Höchstwahrscheinlich treffe ich dort auch wieder auf Andi, den Deutschen aus China, mit dem ich 2 Wochen unterwegs war. Andi ist wie ein großer Bruder für mich. Meinen B-day feier ich im Süden, hoffentlich wieder auf ner Insel.
Gruß Timo
30.11.: E-Mail
"Bin 123 km nur durch Khmer Dörfer, hab mich wie in Afrika gefühlt, sehr beeindruckend. Fahre am 01.12., dem Welt-Aidstag, nach Siam Reap, Angkor Wat und co.Tempel. Dort werde ich 3 Tage verbleiben (Rad dabei, Sachen hier im Hostel verwahrt, ist sicher), Bus zurück. Am Nikolaustag treffe ich mit Velo in Phnom Penh ein, für 2-3 Tage."
einEindruck vom Tempel /Angkor Wat
28.11.: Auszüge aus einem Chat mit Timo:
Timo: Hey Mama, bist du da?
mich: Ja, checke meine E-Mails, was machst du?
Timo: hey Mama, voll cool, wir chatten!
mich: Wie geht es dir?
Timo: gut, 11325 km, 699 h 55 min.
mich: Wo bist du gerade?
Timo:
in einer Stadt namens Kacheh, schicke dir Karte sowieso, fahre zunächst
nach Angkor, dann Hauptstadt Phnom Penh und runter gen Süden auf Insel.
Kambodscha ist sehr faszinierend. Nur der Staub ist verdammt lästig, in
der Trockenzeit ist hier alles trocken wie ne Wüste.
Timo: Szens hat neue Ausgabe über mich, können aber HP nicht aktualisieren, vielleicht einfach nur nen Hinweis, dass was da ist.
Timo: die Provinz im Osten war klasse, Wasserfälle, ein geiler Meteroitensee und da ich ein wenig mehr Zeit haben möchte nahm ich heute den Bus 140 km, morgen Delfine. Der Grenzübergang nach Laos war krass. 5 km war ich illegal in Kambodscha. Der Weg war völlig abgeschieden und ich bin einfach am Häuschen der Grenzbeamten vorbeigedüst und schwups hab ich ne internationale Grenze übersprungen. Soldat per Motorrad kam hinterher und hat mich auf eben jenem zurückgebracht. Ist hier alles sehr abgeschieden.
Timo: Weihnachten werde ich jetzt knapp 100 %ig auf ner Thailandinsel verbringen
Timo: Naja, wie kalt ist es eigentlich schon bei euch?
mich: mal Frühling mal Winter- alles durcheinander.
Timo: Ich fahre gerade gen Palmenstrand, sonst alles oki??? Grüß mir alle!
Gesendet um 13:39 am Dienstag
27.11.: Tägliche Klingelzeichen beruhigen und...
weisen darauf hin, dass es Timo gut geht. Mehr Infos sind im Moment offensichtlich nicht zu erwarten, da Timo derzeit keinen Zugang zum Internet hat. Neue Meldungen erhalten Sie natürlich weiterhin - wie gewohnt - an dieser Stelle. Dass Timos Meldungen mich beruhigen hängt mit der unausweichlichen Tatsache zusammen, dass Kambodscha neben Angola das am dichtesten verminte Gebiet weltweit ist. "Das Leid der betroffenen Menschen ist groß. Täglich sind viele Menschen bedroht. Zwischen vier und sechs Millionen Landminen lauern an Wegen, auf Feldern und in der Nähe von Schulen oder Brunnen in den Dörfern. Jeden Monat explodieren mindestens 60 Minen. Sie treffen vor allem die Zivilbevölkerung, jedes dritte Opfer ist ein Kind. Kambodscha hat die meisten Minenamputierten der Welt: Etwa 35.000 Menschen haben durch Unfälle bereits Füße, Beine oder Arme verloren. So müssen die Minenopfer in Kambodscha neben ihren Verstümmelungen zusätzlich die Ausgrenzung der Gesellschaft ertragen: Im Zusammenspiel von Seele und Körper gelten Behinderungen als Zeichen eines unstattlichen "Vorlebens". Nach internationalen Schätzungen liegen in Kambodscha etwa 6 Millionen Minen. Bei konventioneller Räumung wird es etwa 300 Jahre dauern, bis das Land minenfrei ist." Quellen: www.quarks.de/minen
mehr: Kampagne gegen Landminen: hier
24.11.: Kambodscha erreicht!
"Mir geht es gut, habe Kambodscha erreicht! Treffen mit Tina war klasse, haben noch viele Inselhüpfer in Laos gemacht, war super. Jetzt bin ich in Kambodscha und es geht ab in den Osten; Internetcafé nicht möglich, deshalb momentan kein persönlicher Eintrag. Melde mich bald wieder!"
19.11.: Timo geht es gut
Erst am 20.11. findet Timos Zusammentreffen mit Tina, der Nachbarin einer Freundin statt, da sie erst jetzt in Timos Region eingetroffen ist. Danach wollen die beiden noch auf ein paar Inseln hüpfen und dann geht es für Timo weiter gen Kambodscha.
16.11.: Treffen mit Tina, die mit mir in Krakau war
"Morgen lasse ich meine Klamotten im Hotel und fahre auf ein Plateau mit vielen Kaffeeplantagen, abends mein Date mit der Nachbarin einer Freundin. Bin schon gespannt und freue mich! Ansonsten gibt's jetzt eine Gegend namens 4000 Inseln, Delphine etc. Danach will ich weiter 160 km schaffen."
Timo
14.11.2006; die Kette rasselt wieder und der Asphalt
trägt brennende Rillen meiner Schwalbe- Reifen, die einfach keinen
Platten kriegen wollen :-)
Obwohl es noch einige Momente der Zweifel und Sorgen gab, mich bewusst
gegen eine weitere Zweisamkeit auf dem Radel mit einem dänischen Radler
ausgesprochen zu haben (allein reise ich absoluter und bin noch näher
an den Laoten), fand ich schnell wieder den Tritt für mein Gefährt und
schaffte nach dem Training im bergigen Norden 491 km in 4 Tagen (153,
93, 113, 132).
Gut in der Zeit liegend -in Bezug auf mein Verfallsdatum des laotischen
Visums - entspanne ich nun für einen Tag in der 3. größten Stadt des
Landes "Savannakhet"!
Gestern wurde ich spontan von einem australischen Paar begleitet, die
mir viele Tricks und Tipps fuer Down Under übermittelten und wie sie
sagten "schon mal das Gästebett vorwärmen werden in Sydney"!
Die Faszination Laos wächst bis ins Unermessliche und hat mich auf die
Idee gebracht mit einer Natioalflagge des Landes am Rad meinen Weg gen
Kambodscha (ca. noch 400 km in 10 Tagen bis zur Grenze) weiter zu
gehen. Das Herz der Menschen schlägt dabei nur noch umso mehr, wenn sie
mich erblicken, die Horden an Kindern rennen alltäglich in Scharen zu
mir, testen ihre Englisch- Kenntnisse und bringen mich sehr oft einfach
aus Freude zum Lachen.
Die Vorfreude auf Kambodscha wächst ebenso und ich schließe meinen
Bericht mit dem Zitat eines gestern getroffenen Backpackers: "Cambodia
is like you're always tripping!"
13.11. Neue Spenden werden Timo weiter motivieren
In den letzten Tagen haben sich die Spenden sehr erhöht, letzte Spende 1111 Euro! Ich gehe davon aus, dass der neue Kontostand Timo begeistern und zugleich motivieren wird. Zudem habe ich heute Abend während eines Telefonates erfahren, dass weitere Spenden überwiesen werden. Die BRAUNSCHWEIGER FAHRRADHÄUSER: TEO, RADSTUDIO und RADHAUS haben eine beträchtliche Summe für Timos Spendentopf gesammelt. Schon jetzt im Namen meines Sohnes an alle Rad-Sponsoren und Spender ein herzliches Dankeschön! Timo kann diese neue Motivation sehr gebrauchen - deshalb auch von mir als Mutter ein Dank an "ALLE NEUEN UND ALTEN SPENDER"!
12.11. Keine Klingelzeichen in der letzten Zeit
Leider ist der Kontakt zu Timo derzeit nicht möglich, offensichtlich reicht das Telefonnetz per Handy nicht aus. Deshalb vorerst abwarten und hoffen, dass es "Mr. Weltenradler" gut geht.
10.11.: Es gibt wieder Klingelzeichen
Telefonischer Kontakt zu Timo ist wieder möglich und somit erhalte ich auch wieder Klingelzeichen, die ein OKEY bedeuten. "Butterfly" (Rad) und Timo rollen also weiter Richtung Kambodscha.
07.11.: Neue Info aus Vientiane
"Habe über den Mekong schon nach Thailand geblickt. Gestern am 06.11.06 habe ich in 7h und 5 Min. 156,14 km weggedroschen, das macht mit einem 50 kg schweren Rad und 35 Grad im Schatten einen Schnitt von 22,02 km/h. Ist das nicht mal wieder ein Grund zum Spenden? Die kambodschanische Botschaft hatte heute leider Feiertag,demnach kann ich erst am 09.11. weiter fahren."
04.11.: Hey,
bin gerade in Vang Vieng, einem Touristenort par exellence. Mir gehts sehr gut, die Landschaft ist der schiere Wahnsinn, die Bergregion ist hinter uns, meine Beine und Arme schwarz wie die Nacht, die Menschen stets wunderbar freundlich und die 10.000 Kilometer sind im Kasten;geilo, erster Tagebucheintrag war atemberaubend, als auch noch die 5. Ziffer gesetzt werden musste, kam Stolz in mir auf. Bin hier mit Leo jetzt alleine, weil ich einen dicken Disput mit Benoit hatte am heutigen Tage. Wie konnte es auch anders sein, ich wusste, dass das nochmal kommen wird.Na, jedenfalls trenne ich mich auch von Leo, obwohl er ein ganz lieber Kerl ist und er es sehr schade findet, aber ich will alleine reisen, runter nach Kambodscha. All in all, bin ich sehr froh, die letzten Tage hat mich Benoit ziemlich gemobbt, und heute war Schluss. Morgen Ruhetag und dann in 2 Tagen runter gen Hauptstadt Vientianne.
Gruß an alle!
Timo
01.11.: 6. Newsletter Radreise Australien/ai: Louangphrabang, 9776km/ 4246 Euro, 214. Tag
Hallo zusammen,
ich, Timo Müller, melde mich an meinem 214. Tag von meiner Tour aus der
Unesco-Weltkulturstadt Louangphrabang, Laos nach 9776 km/Spendensumme:
4246 Euro. Dieser 16. Newsletter dient mir diesmal auch dazu einen
dringenden Aufruf der "Menschenrechtsorganisation Gesellschaft für bedrohte Völker" weiter an die Öffentlichkeit zu bringen.
Seit knapp einer Woche halte ich mich schon in Laos auf, einem Land so
nah am himmlischen Paradies, dass es mich beinahe vom Fahrrad fallen
lässt.
Faszinierend interessante Menschen in Holzhütten auf Stelzen wohnend,
begrüßen mich und meine zwei kurzzeitigen "Desperados" auf dem Radel
wie Familienmitglieder und geben uns das Gefühl mit offenen Armen in
Empfang genommen zu werden.
Eine Mitarbeiterin der angesprochenen Gesellschaft,
die von meiner Radreise Bescheid weiß und mit mir in unverbindlichem
Kontakt steht, informierte mich jedoch erst gestern über einen zutiefst
erschreckenden Vorfall hier bei mir vor Ort nur 2 Wochen vor meiner
Ankunft.
In der Provinz, in der ich mich gerade befinde, sind 438 Menschen der
Volksgruppe Hmong spurlos verschwunden und es wird befürchtet, dass sie
gewaltsam vom laotischen Militär verschleppt wurden und wie es
vorherige Berichte weiter schlussfolgern lassen, möglicherweise
gefoltert, vergewaltigt und schlussendlich getötet werden.
Dieses Geschehen ist kein Einzelfall und ist eine exzessive Verletzung internationalen Völkerrechts.
Nach Schätzungen halten sich noch etwa 20.000 Hmongs in den laotischen Wäldern um mich herum versteckt.
Ich bitte Sie inständig dem Aktions- Aufruf der Gesellschaft Folge zu leisten.
Ich kann Ihnen leider noch keine Fotos zur Verfügung stellen, aber ich
durfte bisweilen schon sehr ins Leben der Menschen links und rechts der
Straßen eintauchen, ganz gleich ob sie nun Hmongs waren oder etwa
nicht, und mich letztendlich in dieses Land verlieben.
Ich bin persönlich sehr gerührt von der Mitmenschlichkeit und Wärme,
die mir hier entgegen gebracht wird und möchte mich erst gar nicht
tiefer in die Wälder neben mir denken, um nach militärischen
Todesschwadronen zu lauschen, die genau jenen Menschenschlag umbringen,
der mich hier so wohlwollend als Gast aufnimmt.
... lesen Sie selbst ausführlicher:
438 Hmong verschwunden und möglicherweise verschleppt
Tagebucheinträge, eine Laos- Karte, eine neue Rubrik "Links" und einige Neuheiten erwarten Sie!
Seit Laos bin ich selbst wieder mein eigener Webmaster ( s. China-
Zensur ) und verspreche Ihnen diese Seite so interessant wie nur
möglich zu gestalten, damit es sich immer wieder für Sie lohnt, herein
zu schauen.
Herzlichen
Dank
Timo Müller
29.10.: Neues aus Laos / Louangphrabang
"Bin jetzt hier in Louangphrabang, einer touristischen Hochburg. Da wir drei vorgestern völlig falsche Wege eingeschlagen haben, sind wir heute mit einem Boot auf dem Mekong 8 h durch die Gegend geschippert, geile Sache und vor allem die picis.
Laos, ich bin verliebt!
Es macht wieder richtig Spaß, die Natur mit jungle ist großartig, die
Menschen, viele tribes aus den Bergen sehr faszinierend und ja,
Felge hält bisweilen. Wie es aussieht werde ich mich auf den Weg machen
gen Kambodscha, mit oder ohne die beiden Ritter neben mir, ich bin sehr
angetan vom hiesigen Menschenschlag und Kambodscha zieht mich allein
aufgrund der Geschichte sehr an.Thai- Touris habe ich genug
gesehen.Telefonisch kann ich gerade nichts machen - wir ruhen hier 2-3
Tage! Ansonsten lasst euch gesagt sein, dass es mir wunderbar geht hier
in Laos und die nächsten Reisepläne schon geschmiedet werden. Timo"
26.10.06
Hallo,
nach der vollen Strecke in China vom Norden gen Süden mit 5100 km bin ich in Laos reingekracht, flankiert von Leo (Däne) & Benoit( Franzose), meinen kurzzeitigen Wegbegleitern.
Endlich geschafft dieses Riesenreich mit seinen Drecksschleudern und
rein in die JUNGLE MANIA ! Laos ist sowas von geil, das könnt ihr
euch kaum vorstellen, überall nur Grünzeug, wo das Auge auch hinreicht,
Menschen leben in Bambushütten auf Stelzen, tragen die wunderschönsten
Gewänder, schenken das wunderschönste Lächeln und lassen mich wieder
träumen ...Die Straße wird zwar relativ miserabel und meine neue Felge
(die 3. bisweilen) macht mir leichte Sorgen, da es irgend so ein China fake
von Felge ist, aber ich bin zutiefst zufrieden und spiele sogar stark
mit dem Gedanken mit den beiden gen Kambodscha vor Thailand zu fahren,
da mich die hiesigen Menschen sehr faszinieren. Das Problem wird
sein - euch ALLE - weiter regelmäßig mit Klingelzeichen relativ
sorgenlos zu wissen, es gibt hier kein Netz, das bisher mein Handy
finden konnte. Auch neue Fotos wird es vorerst nicht so schnell geben -
habt also ALLE noch ein wenig Geduld!
Also, noch 400 km und dann bin ich Herrscher über 10.000 km :-)
Gruß Timo
24.10.: Morgen in Laos
Kurze SMS von unterwegs: "Bin Mittwoch in Laos, 2-te Felge musste ersetzt werden, ein Daene wird mit mir weiter reisen, es geht mir gut!"
19.10.: - weiterhin Klingelzeichen
Kein persönlicher Kontakt zu Timo im Moment , lediglich die vereinbarten Klingelzeichen. Es geht ihm also gut und er wird in Kürze Laos erreichen.
16.10.: Klingelzeichen
Abgesprochene Klingelzeichen erreichen mich und teilen mir mit, dass bei Timo derzeit alles im grünen Bereich ist, sprich alles ist okay!
14.10.: Abfahrt am Sonntag, 15.10.06
Timos Abfahrt gen Laos beginnt erst am morgigen Sonntag, da noch einige Formalitäten zu regeln sind. 800 bis 900 km sind nun zu bewältigen bis er und sein französischer Begleiter Laos erreicht haben. Wünschen wir ihnen viel Glück!

12.10.: Hallo,
ich habe heute meine cinesische Visumsverlängerung bekommen und werde am Samstag wieder auf dem Radel sitzen und zwar nicht allein, mit einem Radler, den ich schon aus der Mongolei kenne und ihn zufällig wieder hier im hostel traf. Er will die gleiche Strecke machen wie ich gen Bangkok, doch müssen wir erst mal schauen wie wir zusammen passen: ganz ehrlich, so wie mit Andreas wird es ganz sicherlich nicht werden, kleine Bedenken sind schon bei mir: Er ist 50, kommt aus Frankreich und hat in Ulanbator sehr über mich und meine Geschichte gelächelt, trotzdem ist Hilfe in Laos schon sehr geil. Ich will soweit wie möglich in Laos mit ihm zusammen reisen, ich mein, mal schauen wie es wird. Faszinierend und ungewöhnlich ist er auf jeden Fall: 400 km durch den Mekong geschwommen mit Rucksack aufgeschnallt ging's die Strömung runter; vergesst es bloß, ich mach das wohl jetzt nicht auch noch!
Gruß Timo
08.10.: Hallo zusammen,
ich, Timo Müller, melde mich an meinem 191. Tag von meiner Tour aus der
Provinzhauptstadt Kunming , China nach 9005 km/Spendensumme: 3789 Euro.
Bitte lesen Sie meine folgenden Zeilen in Ruhe und bewusst:
„Ich bin als Mensch gekommen, der sich der Lehren des zwanzigsten
Jahrhunderts bewusst ist - dass nämlich jeder von uns über seine
Verantwortung nachdenken muss und dass die Menschen als Individuen
handeln und nicht auf die Politiker warten sollten. "
(Daniel Barenboims, Ramallah)
Die letzten zwei Wochen von Chengdu mit seinen 1100 Kilometern aus
waren der bisher für mich wohl anstrengendste Part meiner Tour:
Durchfall in Perfektion, schlechte Straßenzustände, unbefriedigendes
Essen, einfach alles hat mich nur noch tierisch abgenervt hier in
China. Zugleich denke ich auch verstärkt über den Sinn und Zweck meiner
Tour nach.
Mit abgestrampelten 9000 km und einem, sind wir doch mal ganz ehrlich,
mageren Spendenstand von 3789 Euro, scheint mein Projekt
cyclingforhumanrights Ihr Geld nicht wert zu sein. Ganz gleich der
Tatsache, dass ich erst im geringsten Maße an der Power knabbere, die
in uns allen schlummert, reiben mich diese Sinnfragen teilweise nun
doch auf. Fragen wie: "Wer schenkt mir Gehör, nimmt amnesty
international mich eigentlich überhaupt Ernst; ach, lass es doch
einfach Timo, gegen Menschenrechtsverletzungen jeden einzelnen Tag
anzustrampeln juckt doch eh keinen, soll die Welt doch untergehen!"
Doch das bin nicht ich!
Ich stehe jeden einzelnen Tag alleine auf, bin in jeder Hinsicht
verantworlich und beschreite den Weg, der mich letztendlich gen
Sydney führen wird. Jeder einzlene Kilometer soll als Anklage gegen
jegliche Art von Menschenrechtsverletzungen auf der Welt verstanden
werden. Diese Tour ist kein Projekt amnestys, es war und ist meine
alleinige Idee gewesen, wurde ebenso nur von mir und meiner Mutter
ausgearbeitet und wird dann der Arbeit amnestys zugute kommen. Ich
werde von nun an rein gar nichts mehr einfordern, selbst werde ich
nicht mehr persönlich um Ihre finanzielle Unterstützung bitten. Dies
soll beileibe nicht als Resignation verstanden werden, sondern einfach
nur Folgendes explizit hervorheben: Es wird an mir weiter liegen, Ihr
Herz für Menschenrechte zu öffnen, Ihnen von Schicksalen und
Begebenheiten zwischen mir und Menschen in der Welt zu berichten, um
Sie letztendlich aktiv werden zu lassen, Sie jedoch nicht zum Spenden
anflehen. Wer mich persönlich kennt, wird wissen, dass ich erst Ruhe
geben werde, wenn das Geld zusammen gekommen ist und dass ich mich
selbst gerade zu einem Menschenrechtler manifestiere. Ich habe in den
letzen sehr schweren Tagen persönlich an mir erkennen dürfen, dass es
sich bei meinem Projekt nicht mehr um das Ziel an sich handelt, sondern
um die alleinige Frage, inwieweit ich dabei Unterstützung von jedem
Einzelnen unter Ihnen erfahre. Es werden 20.000 Euro am Ende auf dem
Konto amnestys eingezahlt worden sein, mit Ihrer Hilfe oder eben auch
nicht. Nach mehr als 9000 wunderbar schönen aber auch brutal hässlichen
Kilometern bin ich für keinen einzigen Kompromiss mehr zu haben. 20.000
Euro, nicht einen einzigen Cent weniger !!!
Und aus diesem Grund habe ich nach langem Hin und Her überlegen und vor allem - kalkulieren, meine Mutter dazu veranlasst, von nun an einen Spendenbetrag in Höhe von 50,- Euro von meinem Reisekonto monatlich abzubuchen, um damit anzufangen, mir selbst ironischerweise Kilometer abzukaufen. 20.000 Euro; dies war in der Vergangenheit ein gewünschtes Ziel, nun eine gegebene Tatsache!
Machen Sie sich keine Sorgen um meine finanzielle Lage, sondern
vielmehr um die, in der wir uns befinden: Wenn israelische Bomberjets
ohne jegliche internationale Legitimität einen souveränen Staat
bombardieren, wenn ein amerikanischer Präsident scheinheilich im Namen
Christus foltern lässt, wenn Länder wie Nordkorea und der Iran auch mal
mit Massenvernichtunswaffen a la Atombome spielen wollen und wir
Politiker dabei vorfinden, die einzig herum schwadronieren und sich
Geld in den Rachen stopfen,lass ich beileibe nicht locker, auch nicht
wenn ich erst scheinbar belächelnde 20 Jahre jung bin und im Alleingang
voranschreite, denn dies tue ich bereits seit 9005 Kilometern und werde
nicht stoppen..
Geben Sie Menschrechten eine Chance!!!
Denken Sie bitte einfach nur ein einzigens Mal über den tiefen Sinn
meiner Reise nach, denn es gibt nur dieses eine so wunderbare Geschöpf
namens Mensch.
Herzlichen Dank
Timo Müller
Mit freundlicher Unterstützung von:
riese und müller
GmbH, Bosch und Partner GmbH , Gonso , tubus carrier systems GmbH,
Schwalbe, Reise Know How Verlag, Ortlieb Sportartikel GmbH, SKS
Germany, Radstudio Braunschweig, Radhaus Braunschweig, Teo Die Fahrrad
GmbH, Atelier Velo, Tramp und Globetrotter Laden GmbH, Steinkamp , High
5, Delta Bauplanung GmbH, Zahnarzt- Praxis Dr. Zunk, Praxis Dr. Arndt,
ADFC Kreisverband Braunschweig e.V. , Extremsportler Joachim Franz,
Abenteuerhaus Wolfsburg , szens, Jolly Joker Amnesty
International, für die Menschenrechte; www.amnesty.de
06.10.: Hey buddies,
ne kurze Info meines paradiesischen Lebens hier in Kunming;
"knowing how to enjoy is the key to appreciate true life" (hab ich mir selbst ausgedacht, klasse oder?)
Na, wie dem auch sei, business sei geregelt (Laos-, Thailand Visum in
der Tasche, neuer Tacho, Räder maschinell zentrieren lassen,
Israelischen Biker getroffen mit Insiderinfos über Laos, der beste Tipp
war: "watch out there, smugglers and malaria, you will be in happy
holiday inn". Und nun geht's mit neuem Magen nach einer Infusion im
Krankenhaus mit allem möglichen Kram wie Eisen, Vitaminen und
dergleichen ans exzessive Genießen und so sitze ich nach langem Schlaf
in einem französischen Café mit Zeitung und Buch, trinke genüsslich
meinen Milchkaffee zu noch viel genüsslicheren Baguettes mit Marmelade,
stottere mir einen ab beim Flirt auf Französisch und check mal so die
abendlichen Lokalitäten.
Der Hammer: das Tanzbein musste einfach wieder ran und so stand ich nach kurzem Zögern auch gleich auf einem Tanzpodium und habe einen Preis abgesahnt; für alle meine hostel bubies gab's den Abend umsonst und so wurde ich mit Champagner, Cocktails und dergleichen als "Mr. Dance" in die Annalen des Clubs aufgenommen, sonst cruise ich in den Schluchten der Hochhäuser herum, esse und esse wie ein Scheunendrescher und lass mich einfach nur fallen nach den 2 wirklich krass demotivierenden Wochen vor Kunming. Peter, mein "ai" Freund, schaut auch das ein oder andere Mal herein und gibt mir Einblick in seine "NGO CONSULTING" Arbeit hier vor Ort unter scharfen Zensurbedingungen (super interessant). Am Montag werde ich zum psb gehen und mein Visum um einen Monat verlängern, Dauer so um die fünf Tage, sprich noch eine Woche. Meinem Portemannaie gefällt das zwar so gar nicht (20-25 Euro/ Tag, anstatt 2,5 auf dem Land), aber ich will nur dekadent leben für den Moment mit allem was dazu gehört. Laos wird nicht so einfach werden, also tanke ich hier nur auf Super und krache so um den späten November in Thailand ein, um zwei Stationen abzuchecken bis es heißt: "happy x-mas in bangkok" (mama: die Geschenkeflut bitte dorthin senden :-), ai macht ein neues Postfach sicherlich auf) und wenn ich die Kette weiter rasseln lasse - Silvester mit Pilz und Hippie auf ner feinen Insel nach Tauch- und Kletterkurs, gefolgt von ner ebenso einzigartigen Thaimassage, schlürfend am beach.
Gruß Timo
04.10.: Hallo,
kurze Nachricht:
ganz gleich, was man mir auch erzählt haben mag, ein Laos Visum kriegt
man hier in Kunming dann nun doch für 30 Tage, splendid!!!
Morgen werde ich mich ans Thailändische Konsulat für ein 60 Tage multiply visa wenden.
Das dauert dann so bis Mo., wo ich dann weiter gen public security
bureau schlendern werde, um die Monatsverlängerung zu kriegen.
Also, alles senkrecht!
Timo,
der 14 Tage im Bett liegt, seinen 2. Potter schmökert, isst, flirtet und Fernsehen schaut - heute gehts zu einem Rockkonzert einer lesbischen Frauentruppe, das kann was werden! Bin gespannt!
02.10.: Fürs Tagebuch:
Laos Visum heute beantragt, am Mittwoch fertig, jedoch nur 2 Wochen als Tourist erlaubt anstatt gewollter 4!!!
Konsultiere deshalb gerade zwei bekannte Radler, ob das Visum im Land verlängerbar ist,
bezweifle nämlich stark, dass ich von der Chinesisch-Laotischen Grenze
rechtzeitig zur Laotisch-Thailändischen kommen würde. Mein Masterplan
ist ebenso ziemlich in die Hose gegangen. Bin mitten in die
Nationalfeiertagswoche rein gekracht und muss bis zum 8.10. auf meine
Verlängerung warten, wobei ich guter Dinge bin.Die Dame hörte sich sehr
vielversprechend an in Bezug auf den erfolgreichen Abschluss.
29.09.: Kunming erreicht
Ich habe heute endlich, endlich mein Ziel Kunming erreicht und habe
hier unter 3 Millionen Leuten auch erfolgreich mein hostel gefunden, MC
Donalds gleich nebenan. Habe nun für 7 Tage Ruhe eingelegt, denn viele
Dinge müssen geregelt werden:
Homepage:
-Fotos hochladen
-Tagebuch schreiben
- Newsletter versenden
Szens:
- neuen Artikel für November - Ausgabe verfassen
Peter:
- Paket entgegennehmen
Business:
-Laos und Thailand Visum beantragen
-Entscheidung treffen: Visum verlängern oder Bus (wenn ja - wie, wo & wann?)
denke, dass ich irgendwie selbst radfahre, ich lasse das Schicksal
entscheiden, ob die Chinesen ja oder nein sagen, nach 7 Tagen
Ruhe sieht die Welt schon anders aus.
- guidebook für Laos besorgen
- Dollar abheben
Radladen auschecken:
- neuen Tacho kaufen
- hintere Felge: Acht komplett rausspeichen (würde aber auch ohne
gehen, war schon erfolgreich) + Speichenspannung von Pros kontrollieren
lassen
- nach Rennrad schauen und Expresskonditionen auschecken (Maße, Gewicht, Geld?)
---na - ansonsten, Seele baumeln lassen, in den Harry Potter
eintauchen (2 Tage=300 Seiten), chillen, abhängen, mit Backpackern in
underground discos chicks anbaggern, fastfood, Wal-Mart mit ein paar
europäischen Köstlichkeiten (Marmelade,Toast, Wurst, Pudding,
Gummibären, ah, mir läuft das Wasser im Mund zusammen), über Skype
dutzende Leute anrufen und feten. Endlich nach getaner Arbeit
darf ich mich genießen, exzessiv thrillseekend ins Leben stürzen.
Timo
9005 Kilometer
26.09.: Mail:
"Ich habe keine Lust mehr und möchte raus aus China! Mit dem Essen bin ich zutiefst unzufrieden. Bis Kunming sind es nur noch 240 km. Die Straßen sind allerdings sehr schlecht, 150 km Kopfsteinpflaster. Die Chinesen schreien mich nur noch mit "lingbei" (Ausländer) an und ich fühl mich nicht sonderlich gut damit."
Timo
23.09.: Hallo zusammen,
nach einem derben Sprint in den letzten Tagen wird heute und auch am morgigen Tag wieder Ruhe einkehren, ich mache wohl eine verdiente Pause, noch 400 km sollen es bis nach Kunming sein, dementsprechend sind 700 km und der gröbste Teil passé, bin nun in der Megastadt Zhaotong. Endlich Natur pur, Yunnan meine bisherige Traumprovinz: gleich schon am Anfang der Provinz fuhr ich über mehrere Tage in eine Schlucht ein, in die Schlucht des Yangtse, hoffe, dies doch sehr, auf meiner Karte wird das jedenfalls so ausgewiesen. Der Weg wurde bald sehr schottrig und klumpig, mein Rad war ziemlich am Rütteln, bescherte mir meinen 2. Platten, den ich erfolgreich meisterte, doch das Umfeld war mordsgeil, flankiert von mega begrünten Bergen (Provinz Yunnan hat am meisten Flora und Fauna hier in China) gings voran. Sehr impressiv waren die bienenfleißigen Bauern, ganz gleich ob Mann, Frau oder gar Kind, alle sind bestückt mit einem großen Strohkorb auf dem Rücken und sammeln Maiskloben, sicheln Reispflanzen, die dann von den Männern zerdroschen werden und arbeiten und arbeiten und arbeiten. Da nun aber die Gegend abgeschiedener wurde und ich kein Hotel auffand, musste ich bei einer chinesischen Bauernfamilie unterkommen. Sehr interessant, doch irgendwann, wie schon so oft, fragte ich mich persönlich, ob ich denn wirklich so dumm bin und kein Chinesisch drauf habe (wenn dann die Leute alles einzeln laut aussprechen und du den genervten Unterton spürst, habe ich dann auch irgendwann nicht mehr so wirklich die Lust drauf einzugehen; hinzu kommt, dass einige auch nach Stunden nicht anerkennen wollen, dass du nun mal ihrer Sprache nicht mächtig bist),doch abends warfen wir dann ein paar Körbe und tranken Pidju (Bier), schmeckt wie Wasser, 2 Umdrehungen, na - wie dem auch sei.
Mit nun völlig demoliertem Tacho gings weiter entlang der über und über gelb erstrahlenden Reisfelder, mal unten in der Schlucht, mal oben "on top". Bald bauten die Chinesen jedoch wieder einen Expressway gen Mond und schwups war ich wieder auf dem Asphalt, 30 km nonstop durchrollen lassen, was will man mehr. Hier in Zhaotong kuriere ich mal wieder, wie kann es auch anders sein, meinen Durchfall, von dem ich glaubte, dass er nur auf standby war und esse fleißg fast food. Auf dem Land finde ich sehr schwer das richtige Essen, bei dem ich auch mal richtig schlemmen kann, ich schau schon fleißig in der Gegend herum, aber entweder gibts Reis mit Beilage oder Nudeln in Suppe. Da rockt der "Burger" einfach besser. China lässt mich nicht so wirklich reinkommen, hoffen wir auf die Verlängerung des Visums in Kunming, auf dass ich keinen Bus gen Laos nehmen muss, anonsten bin ich in knapp 2 Wochen schon dort.
Für die Feinschmecker: Toilettengänge mit einplanen in China! Durchfall: ich häng schon wieder am Tropf, gestern habe ich bei einer chinesischen family gepennt, sehr geil, aber nachts habe ich deren Wohnzimmer mit meinem Durchfall verunstalten müssen. Tja, ist mein Ernst, die Haustür ging nicht auf, aber mein Hinterteil schon und da musste ich mein Bedürfnis halt irgendwo befriedigen. Ein Bauernwohnzimmer ist natürlich jetzt kein super nobles, aber aus Anstand machte ich es dann natürlich wieder sauber - versteht sich von selbst. 2 h hat es gedauert, weil alles im Dunkeln geregelt werden musste bzw. ich die Familie nicht wecken wollte, und zwischendurch drückte es immer mal wieder in meinem Hinterteil, ich sags euch - es nervt gewaltig!
Timo
21.09.: Kurzer Anruf:
"Mir geht es sehr gut und die Gegend hier ist klasse. Berge mit super Schluchten, riesigen grünen Reisfeldern, einfach spitze. Gestern habe ich mit Reisbauern gegessen und viel menschliche Wärme erfahren dürfen. Mich nerven nur die vielen Menschen, die mich täglich wie ein lebendiges Weltwunder anstarren. Bis zu 60 Menschen umzingeln mich fast täglich und gaffen mich an - das nervt schon ziemlich. Eine Mutter mit einem Baby auf dem Arm baute sich vor mir auf und zeigte mit dem Finger auf mich, um ihrem Kind zu zeigen, dass ich irgendwie "anders" bin - einem Baby! Ansonsten ist alles bestens und mein Rad läuft super."
19.09.: Hey buddies,
bin heute in der Provinz Yunnan angekommen mit 8232 km in 519 h:47 Min. (in den letzten 4 Tagen macht das 361 km, sprich knappe 90 am Tag).
Habe dafür aber heute nur knappe 50 km gemacht, da mich der gestrige Tag sehr geschlaucht hat, im Halbdunkel musste ich einen Berg hoch, nur leider mit Klumpen auf der Straße und durch Flusswasser, das über die Straße trat, alles nicht so krass gravierend, aber irgendwann kam ich dann ein wenig in Bedrängnis, was das Schlafen anbelangt, um 19.30 Uhr hieß es: "Luguan" (also Hotel), noch 40 km. Habe mich deshalb hier zum ersten Mal in China an Leute gewandt und sie um Shelter gebeten, klasse: Reis und Himmelbett gratis - wollte zum ersten Mal heulen, aber vergeblich, irgendwie hat mein Körper auf Selbstschutz bzw. -funktion gestellt und weiter geradelt. Mist, wenn du nicht weißt, wie lange noch und der Nebel dich 10 m weit blicken lässt . Alles in allem, wird die Straße schlechter und ich begnüge mich mit täglichen 50 km, das tut meinem Befinden auch mal sehr gut, demnach käme ich spätestens am 5.10. in Kunming an, beantrage mein Laos Visum und hoffentlich auch meine Chinesische Verlängerung. Ansonsten muss ich leider den Bus gen Laotische Grenze nehmen. Wenns klappt, will ich aber nochmal mit Bus gen Nordwesten Yunnans für knappe 10 Tage (Rad bleibt bei Peter).
Gruß Timo
17.09.:
Hey,
bin gestern aus Chengdu herausgepest. Die 12 Millonen Stadt war super
simpel, auf eine main road aus dem Zentrum immer nur geradeaus und
schwups war ich wieder im Freien.
Habe gleich am 1. Tag, obwohl ich erst um 12 Uhr draußen war, 134 km
bis 19.30 Uhr gemacht. Na wie dem auch sei, knackte ich die 8000 km
(heute 8101km; 508 h:19 min), wechselte die Kette und preschte am 2.
Tag, also heute, weitere 96 km voran, wobei ich mir den größten Buddha
der Welt in Leshan mit 71 m anschaute, super touristisch. Man kann ihn
zuerst kaum sehen vor lauter Touris und muss mindestens 2 h Schlange
stehen, um entlang einer Treppe an seine Füße zu gelangen, wenn man
sich nicht vordrängelt. :-)Morgen möchte ich weiter über 100 km fahren,
um schon die Provinz Yunnan zu erreichen und Sichuan hinter mir zu
lassen, ich hätte, wenn alles passt, somit schon gut ein Drittel meiner
Route gen nächstem Ziel Kunming abgefahren. Danach werden jedoch, so
ist es jedenfalls in der Karte ersichtlich, Berge kommen. Da will ich
Kilometer vorher als Puffer abgerissen haben - was kann ich noch
sagen: die Pause mit reichlich Essen, fernsehen, reden mit Touris war
wunderbar, ich bin topfit !
Gruß Timo
Bericht aus Chengdu; 7787 km
Wieder allein unterwegs, wieder eigens zum Team werden, aus sich die
doppelte Leistung heraus holen: Seit mehr als einer Woche bin ich
wieder ein Steppenwolf allein auf weiter Flur, einzig begleitet durch
mein Rad "Butterfly"! Die zwei Wochen davor mit meinem Radkumpanen
Andreas aus Aachen (nicht aus Braunschweig) waren ein Segen. Gemeinsam
gingen wir alle Hindernisse an, bauten uns in schweren Zeiten wieder
auf, zogen uns gegenseitig die Berge hoch, lachten und neckten uns wie
Freunde, die sich seit Kindeszeiten kennen. Viele Gedanken,
Geschichten, Ziele, Träume u.v.m teilen wir und werden über die Zeit
hinaus Brüder im Geiste bleiben, doch strebten wir zum Schluß auch
beide wieder auseinander. Ihn treibt es zum Drei- Schluchten- Damm, wo
er Abenteuerliches erleben musste (s. Anhang; unbedingt lesenswert) und
mich weiter nach Süden 'gen Kunming, wo ich nach weiteren 1100 km auf
ein bekanntes Gesicht aus der Mongolei treffen werde. Wir waren
hilfreiche und notwendige Begleiter des jeweils anderen! Doch bleibt es
sein und mein Weg, den wir beide alleine zu gehen haben und auch gehen
werden, manchmal motiviert oder gar deprimiert niedergeschlagen. Doch
trotzdem konnte er mich nur stückweise begleiten, dies mache ich bei
ihm ebenso anstandslos sofort und immer wieder, doch niemals war er
auch nur im Geringsten im Stande meinen Weg zu ebnen, ihn gar zu
definieren, dies allein ist meine Aufgabe. Umgekehrt gilt dies ebenso.
Und mittlerweile bin ich eingespulter denn je und habe Freund und Feind
in mir gefunden.
Bei den immer wieder aufkommenden Schwierigkeiten mit Krankheit und
Naturverelendungen hier in China ersetzen jedoch mittlerweile immer
mehr die Menschen meine Sehnsucht nach Stille, Frieden und Natur: Der
Mensch als
Gesichtslandschaft!
Für mich als Menschenrechtler ist der Mensch der Mittelpunkt, gar
der Inhalt meiner einjährigen Radreise, ihm habe ich mein Projekt
"cyclingforhumanrights" gewidmet. Bilderbuch- Charaktere mit bibelartig
langen Lebensgeschichten schon allein durch ihre tief eingegrabenen
Falten im Gesicht erkennbar, strömen an mir vorbei. Es ist meine
persönliche Traumreise sie alle in ihrem alltäglichen Treiben zu
beobachten und die Kraft der eigenen Bewegung auf dem Velo zu spüren.
Oftmals ergreift mich hier, im für mich doch sehr anstrengenden China
(wasserfallartiger Durchfall), eine sehr tiefe Harmonie. In einer noch
nie so für mich dagewesenen Intimität zu der Bevölkerung springe ich
mit geschlossenen Augen in sie hinein und lasse mich treiben. Meine
Fotos versuchen dies ansantzweise zu dokumentieren. Je näher ich an den
Mensch heran gerate, desto absoluter reise ich und manifestiere mich
und mein Projekt weiter.
Eine Weltraum Stadt, wie Chengdu sie ist, kann dies alles andere. Doch
als "Akkustation" mit Essensorgien bei Mc Donalds, Burger King, Pizza
Hut, Starbucks und Kfc (selbstredend an nur einem Tag) ist es auch
einmal wieder eine Freude sich richtig dekadent- konsumierend zu
zeigen. Draußen auf der Straße versuche ich weiter zu verstehen
und zu lernen, selbst gelassener durch Lärm und Hast zu schreiten.
Ein einziges Lächeln erweist sich dabei unzählige Male erfolgreicher als Dutzende von Volkshochschulkursen.
Bei allem anderen, beim Studium etc., selbst daheim, käme ich gerade
niemals auch nur teilweie an die Intensität heran, in der ich meine
Zeit hier verleben darf. Das Rad ist dabei nicht nur als Mittel zur
Fortbewegung zu versehen , sondern zugleich Kommunikationsmittel,
Leidensmaschine und ein Weg mich selbst zu bereichen; ich bin sehr
erfüllt;
... die Welt befindet sich genau einen Schritt vor jeder Haustür!
Andreas dreht sprichwörtlich am Rad
(ein Ausschnitt aus seinem Tagebuch vom 13. September ; lest es, es ist der Wahnsinn )
"Ein richtiger Traum wurde heute war:
Ich konnte 50 Kilometer direkt am Jangtse entlang fahren und ich
schaute und schaute, um ja nicht den Damm zu verpassen. Dann dachte ich
schon der Damm ist in einem anderen Teilstück, denn so ein Gebilde kann
man ja schwer übersehen, oder ???Und dann rein in die Tunnels, endlich
nicht auf die 1000 Meter hoch radeln, sondern die Abkürzung durch den
Berg nehmen...
Alle Chinesen haben mich gewarnt, doch ich denke, "die sind doch nur 50 Meter lang, was solls?"
Ja, aus 50 m wurden mal so locker 3.5 km und es ist darin wirklich
stockdunkel und mein Dynamo erhellt den Stollen nicht wirklich und wenn
du dann die Nebelhörner der Lkws hörst, die dich kaum sehen und dich
überholen wollen..... man da hatte ich selber Angst, aber alles lief
gut ab, ich bin hier und schreibe die Mail, also lebe ich wohl noch.
Und dann kam der Drei- Schluchten- Staudamm.Man war das geil und ich
kann nur sagen, dass das ein richtig geiles Feeling ist, mit dem Bike
davor zu stehen und zu sagen: "Mann, ich hab mir das Ding 600 km lang
erradelt!" Und dann hieß es auf in die nächste Stadt, aber die Straße
wird von der Millitär- Polizei kontrolliert, und ein Radler darf da
nicht durch und ein Ausländer schon gar nicht.Da spricht mich dann auch
gleich ein Cinese an, der mich f ür 80 yen da durch fahren will, muss,
und grinst mich blöde an. Das Dollar- Zeichen steht klar auf seiner
Stirn....Ich lächle zurück und sage einfach:"Noch nie ein deutsches
Geschoss gesehen, was?" Und fahre los. Zum Glück geht es bergab, und
ich mit vollem Gepäck auf die Streife zu...."Hey, bleib stehen!" Ich
winke nur und bin durch. Ich dachte das w ärs, und da ist die nächste
Kontrolle, nochmal in die Pedale treten, freundlich winken und ab
gehts... " Verdammt, da ist noch eine Kontrolle, und diesmal wissen die
auch noch Bescheid." Ein Posten steht auf der Straße und will dass ich
rechts ranfahre, darf hier halt mit dem Bike gar nicht sein.
Doch jetzt habe ich Blut geleckt. Trete voll in die Pedale, so dass ich an die 35 Km/h
rankomme, und dann versuche mal eben so ein 120 kg Geschoss zum Stehen
zu bringen, wenn dich ein böser Blick eines Deutschen trifft.
Ich presche durch, doch das chinesische Geschrei was nun ertönt, will
ich lieber nicht wiedergeben. Aber man muss wissen, dass die
chinesischen Polizisten selber, ohne Vorgesetzten, nicht denken können
und wenn eine schnelle Entscheidung gefordert ist, dann sind die
einfach überfordert, das war mein Glück. Ich dachte das wärs, aber noch
lange nicht. Ich muss nochmal über eine Brücke drüber, und die wird
ebenfalls vom Millitär kontrolliert, und auch hier darf ich nicht mit
dem Bike lang. Nun bin ich aber total motiviert und fahre einfach
weiter. Der erste Posten grüsst mich höflich und ich winke zurück, und
der zweite läuft mir nach. Die Waden brennen, doch ich gebe nochmal
alles und dann bin ich auf der anderen Seite und freue mich einen Ast,
dass ich das geschafft habe.
Also, ab heute bin ich der meistgesuchteste Ausländer in China, und
wenn ihr nichts mehr von mir hört, dann bin ich irgendwo in einer
chinesischen Arrestzelle!!!"
Andreas
10.09.: Heute geht es weiter in Richtung Chengdu
Nach zweitägiger Erholungspause für Körper; Geist und Seele strampelt Timo heute weiter. Er hofft natürlich, dass sein Körper wieder ausreichend fit ist, denn die Strapazen in den Bergen nehmen nicht ab - es wird eher noch heftiger. 300 km in 3000 m Höhe und mehr stehen auf dem Programm. Hoffen wir also, dass er sein nächstes Ziel gesund erreichen wird!
Neue Fotos ab Xian gibt es bereits in der Galerie und weitere folgen, wenn er Chengdu erreicht hat.
Kurze Info: "Bin heute 107,4 km gefahren, nur noch 170 km bis nach Chengdu."
08.09.: Antibiotika und schlafen
Heute Ruhetag: viel Cola, "Wasserfässer" und Salz, Antibiotika und jede Menge Schlaf und Ruhe.
07.09.: Timos Gesundheitszustand ist sehr schlecht!
Timos Durchfall hat sich wieder eingestellt. Seit Tagen nimmt er keine Nahrung mehr zu sich und benötigt dringend ein Antibiotika. In Absprache mit seinem Hausarzt (Braunschweig) muss Timo dringend einen westlichen Arzt aufsuchen (oder Antibiotika nehmen), damit sich sein Zustand verbessert.
Timo: "Krasse Bauchschmerzen, als ob mir die Bauchdecke reißt - Durchfall, keinen Hunger seit Tagen!"
Hoffen wir, dass sich sein Zustand in den nächsten Tagen verbessert!!!
Aufgrund Timos derzeitiger gesundheitlicher Situation keine Tagebuchtexte - lediglich neue Fotos!
04.09.: Ruhetag und Abschied von Andy
"Heute Ruhetag mit viel Regen. Ich kompensiere den freien Tag mit langer Homepagearbeit/Fotos bearbeiten. Mein letzter Tag heute mit Andreas. Gestern versuchten wir vergeblich das Visum zu verlängern."
03.09.: Mail: Mein erster Platten!
"Erster Platten in der hinteren "Schwalbe" nach ganzen 7322 km.
Ein Vergleich mit Andy (mehr als 30 an der Zahl, den ersten gab's bei
Kilometerstand 1000). Mein Unglück war "nur", ein innerer Draht aus der
Karkasse, also hält der Mantel immer noch alles von außen fern. Deshalb
noch einmal mein Lob an "Schwalbe-Reifen"!
Morgen wird versucht das Visum zu verlängern, der nächste Wegabschnitt
wird ein wenig härter ,heftige Bergregion steht an. Da brauche ich Zeit
bzw. will ich noch versuchen nach Lhasa per Zug oder Bus zu kommen.
Hierfür muss ich aklimatisiert sein: über 5000 m.In den nächsten 2-3
Tagen wird es zum Abschied zwischen Andy und mir kommen.Rad läuft
super!"
30.08.: "Bin vor Schwäche vom Rad gefallen"
Diese Mail bekam ich heute in mein Postfach mit der Bitte mir aber keine Sorgen zu machen, da Andreas Timo helfen konnte.
Hat sie mich wirklich beruhigen können?
Text von Andreas:
Mein lieber Timo,
nun radeln wir also gemeinsam durch China, und wir beide merken, wie einfach doch auf einmal das China sein kann.
Wie oft haben wir uns geärgert oder sind dem Ausflippen nahe, wenn
aufeinmal Dutzende von Chinesen auf uns einreden, und wir doch gar
nichts verstehen...
Plötzlich sind wir nicht mehr alleine, und wenn es dem einen zuviel
wird, springt ganz einfach der andere für ihn ein, so dass wir die
Situation dennoch genießen können.
Wir beide haben die gleiche Intention was das Reisen betrifft.
Beide fahren wir lieber ein paar Kilometer mehr an einem Tag, als
irgendwo Pause zu machen, denn alleine Pausen machen ist einfach
richtig langweilig. :-)
Das hörte sich auch schon auf der Zufahrtsstraße nach Ullanbator schon
so gut an, so dass wir beide gerne zusammen reisen wollten.
Das klappt bisher auch sehr gut. Wir haben in etwa die gleiche
Geschwindigkeit und auch unsere Leistungseinbrüche erfolgen fast
zeitgleich...
Das Einzige was bei uns beiden noch nicht so richtig eingespielt ist,
ist der Schlafrhythmus: Der gute junge Abiturient schläft am Morgen
gerne ein bißchen länger, während ich schon in den Startlöchern stecke
und losradeln möchte. Dafür beginnt für Timo der Tag erst so richtig am
Abend, wenn er lange mit gleicher Ausdauer noch 10 km fahren möchte und
ich lieber schon ein Hotel aufsuchen möchte.
Oder wenn er dann um 10 Uhr abends noch ins I- netcafe jettet, um seine
Freunde zu grüßen oder um seine Homepage auf den neuesten Stand zu
bringen.
Unglaublich was dieser Mann für eine Power an den Tag legt, um für
seine Reise und die Intention seiner Einzustehen und weiterzukommen.
Ich bewundere ihn wahrlich dafür, wie er daraus Kraft zieht, und
natürlich, wie seine Freunde ihn dabei tatkräftig unterstützen.
Wir beide haben oft lange lange Gespräche darüber, wie man sich
motiviert oder was die Aussage seiner Reise sein soll, und wenn er dann
ins Schwärmen gerät über die ganze Unterstützung, merkt man ihm seine
ganze Begeisterung richtig an. Er redet nicht einfach nur darüber, er
packt das ganze Thema an, und lässt sich nicht einfach den Mund
verbieten.
Er steht hier an der Front und weiß was man noch alles zu tun hat, und
er wird in Zukunft noch Großes vollbringen, da wird ihm sein unbändiger
Wille auch noch große Dienste leisten.
Einen Unterschied gibt es allerdings zwischen uns noch:
Er ist ein wahrlicher Sprinter in den Bergen ...... solange sie geteert
sind. Meine Güte hat er mich in so mancher Bergpassage abgehängt, aber
sobald es Offroad geht, kann ich nun meine Erfahrung in diesem Gelände
ausspielen (3000 km Mongolei) und liege vorne, nur leider gibt es so
wenig Offroad in China ;)))
Mein lieber Timo, ich wünsche Dir alles alles Gute für deine weitere
Reise, und wenn Du in Sydney in ein paar Monaten ankommst, dann trink
auch ein paar Bier auf mein Wohl, schließlich sind wir ja nun alte
Weggefährten ;))))
Der andere Radler aus Deutschland,
Andreas
28.08.: "Das tapfere Schneiderlein" meldete sich per SMS: Sieben auf einen Streich / 7018 km geschafft!
Diese SMS erhielt ich gegen 13 Uhr MEZ mit dem neuen
Kilometerstand und der Info, dass die Polizei den beiden Radlern einige
Wege verweigerte und sie deshalb Umwege fahren mussten. Sie schafften
aber auch eine Bergetappe von 12 km.
"Andy ist mein Bruder im Geist! Morgen um 12 Uhr Radio-Interview in der Deutschen Welle!"
27.08.: Timo lässt grüßen! Neuer Kilometerstand: 6911 km
Es geht ihm prima und alles läuft soweit ganz rund. Am Dienstag steht ein Radio-Interview mit der Deutschen Welle um 12 Uhr an.
Timo teilte mir übrigens auch mit, dass er zwei Holländer traf (unten
auf dem Foto zu sehen im Hintergrund), die eine eigene Homepage haben.
Er meinte, dass sich ein Blick auf diese Seiten lohnen.
Schauen Sie doch einfach mal dort rein!
www.cyclephobia.nl
26.08.: Timo in Bergregionen
"Bin in Bergregion, Anstiege auf 2200 m .
Mit Andi läuft es supergeil, wir lachen und verstehen uns dermaßen
genial, wie füreinander geschaffen. Wir necken uns und haben uns schon
Spitznamen gegeben. Es wird schwer wieder "Tschüs" zu sagen.
Jetzt endlich in China: Wälder, Vögel, wenig Autos, wenig Hupen, ich fühl mich sehr wohl, vor allem mit Andy."

Andi links neben mir!
3 neue Tagebuchtexte von Timo!
23.08.: Gedanken:
Nicht mehr allein unterwegs!
Andreas Alt aus Braunschweig, ein einsamer Krieger des Lichts,30!
Seit Xian sind wir wieder zusammen nach unserem gemeinsamen Mittagspäuschen auf den Straßen der Mongolei.
Über Emails hielten wir gemeinsam Kontakt um dieses Treffen wahr werden zu lassen.
Es tut gut eine deutsche Stimme neben sich zu hören, nachts das
Schnarchen eines anderen, das kindliche Fantasieren über die eigenen
Radlerträume und sich fallen lassen können.
Jemand ist da, der sich um dich kümmert.
Für die nächsten 10 Tage werden wir wohl zusammen radeln, um dann
jedoch wieder getrennte Wege zu gehen (er nach Shanghai, ich nach
Chengdu, wahrscheinlich, wenn wir zusammen das Visum nochmals
verlängern können, nach Tibet (ohne Rad).
Anfangs gab ich diesem Treffen wenig Gewichtung, klar, freute ich mich,
doch wäre ich auch weitergefahren, wenn ich hätte warten müssen, ich
wusste nicht was mir fehlt ...
Ich fühle mich sehr wohl "allein", komme bestens klar und wehre mich
auch teilweise gegen Eindringlinge in mein beschauliches Leben zwischen
mir und meinem Rad.
Doch ist es ein wahnsinniges Gefühl zusammen nach Hause zu gehen,
aufzuwachen und zu wissen,diesen Menchen musst du nicht wieder
verlassen, sondern kannst ihn 10 Tage begleiten. Meinem neuen
"Begleiter" setzt die Einsamkeit oft sehr zu, weil dieser sehr wichtige
Halt, den ich von euch zu Hause bekomme, ihm nicht so gegeben ist.
Ich kann mich nur bedanken, dass ihr alle so hinter mir steht, durch
Emails, Gästebucheinträge und vor allem durch Interesse und Zuversicht:
"wer, wenn nicht du, Timo!","lass es krachen", "Tiger' beiß dich
durch", " es ist schön, Dich in Gedanken begleiten zu dürfen."....
Ich fühle mich sehr stark und werde Sydney napoleonisch stürmen, auch durch eure Hilfe -
Besten Dank, ich werd's reißen!
23.08.: Gedanken:
China; eine Hassliebe
Einen Schritt vor deiner Türr findest du die Welt - die Welt ist mein Zuhause.
Die Tage ziehen an mir vorüber, sie reihen sich aneinander,
verschwimmen ineinander und schenken mir jeden Tag aufs Neue dieses
eine, ganz neue Gefühl: ganz gleich, wo ich mich aufhalte, in den
tiefen Sibiriens oder gar hier nun in Xian in Zentralchina nach 6600
km, es ist der Mensch, der mich lehrt und lernen lässt.
In Dreck stehend bekomme ich von den Bewohnern ein Lächeln, welches
eine ungeheure Ausstrahlungskraft besitzt und mir vor Wärme und
Herzlichkeit manchmal gar die Tränen in die Augen treibt.
Die Chinesen tun so viele Dinge auf ganz unterschiedliche Weise,
verbrennen ihren Müll 2 m vor ihrer Haustür oder Männer lassen nahezu
allesamt ihren Hosenstall offen, aber trotzdem könnten sie auch meine
Nachbarn sein.
Ich bin ein Fremder auf meinem Rad ... ein Amerikaner? ..., es
interessiert sie nicht sonderlich, ich bin da und dies reicht, sie
merken schnell, dass mein Chinesisch mehr als eingerostet ist, nehmen
es hin und lassen mich neben ihnen leben, ganz selbstverständlich,
warum denn auch nicht? Ein Grinsen, ein aus dem Herzen kommendes Lachen
von mir lädt selbst zu einem eigenen ein und so gibt es Abende, wo wir
lachend in meinem Hotelzimmer sitzen und versuchen, den anderen
Menschen, der so weit von zu Hause entfernt seinem Leben nachgeht,
kennen zu lernen und zu verstehen.
Ich werde zugleich traurig, weil ich immer mehr realisieren darf, dass es soooo einfach doch nur ist.
Die einzige Prämisse ist nur, wie du dich gibst und wie viel eigene Wärme du vermittelst.
Komme ich vermummt in den Libanon mit einer fetten Knarre in der Hand,
am besten noch versteckend in meinem hochgerüsteten Panzer, weiß ich
was passiert ...
komme ich offen in den Libanon mit einem Rad, weiß ich was passiert, nichts anderes als hier und überall.
Ich will keine Lebensweisheiten in die Welt setzen, dafür bin ich
einfach noch zu jung, aber man sollte einmal einfach mit seinem
Nachbarn anfangen.
"Die Ossis asozial; die Polen dumme Bauern, Diebe und Billigarbeiter!"
Alles Quatsch, alles Blödsinn, es ist so simpel, jeder sucht nur seinen
Weg um durchzukommen.
Es ist aber auch dieses andere China: der täglich neue auf meinen
Lungen ablagernde Ruß der Pestschleudern, der finsternen Abgaswolken,
des milchtrüben Smogs, der jeden Versuch der Sonne durchzudringen
erstickt und der Müllverbrennungen auf den Straßen...
es ist die Landschaft, die es nicht mehr gibt, die mich krank werden
lässt: Durchfallwochen, Asthmaspray in der Nacht, eine eigene Dreckhaut
lassen mich dieses Riesenreich auch verachten.
Verachten wäre für Folgendes nicht das richtige Wort,es ist eher solch
eins wie den "Atem nehmend":ich spreche vom Faktor Mensch - der Mensch,
der sich verhundertfachen kann in nur einer einzigen Sekunde, der um
dich herumkreist, dir den Platz raubt, der dir gar auf die Toilette
folgt für den ultimativen Testvergleich -
der Faktor Mensch, der still beobachtet und in mir eine Wut entstehen
lässt, die mich ohnmächtig werden lässt "bitte, lasst mich", "ich will
nicht","nein, ahahaahah".
Ich rase innerlich und manchmal auch leider äußerlich vor Wut, merke
zugleich, dass ich nun zuweit gegangen bin, mir den Tag versaut habe
und den Rest des Tages fluchend auf dem Rad sitze, auf Lkw's frontal
zurase, um meinem größtenwahnsinnigen Ärger Luft zu machen um diese
verdammten Hupen stoppen zu können.
Zur Beruhigung zählte ich gar selbst einmal die Hupen, das Ergebenis zog mich aber noch mehr runter:
in 63 Min. 70 Hupen, oder besser formuliert: Donnertröten.
Es fällt mir schwer diese eine böse Seite von mir so deutlich
wahrzunehmen (ehrlich, aber wahr).China zieht mir dabei aber auch jeden
Tag aufs Neue die Hosen aus, reizt mich und fordert mich heraus meine
eigene Balance zu finden -
ich muss noch viel lernen ...
23.08.:Gedanken:
Shaolin ist nichts anderes als komplett ausgestorben
Ich habe meinen Augen nicht mehr trauen können bei all den
Schändigungen: "drink section 1-3", riesige komfortable Dixie Klos, ein
beschissenes importiertes Kamel aus dem Nirgendwo zum Reiten (warum?),
alle 50 m Telefonzellen, bei denen man selbst, man höre und staune,
Auslandsgespräche tätigen kann , "battery car parking lots" (das
Augenmerk liegt auf Batterie, es ist nicht nur bildlich zu verstehen),
Eingangsschranken (10 Euro Eintritt), "private Personal Channels",
Kioske mit Würstchenstand, 5Sterne Hotel (50 Tacken die Nacht), Snob
Restaurants, Überwachungskameras, Flutwellen von Touris mit beknackt
aussehenden gelben Einheitsmützen, Regenschirmen und Mönch-Plastiktüte
zum Shoppen, befördert durch mehr als 50 Golf- Buggys usw.
Das war mal alles nicht.
Vor 5 Jahren war ich dort alleine, nur ich unter 6000 Schülern,
fightend, und jetzt: alle Schüler wurden ins näher gelegene Dengfeng
"deportiert"und das Brutalste: es gab mal ein Dorf,
ein 600 Seelendorf mit Häusern, alles per Bulldozer niedergerissen, die
Bewohner wollten selbst den Abt umbringen, stürmten das Kloster. Ein
Stadion, ein dickes Stadion, stand dort auch einmal, niedergerissen,
wegen all der Touris.
Nun, ich muss mir eingestehen, vor 5 Jahren war ich selbst einer, auch
wenn ich das nicht einsehen möchte. Ich stand da nur mit Tränen in den
Augen und bin nach der "Bestandsaufnahme" der
Vergewaltigungen gleich wieder abgehauen, ich war rasend vor Wut.
Ich wollte eigentlich an diesem Ort in die Vergangenheit reisen, aber es war mir gänzlich unmöglich ...
Dieser Ort hatte einmal eine wahnsinnige Magie, Qi Gong, Meditation, Yoga war ein Mittelpunkt, nun hat der Hype begonnen
auch wenn die Freundschaften damals über meine Zeit nicht gehalten
haben, war es eine geniale Zeit, alleine auf zum Kloster, nun naja.
22.08.: Noch kein Tagebuchtext vom Radler eingetroffen
An dieser Stelle muss ich mich einfach einmal entschuldigen, da ich
einen neuen Text von Timo versprach, sich aber bisher nichts tat.
Ich gehe davon aus, dass sich Timo mit dem deutschen Radler getroffen
hat und sich die zwei viel zu erzählen haben. Aus diesem Grund scheine
ich auch noch keinen Text im Mailpostfach zu haben.
Gedulden Sie sich also bitte noch ein wenig! Neue Infos - aus erster Hand - wird es sicher bald geben!
21.08.: Treffen mit einem Radler aus Deutschland
Habe gerade meine Mails gecheckt und gesehen, dass ich
momentan noch keinen Text von Timo erhalten habe. Sobald er jedoch
in meinem Postfach ist, setze ich ihn natürlich gleich ins Tagebuch.
Timo scheint sich riesig auf sein Treffen mit Andreas Alt zu freuen, da
die beiden gemeinsam eine Strecke zurücklegen wollen. Warten wir also
gespannt auf neue Infos!
hier: Timos 2. Artikel, den er für die Szens geschrieben hat!
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20.08.: Ab Montag/21.08. neuer Tagebucheintrag vom China-Radler und viele neue Fotos!
Timo hat Xian erreicht!
19.08.: Neue Nachrichten und Fotos erscheinen in den nächsten Tagen! (am 20.08./ 21.08.!)
Morgen wird Timo in Xian eintreffen, ganze 60 km stehen noch
aus. Timo berichtete, dass er sich durch die Klimaanlagen
ein wenig erkältet hat und auch die Abgase machen ihm sehr zu schaffen.
Xian gehört übrigens zu den 16 Städten in China, in denen weltweit die
höchste Luftverschmutzung gemessen wird. Von dort wird Timo uns
wieder einen persönlichen Tagebucheintrag gönnen. Neue Fotos werden
momentan hochgeladen und bearbeitet. Gedulden Sie sich also noch ein
wenig!
13.08.: "Simbabwe Bulldozer lassen grüßen!"
(Auszug aus unserem kurzen Telefonat)
"Heulend, gefrustet und wütend verlasse ich meinen völlig
zerstörten Kung Fu Shaolin Ort. Das Kloster steht noch - alles andere
ist weg und plattgewalzt. Riesige Parkplätze und "Holiday-
Attraktionen" sind hier entstanden. Nichts erinnert mehr an einen
friedvollen und idyllischen Kung Fu Schulungsort. Was ist mit all den
Menschen geschehen, die hier gemütlich miteinander ihre Zeit verlebten?
Sind sie je für all diesen "kommerziellen Überfluss und Blödsinn"
entschädigt worden oder nur abgeschoben an einen anderen Ort? Touristen
über Touristen drängen sich in Massen über die Plätze, sie spielen
vollkommen ahnungslos dieses "Konsumspiel" mit. Sie können nicht ahnen
und ermessen, was sich noch vor einigen Jahren an diesem "heiligen" Ort
hier abgespielt hat. Vor lauter gelben Tourikappen und Regenschirmen
erinnert hier nichts mehr an meine "Shaolinzeit". Mönche lassen sich
von Touris begaffen und fotografieren - es macht mich wütend und
wahnsinnig traurig zugleich.
Mein altes Schulrestaurant hat sich in ein ***** Sterne Hotel
verwandelt. Es ist unfassbar und kaum zu glauben, wenn ich es nicht
selbst mit eigenen Augen gesehen hätte.
Bin jetzt weg hier und in Dengfang gelandet. Meine Nacht werde ich bei einem Studenten verbringen."
12.08.: Zu Hause angekommen - in meinem Kloster
"Mit Tränen in den Augen bin ich zu Hause angekommen; 6093 km, super
geil, Kiddies voll am Abgehen auf mich und mein "butterfly"; umringten
mich und ich fing an zu weinen, Skorpion und Grashüpfer unter dem
Tisch!"
10.08.: "Zhenzhou erreicht, verdammte 5999 km als ich vorm Hotel stand, 363 h, 50 Min.:
Jetzt nur noch 80 km bis zum Shaolin Kloster, in dem ich 2 bis 3
Tage bleiben werde, am 11.08. Internetarbeit - vermisse meine Homepage."
09.08.: Xinxiang gegen Nachmittag erreicht
"Morgen werde ich Henans Hauptstadt "Zhengzhou" (6,2 Mio. Einwohner, ich sag ja, Gesichterlandschaft) erreichen. Kümmere mich dort um Fotos und Tagebuch.
Meine dritte und letzte Fahrradkette ist runter und liegt im Benzinbad.
Stehe hier in einer Zeitung wegen der Radaktion über die ich
berichtete. Zwei Fernsehsender nahmen mich auch ins Visier und
berichteten über mich (natürlich nicht über "ai").
Chinesen stehen total auf meine Haare an den Beinen, zupfen fasziniert daran ( haben wirklich nur ne Handvoll kleiner Stoppeln).
Die LKW Hupen zerschmettern mir das Trommelfell, völlig willkürlich und
grundlos scheinen die auf der Tröte zu liegen (gleichen den Sirenen der
Fußballfans). Es ist dreckig, bin auf der Suche nach einer Atemmaske,
kein Scherz, haltet mich nicht für einen Hypochonder, aber abends habe
ich Probleme tief und ruhig einzuatmen, hatte ich noch nie.
"Laut Weltbank liegen 16 der 20 Städte mit der weltweit schlechtesten
Luft in China, rund 250.000 Menschen sterben jährlich an der
Luftverschmutzung, so die Weltgesundheits-
organisation (WHO). Mit die größten Dreckschleudern sind die veralteten
Kohlekraftwerke, die für den Großteil der Energieproduktion in China
sorgen."
Ansonsten habe ich mich in den Menschen verliebt und stehe morgens mit
einem guten Gefühl auf und freue mich, wieder in Bewegung zu sein,
Leute am Straßenrand in ihrem Treiben zu beobachten und dutzende Grüße
und lächelnde Gesichter einzufangen, jeder trägt DAS HERZ AM RECHTEN FLECK,
überall. Mein "butterfly"(Rad) fliegt und wird bewundert, wird schon
rot bei all den Komplimenten, bloß langsam wird sie, flirtet mit allen
Drahteseln um sie herum."
Gruß Timo
08.08.: "Mir geht's bombastisch!"
"Das "Flirten" auf chinesisch fällt mir jedoch noch ein wenig schwer, doch meine skills verbessern sich von Tag zu Tag :-)!
In 2 oder 3 Tagen dürfte ich mein altes Shaolinkloster
erreicht haben und bleibe dort ca. 3 Tage. Heute geht's über den
"Gelben Fluss / (黄河, den zweitlängsten Fluss Chinas. Verdammt
schmutzig ist es hier überall; mein Rad läuft 1a!
Hier gibt's nichts als Menschen, eine "Gesichterlandschaft!"
Hier ein Vergleich:
Bundesrepublik Deutschland:
Fläche: 357 031 Quadratkilometer
Einwohner: 82,5 Mio.
Bevölkerungsdichte: 231 Einwohner je Quadratkilometer
Provinz Henan:
Fläche: 167 000 Quadratkilometer ( 46,77 % der Fläche Deutschlands)
Einwohner: 92,6 Mio. ( Aber: Zusätzlich noch 12,24 % der Einwohner Deutschlands hinzu und das bei weniger als der Hälfte der Fläche der BRD!!!)
Bevölkerungsdichte: 554,49 Einwohner je Quadratkilometer
07.08.: Klingelzeichen ertönt täglich und bedeutet:
"Es geht mir gut !"
Gruß Timo
04.08.: Persönliches von Timo
( 120 km in den Beinen )
Hallo,
glaubt mir, es kann mir nicht besser gehen.
Bin heute nichts Böses ahnend auf einen professionellen Radler aus
China getroffen und habe mit ihm, anfangs eher ablehnend, Kilometer
abgrissen. Seinen Schnitt von 30 konnte ich nur mit Mühe halten.
Wie dem auch sei, 45 km/h düste ich mit ihm voran, eigenartigerweise
fuhr ein Begleitmotorrad immer neben uns her, weshalb, das sollte ich
später noch erfahren.
Wir legten also eine Wegstrecke zusammen zurück und wurden von seinen
Freunden abgefangen und begleitet. So waren wir also nach einer
geschlagenen Stunde um die 10 Radler.
In Xiatan angekommen, hieß es einmal wieder "Augen zu und durch", denn
eine Stadt besitzt hier mindestens eine Million und mehr Einwohner,
sprich 10 Millionen Autos (naja, nicht so viel, aber schon eine
erhebliche Menge mehr).
Wir wurden immer schneller, irgendetwas stand wohl an, aber ich hatte
keinen Schimmer und trat einfach mit in die Pedalen und schon waren
alle am Lossprinten, 50 km/h.
Am Horizont tat sich eine unglaubliche Menschenmenge auf, 150 und mehr
Menschen, dicht zusammengedrängt standen sie an einer Art
provisorischem Ziel- Einlauf.
Mit Knallern, roter Schleife, Blumenkränzen, schönen Frauen, lauter Musik und Kameras wurden wir empfangen.
Ein überdimensionales Fragezeichen stand dabei auf meinem Gesicht, auf deutsch gesagt: "Was geht denn jetzt ab?"
Ich war mittendrin und überall nur gaffende Chinesen. War das noch
nicht genug, so waren auch wieder Vertreter der Presse vor Ort und
hielten uns Kameras und Mikrophone ins Gesicht. Hähahähhähhäh, habe ich
jetzt was Falsches gemacht oder gar verbrochen?
Bald stellte sich heraus, dass 5 angehende Profi- Radler die Provinz
Hebei umrundet haben und das war Grund und Anlass zum Feiern.
Naja, als dann meine Geschichte ( natürlich nichts über "ai") publik gemacht wurde, war das Geschrei groß: Morgen steh ich in der Zeitung bzw. bin ich im Fernsehen zu sehen.
Warum? Kurz darauf gab es ein fettes Dinner mit 20 und mehr Leuten,
dabei all die Pressevertreter, die (das Glück nahm kein Ende) über eine
Englische Studentin mich ausfragten.
Ich aß mir einmal wieder köstlich den Magen voll.
Doch es nahm kein Ende: als "Hero" wurde ich darauf mit 2 anderen
Radlern in ein 5 Sterne Hotel gehievt: hier gibt es selbst eine
Minibar, Internet auf dem Zimmer (schreibe gerade von hier), großen
Fernseher und goldene Handtuchhalter.
Morgen gibts nach dem Frühstück im Hotel (!!!) eine Ausflugstour mit
der ganzen Mannschaft irgendwohin, wo weiteres Tolles auf mich warten
wird.
Ein wirklich krasser Tag, vorallem - so völlig überraschend und
plötzlich mitten umringt von Chinesen zu sein, alle klatschen dir zu
und du stehst da ohne den geringsten Schimmer.
Mit Worten kaum zu beschreiben, selbst meine dutzenden Fotos werden das niemals mehr so live dokumentieren können.
Bis bald!
Timo
03.08.: Shijiazhuang erreicht
Per E-Mail teilte mir Timo mit, dass er Shijiazhuang erreicht hat und sein Tacho nun 5561 km anzeigt. Es geht ihm gut.
Vor ihm liegen allerdings noch einige Kilometer bis Zhengzhou. Knapp die Hälfte des Weges hat er geschafft.
Auf der Kartenansicht (oben) weist die erste Pfeilspitze auf Timos derzeitigen Standort.
01.08.: Reiseziel Zhengzhou / Provinz Henan wird anvisiert
( Entfernung ca. 700 km)
In den frühen Morgenstunden ( 8 Uhr) ging es weiter in Richtung
Henan. Dort ist ein bekanntes Shaolinkloster, in dem Timo bereits mit
15 Jahren seine Kung Fu Kenntnisse weiter ausbildete. Viele Kung Fu
Kämpfer werden hier in entsprechenden Schulen unterrichtet. Timos
Vorfreude auf diesen Ort ist dementsprechend groß. Er wird in den
nächsten Tagen eine Strecke von ca. 700 km zurücklegen müssen. Täglich
möchte er bis zu 100 km schaffen.
31.07.: News vom Radler
Hallo zusammen,
ich, Timo Müller, melde mich an meinem 122. Tag von meiner Tour aus
Beijing, China nach 5258 km und habe einmal wieder die Zeit und
Möglichkeit gefunden Sie/ Euch über meine Tour per Galerie
("China") zu informieren.
Nahezu die ganze Woche über lag ich leider krank im Bett, dementsprechend fällt das Tagebuch diesmal weg.
Durch die mir sehr hinderliche Zensur hier vor Ort, können die Fotos
leider auch erst am Dienstag, den 01.08.2006 erscheinen. Ich bitte dies
zu entschuldigen bzw. um Hilfe, diesem chinesichen Verbrechen ein Ende
zu setzen via irrepressible.info, einer Aktion amnesty internationals.
Nächste Pläne: In einer Woche weitere 700 km abspulen, um die Provinz Henan zu erreichen.
Gruß
Timo
30.07: In Kürze gibt es wieder Neuigkeiten
(z.B. Fotos,.........)
25.07.: Peking wird erkundet
Bis zum 31.07. will "Pedaloman" diese riesige Metrople unsicher machen.
Sehenswürdigkeiten und mehr... stehen auf dem Programm.
" Mir geht's ausgezeichnet, Benjamin ist ne klasse Type und verpflegt
mich hier wie eine Mama, die Stadt gefällt mir und ich bleibe bis
nächsten Montag...war heute in der "Verbotenen Stadt" , gestern allein
mit dem Rad zum "Platz des himmlischen Friedens", durch die ganze Stadt
musste ich - danach mit Stadtplan zu Benni, kein Ding, fetter
Radstreifen ( 4 m breit, überall ). Grüße aus Peking an ALLE!"
23.07.: In den nächsten Stunden trifft Timo in Peking ein
Heute wird Timo Peking erreichen und deshalb gehe ich davon aus,
dass er in Kürze wieder von sich hören lässt. Die Adresse einer
Unterkunft (im Norden der Stadt) habe ich ihm bereits übermittelt und
nun liegt es an ihm, sie in dieser riesigen Stadt zu finden. Warten wir
also noch ein wenig ab.
SMS: "Bin jetzt in Peking und gut bei Benni angekommen." Zeit: 10 Uhr MEZ
21.07.: " Super krasser Tag!"
Timos Anruf / einige Inhalte:
"Bin in Hubai in der City, ist wie auf einem Weihnachtsmarkt.
Innerhalb von Minuten wurde ich von ca. 200 Chinesen umringt, die mich
alle neugierig anstarrten. Eine Frau schafft es mit mir in Englisch zu
sprechen, ist hier sonst so gut wie unmöglich. Hier gibt es nur Räder
und sogar Parkplätze für Räder. Ein Rad angekickt und es gibt
einen Dominoeffekt.
Habe jetzt 5054 km geschafft und bin in 2 Tagen in Peking. Die Städte
hier sind der Hammer / Wirschaftswachstum, zum Teil aber auch sehr
dreckig. Die Leute laden mich zum Frühstück und Essen ein, es ist der
pure Wahnsinn. Alle sind wahnsinnig nett.
Ich stehe jetzt immer um 7 Uhr auf und radel um 8 Uhr los. Es macht super viel Spaß, die Landschaft hier ist toll."
19.07.: Die Pedalen rotieren kräftig
Timo scheint es gut zu gehen, da unser vereinbartes Klingelzeichen
regelmäßig ertönt und mir bestätigt, dass es ihm gut geht. Ich denke,
dass ich in den nächsten Tagen Näheres erfahren werde - auch über
seinen derzeitigen Standort, denn er tastet sich ja langsam aber
sicher immer näher an Peking heran.
Anruf gegen 17 Uhr: "Es geht mir gut; habe neue Hose
geschenkt bekommen, da meine nun völlig hin ist und eine Übernachtung
im Hotel umsonst; gebe am Tag 50 Cent für ein Essen aus, 1 Euro kostet
eine Übernachtung im Hotel; bin überwältigt von dem neuen China; Morgen
klemme ich meine Kamera ans Rad und dann wird gefilmt, hoffe es klappt!"
16.07.: Es geht weiter in Richtung Peking / Beijing
In den frühen Morgenstunden machte sich Timo wieder auf in Richtung
Peking - begleitet von "9 million bicycles / Katie Melua" im Ohrstöpsel.
Die letzten zwei Tage waren für ihn ziemlich anstrengend, da er Stunden
im Internetcafé verbrachte, um Fotos und neue Texte ins Netz zu stellen
( Berichte für 3 Zeitschriften, Tagebuch...). Nebenbei muss er dann
auch noch ein auftretendes Durchfallproblem lösen. Ein bewegtes
Radlerleben, das Timo derzeit führt und ihm kaum Verschnaufpausen
einräumt. Er meistert es mit Bravour, wie ich finde. Meine Hochachtung
ist ihm sicher.
SMS traf gegen 13 Uhr ein:
"Heute 60 km geschafft, bin im Hotel 6qm Zimmer, Fahrrad komplett gesäubert, Straßen super Qualität, Durchfall weiterhin!"
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