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Friday, 9. June 2006

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AKTUELL:

Stand: 27.08.07: Studium beginnt

Heute erste Einweisungen in mein beginnendes Studium. Es kann also losgehen, bin gespannt. 

 

04.08.07:  Was ich gerade mache...?

Ich arbeite meinen ersten Vortrag aus, der zu Beginn des nächsten Jahres in Braunschweig stattfinden wird.  Viel Arbeit steht noch an und dann geht es Mitte August auf nach Maastricht, Umzug ist angesagt.

Mein "neues Rad" werde ich allerdings selbst - mit eigener Pedalkraft - Richtung Maastricht lenken, ich muss schließlich ein wenig im Tritt bleiben und mein neues Gefährt gebührend einweihen. 

 

Todesmeldung vom Radladen!!!  26.07.07rad_schmetterling

 

 

 

 

 

Der Schmetterling ist tot!!! Mein Rad ist durch den Autounfall kurz nach meiner Ankunft in Deutschland (auf den ersten 500 m) völlig zerstört, gestern kam die Todesmeldung vom "Radstudio Braunschweig": Der Rahmen ist gerissen.

Neben Daumen- und Ellbogenbruch muss ich nun nach 20.748 km mein treues Gefährt zu Grabe tragen.

 

Meine Vorträge an Schulen verliefen bislang sehr gut und machen mir wahnsinnigen Spaß!

grennderung_schler_und_lehrer_013 hier an einer Realschule in Braunschweig

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Mein neues Video von der Abi- Abschlussrede an meiner alten Schule ist fertig!

- vom 30.06.07 in Braunschweig - 

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Film:

"Radeln für die Menschenrechte"

 

 

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zu bestellen bei

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28. Newsletter Radreise Australien (4)/ai: Ankunft=Braunschweig: 20748 km/ 22346Euro

 

 

Was gibts jetzt noch? Die Reise ist doch vorbei! Denkste, Sat1 und Bob Marleys Sohn sind eine der neusten Highlights von cycling for human rights.

 

 

 

 


Ich, Timo Müller, gerade erst einmal blutjunge 21 Jahre alt, hatte mich am 01. April 2006 auf eine Solidaritätsbekundung für die unglaublich lobenswerte Arbeit aller Menschenrechtler der Welt begeben. Auf mich allein gestellt bin ich mit dem Fahrrad über den Landweg nach Australien gefahren:

20. 748 Kilometer, 426 Tage und

 

22346,53 Euro Spenden!!! (5741 € in nur 45 Tagen seit dem letzten Newsletter)

 


Mit dem Rad von Braunschweig (Deutschland) nach Sydney (Australien)

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Zunächst:

SAT 1 - Bericht über mich: hier...thumbnailserver2

Ich bin wieder da mit der wohl schrägsten Anekdote schlechthin!!!

Das Timing hätte einfach nicht besser sein können!  20748 km falle ich nicht einmal vom Fahrrad, doch Deutschland prügelt mich nieder! Da schwang ich mich morgens um 8 Uhr früh voller Vorfreude auf den Sattel, um von Frankfurt die letzten Kilometer gen Braunschweig zu erstrampeln, so krachte mir doch prompt ein Autofahrer nach ganzen 500 m hinten drauf. Völlig schuldlos katapultierte mich der Aufprall über das Lenkrad: Ich brach mir den rechten Daumen (welcher bereits unter Vollnarkose operiert werden musste bzw. weitere Physiotherapie benötigen wird), den linken Ellbogen und mein tapferes Gefährt verzog sich den gesamten Hinterbau (Kostenschwerpunkt der Reparatur: 1000 €). Und da ersetzte mir doch einen Tag vorher noch mein Hauptsponsor riese und müller nahezu das komplette Fahrrad, welches sie mir ebenso als Anerkennung schenkten. Ob verdreckte Schraube, Kettenblatt, Federung oder Achse, mein "Schmetterling" war neu geboren und startklar für die nächsten 20.000.

Die Polizei mit Krankenwagen im Schlepptau waren sofort zur Stelle sowie mein Anwalt kurze Zeit später im Nacken des Kamikaze- Piloten, welcher mich aggressiv von der Straße wegsäbelte.

Gottlob begleiteten mich zwei Schulfreunde, welche mich letztendlich nach Braunschweig im Auto brachten. Und da war ich nun wieder daheim am 28.5 nach 426 Tagen, empfangen von über 150 Menschen am Braunschweiger Rathaus! Ich übergebe besser den Journalisten das Wort und verweise auf die Zeitungsberichte, welche meine Ankunft publik machten.

http://www.newsclick.de/index.jsp/menuid/2048/artid/6802345

http://www.newsclick.de/index.jsp/menuid/2160/artid/6802945

Braunschweigs Bürgermeisterin Friederike Harlfinger, welche mich in Empfang nahm, schrieb ins Gästebuch: "Sie haben ein gutes Zeichen gesetzt. Es ist wunderbar zu sehen, dass es Menschen wie Sie gibt, und wir haben großen Respekt vor Ihnen und Ihrer Leistung!"
 

ERSTE FOTOS VON TIMOS ANKUNFT IN BRAUNSCHWEIG!!! hier...


Zur Akklimatisierung fand ich seit den 30 Tagen, die ich nun schon wieder hier bin, kaum Zeit. Meine Schaffenswut war die folgende:

31.5: Besuch bei Radio FFN & Radio Okerwelle & meinem Anwalt bezügl. des Unfalls

1. 6: Operation am Daumen: Nach 4 Wochen kommt morgen der Gips ab (voraussichtlich Physiotherapie für den Daumen) + "OP" fürs Rad selbst (mein lokaler Sponsor das radstudio war sofort zur Stelle und versorgte mein Gefährt). 

2.6:
Benefizkonzert für cycling for human rights: 500 Gäste!!!

Ich habe einen SPENDENCHECK überreicht bekommen!!! resize_of_pic00005

Axel Uhde, Chef von Radio Okerwelle überreichte mir für meine Aktion:

" cycling for human rights " am 22.06.07 im Sender Radio Okerwelle einen Spendencheck - des Benefizkonzertes " FEINE HERREN UND FEINE FREUNDE " - in  Höhe von 3500 Euro !

Somit gehen weitere 3500 Euro auf das Spendenkonto Amnesty International!

Ein herzliches Dankeschön an alle Beteiligten und an alle Konzertbesucher!


04.06: Sofort nach Berlin: Zusammentreffen in Berlin mit der ai- Generalsekretärin Barbara Lochbihler. Foto- Shooting am Brandenburger Tor mit der dpa  (selbst die Siegener Zeitung berichtete später über mich) & 45- minütige Präsentation vor versammelter Mannschaft!!!

ai-Sektion empfängt Timo Müller in Berlin  ©Jens Liebchen

ai-Sektion empfängt Timo Müller in Berlin

5.06 - 9.06: Fahrt gen Maastricht, Holland zum Tag der offenen Tür der hiesigen Universität, jetzt wird gebüffelt: Politikwissenschaften, Internationale Beziehungen und Wirtschaft auf Englisch für die nächsten 3 Jahre bis es heißt: 1 Jahr Südamerika mit dem Rad.

12.06: Sat 1 kam aus Hannover für 2 Stunden Dreharbeiten bei mir vorbei (Bericht s.hier). RTL meldete sich beim Medienteam amnestys in Berlin, aber sie haben leider nur Interesse an bewegten Bildern von der Tour/ heute erst sagte Stern TV deshalb auch ab, Mist!!!

Ich versuchs weiter, z.B. bei der Neon)

22. -24. 06: Nobelbutze nur für mich.

Ich hatte beim Fotowettbewerb des Michael Müller Verlags Platz 8 erreicht!

Der Gewinn: Ein Wochenende für 2 Personen in Berlin. 2 Übernachtungen im Estrel Berlin inklusive Frühstück und dem Besuch der Show "Stars in Concert".

Europas größter Convention-, Entertainment- und Hotel-Komplex  war ein Knaller, ja was sag ich ein Superlativ an Erholung für 1203 h Strampeln.

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Die nächste Runde des Wettbewerbs ist schon eingeläutet: Cycling for human rights ist wieder mit von der Partie (s. hier )


Das Wichtigste weiter kurz gefasst:

- Am 02.07 treffe ich bezüglich ai auf den Sohn von Bob Marley in Niedersachens größter Disko, dem Jolly Joker, ich bin gespannt!!!

Bild zeigt: ZIGGY MARLEY & BAND

ZIGGY MARLEY & BAND

Mo 02.07.2007 | 20:00 UHR | KONZERTE



- Der 2. Teil des Films "Radeln für die Menschenrechte" (1. Teil hier ;bereits 1055 x aufgerufen) erscheint demnächst, die Arbeiten laufen auf Hochtouren. Ich werde berichten.

- Die Menschenrechtsarbeit geht weiter in Schulen:

Die Schulen Grundschule Sassenburg (Klassen 1 - 4), Humboldt- Gymnasium Gifhorn (Klasse 6 & 12) sowie die Gesamtschule Querum/ Braunschweig (Klasse 9) laden mich zu Vorträgen  ein. Die Berufsschule Gifhorn gar zum Redner auf der
Schulentlassungsfeier.



Die weitere Planung:

30.06: Rede an meinem ehemaligen Gymnasium anlässlich der diesjährigen Abiturentlassung (Thema: "Lohnt es sich in seinem Leben Riskien einzugehen?").

Abirede werde ich auf meiner Homepage später veröffentlichen.

- Weitere Pläne: Studium, Dia- Vortrag ausarbeiten, Buch schreiben, Homepage völlig neu strukturieren, neues Projekt planen für 2010 (voraussichtlich für ein Jahr mit dem Rad nach Südamerika, mal schauen; aber eins steht alle Male fest: "ICH WILL ES KRACHEN LASSEN!")

 

Ob Ironman, Sahara, Everest oder gar Antarktis, cycling for human rights war erst der Pilot zur Serie!

 
Timo Müller

 
 

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Mit freundlicher Unterstützung von:
 

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amnesty international, für die Menschenrechte; www.amnesty.de

Finnland: www.amnesty.fi

Mongolei: www.amnesty.mn

Thailand: www.amnesty.or.th

Australien: www.amnesty.org.au

Internationales Sekraetariat, London: www.amnesty.org

 

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24.06.: Habe einen Spendencheck überreicht bekommen: 3500 Euro!!!

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Ich bekam am Freitag (22.06.07) einen Spendencheck vom Benefizkonzert der " FEINEN HERREN und FEINE FREUNDE ". Axel Uhde überreichte mir 3500 Euro für meine Aktion "cycling for human rights"! Ein herzliches Dankeschön an alle Beteiligten und auch an alle Konzertbesucher!!!

Timo

 

 

03.06.: auf dem Weg nach Berlin

Ich bin auf dem Weg nach Berlin, um am Montag mit der Generalsekretärin amnesty internationals/ Deutschland, Frau Barbara Lochbihler, zusammenzutreffen. Im Berliner ai-Büro werde ich einen Vortrag halten und den Spendencheck überreichen.

Das gestrige Benefizkonzert war einfach genial.  Nochmals mein Dank an den Organisator Axel Uhde und alle Akteure! 

 

01.06: Mein "OP Tag"

Die OP an meinem Daumen verlief gut, obwohl ich momentan noch ein wenig dröge bin, da ich eine Vollnarkose bekam. Schreiben muss meine Ma, da ich das mit der linken Hand erst lernen muss, aber es wird.  Ich habe momentan heftigen Stress, da morgen das Benefizkonzert läuft und gleich am Montag ein Pressetermin mit der ai- Generalsekretärin Deutschlands in Berlin folgt. Mitte der nächsten Woche geht`s dann nach Maastricht, um mir eine UNI anzusehen, denn die Bewerbungen müssen schnellstens raus. Tja, und das alles mit n`em kaputten Daumen und einer Fraktur im linken Ellenbogen. Nicht zu vergessen, dass seit meiner Ankunft das Laptop meiner Ma den Geist aufgegeben hat und wir uns nun an meinem "alten Konfirmations-PC" versuchen, ich mit linker Hand und alles im Schneckentempo. Es kann nur besser werden!

Gruß Timo 

 

Timo ist zurück: "Ich habe geschrien, geweint"

Amnestyradler wird bei gestriger Ankunft bejubelt und gibt erstes Interview: Spendenziel überraschend erreicht

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WEDESBÜTTEL.  Nach 425 Tagen auf dem Fahrrad und 21 000 zurückgelegten Kilometern ist der Wedesbütteler Amnesty-Radler Timo Müller (21) gestern am Braunschweiger Rathaus umjubelt empfangen worden. Redakteur Uwe Hildebrandt führte mit ihm nach der Ankunft ein erstes Interview.

Was sind Ihre Gefühle bei der Heimkehr nach so langer Zeit?

Ich habe geschrien, geweint –  und mich auf der anderen Seite tierisch gefreut, all meine Leute wiederzusehen. Ich bin überwältigt davon, was meine Mutter hier für einen Empfang organisiert hat. Ich muss aber auch realisieren, dass meine Menschenrechtstour jetzt vorbei ist. Die Gefühle sind also sehr gemischt. Aber unterm Strich ist die Erleichterung groß, dass meine Mission nun erfüllt ist.

Ist sie den wirklich ganz erfüllt – die angepeilten 20 000 Spenden-Euro sind doch noch nicht zusammen?

Ich habe auf der Tour 17 500 Euro für Amnesty International gesammelt. Gerade wurde mir bei meiner Ankunft eine 2500-Euro-Spende zugesagt. Das finanzielle Ziel ist damit erreicht, ich bin glücklich.

Wie war es, nach so viel durchquerten Ländern die letzte Strecke vom Frankfurter Flughafen aus wieder in Deutschland zurückzulegen?

Ich bin mehr als 20 000 Kilometer durch aller Herren Länder gefahren. Nach 400 Metern auf deutschen Straßen hat mich ein Auto von hinten mitgenommen. Ich musste gleich mit einem Knochenbruch ins Krankenhaus, das Rad hat einen Totalschaden. Deshalb musste ich auch etwas schummeln: Freunde haben mich nach Braunschweig gefahren. Ich gehe jetzt hier gleich ins Krankenhaus und werde operiert.

Wie geht es weiter, haben Sie der Unfall und die mangelnde Unterstützung durch Amnesty entmutigt?

Keineswegs. Ich bin zwar immer noch enttäuscht, Amnesty hätte etwa bei meiner Ankunft in Sydney mehr machen können. Aber ich bin weiter voll motiviert: Ich erarbeite einen professionellen Diavortrag, mit dem ich Geld für Amnesty sammeln will. Ich schreibe ein Buch. Und ich studiere Politikwissenschaft, um meine Erfahrungen zu verarbeiten. Nach den Beinen trainiere ich jetzt den Kopf. Meine Botschaft: Jeder soll über seine Verantwortung nachdenken und seine Träume verwirklichen.

Ist jetzt nach all den Strapazen ein Wellness-Programm eingeplant?

Abgesehen vom Arm fühle ich mich eigentlich fit. Aber ich will tatsächlich lange schlafen und mich von meiner Mama verwöhnen lassen.

Dienstag, 29.05.2007
 

 

Jubel für Extremradler Timo Müller

Nach 425 Tagen Zieleinfahrt vor dem Rathaus

Von Ann Claire Richter

Das waren rührende Szenen des Wiedersehens: Mit Blumen, Applaus und nicht enden wollenden Umarmungen wurde Extremradler Timo Müller gestern vor dem Braunschweiger Rathaus von Freunden und Bekannten in Empfang genommen. Eine ältere Dame hängte ihm ein Buchsbaum-Herz um den Hals mit den Worten "Willkommen zu Hause".

425 Tage hat sich der 21-Jährige, einst Schüler der Neuen Oberschule, abgestrampelt, um die Botschaft von Amnesty International (ai) in die Welt zu tragen. 15 Länder hat er bei seiner Menschenrechts-Tour bis Sydney bereist, musste mit Durchfall in China und hohem Fieber in Kambodscha kämpfen. Timo Müller ist 21 000 Kilometer gefahren und hofft, für jeden Kilometer einen Spenden-Euro einzusammeln.

"Sie haben ein gutes Zeichen gesetzt", lobte Bürgermeisterin Friederike Harlfinger, die den Radler im Auftrag der Stadt willkommen hieß. "Es ist wunderbar zu sehen, dass es Menschen wie Sie gibt, und wir haben großen Respekt vor Ihnen und Ihrer Leistung."

Er habe ein Kulturbotschafter sein wollen, erklärte Müller. "Und ich wollte zudem zeigen, dass Menschenrechte auch in Deutschland bedroht sein können." Seine Aktion Cycling for Human Rights sei "der Pilot zur Serie", also nur der Auftakt zu weiteren Taten. "Ich werde einen Dia-Vortrag ausarbeiten und damit Geld für Amnesty scheffeln, ich werde ein Buch schreiben und – pardon – allen Leute in den Arsch treten, die Menschenrechte verletzten."

Ein kleines Mädchen hatte Müller ein plüschiges Glücksschweinchen in die Hand gedrückt, ums rechte Vorderpfötchen verbunden. Ein Trostpflaster für Müller, der den rechten Arm in Gips trägt. "Kaum war ich in Frankfurt gelandet und hatte mich für den Heimweg aufs Rad geschwungen, da wurde ich von einem Auto angefahren", berichtete Müller grinsend. Heute wird er am Daumen operiert.

Dienstag, 29.05.2007

 

 

 

26.05.: Nur noch 2 Tage!

So langsam können wir die Stunden bis zu Timos Eintreffen in Braunschweig zählen und viele sind sicherlich schon sehr gespannt. Mein Vorschlag: Trinken Sie Ihren Kaffee doch ganz einfach am 28.05. auf dem Rathausplatz in Braunschweig, vielleicht mit einem kleinen Stückchen Kuchen als Beilage. Kurz vor Timos Eintreffen könnten Sie sich noch schnell mit einem Timo-T-Shirt "anhübschen" und sich dann an die Zielgerade stellen.  Wie wäre das? 

Über den genauen Ablauf informieren wir Sie natürlich ab 14 Uhr Vorort!

Also, was gibt es da noch lange zu überlegen?! Kommen Sie!

 

23.05.: Frankfurt erreicht

"Bin gut gelandet im kleinen Deutschland. Über meine Emotionen kann ich derzeit nichts sagen, komisches Gefühl. Heute noch Treffen mit einem Reiseinteressierten, der meinen Artikel in der Frankfurter las, danach ab in die Jugendherberge und morgen dann zu "riese und müller", meinem Radsponsor. Dort Rad gecheckt und dann auf gen Heimat. Grüße alle!" Timo

 

20.05.: Timo auf dem Rückweg

In den frühen Morgenstunden startete Timos Rückflug in Richtung Bangkok, dort wird er sich 2 Tage aufhalten und erneut mit AI Bangkok Mitarbeitern zusammentreffen. Tja, und dann heißt es für ihn wieder ab in den Flieger und auf nach Frankfurt. 

  

17.05.: Timo genießt Sydney in vollen Zügen

Ausflüge, Treffen mit Ai und auch Freunden aus Deutschland, Sydneys Nachtleben und vieles mehr stehen täglich auf seinem Programm - es geht ihm sehr gut!!!

Auch wenn Timo seinen letzten Newsletter auf die Reise schickte (auch hier zu lesen: 15.05.), können Sie seine Aktivitäten weiterhin im Tagebuch verfolgen. So ganz beendet ist sie (seine Reise) ja auch erst in Braunschweig am 28.05. um 15 Uhr am Rathausplatz und bis dahin gibt es sicher noch VIELES von ihm zu berichten! Bleiben Sie doch ganz einfach auch weiterhin Timos Gäste und vergessen Sie den 28.05. in Braunschweig bitte nicht, denn es wäre doch wunderbar, wenn viele Menschen die Zielgerade vor dem Rathausplatz säumen und Timo gebührend empfangen würden!!! - Vielleicht sogar mit einem "TIMO T-SHIRT"- Vorbestellung läuft!

Sie konnten es in Timos Newsletter bereits lesen, gleich am 02. Juni 07 folgt ein Benefizkonzert in der Brunsviga/ Braunschweig um 20 UHR zugunsten Timos Aktion. Auch hierzu sind Sie herzlich eingeladen und der Kartenvorverkauf verläuft bereits, sichern Sie sich eine Karte! Von dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an alle beteiligten Bands, Verantwortlichen und vor allem an Herrn Axel Uhde, der diese  tolle Aktion initiierte!

Sie sehen, es lohnt sich öfter mal Timos Homepage anzuklicken! Sobald Radler, "butterfly" (Timos Rad) und Gepäck im Flieger sind und den Rückflug antreten, erhalten Sie auf dieser Seite wichtige Infos zu Timos Empfang und dessen Ablauf. Bis dahin grüße ich Sie herzlich!

Marion Müller 

 

 

15.05.: TIMO

27. Newsletter Radreise Australien (1)/ai: Ziel=Sydney: 20708 km/

16605 Euro, 412. Tag

Mit dem Rad von Braunschweig (Deutschland) nach Sydney (Australien

 

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Veni, vidi, vici

...

 

ich, Timo Müller, melde mich nach letztendlich 412 Tagen ein letztes Mal von meiner
Benefiz- Radtour aus Sydney nach 20708 km/Spendensumme: 16605 Euro (seit dem letzten Newsletter vor 17 Tagen um 1005 Euro erhöht).

Ich bin drin im Hexenkessel!

Dass das alles auch noch einmal sein Ende finden sollte. 412 Tage spulte und spulte ich und verfing mich gedanklich das ein oder andere Mal in der schier endlosen Ewigkeit. Jeden Morgen stand ich auf und fixierte mich genau auf einen Punkt. Im Mantra rezitierte ich "Sydney" bis an die 100 x.

Jetzt am geografischen Ende meiner Reise schließt sich der Kreis, ist die Vollendung definiert.
Eins steht dabei fest: Braunschweig- Sydney ist nicht gerade mal "kurz um die Ecke!"
 
Lassen Sie uns zurückblicken ins Jahr!
Abschied in Braunschweig, drei Freude bringen mich rein nach Polen, 1. Nacht im Wald, "schaffe ich das ja auch alles?", Fernsehen in Polen,
      
 
finnische Seenplatte, Pressekonferenz mit ai in Moskau, Roter Platz, Sibirien, mongolische Steppe mit den Reitern des Dschingis Khan, "was jetzt?die Felge ist gerissen!", Sandkasten Wüste Gobi, 1,3 Milliarden Chinesen,
                
 
Null Privatsphäre, Platz des Himmlischen Friedens, enorme Sprachbarrieren, "mein" altes Kung Fu- Kloster ist zertrümmert, Dreck, Rekord- Durchfall, Frust, Berge, Radkumpane Andi taucht auf, es entsteht eine Freundschaft sondergleichen, Internetzensur, amnesty ist im Land verboten, Jungle- Mania Laos, "welch Paradies!", Franzose Benoit und Daene Leo begleiten mich für 3 Wochen auf dem Rad, so arm und doch so reich an Freundlichkeit, Mekong, Angkor Wat in Kambodscha, mein Land, 42 Grad Fieber, Krankenhaus, Weihnachten, Bombenanschlag zu Silvester in Bangkok,
                
 
Diebstahl und Gerichtstermin in der Thai- Version, Flüchtlingslager nahe Burma besucht, Briefträger spielen für staatenlose Kinder zum Regierungshaus in Thailand, Kilometer- Fressen (21 Jahre= 21 000 km= 21 000 Euro Spenden), Multikulti Malaysia, "exciting, fascinating, amazing!"= Ai-Direktor Malaysias, Beastie Boys im sterilen Kaugummi- Mekka Singapur, Flugzeug, "ist hier noch irgend jemand?"= das Outback Australiens!, Ayers Rock, Great Ocean Road,
10. Mai: Sydney ist unter meiner Herrschaft
 
 
    

 

 

 

 

 

 

Hat denn die ganze Plackerei überhaupt Früchte getragen?

Ja, definitiv!

Wie viele Spenden am Ende zusammenkommen sollten, ist im Grunde genommen unwichtig! Auch wenn ich immer wieder auf meinen Restschulden- Betrag bis zu 21.000 Euro hinweise, steht vielmehr der immaterielle Wert meiner Kampagne im Vordergrund bzw. ist es der eigentliche Gewinn all dessen.  

                                                 

Jenes Geld ist "nur" Projektion meiner Arbeit und ist bei Weitem nicht im Geringsten imstande Menschenrechte in den Herzen jedes einzelnen Menschen zu verankern. Leider ist jedoch jede Aktion diesbezüglich an finanzielle Unterstützung gebunden und stellt nun doch eine tragende Säule dar. 16605 Euro Spenden haben wir bereits zusammen, dank Ihrer großen Unterstützung. Ob groß oder klein, jede noch so kleine Spende zählt; die 21 000 Euro sind machbar! ( Zum Spenden)

 

        

 

 

Mein Hauptanliegen war vielmehr Menschenrechte in den verdienten Mittelpunkt zu bringen, ins Scheinwerferlicht zu rücken! Ich war lediglich die Exekutive, das Kernstück war und bleiben die 30 Artikel der Menschenrechte (s. Anlage). Mir war es wichtig, Sie durch stetiges "Updaten" meiner Homepage einzuladen, mit mir einen sehr langen Weg zu beschreiten, die Augen zu schließen, sich von mir auf dem Gepäckträger 21 000 km weit weg tragen zu lassen und unser aller Welt zu erblicken, welche so reich an wunderschönen Menschen und Landschaften ist!

 

 

       

 

 

Bundesweit erscheinende Zeitungen (Faz erst vor Kurzem) coverten die Reise, lokale Zeitungen verfolgten die Reise monatlich als Tagebuch, TV- Nachrichten in Polen, Russland und der Mongolei schenkten Menschenrechten ein Gehör, 3 Pressekonferenzen wurde beigewohnt, der Deutsche Konsul und Thai- Vize- Premierminister wurden in Bangkok getroffen, Dia- Vorträge an deutschen sowie englischen Schulen gehalten, 4 Radiointerviews geführt (in Malaysia 1 h live) und viele Menschen hörten von cycling for human rights160 000 Besucher sind es allein auf der Website. Es entstand ein Schneeballsystem! 

              ...

 

Einen treffen, 100 erziehen ist die Devise!

Diese Reise sollte vor allem ein Zeichen setzen. Zeichen sind jedoch beileibe keine Revolutionen, sie krempeln die Welt nicht um und hinterlassen nur bescheidene Spuren.

Ich habe durch meine Strampeleien beileibe keine Diktatoren in Angst und Schrecken versetzt, doch glaube ich zutiefst, dass die Reise viele, wenn auch nur für kurz, aufmerksam machte und beflügeln konnte, eigene Träume zu fühlen!'

 

           

 

290 Gästebuch- Einträge sprechen immer wieder von "Bewunderung"! Zugegeben, dies schmeichelt mir, doch liegt hier ein sehr großes Missverständnis zugrunde!!! "Bewunderung" leitet sich vom Begriff "Wunder" ab, beiliebe ist dies keins! Ich startete mit 20 Jahren, mit erschreckend wenig Erfahrung und Professionalität an Bord, doch mit viel jugendlicher Ungestümtheit, blauäugiger Naivität und Vertrauen.

 

                

 

Vertrauen, dass das ganze Universum mir schon beistehen wird, wie Paulo Coelho es bereits in seinem Meisterwerk  "Der Alchimist" formulierte. Bitterarme Menschen schenkten mir zu Essen, erfreuten sich an meiner Anwesenheit und nahmen mich nicht nur einmal wie ihren eigenen Sohn auf!

In Situationen, in denen ich mich allein Problemen gegenüber sah, sei es in Zeiten von Krankheiten oder auch nur , wenn ich die Orientierung verlor, flogen jene Engel aus 'heiterem Himmel' zu mir heran und gaben mir einen weiteren Stups gen Sydney!

Jene Erfahrungen mit Menschen, atemberaubender Landschaft und vor allem bezügl. der Einsamkeit mit mir selbst, waren all die Plackereien über alle Maße wert.

Wenn ich nun mit Havanna- Zigarre und einem Sixpack- Bier am Hafen sitze, bin ich zutiefst dankbar, dass ich diese Reise antreten und bis zum Ende erfolgreich durchführen konnte und vor allem durfte. Die Möglichkeit zu reisen ist ein enormer Luxus, der leider vielen verwehrt bleibt!

 

       

 

Der größte Dank gebührt meiner Mutter, die in Hunderten von Stunden von zu Hause meine Reise koordinierte, unsere Website auf dem neusten Stand hielt, Telefonate tätigte und mir vor allem mütterliche Kraft gab.

Ein Vater verdeutlichte mir: "Wenn du mein Sohn wärst, Timo, würde ich dich im Keller wegschließen!". Doch meine Mutter ließ ihren einzigen Sohn ziehen, sie animierte mich sogar vehement dazu.

 

         

 

So lieben wie meine Mutter tue ich sie noch nicht ganz, doch sind sie die "big buddies" hinter meinem Rücken gewesen, meine 17 Sponsoren !

Mit einem Gesamtvolumen von über 5500 Euro rüsteten sie mich mit Equipment und Finanzen aus und sandten mir gar Ersatzeile in die weite Welt hinaus, so wie es mein Hauptsponsor " riese und mueller " z.B. mit einem neuen Laufrad in die Mongolei tat!

 

Danken möchte ich auch den vielen Menschen zu Hause, ob Verwandte, Bekannte, Freunde oder Fremde, die mein Email- Postfach stetig mit neuen Motivationsschüben füllten und mir das Gefühl vermittelten, doch nicht ganz allein da draußen zu sein!

Last but definitely not least, danke ich dir Andi für unsere so tiefe Freundschaft, welche auf den Straßen Chinas, Thailands, Malaysias und denen Singapurs entstand. 3000 km und 2 Monate warst du einer jener Engel, die zu mir kamen:

"Wir stehen zusammen und wir fallen zusammen! Komm gut nach Hause, Bruder im Geiste!"

 

    

 

 

Sydney:

- Wegen der Veröffentlichung des "Internationalen Jahresberichtes" Ende Mai von amnesty international australia wird es keinen einzigen Medienbericht über mich in meinem Ziel geben, da meine Aktion ihnen zu viel Medienpräsenz stehlen würde, ein sog. "media blackout" ist die Folge, nichts wird geschehen und geschwiegen!!!

       Man kann sich darüber seine eigene Meinung bilden. Persönlich habe ich mich damit abgefunden und habe keine Kraft mehr gegen Windmühlen anzukämpfen. Ein Highlight steht jedoch noch auf dem Programm:

Ein persönliches, bilaterales  Informationsgespräch mit Generalkonsul , Herr Dr. Gruber in Sydney, welches ich im Alleingang an Land gebracht habe.
Und um meine Mutter passend zum Muttertag noch eimal in Angst und Schrecken zu versetzen, bin ich aus 4000 m Fallschirm gesprungen, 250 km/h, Freifall 50 Sek.= mega geil! (s. Anlage, wo es auch die letzten 2 Zeitungsartikel zu lesen gibt).
 
 
Ob Ironman, Sahara, Everest oder gar Antarktis, cycling for human rights war erst der Pilot zur Serie!
 
 
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Das Wichtigste weiter kurz gefasst:

Meine Reiseroute im Deutschland, die wirklich aller letzten Kilometer:

 

Auf den letzten Metern gen Heimat, 300 km um genauer zu sein, werde ich von zwei Freunden über 6 Tage in einem Begleitfahrzeug flankiert, um den 2. Teil des Fernsehfilms "Radeln für die Menschenrechte" ( Film hier ersichtlich) in den Kasten zu bekommen.

Ankunft Frankfurt / Flughafen, Darmstadt (Besuch: "riese und mueller"  / Radsponsor, Gießen, Kassel, Göttingen, Salzgitter,

Ende: Braunschweig am 28.05.07 Rathausplatz, 15 Uhr !!!  


Der Flyer zur Ankunft:   Kleine Korrektur: Ankunft exakt um 15 Uhr!

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Die weitere Planung:

02.06: 20 Uhr, Benefizkonzert für cycling for human rights, Brunsviga Braunschweig

04.06: Zusammentreffen in Berlin mit der ai- Generalsekretärin Barbara Lochbihler

30.06: Rede an meinem ehemaligen Gymnasium anlässlich der diesjährigen Abiturentlassung (Thema: "Lohnt es sich in seinem Leben Risikien einzugehen?")

- Weitere Pläne: Studium, Dia- Vortrag ausarbeiten, Buch schreiben, neues Projekt planen

 

Good on ya, mate!  
 
Timo Müller

 
 

 

13.05.: Timo genießt Sydney

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Timo hat sein erstes Amnesty Treffen hinter sich und dann auch gleich alle Teilnehmer mit seinem Vortrag in Staunen versetzt.  Heute stand, man glaubt es kaum, ein Fallschirmsprung auf dem Programm. Voller Begeisterung berichtete er mir am Telefon, dass es gigantisch war. Warten wir also gespannt ab, was Timo bis zum Abflug noch alles unternehmen wird.

 

10.05.: Sydney erreicht!!!

Timo hat's geschafft, Sydney ist erreicht nach 408 Tagen und 20.700 km. Ist das nicht ein Wahnsinn?! Klasse, mein Sohn! Herzlichen Glückwunsch! Zur Zeit ist Timo bei einem Radlerehepaar( beide 60 Jahre alt) untergekommen, die ihn mit Champagner empfingen und ihn nun für 10 Tage "ihren Sohn" nennen. Er darf speisen so oft und viel er will, im Netz surfen, telefonieren, einfach alles was sein Herz begehrt. Ist das nicht toll? Er traf dieses Ehepaar übrigens beim Radeln auf der Great Ocean Road. 

Lassen Sie die Korken knallen und stoßen wir an auf all das,

was Timo während der 20.700 km erreicht hat und woran er uns hat teilhaben lassen!     sektkorken-golfthermenresor

 

 

 S U P E R    L E I S T U N G !!!

 

 

Timos Reise wird erst in Braunschweig beendet sein und seine Spendensumme wurde von ihm auf 21. 000 Euro erhöht, da er nun auf 21. 000 geradelte Kilometer aufstocken will ! Also, noch 300 km in Deutschland sind zu radeln.

 

Lassen Sie mich an dieser Stelle ein kleines Dankeschön an Sie aussprechen!

Liebe Tagebuchgäste! 

Ich bedanke mich schon jetzt -am Zielort Sydney- bei all denjenigen, die mit ihrer Achtung, ihrer Wertschätzung und ihren liebevollen Gedanken meinen Sohn auf seiner außergewöhnlichen Reise begleiten. Auch für mich - als Mutter - ist es schön zu fühlen und zu beobachten, was Timos  Reisemotivation in den Herzen vieler Menschen auslöst und bewegt. Nicht selten sprechen mich beim Einkauf oder anderenorts Menschen an, die Timos Leistung und auch seine Intention sehr würdigen.

Ich glaube sagen zu dürfen, dass Timo nicht zuletzt auch getragen und begleitet von Ihren positiven und unterstützenden Gedanken, sein anvisiertes Ziel erreicht hat. 

Schon vor seiner Reise, aber am heutigen Tage um so mehr, bin ich davon überzeugt, dass Timos Reisemotivation ein Zeichen setzen wird und dass er nicht nur mit seinen Reifen Spuren auf seinem Weg hinterlassen hat, sondern auch im Bewußtsein all derer, die ihm begegneten und ihm weiterhin begegnen werden.

"Der Weg ist das Ziel." (Konfuzius)

Beobachten wir also weiter, was Timo in Sydney und auch bis zu seinem Eintreffen in Braunschweig so treibt! Es bleibt spannend!

Ich danke Ihnen von ganzem Herzen!

Ihre Marion Müller, Timos Ma

 

 

 

10.05.: Hat Timo Sydney erreicht? Der Countdown läuft weiter...

Habe noch keine Nachricht von Timo erhalten. Neues an dieser Stelle! 

 

05.05.: Der Countdown läuft bereits!

"Sydney fällt in fünf Tagen und 481 Kilometern!!!

20.000 km in 400 Tagen hab' ich bereits weggesteckt!"

 

02.05.: mit Timo im Chat

Während ich meine Mails öffne, kündigt sich plötzlich durch ein akustisches Zeichen Timos Aufforderung zum Chat an der Seite meines Laptops an. Also, nichts wie chatten mit meinem Sohn und die Mails Mails sein lassen, denn es gibt schließlich Wichtigeres, nämlich meinen Sohn. Zuerst erfahre ich natürlich wo er sich aufhält, wieviele Kilometer es noch sind und wie es ihm körperlich geht. Sein Body ist fit und der Countdown läuft, berichtet er. In Sydney wird er keine große Presseaktion erwarten können, da dort während Timos Eintreffens eine "Internationale Pressekonferenz" stattfindet. Tja, da erfährt Timo wieder einmal, dass es auch für Amnesty Wichtigeres als einen Radler gibt. Also, was macht der Timo dann? Dreimal dürfen Sie raten - er organisiert sich schon jetzt, auf seinem Weg nach Sydney, seine eigene Presseaktion und informiert auch gleich noch die ansässige Deutsche Botschaft. All das lernt man schließlich in der GROßEN WEITEN WELT auf dem Rad; so ganz nebenbei organisiert man Pressetermine, um auf die Spendenaktion aufmerksam zu machen ( selbst ist der Radler ), bearbeitet die Homepage, nimmt an ai- Aktionen teil, schreibt Artikel für diverse Zeitschriften und mehr....Hut ab, mein Sohn! 

 

29.04. es geht weiter nach Sydney

"Verlasse Montag (30.04.) Melbourne, noch 11 Tage, derzeit 19545 km und 1139 Sattelstunden."

 

28.04.: 25.

Newsletter Radreise Australien (4)/ai: Melbourne: 19494 km/ 15600 Euro, 395. Tag
 

   Amnesty International Australia  

 

Ich, Timo Müller, melde mich nach 395 Tagen wieder von meiner

Benefiz- Radtour aus Melbourne nach 19494 km/Spendensumme: 15600 Euro (seit dem letzten Newsletter vor 23 Tagen um 1597 Euro erhöht).

Der Einsatz wird erhöht! 20.000 gespulte Kilometer sind als Ziel obsolet geworden! Im Alter von 21 Jahren werde ich bei Ankunft zu Hause nicht weniger als 21.000 Kilometer haben dürfen, womit ich damit einhergehend auch für jenen finanziellen Äquivalenten kämpfen werden muss.

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Amnesty Adelaide/Melbourne:

Nach menschenleerem Outback durfte ich vor 3 Wochen jene wunderschöne Stadt namens Adelaide genießen. Bei Freunden nicht weniger als 63,5 Meter vom weißen Strand entfernt wohnend, erfreute ich mich an jenem vibrierenden Charme voller Kunst, Kultur und High- Life und bin hintenrübergekippt vor lauter Menschen!

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Ein ethnisches Mosaik an Asiaten, Afrikanern und nicht zuletzt einer Flutwelle an Deutschen lässt dieses Land zum brodelnden Kessel der Multikulturalität werden. Dem australischen Hedonismus frönend, kippte ich zu Ostern mit den "Aussies" dutzende Dosen Bier zum religiösen Gladiatoren- Kampf, dem sog. "Footy", genoss exorbitant teuren Rotwein gratis und ein Truthahn auf dem Bunsenbrenner! Anders als bei unserem ehrwürdigen Fußball, dürfen die hiesigen Spieler in jener einzigartigen Weise den Ball auch per Hand tragen, passen und kriegen gar beim Danebenschießen selbst noch einen vollen Punkt. Die Australier kriegen sich kaum ein bei diesem Spiel, sei es Rugby, Cricket, Surfen, Schwimmen; Sport wird hier zur obzessiven Manie. Ich streunte wild umher durch unzählige Cafes, versträut am Straßenrand, genoss das Nichtstun und ließ mich von der "no worries"- Mentalität meiner Gastgeber anstecken.   Ein australischer "dude" begrüßt einen dabei mit der notorischen "How it's going, mate?!" Formel und drückt einem schon nach 1 Min. durchschnittlich 20 Dollar in die Hand. Meine Benefiztour wird enorm geachtet und anerkannt- "Good on ya, mate!"-, weshalb ich bisweilen über 300 Euro cash auf der Straße verdiente. Um der Wahrheit treu zu bleiben, muss ich aber leider berichten, dass amnesty Australien bisher jene Euphorie nicht wirklich teilt. Der Einstieg in die amnesty- Tätigkeiten war zunächst unglaublich enttäuschend. Eine scheinbar schiere Interessenslosigkeit, die selbst von anderen so attestiert wurde, schlug mir ins Gesicht. Im Zeitraum von Wochen griff man im Gegensatz zu ai- Stationen in der Mongolei, Thailand oder auch Malaysia mein Projekt nicht auf und wollte mich zunächst einzig im Newsletter stehen sehen, ole! Aber nicht mit mir! Selbstständig kontaktierte ich ein Privatcollege und hielt eine einstündige Präsentation bzw. besuchte ein "Aboriginal Health Center ".

Und langsam aber sicher fing es an: 2 Gruppentreffen bzw. ein Workshop standen auf dem Programm, wobei ich den nationalen Kampagnen- Leiter antraf. Sein Urteil: " Inspiring, admiring, jealous making!"

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1100 Kilometer sollten weitergespult werden, um den nächsten Stopp genießen zu dürfen, die 4 Millionen Metopole Melbourne. Mit Tornado- Winden, die dummerweise ja leider immer nur von vorne kommen wollen, bekam ich eine Brise antarktische Kühle ab. Nachts bibberte ich mit den Tieren ...

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Doch ich durfte Tage später den Himmel auf Erden erleben. Die berühmte " Great Ocean Road" führte mich über 300 km entlang der Küste mit spektakulären Aussichten, die mich in Ehrfurcht versetzten. Meine Augen schmerzten vor schierer Schönheit und nicht allzu selten schrie ich mir die Freude aus dem Leib.

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Doch zurück zur "Great Ocean Road": 70 Euro waren mir 25 Min. wert., in den Heli zu steigen und den ganzen Spaß von oben anzusehen.

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Gleich danach nahmen mich zwei braungebrannte "buddies" unter die Fittiche und brachten mir eher schlecht als Recht das Surfen bei. Mengen an Salzwasser füllten meinen Magen, ich verblieb mit allen Gliedmaßen paddelnd am trockenen Ufer, und somit beließ ich es eher dabei, David Hasselhof zu spielen, am Boulevard Obacht zu halten und im Notfall Perlen aus dem Ozean zu angeln.                                                                         
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Seit Tagen bereite ich mich nun auf den Endspurt vor in Mitten der Hochhäuser- Schluchten Melbournes. Amnesty wurde bereits angefahren, und erst heute Abend einer sehr abgefahren Gala beigwohnt. Zum Thema "Coporate Social Responsibilty and Human Rights" durfte ich mich auslassen in kurzer Radlerhose unter leicht dekadenten Glamour-Menschen. Bis auf ein internes Interview verblieb es jedoch dabei.
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Fernsehen; ich komme!!!

Auf den letzten Metern gen Heimat, 500 km um genauer zu sein, werde ich von zwei Freunden über 6 Tage in einem Begleitfahrzeug flankiert, um den 2. Teil des Fernsehfilms "Radeln für die Menschenrechte" ( Film hier ersichtlich) in den Kasten zu bekommen. Sofort bei Ankunft am Flughafen werde ich zudem von meinem Hauptsponsor riese und mueller persönlich im Lieferwagen abgeholt, um erste Testberichte im Werk Darmstadt vorzulegen.
... noch 1041 km bis Sydney! Der nächste Newsletter kommt straight aus dem brodelnden Kessel

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Wie schon berichtet, gibt's nun den Flyer zum Benefizkonzert für cycling for human rights druckfrisch ins Haus.(in Anlage mitgesandt)image0-1

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Das Wichtigste weiter kurz gefasst:

Cycling for human rights goes fashion!

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Anlässlich Timos Empfang werden bereits T-Shirts bedruckt, deren Kosten bei 7 - 8 Euro liegen werden, wobei 3 Euro als Spende für seine Aktion im Preis enthalten sind. Damit wir die Anzahl der benötigten Shirts einschätzen können, senden Sie eine Bestellung mit Größenangabe von

S - XL bitte an folgende Mailadr.: Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können


- Die Frankfurter Rundschau bringt mich national in die Medien. (Artikel wird noch auf die Seite gestellt)
- Die Redaktion der Gifhorner Zeitung selbst nominierte mich für den sog. "Gemeinsam -Preis 2007", mit dem die Zeitung Menschen auszeichnet, die sich vorbildlich für andere einsetzten. Jury und Leser entscheiden. Am 21. Mai gibt's das Ergebnis. (Zeitungsartikel in Anlage beigefügt)
- Des Weiteren nominierte mich ai- Braunschweig für den Taz- Panther.
Jener Preis würdigt soziales Engagement und ist mit 10.000 Euro Gewinnsumme dotiert. Weitere Möglichkeiten für Menschenrechte zu werben. Ich werde über den Fortlauf berichten.
- Nach ganzen 2 Jahren geht es für mich zurück in die gute alte Penne. Der Schulleiter meines ehemaligen Gymnasiums Neue Oberschule bittet mich persönlich um eine Rede an die Abiturienten zum Thema: "(Wann) lohnt es sich, in seinem Leben ein Risiko einzugehen?" anlässlich der diesjährigen Abiturentlassung.- Amnesty International covert mich nun auch auf der Frontpage: www.amnesty.de
-
Das größte Mountain- Bike Magazin Europas " bike" hat schon in dieser, der neusten Ausgabe einen Bericht über cycling for human rights geschaltet.
 

- Das Szene- Magazin Braunschweigs szens verschafft meiner Reise ebenso ein weiteres Podium, überall im Handel erhältlichpzh

 

 

 

 

 

 

 

 




Die weitere Planung:

30.4.-10.5.: ca. 1100 km in 11 Tagen nach Sydney

11.-20.5.: Sydney, Amnesty- Workshop

28.5: Ankunft Braunschweiger Rathaus

02.06: 20 Uhr, Benefizkonzert für cycling for huamn rights, Brunsviga Braunschweig

04.06: Zusammentreffen in Berlin mit der ai- Generalsekretärin Barbara Lochbihler


 
 
Cheers Buddy,  
 
Timo Müller

 

Verlinken Sie meinen Banner auf Ihrer Page und helfen Sie mir!

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Mit freundlicher Unterstützung von:
 
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amnesty international, für die Menschenrechte; www.amnesty.de
Finnland: www.amnesty.fi
Mongolei: www.amnesty.mn
Thailand: www.amnesty.or.th
Australien: www.amnesty.org.au
Internationales Sekraetariat, London: www.amnesty.org

25. Newsletter Radreise Australien (4)/ai: Melbourne: 19494 km/ 15600 Euro, 395. Tag

--
biking around the world to establish human rights

www.cyclingforhumanrights.de
Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können
 

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28.04.: Handy weg

Auf der letzten Strecke von Melbourne nach Sydney also keine Klingelzeichen mehr, es wird auch so irgendwie gehen, denke ich. Ob gestohlen oder verloren, das weiß Timo nicht. Derzeit kontaktet er mit den ansässigen ai-Aktivisten, schreibt seinen neuen Newsletter, verfasst neue Berichte, bearbeitet Mails und bereitet sich auch schon mental auf den letzten Streckenabschnitt nach Sydney vor. Das werden dann "mal eben so 1000 km in 10 Tagen sein", wenn hoffentlich alles gut rollt. Wünschen wir es ihm und drücken die Daumen. Timo meldet sich in Kürze.

Hier noch ein kleiner Fernsehtipp vom Radler:

Weltspiegel am 29.04.07 auf ARD 19.20 UHR:

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 Dreck auf meinem Arm während des Radelns in China/ erinnern Sie sich noch?

 u.a. mit: Linfen - Die schmutzigste Stadt der Welt

weltspiegel_26042007335564Linfen ist die schmutzigste Stadt der Welt, sagen selbst die Menschen, die hier leben. Umweltschutz ist kein Thema in China, wirtschaftlicher Erfolg ist alles, zahllose illegal errichtete Fabriken tun ein Übriges. Dennoch versucht die Regierung, jede Kritik daran zu unterdrücken. Die Umweltthematik scheint zum politischen Sprengstoff zu werden.
Autorin: Eva Corell

  

 

 

26.04.: Newsletter erscheint in Kürze

In den nächsten Tagen erscheint an dieser Stelle Timos neuester Newsletter aus Melbourne.  Kaufen Sie die neue Szensausgabe - auch dort wieder ein Artikel vom Weltenradler persönlich!

hier...

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24.04.: Melbourne erreicht/ 19439 km

Heute Morgen um 6 Uhr (Timos Zeit in Australien) ging es für ihn 150 km weiter in Richtung  Melbourne. Dort ist er nun eingetroffen und legt eine 5-tägige Pause ein. Weitere Infos erhalten wir nun von Timo persönlich als Newsletter oder hier im Tagebuch.

 

22.04.: Timo in Port Fairy

Morgen will Timo in Melbourne eintreffen, wo ihn ai-Aktivisten erwarten. Täglich legt er 100 km zurück und hat jetzt 19.130 km erreicht.

 

16.04.: Klingelzeichen 

Momentan klingelt wieder einmal täglich mein Handy und teilt mir auf diese Weise mit, dass es Timo gut geht.

 

14.04.: am 15.04. geht es weiter

Ab Sonntag geht es also für Timo weiter gen Melbourne. Sein Rad ist wieder gefettet und geölt und steht schon in den Startlöchern, um sich frische australische Fahrtwindluft um die Reifen wehen zu lassen. In Melbourne warten bereits ai - Aktivisten auf Timo, die seine Reise schon jetzt neugierig verfolgen und ihn voller Spannung und mit vielen Aktionen erwarten. Am 23.04. will der Weltenradler dort eintreffen. Bis dahin wird es weitere Klingelzeichen geben.

 

11.04.: Telefongespräch mit Timo aus Adelaide

Timo geht es derzeit sehr gut und seine Unterkunft bezeichnet er als paradiesisch. Wundervolle Gastgeber, die ihm all seine Wünsche erfüllen und von den Lippen lesen. Timo erholt sich in einer traumhaften Villa mit lediglich 65 Metern Entfernung zum Strand. Da Timo an Aktionen nichts auslässt, hielt er auch in Adelaide an einer renommierten internationalen Schule einen Vortrag zu seiner Reise und deren Intention.

Eine kleine Enttäuschung konnte er auch während unseres Gesprächs nicht verbergen, die sich auf das anfänglich sehr verhaltene Interesse der ansässigen ai - Gruppe an seiner Aktion bezieht, was darauf basiert, dass das Engagement der "Ai - Basis" oft durch Bürokratie und Hierarchie gehemmt wird. Er hofft jedoch, dass durch die Teilnahme an einer weltweiten ai - Aktion vor Ort, auch seine Aktion "cycling for human rights" mehr Beachtung findet, denn die erstrampelten Spendengelder kommen schließlich der weltweiten Arbeit Amnesty Internationals zugute. "Diese Reise ist vor allem ein Zeichen im Namen der Menschenrechte. Zeichen sind keine Revolutionen, sie krempeln die Welt nicht um und hinterlassen nur bescheidene Spuren. Ihr Wert ist ganz anderer Art, nämlich vor allem ideeller. Wenn ich die Reise für die Einhaltung der Würde aller Menschen antrete, kann ich nicht mehr davon erhoffen, als dass ich, zurück in Deutschland, meine Eindrücke weitergeben kann und in den Köpfen hier und da einen kleinen Stein lostrete, der letztendlich notwendig ist, damit sich mehr bewegt. Ich will Kulturbotschafter sein, gegen die Misshandlung von Menschen und vor allem aber für die großartige Arbeit aller Menschenrechtler kämpfen."

Seinen Aufenthalt wird er aufgrund eines anstehenden Ai-Workshops um 2 Tage verlängern.

 

 

07.04.: 372. Tag 

ich, Timo Müller, melde mich nach 372 Tagen wieder von meiner Benefiz- Radtour aus Adelaide nach 18214 km/Spendensumme: 14003 Euro (seit dem letzten Newsletter vor 25 Tagen um 3763 Euro erhöht).
Am 01. April jährte sich meine Reise im Namen der Menschenrechte!
15 Länder, 17528 km, theoretische 48km/ Tag, 1030 h im Sattel, Schnitt 17.01km/h, so erklärt sich die Statistik mein einjähriges Schaffen.
In die Seele einschürfende Erlebnisse mit Mensch, Natur, nicht zuletzt mir selbst, ein Jahr schmerzender Schwäche und größenwahnsinniger Stärke zog an mir vorbei.
Die Straßen dieser Welt sind nun nach mehr als einem ganzen Jahr ein zweites Zuhause für mich geworden, doch gleichsam bereite ich mich so langsam aber sicher auf den wohlverdienten Heimweg vor.
Ich fühle mich müde, sehr sogar, geistig vollgestopft mit Eindrücken, aufnehmend wie ein Staubsauger, immer mehr, immer mehr, der sonst so verlässliche Körper fängt zu murren an und gar das Fahrrad schreit mit kürzlich gerissener Vorderfelge lautstark auf. Überreizt, ausgelaugt bündele ich meine Kräfte nun für die letzten Kilometer, um sie gediegen über die Bühne zu bringen.
Das menschenleere Outback über 3000 Kilometer hat seine Spuren tief in mir hinterlassen. Sonne, Wind und Monotonie gärbten sich in mein Gemüt.
... Die Erkenntnis, dass neben Kette ebenso Körper und Geist ab und an neu geölt werden müssen.
In der Zivilisation Adelaides eintreffend, kehrte ich bei Freunden in einer mehr als 300 qm messenden Strand-Villa ein, um für die am Mittwoch beginnenden Amnesty- Aktionen vor Ort nochmals kurz die Seele baumeln zu lassen. Mundenes Essen soviel das Schlaraffenland zu bieten hat...

Noch 1786 km sind die Arschbacken zusammen zu kneifen, bis ich den Laden am 09. Mai hochnehmen werde ..., jenen Moment auskostend, indem sich alles nur auf einen Punkt fixieren wird, der Vollendung.
Bis dahin jedoch ist noch 'ne Menge Kamikaze- Draufgängertum gefragt ..., denn 14000 Euro Spenden müssen ja noch eilig verprasst werden, ne :-)?! Ein freier Fall aus 4000 m Höhe ist dabei auf jeden Fall drin.
... Ganz ehrlich, vielen Dank! Mit jenem ernormen Spendenanstieg für Amnesty International überholen Sie mich wahrscheinlich noch auf der Zielgeraden.
In Kurzform: 
Das Info- Magazin der German Speaking Society Kuala Lumpur "covert" mich gar

 

Das größte Mountain- Bike Magazin Europas "bike" wird demnächst über mich berichten, seien wir gespannt, der Newsletter bringt die neusten Infos stets zu Ihnen nach Haus
Cycling for human rights endet beileibe nicht in Sydney; hier nun das Benefizkonzert zur Tour:
Feine Herren und feine Freunde spielen die Musik der Beatles für Amnesty

International. Samstag,02.06.2007     20:00, Brunsviga

Please please me on Abbey Road, so überschreibt die Band Feine Herren

den Abend des 2.Juni an dem in der Brunsviga der Musik der Beatles

gehuldigt werden soll. Songs aus allen Phasen der vier Säulenheiligen

der modernen Pop- und Rockmusik werden an diesem Abend von den Feinen

Herren und ihren hochkarätigen Freunden interpretiert.
Das wird für die Beatlesfans aller Generationen ein absoluter

Pflichttermin, nochzumal der Veranstaltungsgewinn der Amnesty

International Aktion Cycling for Human Rights gestiftet wird. Im Rahmen

dieser Aktion hat der Braunschweiger Timo Müller bis zum 28. Mai 20.000

Kilometer auf dem Fahrrad bewältigt und ist dabei von Braunschweig über

Rußland, die Mongolei, China und Thailand bis nach Australien geradelt

um sein Engagement für die Menschenrechte unter Beweis zu stellen und

neue Aktivitäten für Amesty International zu initiieren. Der frisch

heimgekehrte Timo Müller wird an diesem Abend selbstverständlich auch in

der Brunsviga dabei sein und über seine riesige Tour berichten. Timo

Müller, The Beatles, Feine Herren & Feine Freunde, Amnesty International

und gute Musik - viele Gründe in die Brunsviga zu kommen.
KULTUR-UND KOMMUNIKATIONSZENTRUM BRUNSVIGA

Karlstraße 35

38106 Braunschweig

Tel.: 0531/23804 0         Fax: 0531/23804 17    http://www.brunsviga-kulturzentrum.de/

 
Der Allgemeine Deutsche Fahrrad Club (ADFC) berichtet nun auch in der aktuellen Ausgabe über mich ( s. mehr)
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Gelangweilt von tristem Eiersuchen zu Ostern?
Dann schauen Sie sich doch jenen sehr eindrucksvollen Film einmal an: "Emmanuel's Gift" thematisiert die Courage und das Schaffen des Bein amputierten Jugendlichen Emmanuel aus Ghana, der nicht weniger als 600 km mit nur einem Bein quer durch sein Land fuhr, um seinen Leidensgenossen und letztlich auch ihm selbst eine bessere Versorgung und Akzeptanz zu erkämpfen, in einem Land in dem amputierte Menschen als Teufelswerk gelten.
Ausgezeichnet mit unendlich vielen Preisen dokumentiert der Film die Schaffenswut eines Visionärs, dessen Mut und Entschlossenheit Grenzen sprengt.
Emmanuel's Gift
 


 
 
 


Emmanuel's Gift

 
   
   
   

 
 
 


 
 

 
   

Die weitere Planung:

13.-22.4.: ca. 1000 km in 10 Tagen nach Melbourne (12 Apostel, Great Ocean Road)

23.-27.4: 5 Tage Ruhepause, Amnesty- Arbeit

28.4.-9.5.: ca. 1000 km in 12 Tagen nach Sydney

10.-20.5.: Sydney, Amnesty- Workshop

28.5: Ankunft Braunschweiger Rathaus

02.06: 20 Uhr, Benefizkonzert, Brunsviga Braunschweig

04.06: Zusammentreffen in Berlin mit der ai- Generalsekräterin Barbara Lochbihler

Ideen: Presse, komplette Überarbeitung der Homepage, Dia- Vortrag ausarbeiten ...

Als ich das so aufgestellt habe, traf mich der Schlag, es sind noch so viele Km, dass ich Punktladungen setzten muss, um in der Zeit anzukommen. Zum Schluss heißt es noch mal deftig Power abdrücken!

 

 Cheers Buddy,  
Timo Müller

 

 

04.04.: Timo wieder mit "butterfly" unterwegs

Erstes Klingelzeichen und erste Mail seit Tagen. Timo hat sich wieder mit seinem "butterfly"  in Bewegung gesetzt, gen Adelaide. Dort wird er bereits von Amnesty-Aktivisten erwartet.

 "17849 km, 1048 h, Port Augusta, in 3 Tagen Adelaide, Outback zu Ende!" Timo

 

03.04.: Keine Nachrichten vom Radler

Momentan gibt es leider keine Nachrichten von Timo. Über Ostern wird er in Adelaide erwartet. Auch Amnesty Kontakte  stehen dort wieder an. Sobald Neuigkeiten in meinem Mailpostfach eintreffen, unterrichte ich Sie selbstverständlich. 

Gruß

Marion Müller 

 

27.03.: Schlechte Nachricht von Timo

"Nur kurz, muss für 4 Tage aussetzen und wahrscheinlich auch Bus nehmen, habe 39 Grad Fieber, Kälteschauer, Kopfschmerzen etc.. War beim Arzt, Diagnose: Virus eingefangen. Sonst alles  prima; wenig, wenn gar nicht Internet."

Timo

 

26.03.: Kein Klingelzeichen und auch keine E-Mail

Momentan ist es nicht möglich eine Verbindung zu Timo herzustellen, deshalb werden wir auf neue Infos warten müssen. Sobald es Neuigkeiten gibt, erfahren Sie es hier an dieser Stelle. 

 

23.03.: Ayers Rock erreicht

"Habe Ayers Rock erreicht - alles okey. Melde mich Ostern aus Adelaide. "

 

19.03.:  Hinweis vom Radler:

"Bin in 2 Tagen am Ayers Rock - alles bestens!" 

16.03.: Meine Unterkunft aus Adelaide meldet sich bereits

Hello Timo,

We shall be happy to have you stay with us when you are in Adelaide, South Australia. Our house is beside the beach, a good place to relax for a few days after all that cycling. We are very interested in your mission for Amnesty. 

 

15.03.: Info

Ich, Timo Müller, melde mich an meinem 347. Tag von meiner Benefiz- Radtour aus dem australischen Zentrum Alice Springs (s. Karte ) nach 16.680 km/Spendensumme: 10.240 Euro!!! (seit dem 22. Newsletter vor 5 Tagen um 325 erhöht).  

Wände werden plakatiert, Flyer verteilt, Banner errichtet, Helikopter in die Lüfte gelassen und die Mama setzt zur Rede an; ja, ich weiß doch, nur noch dreimal schlafen und dann ist es endlich soweit ...Es mag viele Dia- Reisevorträge gegeben haben, doch wann gab es denn schon mal einen noch während der Reise? Sonntag,18. März 2007 – 16 Uhr Brunsviga, Karlstraße 35, Braunschweig( s.mehr); live mit bis an die 100 Fotos, vorgetragen durch meine Mutter. Also frei halten, hingehen, staunen, spenden ...   

Das Gröbste kurz gefasst: Vor Ort in Alice Springs erneutes Zusammentreffen mit Amnesty (Presse & Gruppentreffen schon vereinbart), bis es in 7 Tagen den Ayers Rock zu erblicken gibt!   Selbst die Deutsche Botschaft in Thailand nimmt sich meiner an und führt mich im Newsletter mit auf ( s.mehr) nach gemeinsamen Zusammentreffen in Bangkok! logo     - Hauptsponsor Ortlieb mit an die 50.000 Besucher täglich auf der Website, honoriert weiter mein Bemühen und stellt mich seit Kurzem gar bei sich explizit vor ( s.mehr).  

 

 

13.03.: Ankunft in Alice Springs

Hey liebe Tagebuchbesucher,

ich kann mich nicht mehr so oft melden, aber es geht mir gut. Mit der schlechten Verbindung das wird auch in nächster Zeit so bleiben, vielleicht kriege ich ein Netz am Ayers, ansonsten kann ich für 2 Wochen nichts mehr versprechen. So langsam weiß ich aber wie der Hase hier im Outback läuft.

Von Darwin bis Alice Springs 1600 km in 16 Tagen, jetzt 3 Tage Ruhepause mit amnesty Kontakt. Dann gehts weiter  mit 3 Japanern in 4 Tagen zum Ayers. 

Weitere Pläne:

13.-16.3.: Alice Springs, neuer amnesty Kontakt

17.-20.3.: 446 km in 4 Tagen zum Ayers Rock mit Japanern

21.-23.3.: 3 Tage Ayers Rock besichtigen

24.3.-7.4.: in 15 Tagen 1584 km gen Adelaide fahren 8.-12.4. Adelaide; 5 Tage Pause, amnesty treffen

13.-22.4.: 729 km in 10 Tagen nach Melbourne

23.-27.4: 5 Tage Ruhepause, amnesty und Ben aus Peking wieder treffen

28.4.-9.5.: 892 km in 12 Tagen nach Sydney

10.-20.5.: Sydney

Als ich das so aufgestellt habe, traf mich der Schlag, es sind so viele km, dass ich Punktladungen setzten muss, um in der Zeit anzukommen. Zum Schluss heißt es noch mal deftig Power abdrücken! Let's go!

Melde mich sobald es wieder geht.

Timo

 

07.3.: Neues von Timo 

"G' Day Mate- how it's goin'?!"
ich, Timo Müller, melde mich an meinem 342. Tag von meiner Benefiz- Radtour aus dem australischen Outback-Kaff Tennant Creek nach 16133 km/Spendensumme: 9915 Euro (seit dem 21. Newsletter vor 15 Tagen um 1339 erhöht).
Inhalt dieses 22. Newsletters:
- Monsunregen, Kulturschock, Hilly- Billies, schiere Leere, Einsamkeit ...Australien

Nicht vergessen, einplanen und zuhören: Am Sonntag 18. März 2007 – 10 bis 18 Uhr Brunsviga, Karlstraße(Braunschweig) ist meine "Mum on stage" und referiert 45 Min. über meine Radtour.  s.mehr

Auszug aus dem Tagebuch:
Rote Erde, bleichgrüne Eukalypten, dürre Sträucher, mannshohe Termitenhügel, flirrende Hitze und eine asphaltierte Straße, die schnurgerade in einen knallblauen Himmel führt.
Wir sind mitten im Outback Australiens mit dem "Delite Black"- Fahrrad von " riese und mueller" unterwegs.
In Darwin, Nordaustralien angekommen, stellte ich beänstigend fest, wie meine Planung sinnbildlich ins Wasser gefallen ist bei dem vorherrschenden Monsun- Regen. Nun mag das kein Problem für 100% wasserdichte Ortlieb- Taschen sein, doch ich bin ja auch noch da.
Und eben deshalb warf ich alle meine Pläne über den Haufen, um den Wassermassen zu entgehen. Und was bietet sich da besseres als gleich in die Wüste zu fahren, ins Outback Australiens zum einzigartigen Monoliten Ayers Rock.
Ein Glück, 3 Tage später wurde wegen Überschwemmungen die einizge Zufahrtsstraße gesperrt und Darwin steht halb unter Wasser!!!
Uluru aus der Luft  Ayers Rock, das größte Kraft-Symbol der Abo's
Was mich nun erwartet, ist schiere Leere!
Da bin ich nun endlich in einem Englisch-sprechenden Land, treffe trotzdem niemanden, mit dem ich schnacken könnte. Mit gebunkerten 8 Litern und zementartiger Sonnencreme fahre ich 120 Kilometer nonstop ohne auch nur einen Ansatz von menschlichem Leben zu erhaschen, und dies wird sich bis auf 250 km im Süden bei 18 Litern Wasserversorgung noch steigern.
Und wenn ich dann mal auf Menschen treffe, sind das wahre Einbrödler, bärig tätowierte Busch- Aussies in 20 Menschenseelendörfern.
Ein Gefühl stellt sich dabei ein, als ob ich ein aus der Versenkung erragender Wanderer sei.
Bei 1% der australischen Bevölkerung bei 20% der Landesfläche und Farmen, die größer sind als ganz Belgien stellt sich Langeweile das ein oder andere Mal natürlich ein. Entweder töte ich diese schiere Monotonie des Ganzen einfach mit Mp3 Player ab oder fange an pro Tag eine Plastiktüte Müll zu sammeln, um mehr Beschäftigung zu bekommen.
Hier und da bekomme ich aus dem Rücken dann eine fette Hupe ins Ohr geblasen, wenn mich bis zu 54 m lange "Roadtrains" mit 4 Anhängern rasend überholen. Und ich will ganz sicherlich nicht wie all die Känguruhs tot am Straßenrand verelenden, große Obacht ist deshalb geboten!
Die wieder erlangte Einsamkeit nach wunderbar schönen 7 Wochen mit Rad- und Seelenfreund Andreas war mir dabei eine große Last. Es ist nicht die Einsamkeit an sich, mit der ich doch recht ordentlich klar komme, es ist mehr die Tatsache, dass jetzt auch noch die Umgebung einsam wird, völlig einsam.
Ich verkrieche mich so sehr in mich selbst, dass ich kaum noch aus mir heraus komme. Die Endlosigkeit hier kracht teilweise mein Gemüt zu Brei.
Bewusst steuere ich Campingplätze an, um wenigstens auch nur in der Nähe von Menschen zu sein. Gratis versteht sich, wenn ich auch nur "Amnesty International- Benfiztour" erwähne, in diesem sonst so teuren Australien!
Nach geradeltem Wolf (in 9 Tagen 1110 km), ist nun Erholung angesagt und schwups läuft mir ein Schweizer über den Weg, der mich die nächsten 500 km begleiten wird. Ein vom Himmel fallendes Auto wäre mir trotzdem lieber gewesen.
Ich zögere noch zu beurteilen, ob das hier extrem geil oder bekloppt ist :-)!
Kulturschock Australien:

Die kulturelle Zäsur nach meinem Flug aus Singapur konnte krasser nicht sein. Mag Australien nun schon 16000 km von uns in Deutschland entfernt sein und einiges wirklich grundverschieden sein von Natur etc., so ist doch im Großen und Ganzen Australien die Eingewöhung, schließlich den Weg nach Hause genommen zu haben. Anfangs tat ich mich sehr schwer, sehnte mich nach 9 Monaten Asien und vermisse stets noch den dortigen Menschenschlag. 

Doch trotzdem ist Amnesty Australien sehr gefordert. Es traf mich wie ein Schlag: Scheinbar arbeitslose Aborigines lungern überall auf den Straßen betrunken, pöbelnd in Gruppen torkelnd herum und klappen nur selbst 3 Meter vor mir gehend auf dem Bürgersteig einfach zusammen. Es ist kein Abbild des Ganzen, bei weitem nicht, doch ist die Realität noch viel schlimmer, als die Geschichten, die man zu Hause von fehlend eingegliederten, Kultur traumatisierten indigenen Völkern hört (vgl. z.B. auch Inuit- Situation in Grönland). Und nicht weniger als 30% machen die Aborigines bei der Gesamtbevölkerung des "Northern Territory" aus.

Pubtime:
An der Bar sitzen stoppelbärtige Gesellen, an den Wänden kleben Ansichts- und Visitenkarten, auf den Tellern liegen schwarz gegrillte Steaks und das Bier fließt in Strömen.
Sei es das "Daly Waters", tapeziert mit Hunderten von BH's und Slips, gestiftet von heißblütigen Damen, 
im "Roadhouse Wycliffe Well", da verkehrt ein ziemlich freakiges Publikum: Grün und gelb, hat Antennen auf dem Kopf und kommt vom fernen Planeten direkt zu jenem angeblichen Ufo- Landeplatz.
Oder der "Pink Panther", wo Bärenfallen auf Barhockern zum sinnbildlichen "Nussknacken" angebracht sind.
Die "Hilly- Billies" sind meine neuen Freunde geworden. Einbrödlertum, ole!

Cheers Buddy,  
Timo Müller

 

 

 

06.03.: Immer noch kein "Zeichen"

Habe heute eine SMS abgeschickt und hoffe sehr, dass sie Timo erreichen wird, denn so langsam mache ich mir nun doch Sorgen. Bislang meldete er sich nicht und ich gehe davon aus, dass die Verbindungen zum Outback sehr schlecht sind. Sobald ich Neues erfahre, wird es an dieser Stelle mitgeteilt.

 

03.03.: Bislang keine Nachrichten vom Radler eingetroffen

Der Kontakt zu Timo ist momentan recht mager. Ich hoffe, dass in den nächsten Tagen wieder ein kleines Lebenszeichen eintrudelt. 

 

28.02.: Erstes Klingelzeichen um 5 Uhr MEZ

Hey zusammen,

ich kann leider nur noch wenig über I-net und handy erreichen, weil hier oben echt tote Hose ist. "Aber Hallo", heute bin ich von einer Tankstelle 95 km im NICHTS gefahren und war im nächsten Dorf. Tolle Schei..., Andi fehlt mir hier sehr, wegen unserer 7 Wochen zusammenleben aber vor allem, weil ich echt den Kontakt zu "Aussies" nicht aufbauen kann. Kein Wunder, wenn hier alle ziemlich weit voneinander entfernt wohnen. Werde demnächst einen längeren Tagebuchtext zusammenfassen. Das Gröbste kurz gefasst: es regnet nur krass am Abend, deshalb Campingplatz, teuer das Land, Aboriginies bertunken auf Straßen, neue Reifen etc. machen prima mit, Kocher funktioniert mit Gaskartusche wieder, Brei mit Marmelade am Morgen und Nudeln ohne Ende, schon heute Durchfall bekommen, klasse road, trains elend lang, super Obacht geboten auch wenn Wolken und Miesewetter vorherrschen, Sonnenbrand bekomme ich trotzdem leicht.

Gruß Timo

 

27.02.: Vorerst keine Meldung von Timo eingetroffen 

Bisher hat sich Timo noch nicht bei mir gemeldet. Ich hoffe, dass in den nächsten Tagen wenigstens ein gewohntes Klingelzeichen aus meinem Handy ertönt.

 

25.02.: Telefonat mit Timo

Seit 4 Tagen ist Timo in Darwin und bei netten Einheimischen untergekommen. 

Gesprächsauszüge: 
 "Der Kühlschrank ist meiner,  das Internet darf ich nutzen so oft und lange ich will, selbst das Telefonieren ist mir erlaubt, eine Nationalparkbesichtigung wurde organisiert, das Einkaufen für mich erledigt und einen tollen Reiseführer schenkten sie mir auch noch obendrauf. Alles in allem, super tolle Menschen lerne ich in all den Ländern kennen. Meine Route muss ich allerdings komplett ändern. Schuld ist der Monsunregen, der einstündig ein massiges Nass auf die Erde schüttet und Streckenabschnitte meiner geplanten Route überschwemmte und somit unbefahrbar macht. Nun geht's ab durch's Outback mit etwas mulmigen Knien, wenn ich ehrlich bin. Kilometerlang keine Menschenseele nur ein paar an mir vorbeiziehende Autos, mal sehn wie das wird.

"Das Outback, frei übersetzt, 'das Land draußen vor der Tür', ist überall dort, wohin die Zivilisation mit ihrer dichten Besiedelung und ihren Annehmlichkeiten noch nicht vorgedrungen ist. In Australien ist das freilich fast überall; und dennoch, über 85% der Australier leben eben nicht dort, sondern in dichter besiedelten Gebieten, hauptsächlich an der Süd- und Ostküste, zwischen Adelaide und Cairns, an der Westküste in der Gegend um Perth und an der Nordküste in der Gegend um Darwin.

Eine der typischen riesigen roten Dünen im RED CENTER

Der Rest, also weit über dreiviertel der Fläche, ist demnach das Outback. Oft überlebensfeindlich, weil außerordentlich heiß und trocken, und dennoch von atemberaubender Schönheit."

Aufpassen muss ich hier natürlich auf gefährliche Schlangen und anderes Getier. Werde mich heftig vorsehen müssen, habe gute Tipps bekommen und hoffe, dass es gut läuft. Mein Rad ist fit und sieht aus wie neu - morgen schwinge ich mich also wieder auf mein "butterfly" und harre der Dinge, die da kommen werden. Mein Weg führt mich nun auch vorbei am Ayers Rock, den ich bislang nicht eingeplant hatte und nun doch noch sehen werde. Keine Frage, welch Freude aber auch Spannung sich in mir aufbaut! 

 

"Der Uluru (übersetzt: "schattiger Platz") liegt inmitten Australiens und ist wohl besser bekannt unter dem Namen, die ihm sein erster weißer Entdecker gab: Ayers Rock. Er liegt mittendrin im Red Centre, also mitten in der riesigen roten Wüste im Zentrum des Kontinents.

 

Abgesehen von seiner erhabenen Schönheit und der Farbenvielfalt, die er im Laufe eines jeden Tages durchläuft, ist vorallem eines höchst interessant an ihm:

 


Uluru aus der Luft

 

Er ist ein riesiger Monolith. Um nicht zu sagen: beinahe der größte Monolith der Welt. Also, um genau zu sein, der zweitgrößte zusammenhängende Stein. Lange Zeit hielt man ihn ja für den größten aber dann stellte sich heraus, daß Mt. Augustus noch ein wenig gigantischer ist - wo dieser liegt? - nun, natürlich in Western Australia...

Wie dem auch sei - er ist auf jedenfall der faszinierenste!

Auch die "Olgas" werden meine Augen erblicken.

Die Olgas, oder Kata Tjuta, also 'die vielen Köpfe', wie sie die ansässigen Aborigines nennen, liegen ca. 60km vom Uluru entfernt, im Red-Centre Australiens.

Blick vom Uluru auf die Olgas

Ähnlich wie ihr berühmter Bruder bestehen auch die Olgas aus Sedimentgestein. Da sie aber wesentlich näher am vor Jahrmillionen
abgetragenen Gebirge lagen, bestehen sie aus weitaus größeren Steinen - oder besser Geröll.
Diese Steine sind von Daumen- bis Faust-größe und mit grobem Sand verbacken.

 Wie der Uluru sind auch sie eigentlich eine umgekippte Gesteinslage, die durch Erdbewegungen an die Oberfläche gedrückt wurde. Auch sie waren einmal ein einziger riesiger Monolith - nur sind sie schon ein wenig länger an der Oberfläche als der Uluru, und daher auch schon wesentlich stärker von der Erosion zerfressen als dieser."Die Olgas aus der Nähe

 

 

 

 


Es wird spannend. Schauen Sie sich also meine neue Route an und warten Sie neue Infos einfach ab, denn etwa alle 80,100 oder 150 km werde ich jetzt mein Wasser neu auffüllen können, Nahrung bekommen und möglicherweise auf Zivilisation stoßen, vielleicht auch Internetzugang haben, nur die großen Menschenmassen darf ich sicherlich nicht erwarten. Also - gewappnet mit meinem neuen Reiseführer im Gepäck - geht's auf zur letzten Etappe! Sydney, ich komme!"

 

24.02.:  Timo visiert neue Route an

Auf Grund des heftigen Monsunregens wird Timo eine neue Route nach Sydney nehmen müssen.  Leider kann ich sie momentan noch nicht ins Netz stellen, da er sie mir noch nicht durchgegeben hat. Warten wir also ab. Näheres an dieser Stelle.

 

23.02.: Touchdown Australia

In der Bewusstwerdung über meine Verantwortung für mich, andere und die Definition meines weiteren Lebens machte ich mich vor 329 Tagen auf, für die Menschenrechte zu kämpfen, nach meinen Möglichkeiten, nach meinen Vorstellungen! Es dauerte 905 Stunden, um 15074 Kilometer durch 14 Länder mit dem Fahrrad zu fahren. Magische Zusammentreffen mit unfassbar aus der Seele strahlenden Menschen trieben mich vorwärts in Zeiten von blutigem Durchfall, Niedergeschlagenheit und fehlender Anerkennung. Es wird nun Zeit, die Zielgerade zu betreten!

2 Jahre arbeitete ich daraufhin, Sydney mit dem Fahrrad zu erreichen, alleine im Alter von 20 Jahren! "Am 20. Mai 2007 wird die Stadt in sich zusammen fallen ... Die Känguruh- Jagd hat begonnen ... ."                                                                    

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Was immer du tun kannst         

      oder erträumst zu können, beginne es.                   

              Kühnheit besitzt Genie, Macht und magische Kraft.                                                       

                                                                    Beginne es jetzt. (Goethe)

 

Gruß aus Australien!

Timo 

 

 

22.02.: Ankunft Australien

Start der letzten Etappe im fernen Australien.

"Bin gut angekommen und bei Freunden  untergekommen!"  Timo

 

21.02.: Timo sitzt im Flieger nach Australien

Hallo Marion,

ich wollte dir nur mitteilen, das ich deinen Sprössling gesund und munter in den Flieger gen Australien gesetzt habe.
Nach einer langen Nacht, in der wir sein Bike neu zentriert haben, neue Schwalbe Reifen aufgezogen und selbst die Naben aufgebrochen haben, um sie neu zu fetten, neue Bremsbeläge aus dem fernen Deutschland eingeflogen wurden und selbst das hintere Ritzel erneuert haben, fährt Timo in Australien demnächst mit einem fast neuen Rad ;)))) Na gut, wir hatten Hilfe von einem Profiteam vor Ort, das uns super unterstützt hat.

Auch der Karton war da, besorgt von Dylan, einem Neuseeländer, der uns aufgenommen hat wie langjährige Freunde...Der Abschied verlief beiderseits sehr tränenreich, doch letztendlich hat sich Timo doch entschlossen ins Flugzeug zu steigen, auch wenn er kaum glauben kann nun endlich die letzte Etappe seiner Reise zu betreten. Die Aussichten für Australien sehen , gelinde gesagt, beschissen aus - Monsunartige Regenfälle für die nächsten 16 Tage - bis er sich aus der Regensession und Region herausgestrampelt hat. Ansonsten ist dein Söhnchen bestens motiviert und gewappnet, hat sogar Regenschuhe gekauft, um dem Sauwetter trotzen zu können. Soweit die Infos, um das Onlinetagebuch etwas aufzufrischen ;))))

 

 

18.02.: Timo hat Singapur erreicht

In den frühen Morgenstunden ertönte noch das bekannte  Klingelzeichen, das mich als  Mutter beruhigt und mir sagt, dass alles okey ist und "Sohnemann " weiterhin radelt.

Vor knapp einer Stunde dann - um 15 Uhr MEZ -  erhielt ich eine Mail mit dem Inhalt, dass Timo bereits heute in Singapur eingetroffen ist mit 15 000 gestrampelten Kilometern! Somit hat er die Millionenmetropole erreicht und fliegt am 21.02. weiter nach Australien. Nun rückt er langsam aber sicher seinem Ziel: Sydney immer näher.

 Was immer du tun kannst
          oder erträumst zu können, beginne es.
                    Kühnheit besitzt Genie, Macht und magische Kraft.
                                                         Beginne es jetzt.                                                              

                                                                                                                              J. W. von Goethe

 

15.02.: Klingelzeichen

- auf dem Weg nach Singapur hat Timo Melaka erreicht. Timo und auch Andy, der ihn bis nach Singapur begleitet, geht es gut.

 

12.02.:Selamat (Malay: Hallo)ich,

Timo Müller, melde mich an meinem 318. Tag von meiner Benefiz- Radtour aus der malaysischen Hauptstadt Kuala Lumpur nach 14500 km/Spendensumme: 8576 Euro (seit dem 19. Newsletter (vor 39 Tagen) um 313 Euro erhöht).
 
Inhalt dieses 19. Newsletters:
- Warm & friendly; the Malaysian way: Multikulti Malaysia erfrischt Timos Geist
- Ortlieb und Schwalbe sponsern mein Projekt aufs Neue mit Material und Anerkennung!!! Dass meine beiden Sponsoren mir ein enormes Vertrauen schenken, durfte ich erneut erleben. Nicht nur mir selbst, sondern nun auch Seelenbruder Andreas ließ 25jähriges Firmenjubiläums Kind Ortlieb über mich Radtaschen zukommen, da ihm jene eigenen gestohlen wurden. Dass ihr Sponsoring soweit reicht, hätte ich niemals für möglich gehalten. Eh gleicht Ortlieb einer Familie, wobei ich zu Weihnachten persönliche Emails erhalte und im "Du" verkehre. Doch auch ich brauchte etwas. Nach 14500 Kilometern fängt der Kampf nun an, die Schwalbe Marathon- (Super) Reifen über die 15000er Grenze zu bringen.  Kein Problem sagt sich Schwalbe und sendet mir in nur 3 Tagen per Express ein neues Paar nach, einfach ohne Worte. Meine werden nun nach 15000 ins Haus zurück gesandt, um Testobjekt zu werden. Ich frag mich nur, wie man sie noch besser machen kann. 

Amnesty Malaysia setzt noch einen drauf: Neben der "Deutschen Schule", schenken mir ein national ausgestrahlter Radiosender, die wichtigste englischsprachige Zeitung und ein Info- Magazin für Deutschsprachige in Malaysia Gehör. Und was schenkt mir Amnesty noch obendrauf? 50 Euro, der Wahnsinn!!!    

Sie ist wieder da: Die männliche Sehnsucht nach wilder Natur und grenzenloser Freiheit!!! Seit Bangkok ist mein Iglu- Zelt wieder zum stetigen Refugium geworden. Die Lebensraserei Bangkoks mit enormer Amnesty- Tätigkeit hatte in Thailand eine große Trägheit im Weiteren in mir ausgelöst. Sydney wurde im Mantra herunter rezitiert und Kilometer gefressen, da Kuala Lumpur so schnell es nur geht angefahren werden musste, wartete dort doch die nächste ambitionierte Amnesty- Gruppe vorfreudig auf mich bzw. ist biking nichts anderes als ein Fulltime- Job für mich geworden. Andreas, meinen alten Radkameraden aus China wieder an meiner Seite zu wissen, war große Erholung und gab mir oft die Gelegenheit ihm das Zepter in die Hand zu geben, um sinnbildlich auf dem Fahrrad zu schlafen. Der Grenzübertritt zu Malaysia war wie bisher jeder ein einschneidendes Erlebnis. Ein Kulturwandel a la Kopftuch, Moschee, "Gejaule" um 4 Uhr in der Früh zum Gebet, ganz allg. ein deutlich veränderter Typus an Mensch erwartete uns. Krass unerwartete Englischkenntnisse selbst vom Kisokbesitzer, die gewisse Lesbarkeit durch dieselbe Schrift bzw. auch die Freundlichkeit der Malayen uns herzlichst willkommen zu heißen, lassen mich sehr intensiv auf das Land eingehen.

Die Multikulturalität von 60% Malayen, 30 % Chinesen und 10% Indern und die dazugehörige Portion an Sprengstoff mit Religiosität fesselt mich sehr. Mit großer Herzensfreude trete ich also wieder in die Pedale , um nach 2, 5 Jahren bei alten Freunden, gestrandet in Kuala Lumpur, wieder an die Türe zu klopfen.

Timo kicks asses! "Timo, today, we did a great job, we got finally some asses kicked!" So und nicht anders wurde unser Schaffen vom Direktor AI's höchtspersönlich eingestuft. Wieder einmal wurde mein Streben nicht belächelt, sondern mit geplantem "Timeschedule" in die Wege geleitet. Zunächst kam ich mit mehreren Radprofis zusammen, die mit mir eine mordsgeile Hetzjagd durch Downtown Kl veranstalteten, um später frisch lebendig für ein 1,5 stündiges Interview mit der "Star" zu sein, der wichtigsten englischsprechenden Zeitschrift vor Ort. Nun ja, das soll's noch nicht gewesen sein. Einen Tag darauf war ich eine volle Stunde live on air im auf englisch, national ausgestrahlten Radiosender. Zugegeben, ich hatte meine Hosen voll, da mir der DJ alles andere als geholfen hat. Bei von mir ausschweifenden Menschenrechtsstatements knallte er mir doch glatt die Frage vor die Nase, inwieweit mein Zungenpiercing stimulierend sei, und das straight live auf Englisch zur besten Zeit, um 8 Uhr morgens, bestens im Verkehrsstau mitzuverfolgen. Ich kam voll aus der Bahn und stotterte wild drauflos ... Doch nach ein paar "vocal stretchings" war ich wieder bereit die Menschenrechte zu vermarkten. Im Laufe des Tages kam es dann zu einem wichtigen Schlüsselmoment meiner Reise. An der "Deutschen Schule" (Info auf ihrer Homepage) erkannte ich die enorme Wichtigkeit mich direkt an Bildungsstätte zu wenden, um fast Gleichaltrigen von mir zu berichten. Mit einem noch schnell  zurecht gefertigtem einstündigen Dia- Vortrag führte ich die Schüler in Menschenrechte ein und zeigte ihnen, dass sie durchaus "cool, fresh und angesagt" sind! Ich erlaube mir zu behaupten, dass ich über eine gewisse Durchschlagskraft dabei verfüge, da ich live zum Anfassen aus "ihren Reihen" komme, keine so wirkliche Professionalität besitze, in einem Satz: Vor Kurzem saß ich auch noch in der Penne. Menschenrechte sind zu erlernen, um sie zu wahren!!! Zuletzt ließ mich auch noch die Kl- Post zu Wort kommen, das Info- Magazin für Deutschsprachige in Malaysia. "Exciting, fascinating, amazing!" (Direktor Josef Roy, AI Malaysia)


 Die neusten Informationen weiter kurz gefasst:

- Die Planung für meine Ankunft am Braunschweiger Rathaus steht bereits in den Startlöchern. Meine Mutter ersucht um tatkräftige Hilfe im "Planungsstab": Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können 05304/3904 - Stellvertretend wird meine Mutter am 18.03 in der Brunsviga, Braunschweig einen ersten am Telefon zusammen geschusterten Dia- Vortrag über meine Radreise halten.

Schon in meinem 16.Newsletter (Laos) machte ich auf das besorgniserregende Verschwinden von 439 der Volksgruppe der Hmongs angehörigen Menschen aufmerksam. Nun appeliere ich mit Amnesty Thailand und der Gesellschaft für bedrohte Völker weiter an Ihr Mitgefühl für 153 Hmong- Flüchtlinge– darunter 86 Kindern -, denen die unmittelbare Abschiebung aus Thailand nach Laos droht. Hier der Hinweis auf einen Email- Protest: Danke für Ihre Bereitschaft Menschen in Not durch nur einen Mausklick zu helfen. 

Phase 2 meines Bestrebens ist in Planung: Ein deutscher Konsul und viele Amnesty- Direktoren empfehlen mich weiter fürs Politikstudium. Der Körper ist gestählt, bald erwerbe ich mir die alles entscheidene Macht: Wissen! Und dann wird kräftig aufgeräumt!!! - Der Besucherdurchschnitt pro Tag auf meiner Homepage lag in den letzten 39 Tagen bei je 509. - Schon lange vorhanden, nun auch für Sie: Der englische Newsletter zur Reise. Probleme über Probleme: Nun schneidet auch noch eine Bank meine VisaCard in zwei    

Weitere Pläne:
13.02 - 16.02:
450 km runter nach Singapur mit grosser Fahrradbox auf dem Gepäckträger für den Flugzeug- Transport, als wäre ich neuer UPS- Zusteller! (Grund: Radläden in Singapur werden zu meiner Ankunft alle geschlossen sein; Unterkunft bereits über Internet- Community eingeholt. Grund: das chinesische Neujahrsfest lässt die Stadt aus allen Nähten platzen)

21.02: Abflug aus Singapur nach Darwin (Nordaustralien; Ticket bereits in trockenen Tüchern) und somit auch Abschied nehmen von meinem Radlerfreund Andreas

22.02: 02.12 Uhr in der Früh Ankunft in Australien (Unterkunft bereits eingeholt) Start für die letzten und alles entscheidenen Kilometer gen Sydney (ca. 5000 km in 90 Tagen)

21.05: Abflug aus Sydney zurück gen Heimat

28.05: Wiederankunft nach 416 Tagen und 20.000 km am Braunschweiger Rathaus. Im Anschluss versetze ich Braunschweig mit meinem Partyalarm in den Ausnahmezustand!

Terima Kasih (Malay: Dankeschön) 

Timo Müller   

 

 

07.02.: Timo in Kuala Lumpur

Timo befindet sich derzeit im "Presserausch" und meldet sich sicherlich in Kürze.

 

04.02.: auf dem Weg nach Kuala Lumpur

Leider gibt es weiterhin nur Klingelzeichen und keine neuen Infos.  Timo und sein Radlerfreund treten heftig in die Pedalen, da sie bis zum 05.02. Kuala Lumpur erreichen wollen. Dort wird Timo bereits von amnesty erwartet und auch von einer deutschsprachigen Schule, an der er zu einem Interview geladen ist. Weitere Pressetermine stehen an. Sobald Kuala Lumpur erreicht ist, wird es wieder neue Infos aus erster Hand (von Timo) geben.

 

01.02.: Informationen weiterhin ausschließlich per Klingelzeichen

Timo geht es gut und er befindet sich derzeit in der Nähe von Taiping.

  

28.01.: Klingelzeichen

Wieder einmal Verständigung per Klingelzeichen. Weiterhin auf dem Weg nach Malaysia und alles ist okey.

Gegen Mittag 12 Uhr/MEZ erhielt ich folgende E-Mail: "Hey mum, haben Malaysia erreicht!"

 

26.01.: auf dem Weg nach Malaysia

Bin ca. 200 km von Surat Thani entfernt  und rücke Malaysia immer näher. Andy und mir geht es gut. Bei unserer letzten deutschen Gastfamilie ( in Surat Thani) war es einfach grandios. 

Hier ein kleiner Eindruck unseres Zusammentreffens:

24.01.:Heute, zur frühen Morgenstunde, besser gesagt um 5 Uhr, wurde ich, Timo, schlussendlich von Colo in Empfang genommen. Was meinen derzeitigen Radlerfreund Andreas und mich erwartete war der schiere Wahnsinn: Der ersten netten Kennlernphase folgte ein gutes, altes deutsches Frühstück. Alles, was sich einsame Wanderer und Krieger nach langer Abstinenz von zu Hause nur so wünschen könnten: Nutella, Marmelade, Baguette etc.! Nach langem Schweigen zwischen den Einheimischen und mir in Laos, Kambodscha oder wo auch immer, durfte ich nun zum ersten Mal wieder so richtig den Klang einer deutschen Stimme hören. Colos schweizerischer Klangaufstrich war dabei noch die reinste Musik in meinen Ohren. Schon bald verwickelten wir uns in lange, interessante Gespräche und merkten gar nicht, wie schnell die Zeit vorbei sauste. Neben einem Besuch eines weiteren ortsansässigen Deutschen, kam dann die kulinarische Offensive seiner bezückenden Ehefrau! Das Wasser lief uns im Munde zusammen und schon bald lagen wir im thailändischen Schlaraffenland. Ganz gleich der Tatsache, dass unsere Bekanntschaft nur auf Email- Kontakt beruhte, ist es schön für mich, nach wunderbar schönen, aber auch teilweise brutal hässlichen 13.000 Kilometern ein Stück weit wieder deutschen Boden betreten zu haben.

Ich danke Colo, seiner Frau und zwei Kindern sehr für ihre liebevolle Art und wünsche ihnen eine famose Zukunft. Auf dass der Kautchuk aus ihren Bäumen nur so sprieße!!!

 

24.01.: sind in Surat Thani angekommen

- sind bei der deutschen Familie  - alles okey! 

 

21.01.: 13 392 km -  Standort: Chomphon

In 2 Tagen bei deutscher Familie in Surat Thani!

Kleiner Auszug aus der netten E-Mail von unserer nächsten "Unterkunft", der deutschen Familie:

"Wir leben in einem Quartier (Green View) vor der Stadt. Euch können wir unser kleines Thai-Gästezimmer anbieten, zwei Matratzen am Boden. ....... kann euch entgegenkommen, egal aus welcher Richtung ihr auftaucht."

 

 

20.01.: Klingelzeichen

- täglich erhalte ich nun wieder die gewohnten Klingelzeichen, die besagen, dass bei Timo und Radlerfreund Andreas alles okey ist. 

 

17.01.: Wieder unterwegs

Seit den frühen Morgenstunden sitzen sie ( Timo und Radlerfreund Andreas ) wieder fest im Sattel Richtung Malaysia.  Gestern erfuhr ich während eines langen Chats, dass es Timo langsam wieder  juckte in den Sattel zu kommen.

Seine Tage in Bangkok verliefen sehr interessant und waren voller Überraschungen. Ein herzliches Dankeschön auch an die ai-Bangkok/Aktivisten, die ihm in der Kürze der Zeit ein kleines "Zuhause" schafften und ihn tatkräftig unterstützten. Timo erzählte voller Begeisterung und auch ein wenig erschöpft von seinen vielen Eindrücken und nicht zuletzt auch vom Gerichtstermin, der offensichtlich ziemlich schleppend verlief. Seine gestohlenen  Wertgegenstände erhielt er selbstverständlich alle zurück. Obwohl - so selbstverständlich scheint das ja doch nicht immer zu sein, wenn man da Timos letzten Bericht verfolgt. 

Neue Infos wie immer an dieser Stelle.

www.amnesty-thailand.de 

 

15.01.: Andreas ( Timos deutscher Radlerfreund ) schreibt.... 

Anrede wie du magst:

Timo Müller, unseren fleißigen Radler für die Menschenrechte, unterstützt von AI habe ich nun das dritte Mal getroffen, und wie sagt man doch so schön:
Alle guten Dinge sind drei ;))

Das erste Mal für 2 Stunden in der Mongolei als ich aus Ulaan Baator rausgefahren bin, und er gerade diese Stadt im Eiltempo erobern wollte. Am 20.6.2006 setzten wir uns auf die mongolische Straße und schmiedeten Pläne, um uns in China zu treffen, keiner erwartete, dass das wirklich geschehen würde. Am 23.8.2006 war es dann soweit, am Xianer Bahnhof um 14 Uhr trafen wir uns das zweite Mal, um die Terrakotta Armee zu besichtigen und gemeinsam für zwei Wochen gen Süden Chinas zu fahren. Am 6.9.2006 hieß es dann einen schmerzhaften Abschied nehmen, mit der Gewissheit, uns erst in Deutschland wiedersehen zu können. Doch das Schicksal meinte es anders, und so sahen wir uns am 31.12.2006 in Bangkok erneut, um für die nächsten 7 Wochen gen Singapur zu fahren. Doch, was will ich damit eigentlich sagen....???? Nun, in diesen drei Treffen, habe ich diesen jungen Ritter für die Menschenrechte sehr gut kennen gelernt, ich kann nun von mir behaupten....aber das bringt es so mit sich, wenn man fast nonstop 24 Stunden zusammen die Zeit verbringt...in diesem Zeitraum habe ich die verschiedenen Stadien seines Engagements für die Menschenrechte und AI wachsen sehen dürfen und meine Bewunderung für ihn und seine Aktion wuchs Tag für Tag mehr. In der Mongolei war er ein bisschen fertig, wegen der Strapazen in Russland und der Källte in Polen, er musste sich erst warm strampeln, bis ihn die ganze Ungerechtigkeit in China und schließlich die Warmherzigkeit der Laoten zur Höchstform antrieben.

Meine Bewunderung und mein Respekt für seine Arbeit richtet sich nicht an die Kilometer, die er abstrampelt, das tue ich auch, oder dass er an einem Tag so viele Kilometer hinter sich bringt, das schaffe ich ebenfalls, nein, meinen Respekt hat er sich erworben, weil er Unbekannten eine Stimme verleiht und sie ihnen zukommen lässt. Wer von uns hätte schon gemerkt, dass einsame  Laoten entführt und vermutlich getötet werden?! Wer hätte sich schon die Mühe gemacht, so viel über die Geschichte Kambodschas zusammenzutragen?! Timo tat es, und mit ihm verlieh er ihnen eine Stimme, die nun tausende Menschen erreicht hat. Er stellte seine eigenen Bedürfnisse hinten an, um anderen die Möglichkeit einzuräumen an ihrem Leben teilzuhaben, in diesem Fall all jene, die bislang gespendet haben, um diesem Leiden ein wenig Milde zu verschaffen.

Für Timo ist es eine sehr prägende Zeit, die ihn für die Zukunft seinen Weg weisen wird . Ich danke ihm hiermit aus vollstem Herzen, dass er sich dieser Arbeit gestellt hat und wünsche ihm  für die letzten vier Monate alles, alles Gute, wobei nun die folgende Zeit sich als die Einfachere erweisen wird, weil nun eindeutig die Sprachbarriere wegfallen wird und er somit seinem Engagement und der Zielsetzung seiner Reise einen gebührenden Abschluss verleihen mag und wo am anderen Ende die siegvolle Eroberung der Harbour Bridge anstehen wird.

Alles Gute für die letzten 7000 km,

dein Radnomade Andreas

 

11.01.: Timo - Info aus dem ai - Büro in Bangkok

Hallo,
seit heute bin ich wieder in Bangkok und der Workshop war genial. "Unicef, Save the children, Plan, terre des hommes, Asian Foundation" uvm. waren anwesend. Letztere ( NGO ) werde ich im Süden noch einmal treffen, um mir Tsunamischäden anzuschauen. Alle großen Zeitungen nahmen mich ins Gespräch bzw. habe ich morgen ein weiteres Interview. Am Samstag, meinem persönlichen d-day, werde ich dann mit Polizeischutz und vielen Kindern auf für ai gesponserten Rädern zum Governmenthaus fahren, um den stellvertretenden Premier anzutreffen.

Oben im Norden durfte ich viele Kontakte knüpfen, z.b. auch zu einer ehemaligen Senatorin und wäre beinahe, wenn die Zeit nicht dazwischen gefunkt hätte, in ein 30.000 Menschen zählendes Flüchtlingslager in Burma mit Unicef gekommen. Doch ich bekam wenigstens Kontakt und sollte mich einfach nur einmal melden, wenn ich vorbei kommen möchte, z.B. im Rahmen meines bald beginnenden Studiums. Für dieses wird mir zudem der ai Direktor ein Empfehlungsschreiben ausstellen bzw. kündigen sie mich auch schon in Kuala Lumpur bei der nächsten ai Station an. Anfang nächster Woche werde ich mit dem 20. Newsletter und zahlreichen Fotos noch detallierter informieren.

Bis dahin Gruß aus dem ai - Büro, das gerade um Mitternacht einzig unter meiner Verwaltung steht (schlafe hier)!

Timo, Bangkok

 

 

10.01.: Vorerst keine Nachrichten von Timo

Habe leider noch keine neuen Nachrichten von Timo erhalten. Da am 11.01. seine ai-Aktion  beendet sein wird ( 4-tägiger Workshop ), denke ich, dass er sich in den nächsten Tagen ( ev. schon am 11.01. ) wieder meldet. Aktuelle Nachrichten wie immer auf dieser Seite.

  

06.01.: 

Heute/6. Januar habe ich Geburtstag und da würde ich mich riesig über ein kleines Geburtstagsgeschenk ( Spende für amnesty ) freuen ! Spenden Sie - ich radel !Ich danke Ihnen und grüße Sie herzlich aus Thailand ! Ihr Timo 

 

05.01.07: 19. Newsletter im Januar

Sa- was- dee- krab (Thai: Hallo) und ein frohes neues Jahr 2007,

ich, Timo Müller, melde mich an meinem 279. Tag von meiner Benefiz- Radtour aus der thailändischen Hauptstadt Bangkok nach 12770 km/Spendensumme: 8263 Euro (seit dem 18. Newsletter (vor 26 Tagen) um 1290 Euro erhöht). 
 
Inhalt dieses 19. Newsletters:
- Timo wird am Internationalen Kindertag (13.01) mit dem Rad vor Thailands Regierungshaus in Bangkok mit Petitionen burmesich- thailändischer Kinder fahren in Begleitung der Presse
(initiert von Amnesty International Bangkok)
- Geschichten von Sorgen über mögliches Dengi- Fieber oder gar Malaria in Kambodscha, ein Wiedertreffen mit Andreas in Bangkok, jenem Radler mit dem ich in China schon 2 Wochen fuhr und ein Diebstahl mit baldigem Gerichtstermin erwarten Sie hier im Tagebuch!

- Die Radzeitschriften trekking und tour sowie das zdf heute magzin berichten über mich
 
 Amnesty action in der reinsten Form; darauf habe ich lange hinarbeiten müssen! Eingeleitet durch meinen morgigen 21. Geburtstag, tritt eine Amnesty action sondergleichen an den Start.
 
Am morgigen Samstag Abend, dem 06.01, werde ich mit Amnesty, darunter dem Direktor sowie einem ai- Mitglied von den Philippinen, in den fernen Norden Thailands aufbrechen, um dort bis zum 10.01 (Mittwoch) an einem Workshop teilzunehmen.
 
Denn im Grenzgebiet zu Myanmar  werden Kindern, deren Eltern vor Zeiten aus Myanmar flüchteten (flüchten mussten) weniger Rechte zugesprochen als anderen und sind somit, auch wenn sie Thais sind, Kinder zweiter Klasse. Amnesty International Thailand sammelt deshalb nun dort mit mir in den nächsten Tagen verstärkt von den Kindern selbst gemaltete Bilder, Postkarten u.ä., um der Forderung nach mehr Rechten Ausdruck zu verleihen.
Vor Ort wird den Kindern zudem in vielfältigen Spielen die Relevanz ihrer ihnen nicht zugesprochenen Rechte versucht näher zu bringen.
Dabei werde ich in dem Sinne ins Spiel gebracht, indem den Kindern meine Geschichte erzählt wird und nun ja, sie jenen von weit herkommenden Jungen, nämlich mich, zum Anfassen gleich neben sich haben. Und dass Kinder auf mein Rad und mich "abgehen" werden, das weiß ich nur allzu gut aus Erfahrung.   Am Donnerstag wieder kommend, heißt es dann für uns, uns auf den Showdown vorzubereiten. Amnesty möchte mich als "messenger" auf dem Rad einsetzen und jene gesammelten Petitionen als Art "offiziell von Amnesty beauftragter Postbote" übereicht sehen. Und jetzt der Brüller schlechthin, das Sahnehäubchen all dessen: es geht mit dem Rad straight zum Regierungshaus am 13.01, dem Internationalen Kindertag (für nähere Informationen s. mehr), der in Thailand unterschiedlich zu anderen Ländern an jedem 2. Sonnabend im Januar geehrt wird.
 
Es ist einfach ein Wunder geschehen:
Ich sitze hier nun an einem Bürorechner und bin in dieses Projekt mit eingespannt. Auf Socken flitze ich durch's Büro und arbeite nach meinen Möglichkeiten mit:
Entwerfe profiles über mich, mit denen die Medien informiert werden oder auch Vorstellungen inwiefern ich bestmöglich und effizient die nächste Woche verwerten kann hinsichtlich meiner Homepage bzw. wegen eines geplanten Telefon- Interviews mit der Gifhorner Rundschau. Dabei bestens ausgestattet mit einem "Firmen- Handy".   Viele Dinge müssen jedoch bis dahin noch geregelt werden:
Zum einen stellt es eine Schwierigkeit dar, mein Rad mit Klamotten morgen Abend nach Chang Mai (s. obige Karte) und weiter in den abgelegeneren bergigen Norden zu transportieren. Oder auch musste der Bürgermeister Bangkoks informiert werden, wegen der enorm angespannten Lage, die sich über Bangkok wie eine Käseglocke gestülpt hat. Seitdem das Militär im September die Regierung putschte (s. mehr ) und zu Silvester mehrere Bomben in der Stadt hochgingen, bei denen zwei Menschen starben und mehr als 30 verletzt wurden ( s. mehr) sind die Sicherheitsvorkehrungen so enorm, dass selbst nahe meines Hotels auf der berühmten Khao San Road das Militär bewaffnet Präsenz zeigt. Die Versammlungsfreiheit wurde dabei kurzzeitig so gravierend verboten, dass selbst Ansammlungen von gerade erst einmal fünf Menschen als "feindliche" Demonstration angesehen wurde. Unsere Vorstellung ist weiterführend jene, dass ich von einer örtlichen Biker Community flankiert werde, um das Regierungshaus anzusteuern. Zugleich steht dabei immer noch für mich ein Gerichtstermin aus, da ich nach thailändischem Gesetz bei dem Diebstahl, der mir am 01. Januar wiederfahren ist, vor Gericht erscheinen muss, um den Gott sei dank geschnappten Dieb hinter Gitter zu bringen. Dieser Termin kollidierte jedoch mit dem morgen beginnenden Workshop im Norden und musste deshalb auch noch umständlich von Amnesty auf den 16. Januar verschoben werden.  Die nächste Woche wird vieles für mich bereit halten, denn der Direktor amnestys meinte gerade erst, dass er die Deutsche Botschaft kontaktieren will und sich davon einiges verspricht. Ich halte Sie selbstredend wie immer auf dem Laufenden. Und eins kann ich Ihnen sagen, jetzt fängt der ganze Spaß erst so richtig an. Es stehen noch gute fünf Monate aus, ich lebe gerade auf 180 km/h und aller spätestens in Sydney komme ich in die Weltnachrichten für Amnesty, wenn ich die Harbour Bridge per Fahrrad hochfahre. Ich laufe gerade zu Hochtouren auf, dass sage ich Ihnen!!!  

Weitere Highlights: Die Radzeitschriften "trekking" und "tour" (Europas größtes Rennrad- Magazin) berichten in den neuesten Ausgaben über mich bzw. schaltete auch das zdf heute- magazin eine Sendung am 20.12. 2006 über Amnesty- In- Bewegung mit Verweis, dass ich die Spenden- Bestenliste mit Abstand führe
( s. mehr ).   titel4589382840995
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Die neusten Informationen weiter kurz gefasst:
- Das drei- monatige australische Visum sowie der Flug Singapur- Darwin (Nordaustralien) für spottbillige 125 Euro stehen bereits.
- Meine Ankunft am Braunschweiger Rathaus fällt somit voraussichtlich auf den 26. oder 27. Mai diesen Jahres, ein Wochenende.
- Mein Radfreund Andreas wird meine Einsamkeit bis zum Abflug aus Singapur am 21. Februar durch seine Anwesenheit tilgen. Wir radeln gemeinsam durch Thailand & Malaysia.
 
Meine Reiseroute im Land: siehe obige Route!     

La- Korn (Thai: Auf Wiedersehen)  

Timo Müller
 
 
Mit freundlicher Unterstützung von:
riese und müller GmbH, Bosch und Partner GmbH , Gonso , tubus carrier systems GmbH , Schwalbe, Reise Know How Verlag, Ortlieb Sportartikel GmbH, SKS Germany, Radstudio Braunschweig, Radhaus Braunschweig, Teo Die Fahrrad GmbH, Atelier Velo, Tramp und Globetrotter Laden GmbH, Steinkamp , High 5, Delta Bauplanung GmbH, Zahnarzt- Praxis Dr. Zunk, Praxis Dr. Arndt, ADFC Kreisverband Braunschweig e.V. , Extremsportler Joachim Franz, Abenteuerhaus Wolfsburg , szens, Jolly Joker
 
Amnesty International, für die Menschenrechte; www.amnesty.de


 

 04.01.07 Gute Nachrichten aus Bangkoks Ai - Büro

Gruss vom Ai- Bangkok Rechner,
 
sitze gerade bei amnesty Thailand und die sind echt der schiere Wahnsinn.
Eine Tasche voller Flyer & Prospekte zum Verteilen auf dem Weg für Thais, ai-Shirts und gar ein Handy wurde mir in die Taschen gesteckt, da meins halt noch bei der Polizei konfisziert liegt wegen eines Diebstahls in meinem Gästehaus..
Wegen genau jenes Vorfalls werde ich heute mit ai, der Kampagnenleiterin ins Polizeibüro fahren, um die Sache zurechtzubiegen, bevor wir zusammen essen gehen. Sie meinten, sie könnten nichts versprechen, aber auf alle Fälle lassen sie mich nicht alleine ins Gericht stolzieren, sondern stellen mir einen Übersetzter zur Verfügung, um vor Gericht gegen den Dieb auszusagen.. Am Wochenende werde ich höchstwahrscheinlich mit dem Direktor und der Kampagnenleiterin in den Norden Thailands mit dem Bus, zu einem 4- tägigen Workshop anlässlich eines besonderen Aktionstages amnestys, fahren. Ein besseres und schöneres Geburtstagsgeschenk für den Samstag (6. Januar) konnten sie mir  nicht machen.

Der erste Pressetermin mit der "bangkok biznews" steht schon für nächsten Mittwoch an. bzw. schreiben sie an "bangkok post", "the national" und weitere englisch-thai sprachige Zeitungen, Magazine. Alles frische junge Leute, die mein Engagement honorieren und mit denen ich jetzt schon nach nur wenigen Stunden herumspaße beim Mittagessen, was mir ausgegeben wurde. Im Gegensatz zu anderen ai Büros in Polen, Finnland, Russland und der Mongolei bieten sie mir sogar an, im Büro zu schlafen, oder auch beim "membership" Koordinator unterzukommen. Ihre Türen seien zudem immer offen und sie sind sehr ambitioniert mir die ai- Arbeit Thailands näherkommen zu lassen, indem sie mir ihre Strategien, Kampagnenerfolge, - Misserfolge, Planungen u.v.m. erklären! Einen Norweger, der in Malaysia für eine andere Menschenrechtsorganisation arbeitet, der gerade vor Ort ist und selbst Rad fährt, wurde bereits angerufen und ich habe seine Nummer erhalten.

Ebenso denken wir über eine Begegnung mit einem lokalen Radclub nach, inwieweit das Erfolge erzielt, bleibt abzuwarten. Genial war der Moment als die Namen "Ogi" & "Sergei" fielen. Ehrlich gesagt war ich sichtlich stolz auf die Tatsache, dass ich jene Kampagnienleiterin aus der Mongolei sowie den Koordinator für Europa & Zentralasien persönlich kenne. Ganz "zufällig" schneite dann auch gerade heute eine ai- Grußkarte aus der Mongolei bei ihnen ein. Die nächsten 10 Tage meinten sie, arbeiten sie an der "aktion timo"! 

... Wahnsinn ...einfach ohne Worte!

 

 

 02.01.07 Timo muss am Dienstag / 09.01.07  vor einem Thai- Gericht erscheinen

Hallo zusammen und ein frohes neues Jahr,

persönlich hab ich das Glück nun wirklich gleich fürs neue Jahr dauergepachtet! Nach etlichem Hin und Her lief ich vor Wochen noch in Phnom Penh umher aus Angst ich könnte Malaria oder auch Dengui Fieber haben, wobei die hiesigen Ärzte sich mal völlig als "Stümper par excellence" herausgestellt haben.

Nach schönen Weihnachten auf Ko Chang knackte ich daraufhin auch die mörderische Metropole Bangkok, um auf meinen alten Kumpanen Andreas zu treffen (radelten in China schon 2 Wochen, jetzt 7 bis Singapur).

Unser Silvester wurde jedoch gleich überschattet von mehreren Bombenanschlägen, die Militär auf die Straße beförderte und das Jahr ironischerweise wirklich lautstark ankündigten. Gottlob war ich alles andere als betroffen, doch jagte für mich ein dummes Event das andere. In einem Satz: ein Marokkaner brach in unser Zimmer ein und stahl mir Wertgegenstände von 1500 Euro, alles was ich an gewissem Luxus so hatte: Video-, Fotokamera, MP3 Player, Handy etc.!!! Alles war komplett durchwühlt, und ich mal wieder der dumm drein schauende Verlierer. Begleitet von gewissen Rad-Göttern stellte man jedoch jenen Reisenden und somit auch sein komplettes Diebesgut.

In der Nacht war also noch ein örtlicher Polizeibüro - Besuch angesagt und was sich mir bot glich einem Schwarzmarkt: über 20 Handys, mehr als doppelt so viele MP3 Player und Geld, Geld, Geld. Einen Meter vor mir saß jener Dieb! Ohne ihn anzublicken sammelte ich meine Sachen zusammen und ignorierte ihn a la "denn sie wissen nicht, was sie tun!". Mein verloren gegangener Schatz wurde jedoch nun konfisziert im Polizeirevier. Was das jedoch im korrupten Thailand heißt, erfuhr ich am nächsten Morgen!

Zunächst abgewiesen mit dem Hinweis der "policeman in charge" sei die einzig informierende Person wurde ich zusätzlich angefrotzt als ich sie bat, doch meine Daten einfach nur aufzurufen, um Bescheid zu wissen. Ok Timo, stoische Ruhe, wie wir es in China gelernt haben auflegen! Stunden später kamen also die Polizisten zu mir ins Guesthouse und nahmen mich mit  zum Protokoll. Nun stellte sich jedoch heraus, dass die Hälfte meiner Sachen nicht mehr da waren und ja, irgendwo untergegangen sein müssten. Das zweite Mal bestohlen? Die Thais stellten sich also erstmal doof stur und grinsten verlogen. Nach völlig irritierenden Fragereien a la wie heißen deine Eltern mit zusätzlichem Sprachkurs der Aussprache r-oooooo-lll-ffffff mueeeeeeee-ll-eeeeeer, wurde mir auferlegt mindestens die nächste Woche in Bangkok abzugammeln, um vor Gericht gegen den Dieb auszusagen.

Mit der Hälfte meiner Wertgegenstände in der Hand, versteht sich, die irgendwo das 2.mal bei deinem Freund und Helfer, der Polizei gestohlen wurden. Mit meinem Idealismus und dem Gedanken an preussische Rechtsstaatlichkeit war hier wirklich alles andere als Gutdünken angesagt.

Ich werde also nächste Woche, hoffentlich, 2 Stunden im Gericht sein, mir die Story jenes Marokanners anhören auf thai, um dann, so wurde es mir beigebracht, mit dem Finger auf jenen zu zeigen. So in dem Sinne, "der da war's!" Das einzige was ich jedoch weiß, ist, dass mir gesagt wurde, dass er es sei. Also werde ich wohl dieses Faktum als wasserdichte Zeugenaussage runter rezitieren müssen, um das ganze Kasperletheater dingfest zu machen.

Auf die Spitze wurde es damit getrieben, dass ich angewiesen wurde, doch Freunde aus dem Guesthouse mitzubringen, die das Gleiche abspielen: "also, Zeigefinger strecken, zielen und anklagen!"

Ein Herz und eine Seele: die Thai- Polizei und das Gesetz!

Nach 2 Stunden kam dann aber doch noch ein kleines Paket aus irgendeiner Ecke zu mir, in dem die "missing items" deponiert waren.

Das heißt also für Andreas und mich (bin ich diesmal froh, dass ich nicht alleine bin), dass wir eine lange Woche in Bangkok abhängen werden und ja, keine Ahnung, die Tage um den Block fahren und so ähnlich.

Nun ja, ein Hoch auf's neue Jahr 07,

es kann nur besser werden!

 


01.01.07 Bangkok erobert

Timo ist bereits Silvester in Bangkok eingetroffen und  nimmt vor Ort Kontakt zum  ai-Büro auf. Auch  Andy, seinen deutschen "Radlerbruder", konnte er schon treffen.

 

Hallo,

einen derb fetten Gruß ins Jahr 07
wie schon im letzten Jahr lehre ich den Bösen das Fürchten und hab im Handumdrehen Bangkok geknackt!!!
Andi, einen deutschen Radler, mit dem ich bereits in China für 2 Wochen radelte, begleitet mich für die nächsten 7 Wochen runter nach Singapur.
Hier in Bangkok muss jedoch vorher noch so einiges geregelt werden;
vor Minuten hab ich übers www mein australisches 3 Monats Visum besorgt, einen Radladen ausgecheckt, die Page bearbeitet etc.
Morgen dann noch die Flüge von Sinapur- Darwin & Sydney- Berlin abklären, was ein wenig umständlich werden wird, da Übergewicht und Rad ein Handicap sind. Amnesty Bangkok aufsuchen und und und ...
Also, der Rubel rollt im Sauseschritt - bald gibt's die genauen Daten meiner Ankunft.

Bis dann,
grüßt Timo

 

28.12.: Timo ist auf dem Weg nach Bangkok

 

26.12.: Alles im grünen Bereich

"Habe tollen Strand gefunden, genau den, den ich als Karte für  Weihnachten weggesandt habe. Leihe mir morgen Roller, da es übelst bergig hier ist, schlafe bei Leuten umsonst im Zelt 15 m vom Strand,
mega heftig - noch 2 Tage dann nach Bangkok  und anschließend treffe ich Silvester Andi."
Gruß Timo

22.12.: Entwarnung

Zum Glück kein Malaria und auch kein Dengue- Fieber, wieder Durchfallerkrankung diesmal mit Fieberschüben. Samstag zur erneuten Visite beim Arzt, da die Therapie bereits läuft. Zur Erholung des Körpers geht es ein Stück mit dem Zug gen Thailand

21.12.: E-Mail von Timo

hallo zusammen,
 
mir gehts persoenlich gerade nicht so gut,
hatte gestern morgen 39 grad fieber, schuettelfrost, druck und schmerzen im kopf, gliederschmerzen und war derbe muede.
bin dann in ein provinz krankenhaus im suden kambodschas (kampot), wo erst einmal keiner englisch sprach, der doktor sei um 10 uhr auch schon nach hause gegangen.
also bin ich so durchs haus gestriffen, halb krank, und hab mich an wildfremde leute gewandt, die einfach so dort herum lungerten.
denn all diese symptome weisen ja halt auf malaria hin.
hab dann pantomimisch ein mosquito imitiert und 20 sec. spaeter hatte ich 2 power spritzen im bein.
das war der reinste wahnsinn, 20 sec. spaeter lag ich flach, die ohren waren zu, vor meinen augen war alles nur noch schwarz und ich voll auf droge.
keine ahnung, was das war!

20 min. spaeter wurde mir eine 15 $ rechnung vor die nase gehalten und mir so gut es geht empfohlen, das krankenhaus jetzt zu verlassen.
was geht denn jetzt ab?
Vielleicht habe ich hier auch toedlich enden koennende malaria und ich weiss noch nicht mal, ob ihr verstanden habt, was ich euch zu erklaeren versucht habe bzw. was das eigentlich fuer spritzen waren.
und jetzt wollt ihr mich raus schmeissen?!

es ging mir den tag ueber dann wesentlich besser, doch trotzdem nahm ich sofort den naechst besten minibus gen phnom penh zurueck.
der bus hatte dann auch noch eine panne waehrenddessen und die panik wuchs.
wieder im schoenen phnom penh angekommen, hab ich all meine sachen im alten guesthouse verstaut und einen bluttest im besten krankenhaus der stadt machen lassen, um gewissheit zu erhalten, ob ich malaria tropica im blut habe.
um mitternacht kam dann die ENTWARNUNG!!!

das war gestern am 20.12;
 
da die medizinische versorgung hier selbst in den besten krankenhauesern nicht so ganz dufte ist, und mir eine empfehlung zugekommen ist, bin ich heute (21.) noch in die tropical & traveller clinic eines briten gefahren.
jener testet heute auch noch mal mein blut, malaria sei es nach seiner meinung auch nicht, doch geht er zu 80 % aus, dass es sich um dengue-fieber handelt.
dies koenne man am einfachsten mit viel ruhe und wasser trinken wie ein ochse behandeln, neue schuebe in den jahren spaeter wie bei malaria gebe es auch nicht, also halb so wild.
 
heute um 16.30 hab ich den test,10.30 in brd
gut, dass ich das bei dem noch mache, das hospital hat mich nur auf malaria durchsucht, typhus od. halt dengi haben die gar nicht von selbst gemacht, stuemper mit vielversprechendem titel am kovert.
 
also, beruhigende neuigkeiten kommen so schnell es geht
machen sie sich keine sorgen, dengi ist machbar
und sydney knacke ich bei weitem auch arm- und kopflos, wenns sein muss
... nach jenem sprichwort: "Was mich nicht umbringt, macht mich nur noch haerter!"
 
Timo

 
biking around the world to establish human rightswww.cyclingforhumanrights.de Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können  

 

 

20.12.: Timo fährt zurück nach Phnom Penh

Anruf in den frühen  Morgenstunden; Timo fährt zurück (Fahrrad im Minibus) in die Hauptstadt, um dort ein Krankenhaus aufzusuchen. Seit kurzer Zeit Fieberschübe. Ärztlich versorgt  wurde er bereits in Kampot, half aber nicht - deshalb geht's jetzt zurück in die Hauptstadt, um dort erneut  Hilfe in einem Krankenhaus zu erhalten.  "In Kampot bekam ich 2 Powerspritzen - WAS mir gespritzt wurde, keine Ahnung. Nach ein paar Minuten fiel ich fast um und mir ging es miserabel. Eine Verständigung war nur pantomimisch möglich, keiner verstand mich oder sprach Englisch."

Wünschen wir ihm das BESTE und baldige Hilfe! Neue Infos auf dieser Seite!

Gegen Mittag erreichte mich Timos Anruf aus Phnom Penh. Er hat sich in ein Hotel einquartiert, das 3 Min. vom Krankenhaus entfernt ist. Dort wartet er derzeit auf die Ergebnisse einer Blutuntersuchung.

 

17.12.: Mir geht's gut,

viel erlebt, nette Leute getroffen, Reis geschnitten, am Strand ausgespannt etc., bin momentan mit einer Französin unterwegs - mir geht's supi!

Timo
 

14.12.: "Butterfly" und Timo auf dem Weg in den Süden Kambodschas

Unsere Klingelzeichenaktion funktioniert derzeit sehr gut. Das tägliche Klingeln sagt mir, dass es Timo gut geht, da offensichtlich im Moment kein Internetzugang  möglich ist.

 

18. Newsletter Radreise Australien/ai: Phnom Penh, 11750km/ 6973 Euro, 252. Tag 

flagge_kambodscha_animiert  Kambodscha

08.12.:Johm riab sua (Khmer: Hallo),

ich, Timo Müller, melde mich an meinem 252. Tag von meiner Benefiz- Radtour aus der kambodschanischen Hauptstadt Phnom Penh nach 11750 km/Spendensumme: 6973 Euro mit gerade erst einmal vier lachhaften Platten im Schwalbe-Marathon Reifen.

Von ganz oben nach ganz unten:
Vom Jahre 802 bis schließlich 1432 v. Chr. war das damalige Kambodscha eine Hochkultur par exellence. Neben Römern, Griechen, Inkas und Mayas sind auch die Khmer aufzuzählen.
Der Everest aller Tempel weltweit "Angor Wat" mit seinen vielen Geschwistern auf dem rieisgen Areal von Angkor (s. später Fotos) lässt die Fortschrittlichkeit und Größe nur erahnen.
Doch durch den bestialischen Völkermord in den Jahren 1975-' 79 durch den fanatischen Diktator Pol Pot in Begleitung seiner Khmer Rouge wurde jenes Reich beinahe völlig im Blut ertränkt (Konzentrationslager & Arbeitslager schaute ich mir erst gestern an).
Experten gehen von 1,7 Millionen Toten aus bei einer Gesamtbevölkerung von damaligen acht (weiterführender Link der Yale Universität mit einem ungeheuren Wissenschatzs, auf deutsch).
Hätte das Land nicht schon genug Schwierigkeiten mit jener Verarbeitung, so töten in Friedenszeiten die "stillen Soldaten".
Der Untergrund- Krieg der noch verbleibenden bis zu 6 Millio. Minen bringt die höchste Zahl an Amputierten weltweit zu Tage (40.000) und fordert durchschnittlich monatlich weitere 35 Opfer
(zum Thema Minen in Kambodscha: Unicef, Medico- International, Handicap International)
Die Palette an fatalen Problemen scheint dabei kaum abzunehmen:
Die Kinder- Prostitution floriert im Land wie nie, einhergend mit enormen HIV- Raten, die wiederum die Todesspirale Armut weiter drehen.
Hinzu kommt die Malaria, die das ganze Land ganzjährig zu einem Hochrisiko- Gebiet werden lässt.
Das Land ist voll von helfenden NGO's (Non- Govermental Organisation);
als ob das Land von Grund auf erzogen werden müsste, hängen überall Plakate, die zum Hände waschen animieren, Anleitungen zum Stillen von Babys, Waffen brandmarken oder auf die Vogelgrippe hinweisen.
Dass 60 % der Bevölkerung dabei noch unter 24 Jahren ist, verbessert die Lage nicht wirklich.
Mehrere nützliche Links jener NGO's, die vor Ort tätig sind und Hilfe von Ihnen daheim benötigen, haben ich Ihnen mitgegeben.
Danke für Ihre Bereitschaft zu helfen.
.
Kambodscha: ein Entwicklunsland? Gut, da mag ich zustimmen, aber ... 
im Vergleich mit der Bundesrepublik Deutschland, die in relativem Wohlstand lebt, sind wir emotional ein Entwicklungsland.
Ich empfinde Ehrfurcht für die Khmer, die es meistern, ihren Horror wenigstens vom Gesicht zu streichen und dich mit Wärme überschütten.
Die Pein ist dabei jedoch täglich direkt vor ihren Füßen.
Machen Sie sich selbst ein Bild auf  meiner Homepage: Neue Fotos verschaffen Ihnen einen ersten Einblick.
    
10.12.2006: Internationaler Tag der Menschenrechte:
 
In zwei Tagen, am 10.12.2006, ist es wieder soweit, der Internationale Tag der Menschenrechte jährt sich aufs Neue.
Im vergangen Jahr verkleidete ich mich noch als Guantanamo- Häftling und prangerte in der Öffentlichkeit die Folter- Politik im Namen Christi an (hier mehr) .
Heute, weit entfernt, kann ich Sie in dem Sinne "nur" auf eine diesbezüglich ausgerichtete amnesty- Aktion hinweisen bzw. noch einmal die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte hervorheben, die ich persönlich nach langen Stunden der Rad- Einsamkeit Ihnen hoch und runter rezitieren könnte als Fundament meines Handelns.
Ebenso wird diesbezüglich am 09.12.2006 der Deutsche Menschenrechts- Filmpreis in Nürnberg ein weiteres Mal verliehen.
Menschenrechtsfilme als wichtiger Bestandteil politischer Aufklärung haben im heutigen Medien- und Technolgie Zeitalter eine enorme Fähigkeit inne, auf Menschenrechtsverletzungen hinzuweisen, sie zu dokumentieren, Menschen wachzurütteln und gar in einigen Fällen den  politischen Verlauf von kriegerischen Auseinandersetzungen zu beeinflussen (erinnern Sie sich an das Bild von dem Mädchen Kim Phuc, das nackt vor den Napalm-Brandbomben in Vietnam flüchtet?!).
Durch Ihr Interesse werden jene, ungeheuer interessanten, lehrreichen und auch, man mag es kaum glauben, unterhaltende Filme, aus ihrem Nischen- Dasein herausgeholt. 
Im Anhang finden Sie eine Programmübersicht des Bayerischen Rundfunks, der als Medienpartner mehrere Sendungen zum Thema produziert und ausstrahlt (unter News). 
Erfeudige Spenden:
In den letzten vier Wochen haben sich die Spenden um mehr als 2700 Euro extrem erhöht.
Neben einer enormen Privatspende von 1111 Euro durch Dr. Eiermann aus Wiesbaden? haben die BRAUNSCHWEIGER FAHRRADHÄUSER: TEO, RADSTUDIO und RADHAUS eine beträchtliche Summe von ganzen 720 Euro für meinen amnesty- Spendentopf gesammelt, als hätten ihr Sponsoring und ihre vielen Ratschläge, die auch jetzt noch oftmals mein Postfach füllen, im Vorfeld nicht schon ausgereicht.
Doch;
stehe ich noch nicht einmal mit beiden Füßen im Leben, so habe ich aber trotzdem immer noch einen Schuldenberg von 13027 Euro vor mir liegen.
Wenn der Weihnachtsmann also bei Ihnen zweimal klingeln sollte, schicken Sie ihn doch bitte auch einmal bei mir vorbei. Jeder Euro zählt.
Genauso wie sich jeder von mir abgespulte Meter zu Kilometern verwandelt und diese mich zusammengerechnet auch Mitte Mai nach Sydney tragen werden, so bewegt jeder einzelne gespendete Euro von Ihnen die Welt in eine bessere Richtung.
Glauben sie nicht? Ich werde es Ihnen beweisen! 
Ein Eichhörnchen ernährt sich ja sprichwörtlich auch langsam und 20.000 Kilometer fahre ich bei weitem nicht in einem Stück.
In dem Sinne, wünsche ich Ihnen eine gemütliche und familiäre Weihnachtszeit, die ich persönlich auf Ko Chang, einer paradiesischen Insel Thailands genießen werde, bevor ich mich einer exzessiven Silvester- Party in den Schluchten der Monster- Stadt Bangkok hingeben werde, um meinen baldigen 21. Geburtstag Anfang Januar einzuleiten.
Als virtuelle Abenteurer schließen Sie dabei einfach ab und an Ihre Augen, springen bei mir hinten drauf, werden durch die Weltgeschichte getragen und lassen sich von mir den Weg nach Sydney erklären.
Sie sind nur einen Mausklick davon entfernt, mit mir nach 20.000 Kilometern die Herrschaft über Downtown Sydney zu übernehmen!!!  
Dank an "ALLE NEUEN UND ALTEN SPENDER"!
                                                                   
 Lia suhm hao-y (Seien Sie gesegnet)
Timo Müller
Mit freundlicher Unterstützung von:
Amnesty International, für die Menschenrechte; www.amnesty.de

18. Newsletter Radreise Australien/ai: Phnom Penh, 11750km/ 6973 Euro, 252. Tag 


 

02.12.: Kambodscha gefällt mir sehr gut

Kambodscha gefällt mir sehr gut und der heutige erste Angkor Tag war brutal: 12 h nur am Gucken, mein Kopf ist völlig ausgebrannt - es ist einfach gigantisch, aber welch Widerspruch sich hier auftut ist enorm; das Khmer Reich spannte sich über ganz Südostasien (Thailand, Myannmar, Laos, Vietnam) und hatte schon früh in der Geschichte Dinge erfunden, von denen Römer und Griechen, Inka und Maya nur geträumt hatten; und was ist nun? Der Völkermord 1975-79 mit 1,5 Millionen Toten von 8 Mil. Einwohnern unter der Herrschaft des Terrors Pol Pot, Politikern, die nur ans Plündern denken, auch heute noch - Prostitution mit enormen HIV-Raten, teilweise schlimmer als in Afrika, Armut, 40 % des Staates wird von NGO's getragen, das Land ist übersät mit Minen (war heute bei einem ehemaligen Kindersoldaten und späterem Minenräumer im Museum) und alles geht drunter und drüber.  Wenn ihr die Khmer seht, merkt ihr welch Stolz in ihnen aufkommt, wenn sie ihre alten Vorfahren sehen und deren Erfolge. Auf dem riesigen Areal laufen Bettelkinder rum und alte Menschen, deren Beine so dünn sind wie meine Arme und ich habe wirklich alles andere als zugenommen - trotzdem bin ich sehr fasziniert wie auch schon von Laos.

Vorgestern durfte ich 123 km nur durch Dörfer fahren und genießen, war Afrika- like. Das Eigenartige ist, dass die Hotspots der anderen Touris oftmals völlig an mir vorbeirauschen, meine Reise liegt "dazwischen". Als mich Touris fragten, was denn in Laos zu sehen ist, konnte ich ihnen kaum angemessen antworten, weil ehrlich gesagt, alle Orte, die sie besuchen können ohne Rad, für mich langweilig waren. Naja, alos radfahren ist der perfekte Zugang für mich zum Land wie ihr merkt und nach weiteren 2 Tagen Angkor gehts am Nikolaus in die Stadt von guns, girls und ganja:

Phnom Penh, der Hauptstadt Kambodschas. Danach runter gen Süden mit tropischen Insel- stränden, virgin rainforests und na Menge Spiel, Spaß und Spannung. X-mas auf Ko Chang im Nordosten Thailands (Insel), Silvester in Bangkok (amnesty kündigt mich vorher an und nächster ai Kontakt steht seit der Mongolei wieder an). Höchstwahrscheinlich treffe ich dort auch wieder auf Andi, den Deutschen aus China, mit dem ich 2 Wochen unterwegs war. Andi ist wie ein großer Bruder für mich. Meinen B-day feier ich im Süden, hoffentlich wieder auf ner Insel.

Gruß Timo

 

 

30.11.: E-Mail

"Bin 123 km nur durch Khmer Dörfer, hab mich wie in Afrika gefühlt, sehr beeindruckend. Fahre am 01.12., dem Welt-Aidstag, nach Siam Reap, Angkor Wat und co.Tempel. Dort werde ich 3 Tage verbleiben (Rad dabei, Sachen hier im Hostel verwahrt, ist sicher), Bus zurück. Am Nikolaustag treffe ich mit Velo in Phnom Penh ein, für 2-3 Tage."

resize_of_bot_angkor-wat-sunset_lgeinEindruck vom Tempel /Angkor Wat

 



28.11.: Auszüge aus einem Chat mit Timo:

Timo: Hey Mama, bist du da?
mich: Ja, checke meine E-Mails, was machst du?
Timo:
hey Mama, voll cool, wir chatten!
mich: Wie geht es dir?
Timo: gut, 11325 km, 699 h 55 min.
mich: Wo bist du gerade?
Timo:
in einer Stadt namens Kacheh, schicke dir Karte sowieso, fahre zunächst nach Angkor, dann Hauptstadt Phnom Penh und runter gen Süden auf Insel. Kambodscha ist sehr faszinierend. Nur der Staub ist verdammt lästig, in der Trockenzeit ist hier alles trocken wie ne Wüste.

Timo: Szens hat neue Ausgabe über mich, können aber HP nicht aktualisieren, vielleicht einfach nur nen Hinweis, dass was da ist.

Timo: die Provinz im Osten war klasse, Wasserfälle, ein geiler Meteroitensee und da ich ein wenig mehr Zeit haben möchte nahm ich heute den Bus 140 km, morgen Delfine. Der Grenzübergang nach Laos war krass. 5 km war ich illegal in Kambodscha. Der Weg war völlig abgeschieden und ich bin einfach am Häuschen der Grenzbeamten vorbeigedüst und schwups hab ich ne internationale Grenze übersprungen. Soldat per Motorrad kam hinterher und hat mich auf eben jenem zurückgebracht. Ist hier alles sehr abgeschieden.

Timo: Weihnachten werde ich jetzt knapp 100 %ig auf ner Thailandinsel verbringen
Timo: Naja, wie kalt ist es eigentlich schon bei euch?
mich: mal Frühling mal Winter- alles durcheinander.

Timo: Ich fahre gerade gen Palmenstrand, sonst alles oki??? Grüß mir alle!


Gesendet um 13:39 am Dienstag 

 

 

27.11.: Tägliche Klingelzeichen beruhigen und...

weisen darauf hin, dass es Timo gut geht. Mehr Infos sind im Moment offensichtlich nicht zu erwarten, da Timo derzeit keinen Zugang zum Internet  hat. Neue Meldungen erhalten Sie natürlich weiterhin - wie gewohnt - an dieser Stelle.  Dass Timos Meldungen mich beruhigen hängt mit der unausweichlichen Tatsache zusammen, dass Kambodscha  neben Angola das am dichtesten verminte Gebiet weltweit ist. "Das Leid der betroffenen Menschen ist groß.  Täglich sind viele Menschen bedroht. Zwischen vier und sechs Millionen Landminen lauern an Wegen, auf Feldern und in der Nähe von Schulen oder Brunnen in den Dörfern. Jeden Monat explodieren mindestens 60 Minen. Sie treffen vor allem die Zivilbevölkerung, jedes dritte Opfer ist ein Kind. Kambodscha hat die meisten Minenamputierten der Welt: Etwa 35.000 Menschen haben durch Unfälle bereits Füße, Beine oder Arme verloren. So müssen die Minenopfer in Kambodscha neben ihren Verstümmelungen zusätzlich die Ausgrenzung der Gesellschaft ertragen: Im Zusammenspiel von Seele und Körper gelten Behinderungen als Zeichen eines unstattlichen "Vorlebens". Nach internationalen Schätzungen liegen in Kambodscha etwa 6 Millionen Minen. Bei konventioneller Räumung wird es etwa 300 Jahre dauern, bis das Land minenfrei ist." Quellen: www.quarks.de/minen

www.unicef.de 

mehr: Kampagne gegen Landminen: hier 

 

 

24.11.: Kambodscha erreicht!

"Mir geht es gut, habe Kambodscha erreicht! Treffen mit Tina war klasse, haben noch viele Inselhüpfer in Laos  gemacht, war super. Jetzt bin ich in Kambodscha und es geht ab in den Osten; Internetcafé nicht möglich, deshalb momentan kein persönlicher Eintrag. Melde mich bald wieder!"

 

19.11.: Timo geht es gut

Erst am 20.11. findet Timos Zusammentreffen mit  Tina, der Nachbarin einer Freundin statt, da sie erst jetzt in Timos Region eingetroffen ist. Danach wollen die beiden noch auf ein paar Inseln hüpfen und dann geht es für Timo weiter gen Kambodscha. 

 

16.11.: Treffen mit Tina, die mit mir in Krakau war

"Morgen lasse ich meine Klamotten im Hotel und fahre auf ein Plateau mit vielen Kaffeeplantagen, abends mein Date mit der Nachbarin einer Freundin. Bin schon gespannt und freue mich! Ansonsten gibt's jetzt eine Gegend namens 4000 Inseln, Delphine etc. Danach will ich weiter 160 km schaffen."

Timo 

 

 

  14.11.2006; die Kette rasselt wieder und der Asphalt trägt brennende Rillen meiner Schwalbe- Reifen, die einfach keinen Platten kriegen wollen :-)
 
Obwohl es noch einige Momente der Zweifel und Sorgen gab, mich bewusst gegen eine weitere Zweisamkeit auf dem Radel mit einem dänischen Radler ausgesprochen zu haben (allein reise ich absoluter und bin noch näher an den Laoten), fand ich schnell wieder den Tritt für mein Gefährt und schaffte nach dem Training im bergigen Norden 491 km in 4 Tagen (153, 93, 113, 132).
Gut in der Zeit liegend -in Bezug auf mein Verfallsdatum des laotischen Visums - entspanne ich nun für einen Tag in der 3. größten Stadt des Landes "Savannakhet"!
Gestern wurde ich spontan von einem australischen Paar begleitet, die mir viele Tricks und Tipps fuer Down Under übermittelten und wie sie sagten "schon mal das Gästebett vorwärmen werden in Sydney"!
Die Faszination Laos wächst bis ins Unermessliche und hat mich auf die Idee gebracht mit einer Natioalflagge des Landes am Rad meinen Weg gen Kambodscha (ca. noch 400 km in 10 Tagen bis zur Grenze) weiter zu gehen. Das Herz der Menschen schlägt dabei nur noch umso mehr, wenn sie mich erblicken, die Horden an Kindern rennen alltäglich in Scharen zu mir, testen ihre Englisch- Kenntnisse und bringen mich sehr oft einfach aus Freude zum Lachen.
Die Vorfreude auf Kambodscha wächst ebenso und ich schließe meinen Bericht mit dem Zitat eines gestern getroffenen Backpackers: "Cambodia is like you're always tripping!"

 

13.11. Neue Spenden werden Timo weiter motivieren

In den letzten Tagen haben sich die Spenden sehr erhöht, letzte Spende 1111 Euro! Ich gehe davon aus, dass der neue Kontostand Timo begeistern und zugleich motivieren wird. Zudem habe ich heute Abend während eines Telefonates erfahren, dass weitere Spenden überwiesen werden. Die BRAUNSCHWEIGER FAHRRADHÄUSER: TEO, RADSTUDIO und RADHAUS haben eine beträchtliche Summe für Timos Spendentopf gesammelt. Schon jetzt im Namen meines Sohnes an alle Rad-Sponsoren und Spender ein herzliches Dankeschön! Timo kann diese neue Motivation sehr gebrauchen - deshalb auch von mir als Mutter ein Dank an "ALLE NEUEN UND ALTEN SPENDER"!

 

 

12.11. Keine Klingelzeichen in der letzten Zeit

Leider ist der Kontakt zu Timo derzeit nicht möglich, offensichtlich reicht das Telefonnetz per Handy nicht aus. Deshalb vorerst abwarten und hoffen, dass es "Mr. Weltenradler" gut geht.  

 

10.11.: Es gibt wieder Klingelzeichen

Telefonischer Kontakt zu Timo ist wieder möglich und somit  erhalte ich auch wieder Klingelzeichen, die ein OKEY bedeuten. "Butterfly" (Rad) und Timo rollen also weiter Richtung Kambodscha.

 

07.11.: Neue Info aus Vientiane

"Habe über den Mekong schon nach Thailand geblickt. Gestern am 06.11.06 habe ich in 7h und 5 Min. 156,14 km weggedroschen, das macht mit einem 50 kg schweren Rad und 35 Grad im Schatten einen Schnitt von 22,02 km/h. Ist das nicht mal wieder ein Grund zum Spenden? Die kambodschanische Botschaft hatte heute leider Feiertag,demnach kann ich erst am 09.11. weiter fahren."

 

 

04.11.:  Hey,

bin gerade in Vang Vieng, einem Touristenort par exellence. Mir gehts sehr gut, die Landschaft ist der schiere Wahnsinn, die Bergregion ist hinter uns, meine Beine und Arme schwarz wie die Nacht, die Menschen stets wunderbar freundlich und die 10.000 Kilometer sind im Kasten;geilo, erster Tagebucheintrag war atemberaubend, als auch noch die 5. Ziffer gesetzt werden musste, kam Stolz in mir auf. Bin hier mit Leo jetzt alleine, weil ich einen dicken Disput mit Benoit hatte am heutigen Tage. Wie konnte es auch anders sein, ich wusste, dass das nochmal kommen wird.Na, jedenfalls trenne ich mich auch von Leo, obwohl er ein ganz lieber Kerl ist und er es sehr schade findet, aber ich will alleine reisen, runter nach Kambodscha. All in all, bin ich sehr froh, die letzten Tage hat mich Benoit ziemlich gemobbt, und heute war Schluss. Morgen Ruhetag und dann in 2 Tagen runter gen Hauptstadt Vientianne.

Gruß an alle!

Timo 

 

01.11.: 6. Newsletter Radreise Australien/ai: Louangphrabang, 9776km/ 4246 Euro, 214. Tag


Hallo zusammen,
ich, Timo Müller, melde mich an meinem 214. Tag von meiner Tour aus der Unesco-Weltkulturstadt Louangphrabang, Laos nach 9776 km/Spendensumme: 4246 Euro. Dieser 16. Newsletter dient mir diesmal auch dazu einen dringenden Aufruf der "Menschenrechtsorganisation Gesellschaft für bedrohte Völker" weiter an die Öffentlichkeit zu bringen.

Seit knapp einer Woche halte ich mich schon in Laos auf, einem Land so nah am himmlischen Paradies, dass es mich beinahe vom Fahrrad fallen lässt.
Faszinierend interessante Menschen in Holzhütten auf Stelzen wohnend, begrüßen mich und meine zwei kurzzeitigen "Desperados" auf dem Radel wie Familienmitglieder und geben uns das Gefühl mit offenen Armen in Empfang genommen zu werden.

Eine Mitarbeiterin der angesprochenen Gesellschaft, die von meiner Radreise Bescheid weiß und mit mir in unverbindlichem Kontakt steht, informierte mich jedoch erst gestern über einen zutiefst erschreckenden Vorfall hier bei mir vor Ort nur 2 Wochen vor meiner Ankunft.

In der Provinz, in der ich mich gerade befinde, sind 438 Menschen der Volksgruppe Hmong spurlos verschwunden und es wird befürchtet, dass sie gewaltsam vom laotischen Militär verschleppt wurden und wie es vorherige Berichte weiter schlussfolgern lassen, möglicherweise gefoltert, vergewaltigt und schlussendlich getötet werden.
Dieses Geschehen ist kein Einzelfall und ist eine exzessive Verletzung internationalen Völkerrechts.
Nach Schätzungen halten sich noch etwa 20.000 Hmongs in den laotischen Wäldern um mich herum versteckt.

Ich bitte Sie inständig dem Aktions- Aufruf der Gesellschaft Folge zu leisten.
Ich kann Ihnen leider noch keine Fotos zur Verfügung stellen, aber ich durfte bisweilen schon sehr ins Leben der Menschen links und rechts der Straßen eintauchen, ganz gleich ob sie nun Hmongs waren oder etwa nicht, und mich letztendlich in dieses Land verlieben.

Ich bin persönlich sehr gerührt von der Mitmenschlichkeit und Wärme, die mir hier entgegen gebracht wird und möchte mich erst gar nicht tiefer in die Wälder neben mir denken, um nach militärischen Todesschwadronen zu lauschen, die genau jenen Menschenschlag umbringen, der mich hier so wohlwollend als Gast aufnimmt.

... lesen Sie selbst ausführlicher:

438 Hmong verschwunden und möglicherweise verschleppt


Tagebucheinträge, eine Laos- Karte, eine neue Rubrik "Links" und einige Neuheiten erwarten Sie!
Seit Laos bin ich selbst wieder mein eigener Webmaster ( s. China- Zensur ) und verspreche Ihnen diese Seite so interessant wie nur möglich zu gestalten, damit es sich immer wieder für Sie lohnt, herein zu schauen.


Herzlichen Dank                                                                                                         

Timo Müller

 

 

 

29.10.: Neues aus Laos / Louangphrabang

"Bin jetzt hier in Louangphrabang, einer touristischen Hochburg. Da wir drei vorgestern völlig falsche Wege eingeschlagen haben, sind wir heute mit einem Boot auf dem Mekong 8 h durch die Gegend geschippert, geile Sache und vor allem die picis. 

Laos, ich bin verliebt!
Es macht wieder richtig Spaß, die Natur mit jungle ist großartig, die Menschen, viele tribes aus den Bergen sehr faszinierend und  ja, Felge hält bisweilen. Wie es aussieht werde ich mich auf den Weg machen gen Kambodscha, mit oder ohne die beiden Ritter neben mir, ich bin sehr angetan vom hiesigen Menschenschlag und Kambodscha zieht mich allein aufgrund der Geschichte sehr an.Thai- Touris habe ich genug gesehen.Telefonisch kann ich gerade nichts machen - wir ruhen hier 2-3 Tage! Ansonsten lasst euch gesagt sein, dass es mir wunderbar geht hier in Laos und die nächsten Reisepläne schon geschmiedet werden. Timo"

 


26.10.06

Hallo,

nach der vollen Strecke in China vom Norden gen Süden mit 5100 km bin ich in Laos reingekracht, flankiert von Leo (Däne) & Benoit( Franzose), meinen kurzzeitigen Wegbegleitern.

Endlich geschafft dieses Riesenreich mit seinen Drecksschleudern und rein in die JUNGLE MANIA !  Laos ist sowas von geil, das könnt ihr euch kaum vorstellen, überall nur Grünzeug, wo das Auge auch hinreicht, Menschen leben in Bambushütten auf Stelzen, tragen die wunderschönsten Gewänder, schenken das wunderschönste Lächeln und lassen mich wieder träumen ...Die Straße wird zwar relativ miserabel und meine neue Felge (die 3. bisweilen) macht mir leichte Sorgen, da es irgend so ein China fake von Felge ist, aber ich bin zutiefst zufrieden und spiele sogar stark mit dem Gedanken mit den beiden gen Kambodscha vor Thailand zu fahren, da mich die hiesigen Menschen sehr faszinieren. Das Problem wird sein - euch ALLE - weiter regelmäßig mit Klingelzeichen relativ sorgenlos zu wissen, es gibt hier kein Netz, das bisher mein Handy finden konnte. Auch neue Fotos wird es vorerst nicht so schnell geben - habt also ALLE noch ein wenig Geduld!
 
Also, noch 400 km und dann bin ich Herrscher über 10.000 km :-)

Gruß Timo
 

 

 24.10.: Morgen in Laos

Kurze SMS von unterwegs: "Bin Mittwoch in Laos, 2-te Felge musste ersetzt werden, ein Daene wird mit mir weiter reisen, es geht mir gut!"


19.10.: - weiterhin Klingelzeichen

Kein persönlicher Kontakt zu Timo im Moment , lediglich die vereinbarten Klingelzeichen. Es geht ihm also gut und er  wird in Kürze Laos erreichen.

 

16.10.: Klingelzeichen 

Abgesprochene Klingelzeichen erreichen mich und teilen mir mit, dass bei Timo derzeit alles im grünen Bereich ist, sprich alles ist okay!

 

14.10.: Abfahrt am Sonntag, 15.10.06

Timos Abfahrt gen Laos beginnt erst am morgigen Sonntag, da noch einige Formalitäten zu regeln sind.  800 bis 900 km sind nun zu bewältigen bis er und sein französischer Begleiter Laos erreicht haben. Wünschen wir ihnen viel Glück!

timo__franzose

 

 

 

 

 

 

 

12.10.: Hallo,

ich habe heute meine cinesische Visumsverlängerung bekommen und werde am Samstag wieder auf dem Radel sitzen und zwar nicht allein, mit einem Radler, den ich schon aus der Mongolei kenne und ihn zufällig wieder hier im hostel traf. Er will die gleiche Strecke machen wie ich gen Bangkok, doch müssen wir erst mal schauen wie wir zusammen passen: ganz ehrlich, so wie mit Andreas wird es ganz sicherlich nicht werden, kleine Bedenken sind schon bei mir: Er ist 50, kommt aus Frankreich und hat in Ulanbator sehr über mich und meine Geschichte gelächelt, trotzdem ist Hilfe in Laos schon sehr geil. Ich will soweit wie möglich in Laos mit ihm zusammen reisen, ich mein, mal schauen wie es wird. Faszinierend und ungewöhnlich ist er auf jeden Fall: 400 km durch den Mekong geschwommen mit Rucksack aufgeschnallt ging's die Strömung runter; vergesst es bloß, ich mach das wohl jetzt nicht auch noch!


Gruß Timo




08.10.: Hallo zusammen,
ich, Timo Müller, melde mich an meinem 191. Tag von meiner Tour aus der Provinzhauptstadt Kunming , China nach 9005 km/Spendensumme: 3789 Euro.


Bitte lesen Sie meine folgenden Zeilen in Ruhe und bewusst:
„Ich bin als Mensch gekommen, der sich der Lehren des zwanzigsten Jahrhunderts bewusst ist - dass nämlich jeder von uns über seine Verantwortung nachdenken muss und dass die Menschen als Individuen handeln und nicht auf die Politiker warten sollten. "
(Daniel Barenboims, Ramallah) 

Die letzten zwei Wochen von Chengdu mit seinen 1100 Kilometern aus waren der bisher für mich wohl anstrengendste Part meiner Tour: Durchfall in Perfektion, schlechte Straßenzustände, unbefriedigendes Essen, einfach alles hat mich nur noch tierisch abgenervt hier in China. Zugleich denke ich auch verstärkt über den Sinn und Zweck meiner Tour nach.
Mit abgestrampelten 9000 km und einem, sind wir doch mal ganz ehrlich, mageren Spendenstand von 3789 Euro, scheint mein Projekt cyclingforhumanrights Ihr Geld nicht wert zu sein. Ganz gleich der Tatsache, dass ich erst im geringsten Maße an der Power knabbere, die in uns allen schlummert, reiben mich diese Sinnfragen teilweise nun doch auf. Fragen wie: "Wer schenkt mir Gehör, nimmt amnesty international mich eigentlich überhaupt Ernst; ach, lass es doch einfach Timo, gegen Menschenrechtsverletzungen jeden einzelnen Tag anzustrampeln juckt doch eh keinen, soll die Welt doch untergehen!"

Doch das bin nicht ich!

Ich stehe jeden einzelnen Tag alleine auf, bin in jeder Hinsicht verantworlich und beschreite  den Weg, der mich letztendlich gen Sydney führen wird. Jeder einzlene Kilometer soll als Anklage gegen jegliche Art von Menschenrechtsverletzungen auf der Welt verstanden werden. Diese Tour ist kein Projekt amnestys, es war und ist meine alleinige Idee gewesen, wurde ebenso nur von mir und meiner Mutter ausgearbeitet und wird dann der Arbeit amnestys zugute kommen. Ich werde von nun an rein gar nichts mehr einfordern, selbst werde ich nicht mehr persönlich um Ihre finanzielle Unterstützung bitten. Dies soll beileibe nicht als Resignation verstanden werden, sondern einfach nur Folgendes explizit hervorheben: Es wird an mir weiter liegen, Ihr Herz für Menschenrechte zu öffnen, Ihnen von Schicksalen und Begebenheiten zwischen mir und Menschen in der Welt zu berichten, um Sie letztendlich aktiv werden zu lassen, Sie jedoch nicht zum Spenden anflehen. Wer mich persönlich kennt, wird wissen, dass ich erst Ruhe geben werde, wenn das Geld zusammen gekommen ist und dass ich mich selbst gerade zu einem Menschenrechtler manifestiere. Ich habe in den letzen sehr schweren Tagen persönlich an mir erkennen dürfen, dass es sich bei meinem Projekt nicht mehr um das Ziel an sich handelt, sondern um die alleinige Frage, inwieweit ich dabei Unterstützung von jedem Einzelnen unter Ihnen erfahre. Es werden 20.000 Euro am Ende auf dem Konto amnestys eingezahlt worden sein, mit Ihrer Hilfe oder eben auch nicht. Nach mehr als 9000 wunderbar schönen aber auch brutal hässlichen Kilometern bin ich für keinen einzigen Kompromiss mehr zu haben. 20.000 Euro, nicht einen einzigen Cent weniger !!!

Und aus diesem Grund habe ich nach langem Hin und Her überlegen und vor allem - kalkulieren, meine Mutter dazu veranlasst, von nun an einen Spendenbetrag in Höhe von 50,- Euro von meinem Reisekonto monatlich abzubuchen, um damit anzufangen, mir selbst ironischerweise Kilometer abzukaufen. 20.000 Euro; dies war in der Vergangenheit ein gewünschtes Ziel, nun eine gegebene Tatsache!

Machen Sie sich keine Sorgen um meine finanzielle Lage, sondern vielmehr um die, in der wir uns befinden: Wenn israelische Bomberjets ohne jegliche internationale Legitimität einen souveränen Staat bombardieren, wenn ein amerikanischer Präsident scheinheilich im Namen Christus foltern lässt, wenn Länder wie Nordkorea und der Iran auch mal mit Massenvernichtunswaffen a la Atombome spielen wollen und wir Politiker dabei vorfinden, die einzig herum schwadronieren und sich Geld in den Rachen stopfen,lass ich beileibe nicht locker, auch nicht wenn ich erst scheinbar belächelnde 20 Jahre jung bin und im Alleingang voranschreite, denn dies tue ich bereits seit 9005 Kilometern und werde nicht stoppen..

Geben Sie Menschrechten eine Chance!!! 

Denken Sie bitte einfach nur ein einzigens Mal über den tiefen Sinn meiner Reise nach, denn es gibt nur dieses eine so wunderbare Geschöpf namens Mensch

Herzlichen Dank                                                                                                         

Timo Müller
 
 
Mit freundlicher Unterstützung von:
riese und müller GmbH, Bosch und Partner GmbH , Gonso , tubus carrier systems GmbH, Schwalbe, Reise Know How Verlag, Ortlieb Sportartikel GmbH, SKS Germany, Radstudio Braunschweig, Radhaus Braunschweig, Teo Die Fahrrad GmbH, Atelier Velo, Tramp und Globetrotter Laden GmbH, Steinkamp , High 5, Delta Bauplanung GmbH, Zahnarzt- Praxis Dr. Zunk, Praxis Dr. Arndt, ADFC Kreisverband Braunschweig e.V. , Extremsportler Joachim Franz, Abenteuerhaus Wolfsburg , szens, Jolly Joker   Amnesty International, für die Menschenrechte; www.amnesty.de

 

 

 

06.10.: Hey buddies,

ne kurze Info meines paradiesischen Lebens hier in Kunming;
"knowing how to enjoy is the key to appreciate true life" (hab ich mir selbst ausgedacht, klasse oder?)
Na, wie dem auch sei, business sei geregelt (Laos-, Thailand Visum in der Tasche, neuer Tacho, Räder maschinell zentrieren lassen, Israelischen Biker getroffen mit Insiderinfos über Laos, der beste Tipp war: "watch out there, smugglers and malaria, you will be in happy holiday inn". Und nun geht's mit neuem Magen nach einer Infusion im Krankenhaus mit allem möglichen Kram wie Eisen, Vitaminen und dergleichen ans exzessive Genießen und so sitze ich nach langem Schlaf in einem französischen Café mit Zeitung und Buch, trinke genüsslich meinen Milchkaffee zu noch viel genüsslicheren Baguettes mit Marmelade, stottere mir einen ab beim Flirt auf Französisch und check mal so die abendlichen Lokalitäten.

Der Hammer: das Tanzbein musste einfach wieder ran und so stand ich nach kurzem Zögern auch gleich auf einem Tanzpodium und habe einen Preis abgesahnt; für alle meine hostel bubies gab's den Abend umsonst und so wurde ich mit Champagner, Cocktails und dergleichen als "Mr. Dance" in die Annalen des Clubs aufgenommen, sonst cruise ich in den Schluchten der Hochhäuser herum, esse und esse wie ein Scheunendrescher und lass mich einfach nur fallen nach den 2 wirklich krass demotivierenden Wochen vor Kunming. Peter, mein "ai" Freund, schaut auch das ein oder andere Mal herein und gibt mir Einblick in seine "NGO CONSULTING" Arbeit hier vor Ort unter scharfen Zensurbedingungen (super interessant). Am Montag werde ich zum psb gehen und mein Visum um einen Monat verlängern, Dauer so um die fünf Tage, sprich noch eine Woche. Meinem Portemannaie gefällt das zwar so gar nicht (20-25 Euro/ Tag, anstatt 2,5 auf dem Land), aber ich will nur dekadent leben für den Moment mit allem was dazu gehört. Laos wird nicht so einfach werden, also tanke ich hier nur auf Super und krache so um den späten November in Thailand ein, um zwei Stationen abzuchecken bis es heißt: "happy x-mas in bangkok" (mama: die Geschenkeflut bitte dorthin senden :-), ai macht ein neues Postfach sicherlich auf) und wenn ich die Kette weiter rasseln lasse - Silvester mit Pilz und Hippie auf ner feinen Insel nach Tauch- und Kletterkurs, gefolgt von ner ebenso einzigartigen Thaimassage, schlürfend am beach.

Gruß Timo

 

 

04.10.: Hallo,

kurze Nachricht:

ganz gleich, was man mir auch erzählt haben mag, ein Laos Visum kriegt man hier in Kunming dann nun doch für 30 Tage, splendid!!!
Morgen werde ich mich ans Thailändische Konsulat für ein 60 Tage multiply visa wenden.
Das dauert dann so bis Mo., wo ich dann weiter gen public security bureau schlendern werde, um die Monatsverlängerung zu kriegen.
Also, alles senkrecht!

Timo, 

der 14 Tage im Bett liegt, seinen 2. Potter schmökert, isst, flirtet und Fernsehen schaut - heute gehts zu einem Rockkonzert  einer lesbischen Frauentruppe, das kann was werden! Bin gespannt!

 

 

02.10.: Fürs Tagebuch:

Laos Visum heute beantragt, am Mittwoch fertig, jedoch nur 2 Wochen als Tourist erlaubt anstatt gewollter 4!!!
Konsultiere deshalb gerade zwei bekannte Radler, ob das Visum im Land verlängerbar ist,
bezweifle nämlich stark, dass ich von der Chinesisch-Laotischen Grenze rechtzeitig zur Laotisch-Thailändischen kommen würde. Mein Masterplan ist ebenso ziemlich in die Hose gegangen. Bin mitten in die Nationalfeiertagswoche rein gekracht und muss bis zum 8.10. auf meine Verlängerung warten, wobei ich guter Dinge bin.Die Dame hörte sich sehr vielversprechend an in Bezug auf den erfolgreichen Abschluss.
 

 

29.09.: Kunming erreicht

Ich habe heute endlich, endlich mein Ziel Kunming erreicht und habe hier unter 3 Millionen Leuten auch erfolgreich mein hostel gefunden, MC Donalds gleich nebenan. Habe nun für 7 Tage Ruhe eingelegt, denn viele Dinge müssen geregelt werden:
 
Homepage:
-Fotos hochladen
-Tagebuch schreiben
- Newsletter versenden
 
Szens:
- neuen Artikel für November - Ausgabe verfassen
 
Peter:
- Paket entgegennehmen
 
Business:
-Laos und Thailand Visum beantragen
-Entscheidung treffen: Visum verlängern oder Bus (wenn ja - wie, wo & wann?)
denke, dass ich irgendwie selbst radfahre, ich lasse das Schicksal entscheiden, ob die Chinesen ja oder nein sagen, nach  7 Tagen Ruhe sieht die Welt schon anders aus.
- guidebook für Laos besorgen
- Dollar abheben
 
Radladen auschecken:
- neuen Tacho kaufen
- hintere Felge: Acht komplett rausspeichen (würde aber auch ohne gehen, war schon erfolgreich) + Speichenspannung von Pros kontrollieren lassen
- nach Rennrad schauen und Expresskonditionen auschecken (Maße, Gewicht, Geld?)
 
---na -  ansonsten, Seele baumeln lassen, in den Harry Potter eintauchen (2 Tage=300 Seiten), chillen, abhängen, mit Backpackern in underground discos chicks anbaggern, fastfood, Wal-Mart mit ein paar europäischen Köstlichkeiten (Marmelade,Toast, Wurst, Pudding, Gummibären, ah, mir läuft das Wasser im Mund zusammen), über Skype dutzende Leute anrufen und feten.   Endlich nach getaner Arbeit darf ich mich genießen, exzessiv thrillseekend ins Leben stürzen.
 
Timo
9005 Kilometer

 

 

26.09.: Mail:

"Ich habe keine Lust mehr und möchte raus aus China! Mit dem Essen bin ich zutiefst unzufrieden.  Bis Kunming sind es nur noch 240 km. Die Straßen sind allerdings sehr schlecht, 150 km Kopfsteinpflaster. Die Chinesen schreien mich nur noch mit "lingbei" (Ausländer) an und ich fühl mich nicht sonderlich gut damit."

Timo 

 

23.09.: Hallo zusammen,

nach einem derben Sprint in den letzten Tagen wird heute und auch am morgigen Tag  wieder Ruhe einkehren, ich mache wohl eine verdiente Pause, noch 400 km sollen es bis nach Kunming sein, dementsprechend sind 700 km und der gröbste Teil passé, bin nun in der Megastadt Zhaotong. Endlich Natur pur, Yunnan meine bisherige Traumprovinz: gleich schon am Anfang der Provinz fuhr ich über mehrere Tage in eine Schlucht ein, in die Schlucht des Yangtse, hoffe, dies doch sehr, auf meiner Karte wird das jedenfalls so ausgewiesen. Der Weg wurde bald sehr schottrig und klumpig, mein Rad war ziemlich am Rütteln, bescherte mir meinen 2. Platten, den ich erfolgreich meisterte, doch das Umfeld war mordsgeil, flankiert von mega begrünten Bergen (Provinz Yunnan hat am meisten Flora und Fauna hier in China) gings voran. Sehr impressiv waren die bienenfleißigen Bauern, ganz gleich ob Mann, Frau oder gar Kind, alle sind bestückt mit einem großen Strohkorb auf dem Rücken und sammeln Maiskloben, sicheln Reispflanzen, die dann von den Männern zerdroschen werden und arbeiten und arbeiten und arbeiten. Da nun aber die Gegend abgeschiedener wurde und ich kein Hotel auffand, musste ich bei einer chinesischen Bauernfamilie unterkommen. Sehr interessant, doch irgendwann, wie schon so oft, fragte ich mich persönlich, ob ich denn wirklich so dumm bin und kein Chinesisch drauf habe (wenn dann die Leute alles einzeln laut aussprechen und du den genervten Unterton spürst, habe ich dann auch irgendwann nicht mehr so wirklich die Lust drauf einzugehen; hinzu kommt, dass einige auch nach Stunden nicht anerkennen wollen, dass du nun mal ihrer Sprache nicht mächtig bist),doch abends warfen wir dann ein paar Körbe und tranken Pidju (Bier), schmeckt wie Wasser, 2 Umdrehungen, na - wie dem auch sei.

Mit nun völlig demoliertem Tacho gings weiter entlang der über und über gelb erstrahlenden Reisfelder, mal unten in der Schlucht, mal oben "on top". Bald bauten die Chinesen jedoch wieder einen Expressway gen Mond und schwups war ich wieder auf dem Asphalt, 30 km nonstop durchrollen lassen, was will man mehr. Hier in Zhaotong kuriere ich mal wieder, wie kann es auch anders sein, meinen Durchfall, von dem ich glaubte, dass er nur auf standby war und esse fleißg fast food. Auf dem Land finde ich sehr schwer das richtige Essen, bei dem ich auch mal richtig schlemmen kann, ich schau schon fleißig in der Gegend herum, aber entweder gibts Reis mit Beilage oder Nudeln in Suppe. Da rockt der "Burger" einfach besser. China lässt mich nicht so wirklich reinkommen, hoffen wir auf die Verlängerung des Visums in Kunming, auf dass ich keinen Bus gen Laos nehmen muss, anonsten bin ich in knapp 2 Wochen schon dort.

Für die Feinschmecker: Toilettengänge mit einplanen in China! Durchfall: ich häng schon wieder am Tropf, gestern habe ich bei einer chinesischen family gepennt, sehr geil, aber nachts habe ich deren Wohnzimmer mit meinem Durchfall verunstalten müssen. Tja,  ist mein Ernst, die Haustür ging nicht auf, aber mein Hinterteil schon und da musste ich mein Bedürfnis halt irgendwo befriedigen. Ein Bauernwohnzimmer ist natürlich jetzt kein super nobles, aber aus Anstand machte ich es dann natürlich wieder sauber - versteht sich von selbst. 2 h hat es gedauert, weil alles im Dunkeln geregelt werden musste bzw. ich die Familie nicht wecken wollte, und zwischendurch drückte es immer mal wieder in meinem Hinterteil, ich sags euch - es nervt gewaltig! 

Timo

 

21.09.: Kurzer Anruf:

"Mir geht es sehr gut und die Gegend hier ist klasse. Berge mit super Schluchten, riesigen grünen Reisfeldern, einfach spitze. Gestern habe ich mit Reisbauern gegessen und viel menschliche  Wärme erfahren dürfen. Mich nerven nur die vielen Menschen, die mich täglich wie ein lebendiges Weltwunder anstarren. Bis zu 60 Menschen umzingeln mich fast täglich und gaffen mich an - das nervt schon ziemlich. Eine Mutter mit einem Baby auf dem Arm baute sich vor mir auf und zeigte mit dem Finger auf mich, um ihrem Kind zu zeigen, dass ich irgendwie "anders" bin - einem Baby! Ansonsten ist alles bestens und mein Rad läuft super."

 

19.09.: Hey buddies,

bin heute in der Provinz Yunnan angekommen mit 8232 km in 519 h:47 Min. (in den letzten 4 Tagen macht das 361 km, sprich knappe 90 am Tag).

Habe dafür aber heute nur knappe 50 km gemacht, da mich der gestrige Tag sehr geschlaucht hat, im Halbdunkel musste ich einen Berg hoch, nur leider mit Klumpen auf der Straße und durch Flusswasser, das über die Straße trat, alles nicht so krass gravierend, aber irgendwann kam ich dann ein wenig in Bedrängnis, was das Schlafen anbelangt, um 19.30 Uhr hieß es: "Luguan" (also Hotel), noch 40 km. Habe mich deshalb hier zum ersten Mal in China an Leute gewandt und sie um Shelter gebeten, klasse: Reis und Himmelbett gratis - wollte zum ersten Mal heulen, aber vergeblich, irgendwie hat mein Körper auf Selbstschutz bzw. -funktion gestellt und weiter geradelt. Mist, wenn du nicht weißt, wie lange noch und der Nebel dich 10 m weit blicken lässt .  Alles in allem,  wird die Straße schlechter und ich begnüge mich mit täglichen 50 km, das tut meinem Befinden auch mal sehr gut, demnach käme ich spätestens am 5.10. in Kunming an, beantrage mein Laos Visum und hoffentlich auch meine Chinesische Verlängerung. Ansonsten muss ich leider den Bus gen Laotische Grenze nehmen. Wenns klappt, will ich aber nochmal mit Bus gen Nordwesten Yunnans für knappe 10 Tage (Rad bleibt bei Peter).

Gruß Timo 

 

 

17.09.: 

Hey,
bin gestern aus Chengdu herausgepest. Die 12 Millonen Stadt war super simpel, auf eine main road aus dem Zentrum immer nur geradeaus und schwups war ich wieder im Freien.
Habe gleich am 1. Tag, obwohl ich erst um 12 Uhr draußen war, 134 km bis 19.30 Uhr gemacht. Na wie dem auch sei, knackte ich die 8000 km (heute 8101km; 508 h:19 min), wechselte die Kette und preschte am 2. Tag, also heute, weitere 96 km voran, wobei ich mir den größten Buddha der Welt in Leshan mit 71 m anschaute, super touristisch. Man kann ihn zuerst kaum sehen vor lauter Touris und muss mindestens 2 h Schlange stehen, um entlang einer Treppe an seine Füße zu gelangen, wenn man sich nicht vordrängelt. :-)Morgen möchte ich weiter über 100 km fahren, um schon die Provinz Yunnan zu erreichen und Sichuan hinter mir zu lassen, ich hätte, wenn alles passt, somit schon gut ein Drittel meiner Route gen nächstem Ziel Kunming abgefahren. Danach werden jedoch, so ist es jedenfalls in der Karte ersichtlich, Berge kommen. Da will ich Kilometer vorher als Puffer abgerissen haben -  was kann ich noch sagen: die Pause mit reichlich Essen, fernsehen, reden mit Touris war wunderbar, ich bin topfit !

Gruß Timo

 

Bericht aus Chengdu; 7787 km
 
Wieder allein unterwegs, wieder eigens zum Team werden, aus sich die doppelte Leistung heraus holen: Seit mehr als einer Woche bin ich wieder ein Steppenwolf allein auf weiter Flur, einzig begleitet durch mein Rad "Butterfly"! Die zwei Wochen davor mit meinem Radkumpanen Andreas aus Aachen (nicht aus Braunschweig) waren ein Segen. Gemeinsam gingen wir alle Hindernisse an, bauten uns in schweren Zeiten wieder auf, zogen uns gegenseitig die Berge hoch, lachten und neckten uns wie Freunde, die sich seit Kindeszeiten kennen. Viele Gedanken, Geschichten, Ziele, Träume u.v.m teilen wir und werden über die Zeit hinaus Brüder im Geiste bleiben, doch strebten wir zum Schluß auch beide wieder auseinander. Ihn treibt es zum Drei- Schluchten- Damm, wo er Abenteuerliches erleben musste (s. Anhang; unbedingt lesenswert) und mich weiter nach Süden 'gen Kunming, wo ich nach weiteren 1100 km auf ein bekanntes Gesicht aus der Mongolei treffen werde. Wir waren hilfreiche und notwendige Begleiter des jeweils anderen! Doch bleibt es sein und mein Weg, den wir beide alleine zu gehen haben und auch gehen werden, manchmal motiviert oder gar deprimiert niedergeschlagen. Doch trotzdem konnte er mich nur stückweise begleiten, dies mache ich bei ihm ebenso anstandslos sofort und immer wieder, doch niemals war er auch nur im Geringsten im Stande meinen Weg zu ebnen, ihn gar zu definieren, dies allein ist meine Aufgabe. Umgekehrt gilt dies ebenso. Und mittlerweile bin ich eingespulter denn je und habe Freund und Feind in mir gefunden. 
Bei den immer wieder aufkommenden Schwierigkeiten mit Krankheit und Naturverelendungen hier in China ersetzen jedoch mittlerweile immer mehr die Menschen meine Sehnsucht nach Stille, Frieden und Natur: Der Mensch als Gesichtslandschaft!                                                               

Für mich als Menschenrechtler ist der Mensch der Mittelpunkt, gar der Inhalt meiner einjährigen Radreise, ihm habe ich mein Projekt  "cyclingforhumanrights" gewidmet. Bilderbuch- Charaktere mit bibelartig langen Lebensgeschichten schon allein durch ihre tief eingegrabenen Falten im Gesicht erkennbar, strömen an mir vorbei. Es ist meine persönliche Traumreise sie alle in ihrem alltäglichen Treiben zu beobachten und die Kraft der eigenen Bewegung auf dem Velo zu spüren.
Oftmals ergreift mich hier, im für mich doch sehr anstrengenden China (wasserfallartiger Durchfall), eine sehr tiefe Harmonie. In einer noch nie so für mich dagewesenen Intimität zu der Bevölkerung springe ich mit geschlossenen Augen in sie hinein und lasse mich treiben. Meine Fotos versuchen dies ansantzweise zu dokumentieren. Je näher ich an den Mensch heran gerate, desto absoluter reise ich und manifestiere mich und mein Projekt weiter.
Eine Weltraum Stadt, wie Chengdu sie ist, kann dies alles andere. Doch als "Akkustation" mit Essensorgien bei Mc Donalds, Burger King, Pizza Hut, Starbucks und Kfc (selbstredend an nur einem Tag) ist es auch einmal wieder eine Freude sich richtig dekadent- konsumierend zu zeigen. Draußen auf der Straße versuche ich weiter zu verstehen und zu lernen, selbst gelassener durch Lärm und Hast zu schreiten.
Ein einziges Lächeln erweist sich dabei unzählige Male erfolgreicher als Dutzende von Volkshochschulkursen.
Bei allem anderen, beim Studium etc., selbst daheim, käme ich gerade niemals auch nur teilweie an die Intensität heran, in der ich meine Zeit hier verleben darf. Das Rad ist dabei nicht nur als Mittel zur Fortbewegung zu versehen , sondern zugleich Kommunikationsmittel, Leidensmaschine und ein Weg mich selbst zu bereichen; ich bin sehr erfüllt;  

... die Welt befindet sich genau einen Schritt vor jeder Haustür!
 
 
Andreas dreht sprichwörtlich am Rad
(ein Ausschnitt aus seinem Tagebuch vom 13. September ; lest es, es ist der Wahnsinn )
 
"Ein richtiger Traum wurde heute war:

Ich konnte 50 Kilometer direkt am Jangtse entlang fahren und ich schaute und schaute, um ja nicht den Damm zu verpassen. Dann dachte ich schon der Damm ist in einem anderen Teilstück, denn so ein Gebilde kann man ja schwer übersehen, oder ???Und dann rein in die Tunnels, endlich nicht auf die 1000 Meter hoch radeln, sondern die Abkürzung durch den Berg nehmen...
Alle Chinesen haben mich gewarnt, doch ich denke, "die sind doch nur 50 Meter lang, was solls?"
Ja, aus 50 m wurden mal so locker 3.5 km und es ist darin wirklich stockdunkel und mein Dynamo erhellt den Stollen nicht wirklich und wenn du dann die Nebelhörner der Lkws hörst, die dich kaum sehen und dich überholen wollen..... man da hatte ich selber Angst, aber alles lief gut ab, ich bin hier und schreibe die Mail, also lebe ich wohl noch. Und dann kam der Drei- Schluchten- Staudamm.Man war das geil und ich kann nur sagen, dass das ein richtig geiles Feeling ist, mit dem Bike davor zu stehen und zu sagen: "Mann, ich hab mir das Ding 600 km lang erradelt!" Und dann hieß es auf in die nächste Stadt, aber die Straße wird von der Millitär- Polizei kontrolliert, und ein Radler darf da nicht durch und ein Ausländer schon gar nicht.Da spricht mich dann auch gleich ein Cinese an, der mich f ür 80 yen da durch fahren will, muss, und grinst mich blöde an. Das Dollar- Zeichen steht klar auf seiner Stirn....Ich lächle zurück und sage einfach:"Noch nie ein deutsches Geschoss gesehen, was?" Und fahre los. Zum Glück geht es bergab, und ich mit vollem Gepäck auf die Streife zu...."Hey, bleib stehen!" Ich winke nur und bin durch. Ich dachte das w ärs, und da ist die nächste Kontrolle, nochmal in die Pedale treten, freundlich winken und ab gehts... " Verdammt, da ist noch eine Kontrolle, und diesmal wissen die auch noch Bescheid." Ein Posten steht auf der Straße und will dass ich rechts ranfahre, darf hier halt mit dem Bike gar nicht sein.
Doch jetzt habe ich Blut geleckt. Trete voll in die Pedale, so dass ich an die 35 Km/h
rankomme, und dann versuche mal eben so ein 120 kg Geschoss zum Stehen zu bringen, wenn dich ein böser Blick eines Deutschen trifft.
Ich presche durch, doch das chinesische Geschrei was nun ertönt, will ich lieber nicht wiedergeben. Aber man muss wissen, dass die chinesischen Polizisten selber, ohne Vorgesetzten, nicht denken können und wenn eine schnelle Entscheidung gefordert ist, dann sind die einfach überfordert, das war mein Glück. Ich dachte das wärs, aber noch lange nicht. Ich muss nochmal über eine Brücke drüber, und die wird ebenfalls vom Millitär kontrolliert, und auch hier darf ich nicht mit dem Bike lang. Nun bin ich aber total motiviert und fahre einfach weiter. Der erste Posten grüsst mich höflich und ich winke zurück, und der zweite läuft mir nach. Die Waden brennen, doch ich gebe nochmal alles und dann bin ich auf der anderen Seite und freue mich einen Ast, dass  ich das geschafft habe.
Also, ab heute bin ich der meistgesuchteste Ausländer in China, und wenn ihr nichts mehr von mir hört, dann bin ich irgendwo in einer chinesischen Arrestzelle!!!" 

Andreas

 

 

10.09.: Heute geht es weiter in Richtung Chengdu

Nach zweitägiger Erholungspause für Körper; Geist und Seele strampelt Timo heute weiter.  Er hofft natürlich, dass sein Körper wieder ausreichend fit ist, denn die Strapazen in den Bergen nehmen nicht ab - es wird eher noch heftiger. 300 km in 3000 m Höhe und mehr stehen auf dem Programm. Hoffen wir also, dass er sein nächstes Ziel gesund erreichen wird!

Neue Fotos ab Xian gibt es bereits in der Galerie und weitere folgen, wenn er Chengdu erreicht hat.

Kurze Info: "Bin heute 107,4 km gefahren, nur noch 170 km bis nach Chengdu." 

 

08.09.: Antibiotika und schlafen

Heute Ruhetag:  viel Cola, "Wasserfässer" und Salz, Antibiotika und jede Menge Schlaf und Ruhe.

 

 

07.09.: Timos Gesundheitszustand ist sehr schlecht!

Timos Durchfall hat sich wieder eingestellt. Seit Tagen nimmt er keine Nahrung mehr zu sich  und benötigt  dringend ein Antibiotika. In Absprache mit  seinem Hausarzt (Braunschweig) muss Timo dringend einen westlichen Arzt aufsuchen (oder Antibiotika nehmen), damit sich sein Zustand verbessert.

Timo: "Krasse Bauchschmerzen, als ob mir die Bauchdecke reißt - Durchfall, keinen Hunger seit Tagen!"

Hoffen wir, dass sich sein Zustand in den nächsten Tagen verbessert!!! 

Aufgrund Timos derzeitiger gesundheitlicher Situation keine Tagebuchtexte - lediglich neue Fotos!

 

 

04.09.: Ruhetag und Abschied von Andy

"Heute Ruhetag mit viel Regen. Ich kompensiere den freien Tag mit langer Homepagearbeit/Fotos  bearbeiten. Mein letzter Tag heute mit Andreas. Gestern versuchten wir vergeblich das Visum zu verlängern."

 


03.09.: Mail: Mein erster Platten!

"Erster Platten in der hinteren "Schwalbe" nach ganzen 7322 km.
Ein Vergleich mit Andy (mehr als 30 an der Zahl, den ersten gab's bei Kilometerstand 1000). Mein Unglück war "nur", ein innerer Draht aus der Karkasse, also hält der Mantel immer noch alles von außen fern. Deshalb noch einmal mein Lob an "Schwalbe-Reifen"!
Morgen wird versucht das Visum zu verlängern, der nächste Wegabschnitt wird ein wenig härter ,heftige Bergregion steht an. Da brauche ich Zeit bzw. will ich noch versuchen nach Lhasa per Zug oder Bus zu kommen. Hierfür muss ich aklimatisiert sein: über 5000 m.In den nächsten 2-3 Tagen wird es zum Abschied zwischen Andy und mir kommen.Rad läuft super!"




30.08.: "Bin vor Schwäche vom Rad gefallen"

Diese Mail bekam ich heute in mein Postfach mit der Bitte mir aber keine Sorgen zu machen, da Andreas Timo helfen konnte.
Hat sie mich wirklich beruhigen können?



Text von Andreas:

Mein lieber Timo,

nun radeln wir also gemeinsam durch China, und wir beide merken, wie einfach doch auf einmal das China sein kann.
Wie oft haben wir uns geärgert oder sind dem Ausflippen nahe, wenn aufeinmal Dutzende von Chinesen auf uns einreden, und wir doch gar nichts verstehen...
Plötzlich sind wir nicht mehr alleine, und wenn es dem einen zuviel wird, springt ganz einfach der andere für ihn ein, so dass wir die Situation dennoch genießen können.
Wir beide haben die gleiche Intention was das Reisen betrifft.
Beide fahren wir lieber ein paar Kilometer mehr an einem Tag, als irgendwo Pause zu machen, denn alleine Pausen machen ist einfach richtig langweilig. :-)
Das hörte sich auch schon auf der Zufahrtsstraße nach Ullanbator schon so gut an, so dass wir beide gerne zusammen reisen wollten.
Das klappt bisher auch sehr gut. Wir haben in etwa die gleiche Geschwindigkeit und auch unsere Leistungseinbrüche erfolgen fast zeitgleich...
Das Einzige was bei uns beiden noch nicht so richtig eingespielt ist, ist der Schlafrhythmus: Der gute junge Abiturient schläft am Morgen gerne ein bißchen länger, während ich schon in den Startlöchern stecke und losradeln möchte. Dafür beginnt für Timo der Tag erst so richtig am Abend, wenn er lange mit gleicher Ausdauer noch 10 km fahren möchte und ich lieber schon ein Hotel aufsuchen möchte.
Oder wenn er dann um 10 Uhr abends noch ins I- netcafe jettet, um seine Freunde zu grüßen oder um seine Homepage auf den neuesten Stand zu bringen.
 
Unglaublich was dieser Mann für eine Power an den Tag legt, um für seine Reise und die Intention seiner Einzustehen und weiterzukommen. Ich bewundere ihn wahrlich dafür, wie er daraus Kraft zieht, und natürlich, wie seine Freunde ihn dabei tatkräftig unterstützen.
 Wir beide haben oft lange lange Gespräche darüber, wie man sich motiviert oder was die Aussage seiner Reise sein soll, und wenn er dann ins Schwärmen gerät über die ganze Unterstützung, merkt man ihm seine ganze Begeisterung richtig an. Er redet nicht einfach nur darüber, er packt das ganze Thema an, und lässt sich nicht einfach den Mund verbieten.
Er steht hier an der Front und weiß was man noch alles zu tun hat, und er wird in Zukunft noch Großes vollbringen, da wird ihm sein unbändiger Wille auch noch große Dienste leisten.
Einen Unterschied gibt es allerdings zwischen uns noch:
Er ist ein wahrlicher Sprinter in den Bergen ...... solange sie geteert sind. Meine Güte hat er mich in so mancher Bergpassage abgehängt, aber sobald es Offroad geht, kann ich nun meine Erfahrung in diesem Gelände ausspielen (3000 km Mongolei) und liege vorne, nur leider gibt es so wenig Offroad in China ;)))

Mein lieber Timo, ich wünsche Dir alles alles Gute für deine weitere Reise, und wenn Du in Sydney in ein paar Monaten ankommst, dann trink auch ein paar Bier auf mein Wohl, schließlich sind wir ja nun alte Weggefährten ;))))

Der andere Radler aus Deutschland,
Andreas



28.08.: "Das tapfere Schneiderlein" meldete sich per SMS: Sieben auf einen Streich / 7018 km geschafft!

Diese SMS erhielt ich gegen 13 Uhr MEZ mit dem neuen Kilometerstand und der Info, dass die Polizei den beiden Radlern einige Wege verweigerte und sie deshalb Umwege fahren mussten. Sie schafften aber auch eine Bergetappe von 12 km.
"Andy ist mein Bruder im Geist! Morgen um 12 Uhr Radio-Interview in der Deutschen Welle!"




27.08.: Timo lässt grüßen! Neuer Kilometerstand: 6911 km

Es geht ihm prima und alles läuft soweit ganz rund. Am Dienstag steht ein Radio-Interview mit der Deutschen Welle um 12 Uhr an.
Timo teilte mir übrigens auch mit, dass er zwei Holländer traf (unten auf dem Foto zu sehen im Hintergrund), die eine eigene Homepage haben. Er meinte, dass sich ein Blick auf diese Seiten lohnen.
Schauen Sie doch einfach mal dort rein!
www.cyclephobia.nl




26.08.: Timo in Bergregionen

"Bin in Bergregion, Anstiege auf 2200 m .
Mit Andi läuft es supergeil, wir lachen und verstehen uns dermaßen genial, wie füreinander geschaffen. Wir necken uns und haben uns schon Spitznamen gegeben. Es wird schwer wieder "Tschüs" zu sagen.

Jetzt endlich in China: Wälder, Vögel, wenig Autos, wenig Hupen, ich fühl mich sehr wohl, vor allem mit Andy."

                    
                     Andi links neben mir!


 3 neue Tagebuchtexte von Timo!

23.08.: Gedanken:
Nicht mehr allein unterwegs!
 
Andreas Alt aus Braunschweig, ein einsamer Krieger des Lichts,30!
Seit Xian sind wir wieder zusammen nach unserem gemeinsamen Mittagspäuschen auf den Straßen der Mongolei.
Über Emails hielten wir gemeinsam Kontakt um dieses Treffen wahr werden zu lassen.
Es tut gut eine deutsche Stimme neben sich zu hören, nachts das Schnarchen eines anderen, das kindliche Fantasieren über die eigenen Radlerträume und sich fallen lassen können.
Jemand ist da, der sich um dich kümmert.
Für die nächsten 10 Tage werden wir wohl zusammen radeln, um dann jedoch wieder getrennte Wege zu gehen (er nach Shanghai, ich nach Chengdu, wahrscheinlich, wenn wir zusammen das Visum nochmals verlängern können, nach Tibet (ohne Rad).
Anfangs gab ich diesem Treffen wenig Gewichtung, klar, freute ich mich, doch wäre ich auch weitergefahren, wenn ich hätte warten müssen, ich wusste nicht was mir fehlt ...
Ich fühle mich sehr wohl "allein", komme bestens klar und wehre mich auch teilweise gegen Eindringlinge in mein beschauliches Leben zwischen mir und meinem Rad.
Doch ist es ein wahnsinniges Gefühl zusammen nach Hause zu gehen, aufzuwachen und zu wissen,diesen Menchen musst du nicht wieder verlassen, sondern kannst ihn 10 Tage begleiten. Meinem neuen "Begleiter" setzt die Einsamkeit oft sehr zu, weil dieser sehr wichtige Halt, den ich von euch zu Hause bekomme, ihm nicht so gegeben ist.
Ich kann mich nur bedanken, dass ihr alle so hinter mir steht, durch Emails, Gästebucheinträge und vor allem durch Interesse und Zuversicht:
"wer, wenn nicht du, Timo!","lass es krachen", "Tiger' beiß dich durch", " es ist schön, Dich in Gedanken begleiten zu dürfen."....
Ich fühle mich sehr stark und werde Sydney napoleonisch stürmen, auch durch eure Hilfe -
Besten Dank, ich werd's reißen!

 


23.08.: Gedanken:
China; eine Hassliebe

Einen Schritt vor deiner Türr findest du die Welt - die Welt ist mein Zuhause.
Die Tage ziehen an mir vorüber, sie reihen sich aneinander, verschwimmen ineinander und schenken mir jeden Tag aufs Neue dieses eine, ganz neue Gefühl: ganz gleich, wo ich mich aufhalte, in den tiefen Sibiriens oder gar hier nun in Xian in Zentralchina nach 6600 km, es ist der Mensch, der mich lehrt und lernen lässt.
In Dreck stehend bekomme ich von den Bewohnern ein Lächeln, welches eine ungeheure Ausstrahlungskraft besitzt und mir vor Wärme und Herzlichkeit manchmal gar die Tränen in die Augen treibt.
Die Chinesen tun so viele Dinge auf ganz unterschiedliche Weise, verbrennen ihren Müll 2 m vor ihrer Haustür oder Männer lassen nahezu allesamt ihren Hosenstall offen, aber trotzdem könnten sie auch meine Nachbarn sein.
Ich bin ein Fremder auf meinem Rad ... ein Amerikaner? ..., es interessiert sie nicht sonderlich, ich bin da und dies reicht, sie merken schnell, dass mein Chinesisch mehr als eingerostet ist, nehmen es hin und lassen mich neben ihnen leben, ganz selbstverständlich, warum denn auch nicht? Ein Grinsen, ein aus dem Herzen kommendes Lachen von mir lädt selbst zu einem eigenen ein und so gibt es Abende, wo wir lachend in meinem Hotelzimmer sitzen und versuchen, den anderen Menschen, der so weit von zu Hause entfernt seinem Leben nachgeht, kennen zu lernen und zu verstehen.
Ich werde zugleich traurig, weil ich immer mehr realisieren darf, dass es soooo einfach doch nur ist.
Die einzige Prämisse ist nur, wie du dich gibst und wie viel eigene Wärme du vermittelst.
Komme ich vermummt in den Libanon mit einer fetten Knarre in der Hand, am besten noch versteckend in meinem hochgerüsteten Panzer, weiß ich was passiert ...
komme ich offen in den Libanon mit einem Rad, weiß ich was passiert, nichts anderes als hier und überall.

Ich will keine Lebensweisheiten in die Welt setzen, dafür bin ich einfach noch zu jung, aber man sollte einmal einfach mit seinem Nachbarn anfangen.
"Die Ossis asozial; die Polen dumme Bauern, Diebe und Billigarbeiter!" Alles Quatsch, alles Blödsinn, es ist so simpel, jeder sucht nur seinen Weg um durchzukommen.

Es ist aber auch dieses andere China: der täglich neue auf meinen Lungen ablagernde Ruß der Pestschleudern, der finsternen Abgaswolken, des milchtrüben Smogs, der jeden Versuch der Sonne durchzudringen erstickt und der Müllverbrennungen auf den Straßen...
es ist die Landschaft, die es nicht mehr gibt, die mich krank werden lässt: Durchfallwochen, Asthmaspray in der Nacht, eine eigene Dreckhaut lassen mich dieses Riesenreich auch verachten.
Verachten wäre für Folgendes nicht das richtige Wort,es ist eher solch eins wie den "Atem nehmend":ich spreche vom Faktor Mensch - der Mensch, der sich verhundertfachen kann in nur einer einzigen Sekunde, der um dich herumkreist, dir den Platz raubt, der dir gar auf die Toilette folgt für den ultimativen Testvergleich -
der Faktor Mensch, der still beobachtet und in mir eine Wut entstehen lässt, die mich ohnmächtig werden lässt "bitte, lasst mich", "ich will nicht","nein, ahahaahah".
Ich rase innerlich und manchmal auch leider äußerlich vor Wut, merke zugleich, dass ich nun zuweit gegangen bin, mir den Tag versaut habe und den Rest des Tages fluchend auf dem Rad sitze, auf Lkw's frontal zurase, um meinem größtenwahnsinnigen Ärger Luft zu machen um diese verdammten Hupen stoppen zu können.
Zur Beruhigung zählte ich gar selbst einmal die Hupen, das Ergebenis zog mich aber noch mehr runter:
in 63 Min. 70 Hupen, oder besser formuliert: Donnertröten.

Es fällt mir schwer diese eine böse Seite von mir so deutlich wahrzunehmen (ehrlich, aber wahr).China zieht mir dabei aber auch jeden Tag aufs Neue die Hosen aus, reizt mich und fordert mich heraus meine eigene Balance zu finden -
ich muss noch viel lernen ...


 
23.08.:Gedanken:

Shaolin ist nichts anderes als komplett ausgestorben

Ich habe meinen Augen nicht mehr trauen können bei all den Schändigungen: "drink section 1-3", riesige komfortable Dixie Klos, ein beschissenes importiertes Kamel aus dem Nirgendwo zum Reiten (warum?), alle 50 m Telefonzellen, bei denen man selbst, man höre und staune, Auslandsgespräche tätigen kann , "battery car parking lots" (das Augenmerk liegt auf Batterie, es ist nicht nur bildlich zu verstehen), Eingangsschranken (10 Euro Eintritt), "private Personal Channels", Kioske mit Würstchenstand, 5Sterne Hotel (50 Tacken die Nacht), Snob Restaurants, Überwachungskameras, Flutwellen von Touris mit beknackt aussehenden gelben Einheitsmützen, Regenschirmen und Mönch-Plastiktüte zum Shoppen, befördert durch mehr als 50 Golf- Buggys usw.

Das war mal alles nicht.

Vor 5 Jahren war ich dort alleine, nur ich unter 6000 Schülern, fightend, und jetzt: alle Schüler wurden ins näher gelegene Dengfeng "deportiert"und das Brutalste: es gab mal ein Dorf,
ein 600 Seelendorf mit Häusern, alles per Bulldozer niedergerissen, die Bewohner wollten selbst den Abt umbringen, stürmten das Kloster. Ein Stadion, ein dickes Stadion, stand dort auch einmal, niedergerissen, wegen all der Touris.
Nun, ich muss mir eingestehen, vor 5 Jahren war ich selbst einer, auch wenn ich das nicht einsehen möchte. Ich stand da nur mit Tränen in den Augen und bin nach der "Bestandsaufnahme" der
Vergewaltigungen gleich wieder abgehauen, ich war rasend vor Wut.

Ich wollte eigentlich an diesem Ort in die Vergangenheit reisen, aber es war mir gänzlich unmöglich ...

Dieser Ort hatte einmal eine wahnsinnige Magie, Qi Gong, Meditation, Yoga war ein Mittelpunkt, nun hat der Hype begonnen
auch wenn die Freundschaften damals über meine Zeit nicht gehalten haben, war es eine geniale Zeit, alleine auf zum Kloster, nun naja.



22.08.: Noch kein Tagebuchtext vom Radler eingetroffen

An dieser Stelle muss ich mich einfach einmal entschuldigen, da ich einen neuen Text von Timo versprach, sich aber bisher nichts tat.
Ich gehe davon aus, dass sich Timo mit dem deutschen Radler getroffen hat und sich die zwei viel zu erzählen haben. Aus diesem Grund scheine ich auch noch keinen Text im Mailpostfach zu haben.
Gedulden Sie sich also bitte noch ein wenig! Neue Infos - aus erster Hand - wird es sicher bald geben!



21.08.: Treffen mit einem Radler aus Deutschland

Habe gerade meine Mails gecheckt und gesehen, dass ich
momentan noch keinen Text von Timo erhalten habe. Sobald er jedoch in meinem Postfach ist, setze ich ihn natürlich gleich ins Tagebuch. Timo scheint sich riesig auf sein Treffen mit Andreas Alt zu freuen, da die beiden gemeinsam eine Strecke zurücklegen wollen. Warten wir also gespannt auf neue Infos!

hier: Timos 2. Artikel, den er für die Szens geschrieben hat!

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20.08.: Ab Montag/21.08. neuer Tagebucheintrag vom China-Radler und viele neue Fotos!
Timo hat Xian erreicht!


 
19.08.: Neue Nachrichten und Fotos erscheinen in den nächsten Tagen! (am 20.08./ 21.08.!)

Morgen wird Timo in Xian eintreffen, ganze 60 km stehen noch aus.  Timo berichtete, dass er  sich durch die Klimaanlagen ein wenig erkältet hat und auch die Abgase machen ihm sehr zu schaffen. Xian gehört übrigens zu den 16 Städten in China, in denen weltweit die höchste Luftverschmutzung gemessen wird. Von dort wird Timo uns  wieder einen persönlichen Tagebucheintrag gönnen. Neue Fotos werden momentan hochgeladen und bearbeitet. Gedulden Sie sich also noch ein wenig!
 


13.08.: "Simbabwe Bulldozer lassen grüßen!"
(Auszug aus unserem kurzen Telefonat)

"Heulend, gefrustet und wütend verlasse ich meinen völlig zerstörten Kung Fu Shaolin Ort. Das Kloster steht noch - alles andere ist weg und plattgewalzt. Riesige Parkplätze und "Holiday- Attraktionen" sind hier entstanden. Nichts erinnert mehr an einen friedvollen und idyllischen Kung Fu Schulungsort. Was ist mit all den Menschen geschehen, die hier gemütlich miteinander ihre Zeit verlebten? Sind sie je für all diesen "kommerziellen Überfluss und Blödsinn" entschädigt worden oder nur abgeschoben an einen anderen Ort? Touristen über Touristen drängen sich in Massen über die Plätze, sie spielen vollkommen ahnungslos dieses "Konsumspiel" mit. Sie können nicht ahnen und ermessen, was sich noch vor einigen Jahren an diesem "heiligen" Ort hier abgespielt hat. Vor lauter gelben Tourikappen und Regenschirmen erinnert hier nichts mehr an meine "Shaolinzeit". Mönche lassen sich von Touris begaffen und fotografieren - es macht mich wütend und wahnsinnig traurig zugleich.
Mein altes Schulrestaurant hat sich in ein ***** Sterne Hotel verwandelt. Es ist unfassbar und kaum zu glauben, wenn ich es nicht selbst mit eigenen Augen gesehen hätte.
Bin jetzt weg hier und in Dengfang gelandet. Meine Nacht werde ich bei einem Studenten verbringen."



12.08.: Zu Hause angekommen - in meinem Kloster

"Mit Tränen in den Augen bin ich zu Hause angekommen; 6093 km, super geil, Kiddies voll am Abgehen auf mich und mein "butterfly"; umringten mich und ich fing an zu weinen, Skorpion und Grashüpfer unter dem Tisch!"



10.08.: "Zhenzhou erreicht, verdammte 5999 km als ich vorm Hotel stand, 363 h, 50 Min.:

Jetzt nur noch 80 km bis zum Shaolin Kloster, in dem ich 2 bis 3 Tage bleiben werde, am 11.08. Internetarbeit - vermisse meine Homepage."


09.08.: Xinxiang gegen Nachmittag erreicht

"Morgen werde ich  Henans Hauptstadt "Zhengzhou" (6,2 Mio. Einwohner, ich sag ja, Gesichterlandschaft) erreichen. Kümmere mich dort um Fotos und Tagebuch.
Meine dritte und letzte Fahrradkette ist runter und liegt im Benzinbad. Stehe hier in einer Zeitung  wegen der Radaktion über die ich berichtete. Zwei Fernsehsender nahmen mich auch ins Visier und berichteten über mich (natürlich nicht über "ai").
Chinesen stehen total auf meine Haare an den Beinen, zupfen fasziniert daran ( haben wirklich nur ne Handvoll kleiner Stoppeln).
Die LKW Hupen zerschmettern mir das Trommelfell, völlig willkürlich und grundlos scheinen die auf der Tröte zu liegen (gleichen den Sirenen der Fußballfans). Es ist dreckig, bin auf der Suche nach einer Atemmaske, kein Scherz, haltet mich nicht für einen Hypochonder, aber abends habe ich Probleme tief und ruhig einzuatmen, hatte ich noch nie.
"Laut Weltbank liegen 16 der 20 Städte mit der weltweit schlechtesten Luft in China, rund 250.000 Menschen sterben jährlich an der Luftverschmutzung, so die Weltgesundheits-
organisation (WHO). Mit die größten Dreckschleudern sind die veralteten Kohlekraftwerke, die für den Großteil der Energieproduktion in China sorgen."
Ansonsten habe ich mich in den Menschen verliebt und stehe morgens mit einem guten Gefühl auf und freue mich, wieder in Bewegung zu sein, Leute am Straßenrand in ihrem Treiben zu beobachten und dutzende Grüße und lächelnde Gesichter einzufangen, jeder trägt DAS HERZ AM RECHTEN FLECK, überall. Mein "butterfly"(Rad) fliegt und wird bewundert, wird schon rot bei all den Komplimenten, bloß langsam wird sie, flirtet mit allen Drahteseln um sie herum."

Gruß Timo


08.08.: "Mir geht's bombastisch!"

"Das "Flirten" auf chinesisch fällt mir jedoch noch ein wenig schwer, doch meine skills verbessern sich von Tag zu Tag :-)!
In 2 oder 3 Tagen dürfte ich mein altes Shaolinkloster erreicht haben und bleibe dort ca. 3 Tage. Heute geht's über den "Gelben Fluss / (黄河, den zweitlängsten Fluss Chinas.  Verdammt schmutzig ist es hier überall; mein Rad läuft 1a!

Hier gibt's nichts als  Menschen, eine "Gesichterlandschaft!"

Hier ein Vergleich:
Bundesrepublik Deutschland:

Fläche: 357 031 Quadratkilometer
Einwohner: 82,5 Mio.
Bevölkerungsdichte: 231 Einwohner je Quadratkilometer

Provinz Henan:
Fläche: 167 000 Quadratkilometer ( 46,77 % der Fläche Deutschlands)
Einwohner: 92,6 Mio. ( Aber: Zusätzlich noch 12,24 % der Einwohner Deutschlands hinzu und das bei weniger als der Hälfte der Fläche der BRD!!!)
Bevölkerungsdichte: 554,49 Einwohner je Quadratkilometer



07.08.: Klingelzeichen ertönt täglich und bedeutet:

"Es geht mir gut !"
Gruß Timo


04.08.: Persönliches von Timo
( 120 km in den Beinen )

Hallo,

glaubt mir, es kann mir nicht besser gehen.
 
Bin heute nichts Böses ahnend auf einen professionellen Radler aus China getroffen und habe mit ihm, anfangs eher ablehnend, Kilometer abgrissen. Seinen Schnitt von 30 konnte ich nur mit Mühe halten.
Wie dem auch sei, 45 km/h düste ich mit ihm voran, eigenartigerweise fuhr ein Begleitmotorrad immer neben uns her, weshalb, das sollte ich später noch erfahren.
Wir legten also eine Wegstrecke zusammen zurück und wurden von seinen Freunden abgefangen und begleitet. So waren wir also nach einer geschlagenen Stunde um die 10 Radler.
In Xiatan angekommen, hieß es einmal wieder "Augen zu und durch", denn eine Stadt besitzt hier mindestens eine Million und mehr Einwohner, sprich 10 Millionen Autos (naja, nicht so viel, aber schon eine erhebliche Menge mehr).
Wir wurden immer schneller, irgendetwas stand wohl an, aber ich hatte keinen Schimmer und trat einfach mit in die Pedalen und schon waren alle am Lossprinten, 50 km/h.
Am Horizont tat sich eine unglaubliche Menschenmenge auf, 150 und mehr Menschen, dicht zusammengedrängt standen sie an einer Art provisorischem Ziel- Einlauf.
Mit Knallern, roter Schleife, Blumenkränzen, schönen Frauen, lauter Musik und Kameras wurden wir empfangen.
Ein überdimensionales Fragezeichen stand dabei auf meinem Gesicht, auf deutsch gesagt: "Was geht denn jetzt ab?"
Ich war mittendrin und überall nur gaffende Chinesen. War das noch nicht genug, so waren auch wieder Vertreter der Presse vor Ort und hielten uns Kameras und Mikrophone ins Gesicht. Hähahähhähhäh, habe ich jetzt was Falsches gemacht oder gar verbrochen?
Bald stellte sich heraus, dass 5 angehende Profi- Radler die Provinz Hebei umrundet haben und das war Grund und Anlass zum Feiern.
Naja, als dann meine Geschichte ( natürlich nichts über "ai") publik gemacht wurde, war das Geschrei groß: Morgen steh ich in der Zeitung bzw. bin ich im Fernsehen zu sehen.
Warum? Kurz darauf gab es ein fettes Dinner mit 20 und mehr Leuten, dabei all die Pressevertreter, die (das Glück nahm kein Ende) über eine Englische Studentin mich ausfragten.
Ich aß mir einmal wieder köstlich den Magen voll.
Doch es nahm kein Ende: als "Hero" wurde ich darauf mit 2 anderen Radlern in ein 5 Sterne Hotel gehievt: hier gibt es selbst eine Minibar, Internet auf dem Zimmer (schreibe gerade von hier), großen Fernseher und goldene Handtuchhalter.
Morgen gibts nach dem Frühstück im Hotel (!!!) eine Ausflugstour mit der ganzen Mannschaft irgendwohin, wo weiteres Tolles auf mich warten wird.
 
Ein wirklich krasser Tag, vorallem - so völlig überraschend und plötzlich mitten umringt von Chinesen zu sein, alle klatschen dir zu und du stehst da ohne den geringsten Schimmer.
Mit Worten kaum zu beschreiben, selbst meine dutzenden Fotos werden das niemals mehr so live dokumentieren können.
 
Bis bald!
Timo


03.08.: Shijiazhuang erreicht

Per E-Mail teilte mir Timo mit, dass er Shijiazhuang erreicht hat und sein Tacho nun 5561 km anzeigt. Es geht ihm gut.
Vor ihm liegen allerdings noch einige Kilometer bis Zhengzhou. Knapp die Hälfte des Weges hat er geschafft.
Auf der Kartenansicht (oben) weist die erste Pfeilspitze auf Timos derzeitigen Standort.


01.08.: Reiseziel Zhengzhou / Provinz Henan wird anvisiert
( Entfernung ca. 700 km)

In den frühen Morgenstunden ( 8 Uhr) ging es weiter in Richtung Henan. Dort ist ein bekanntes Shaolinkloster, in dem Timo bereits mit 15 Jahren seine Kung Fu Kenntnisse weiter ausbildete. Viele Kung Fu Kämpfer werden hier  in entsprechenden Schulen unterrichtet. Timos Vorfreude auf diesen Ort ist dementsprechend groß. Er wird in den nächsten Tagen eine Strecke von ca. 700 km zurücklegen müssen. Täglich möchte er bis zu 100 km schaffen.


31.07.: News vom Radler

Hallo zusammen,
ich, Timo Müller, melde mich an meinem 122. Tag von meiner Tour aus Beijing, China nach 5258 km und habe einmal wieder die Zeit und Möglichkeit gefunden Sie/ Euch über meine Tour per Galerie ("China")  zu informieren.
Nahezu die ganze Woche über lag ich leider krank im Bett, dementsprechend fällt das Tagebuch diesmal weg.
Durch die mir sehr hinderliche Zensur hier vor Ort, können die Fotos leider auch erst am Dienstag, den 01.08.2006 erscheinen. Ich bitte dies zu entschuldigen bzw. um Hilfe, diesem chinesichen Verbrechen ein Ende zu setzen via irrepressible.info, einer Aktion amnesty internationals.

Nächste Pläne: In einer Woche weitere 700 km abspulen, um die Provinz Henan zu erreichen.

Gruß
Timo


30.07: In Kürze gibt es wieder Neuigkeiten
            (z.B. Fotos,.........)


25.07.: Peking wird erkundet


Bis zum 31.07. will "Pedaloman" diese riesige Metrople unsicher machen.
Sehenswürdigkeiten und mehr... stehen auf dem Programm.

" Mir geht's ausgezeichnet, Benjamin ist ne klasse Type und verpflegt mich hier wie eine Mama, die Stadt gefällt mir und ich bleibe bis nächsten Montag...war heute in der "Verbotenen Stadt" , gestern allein mit dem Rad zum "Platz des himmlischen Friedens", durch die ganze Stadt musste ich - danach mit Stadtplan zu Benni, kein Ding, fetter Radstreifen ( 4 m breit, überall ). Grüße aus Peking an ALLE!"


23.07.: In den nächsten Stunden trifft Timo in Peking ein

Heute wird Timo Peking erreichen und deshalb gehe ich davon aus, dass er in Kürze wieder von sich hören lässt. Die Adresse einer Unterkunft (im Norden der Stadt) habe ich ihm bereits übermittelt und nun liegt es an ihm, sie in dieser riesigen Stadt zu finden. Warten wir also noch ein wenig ab.

SMS:
"Bin jetzt in Peking und gut bei Benni angekommen." Zeit: 10 Uhr MEZ




21.07.: " Super krasser Tag!"
Timos Anruf / einige Inhalte:

"Bin in Hubai in der City, ist wie auf einem Weihnachtsmarkt. Innerhalb von Minuten wurde ich von ca. 200 Chinesen umringt, die mich alle neugierig anstarrten. Eine Frau schafft es mit mir in Englisch zu sprechen, ist hier sonst so gut wie unmöglich. Hier gibt es nur Räder und sogar Parkplätze für Räder. Ein Rad angekickt und es gibt einen  Dominoeffekt.
Habe jetzt 5054 km geschafft und bin in 2 Tagen in Peking. Die Städte hier sind der Hammer / Wirschaftswachstum, zum Teil aber auch sehr dreckig. Die Leute laden mich zum Frühstück und Essen ein, es ist der pure Wahnsinn. Alle sind wahnsinnig nett.
Ich stehe jetzt immer um 7 Uhr auf und radel um 8 Uhr los. Es macht super viel Spaß, die Landschaft hier ist toll."



19.07.: Die Pedalen rotieren kräftig

Timo scheint es gut zu gehen, da unser vereinbartes Klingelzeichen regelmäßig ertönt und mir bestätigt, dass es ihm gut geht. Ich denke, dass ich in den nächsten Tagen Näheres erfahren werde - auch über seinen derzeitigen Standort, denn er tastet sich  ja langsam aber sicher immer näher an Peking heran.



Anruf gegen 17 Uhr: "Es geht mir gut; habe neue Hose geschenkt bekommen, da meine nun völlig hin ist und eine Übernachtung im Hotel umsonst; gebe am Tag 50 Cent für ein Essen aus, 1 Euro kostet eine Übernachtung im Hotel; bin überwältigt von dem neuen China; Morgen klemme ich meine Kamera ans Rad und dann wird gefilmt, hoffe es klappt!"



16.07.: Es geht weiter in Richtung Peking / Beijing

In den frühen Morgenstunden machte sich Timo wieder auf in Richtung Peking - begleitet von "9 million bicycles / Katie Melua" im Ohrstöpsel.
Die letzten zwei Tage waren für ihn ziemlich anstrengend, da er Stunden im Internetcafé verbrachte, um Fotos und neue Texte ins Netz zu stellen ( Berichte für 3 Zeitschriften, Tagebuch...). Nebenbei muss er dann auch noch ein auftretendes Durchfallproblem lösen.  Ein bewegtes Radlerleben, das Timo derzeit führt und ihm kaum Verschnaufpausen einräumt. Er meistert es mit Bravour, wie ich finde. Meine Hochachtung ist ihm sicher.

SMS traf gegen 13 Uhr ein:
"Heute 60 km geschafft, bin im Hotel 6qm Zimmer, Fahrrad komplett gesäubert, Straßen super Qualität, Durchfall weiterhin!"


Timos Tagebuchtext:

Ein Königreich für ein Fahrrad
 
Am 14/7 war es endlich soweit: Ich betrat heimischen Boden. Nicht nur dass hier das Glück auf zwei Rädern zu finden ist, nein, auch über die letzten Jahre vermisste ich mein altes China.
Die nächsten drei Monate werden mir und meinem "Butterfly" gehören. Als neu geborener Chingis Khan (vor kurzem 800- Jährigen Geburstatg gefeiert) werde ich die letzten 700 km an der Chinesichen Mauer gen Beijing radeln auf der Suche nach einer passenden Freundin für mein velo. Unter 9 Millionen wird sich schon irgend etwas Passendes finden (Musiktipp: "9 Million Bicycles in Beijing" von Katie Melua, habe es selbst an Bord).
Dort komme ich bei einem Freundesfreund für einige Tage unter und mache mich dann geschwind auf in die Provinz 'Henan", Zhengzhou, um mein altes Kloster zu besuchen.
Weiter gehts am Gelben Fluss nach Xian, Provinz "Shaanxi": Terrakotta Armee und eine Bootstour auf dem Yangtse.
Nach Plan komme ich dann nach Chengdu, Provinz "Sichuan" ; von dort hoffentlich mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Tibet, brauche eine Erlaubnis (oder vielleicht auch nicht mehr durch eine neu eröffnete Zugstrecke) und die kriegt man nur für teures Geld bei einer Touristengruppe, mal schauen.

Im Oktober komme ich in Kunming, Provinz "Yunnan" bei einem in der Mongolei kennengelernten Amnesty- Mitarbeiter unter und werde mich vor Ort um ein laotisches Visum kümmern müssen.
 
Am 12.10 endet dann mein chinesisches Visum und ein Monat Laos wartet auf mich.
 
Ich bin tierisch gespannt auf das, was kommen wird und kann nur immer wieder betonen, dass man nie dem Trugschluss nachgehen sollte, dass eine Regierung ebenso die Bevölkerung wiederspiegelt. Hu Jintao ist nicht China. Ganz gleich der grauenhaften Schändigungen der Menschenrechte sind die Menschen links und rechts der Straße genauso wie du und ich, zum Teil sogar besser. Aber warum in die Ferne blicken, die Zukunft verrät sich nicht!
 

Timos Tagebuchtext:

Nennt mich Mr. Gobi  (9/7 - 13/7)

Für fünf Tage durfte ich mich auf 220 km als Wüstenfuchs behaupten, die Wüste Gobi stand an.
Schreckliche Geschichten von anderen Radlern (s. Zitat aus dem Buch "Durchgetreten" im Tagebuch) und die Tatsache, dass ich nun zum ersten Mal eine Wüste betrete, allein, und dann auch noch mit dem Velo waren mehr als ein mulmiges Gefühl im Bauch.
Sicherheitshalber mit 6 l Wasser an Bord, nahm ich die Herausfor derung an.
So weit das Auge reichte, es herrschte nur weite, flache Schotter- und Sandebene, einzig "begrünt" durch die Strommasten und Eisenbahnschienen, die dem ganzen ein wenig mehr Aussehen gaben.
Ich hangelte mich also von Wüstendorf zu Wüstendorf im Abstand von 70- 80 km (dazwischen nichts als Leere), einzig besucht durch maximal 4 Autos am Tag und den so dämlich winkenden Touristen in der Trans- Mongolischen Eisenbahn.
Die Piste konnte nur mit durchschnittlich 10 km/h besiegt werden. Dem Namen Wüste wurde die Strecke teilweise mehr als gerecht. Ich fiel nicht nur einmal brüllend zu Boden. Die Kunst des Fluchens erlernt man dabei erschreckend schnell. In diesem  überdimensionalen Sandkasten war oftmals nur SCHIEBEN der einzige Ausweg. Ehrlich gesagt war ich drauf und dran den Zug zu nehmen.
Doch die warme Herzlichkeit in den sich im Nirgendwo befindenden Wüstendörfern war mir ein mentaler Treibstoff. Sie gaben mir Shelter, Wasser, Mut, neuen Aufwind und vor allem Wodka mit auf den Weg.
Ich war ein Highlight, ja gar ein Event, für die Kinder in diesen so trostlosen Ansiedlungen, wo die Menschen selbst träger essen und schlafen. Alles verläuft langsamer, ruhiger. Sie gamnmeln, hocken vor dem Fernseher und lassen den Tag an sich vorüberziehen. Durch die harten Bedingungen hier draußen ist eine Subsistenzwirtschaft, wie es so viele Mongolen betreiben, kaum möglich. Daraus folgt eine hohe Arbeitslosigkeit und Niedergeschlagenheit.
Eine Woche "Urlaub" hier und ich wäre nicht mehr auf den Sattel gekommen vor Müdigkeit.
 
Wodka verkatert und ohne Sonnencreme bei 40 °C fuhr ich in Richtung Saynschand.
Die völlige Leere am Horizont animierte mich noch einen drauf zu setzen: Ich riss mir die Kleider vom Leib und führte pionierartig die Frei- Körper- Kultur in der Gobi ein. Ein Gefühl der absoluten Freiheit erfüllte mich beim splitternackten Rennen über den Sand.
Kurz vor Ziel sollte die Gobi mich noch einmal das Fürchten lehren: Rechtzeitig in einem Haus untergekommen, fing einer dieser besagten Wüstenstürme an zu wüten und katapultierte einen Stuhl so dermaßen hoch und weit, dass er das Fenster des Nachbarn durchschlug (s. Galerie "Gobi"). Ein Schulterzucken war das Höchste der Gefühle, was dem Gobiopfer zu entlocken war.
 
Alles in allem, eine sehr anstrengende, aber auch gewaltig intensive, erste Wüstentour. Die letzten 223 km musste ich mich, aufgrund des Visum und den nur noch verbleibenden zwei Tagen nun doch in den Zug setzen. Unter uns, so wirklich erbost war ich darüber nicht.

Nichtsdestotrotz habe ich mir, einmal auf deutsch gesagt, hier den Ar... aufgerissen, jetzt sind Sie an der Reihe:
 
Spenden Sie, sonst wird der erste Radstreik fällig!!!





SMS - Text: Ankunft in China am 14.07.

"Bin gut in China angekommen, selbst die Ampeln besitzen Schonräder, leuchtende Radampeln! Morgen knapp 10 Tage nach Peking, ca. 700 km . Muss kurz ausspannen, gestern Wodka - verkatert gewesen, Hotel = 1, 50 Euro die Nacht!"
13.07. SMS von Mr. Gobi:
Von den Nomaden wird Timo liebevoll "Mr. Gobi" genannt!
Unser Wüstenradler ist in Sajnsand  eingetroffen. Sajnsand liegt ca. 220 km  vor der Grenze nach China.  Da sein Visum abläuft und er innerhalb von 2 Tagen  täglich 110 km schaffen müsste,  hat er sich  ein Zugticket gekauft, denn das ausstehende Kilometerpensum ist in der Kürze der Zeit und bei den Verhältnissen nicht zu schaffen.
Morgen wird er an der Grenze in Erenhot eintreffen.
Den Routenplan durch China erfahren wir in den nächsten Tagen.


12.07. Anruf aus der Gobi:
"Kopier doch bitte die erste Seite aus dem Buch "Durchgetreten"( Markus Möller
und Ronald Prokein), damit jeder weiß, wie es mir hier geht! Ich kann es im Moment
nicht besser beschreiben, denn es ist genau so und nicht anders!"
Meine Texte kann ich erst in China ins Netz setzen - leider kein "Internetcafé in der Gobi",
wer doch mal was!
Gruß aus der Wüste!

Also, hier der Text :
"Wie groß nur ist dieser verdammte Planet? Nimmt das denn garkein Ende? Ich presse die Lippen zusamnen, damit diese schwarzen dreckigenFliegen aufmeinem Gesicht nicht in den Mund hineinkriechen. Sie versuchen es durch die Nase.
Drückende Hitze lastet auf der Wüste. Meine rechte Hand rutscht vom Lenker. Krampfhaft wische ich sie am Hosenbein trocken. Schütteltes mich eigentlich seit fünf, zehn oder fünfzig Kilometern so durch? Ich weiß es nicht. Eine Blutblase platzt. Ich schreie auf und spucke zwei Fliegen aus.Mein Kopf sackt auf die Brust. Die Beine, sie treten noch. Großer Gott, ich sehe vier!
Der leere Wasserkanister in der Vordertasche klappert vor sich hin, der Sattel ächzt. Der Sand knirscht, die Fliegen summen. Ich hasse diese Geräusche und hebe mein Gesicht. Ich hasse diese Gegend, in der ich mich seit Tagen wie in einem Bild an der Wand fühle! Ich reiße den Kopf hoch. Ich hasse den ständig blauen Himmel. Und
dann, verdammt nochmal, hasse ich dieses ewige Rütteln und Schütteln, hoch und runter, auf und ab!!! Ein Schrei entringt sich meiner Kehle, die so trocken ist wie diese elende Wüste, grell und lang. Mein Blut pocht im Kopf. Ich springe vom vollbepackten
Fahrrad. Es fällt um. Es interessiert mich nicht. Ich weiß nur eins: Dieses braune, gefaltete, gemeine Ding, der sogenannte Weg nach Peking, ist an allem schuld! Ich trete und beschimpfe ihn. Mein Körper vibriert wie bei Schüttelfrost. Ich gehe in dieKnie, schleppe mich auf allen vieren zum Fahrrad, krame in der Rahmentasche
nach meinem Messer. Wie wild steche ich auf den Sand ein. Meine Hände zittern, sind schweißgebadet. Die Piste soll leiden, genau wie ich. Ich merke nicht einmal, daß ich mich selbst an der Klinge schneide. Meine Augen suchen die Gegend ab. Irgendwo in der Ferne sehe ich Ronald. Meine Hände hacken langsamer werdend, weiter.
Mein Gott! Sind wir wirklich so einsam?"

 

10.07. Pures Wüstenerlebnis und heftiger Motivationseinbruch:

Eine neue Info erreichte mich gegen 14 Uhr. Timo sitzt im heftigsten Wüstensturm, Sicht miserabel und die Motivation ist ziemlich eingebrochen. Er kommt stündlich ca. 6 km vorwärts und ca. alle 12 km trifft er auf Nomaden, die ihn motivieren und äußerst nett zu ihm sind. Auch die heutige Nacht ist bei einer Nomadenfamilie gesichert.
Sichtverhältnisse: um ihn herum nichts und vor ihm endloser Schotter.


09.07. erste Info/ 13 Uhr:
 Vor wenigen Minuten erreichte mich ein Anruf aus der Wüste. Kaum zu glauben -  Anruf aus der Wüste... NICHTS IST UNMÖGLICH! Die Verbindung war jedoch nicht so toll,
deshalb die SMS-Info hier als Text. "Mir geht es sehr gut und eine Bleibe für die Nacht ist gesichert. Heute bin ich  74,59 km  geradelt und habe jetzt einen Kilometerstand von 4362 km erreicht. Orientierung, Rad, Wasser, Gobi alles okey.  Noch 380 km bis zur Grenze. 
Das Wüstenleben ist nicht so schlimm wie ich dachte!"



07.07. Aufbruch in den frühen Morgenstunden:
Nun ist es also soweit. In den frühen Morgenstunden schwang sich der Steppenradler wieder in seinen Sattel, um sein nächstes großes Ziel anzusteuern, die zweitgrößte Wüste der Erde,
die Wüste Gobi. Auf den Spuren der ersten Dinosaurier, im Windschatten der Transmongolischen Eisenbahn, auf den quer durch die Wüste ziehenden Karawanenstraßen wird sich der
Steppenwolf nun seinen Weg bahnen müssen. Die Temperaturen liegen derzeit bei ca. 40 ° .
Drücken wir ihm die Daumen, dass alles gut verläuft. Timos Visum in China beginnt am 16.07. und bis dahin will er es natürlich schaffen. Er hat eine Strecke von ca. 625 km vor sich nur mit
dem Unterschied, dass diese  Piste nicht mit den bisherigen zu vergleichen ist. Warten wir also ab  und sobald er die Grenze erreicht hat, wissen wir mehr. Timo rechnet damit, dass auch der
Infoausstausch per Handy kaum möglich sein wird.
Wünschen wir ihm viel Glück!

 
06.07. Reparatur steht an:
Timo teilte mir um ca. 11 Uhr mit, dass er seine Felge erhalten hat. Er schien mitten in den Reparaturarbeiten zu sein, da er sich bereits Freitag in Richtung Gobi  aufmacht. Näheres erfahre ich in Kürze und werde darüber an dieser Stelle berichten, da Timo in der nächsten Zeit keinen Zugang zum Internet ( Wüstenradler) haben wird.
Seine persönlichen Tagebuchberichte werden ab China auf diese Seite übertragen!
TIMO GRÜßT ALLE GANZ HERZLICH!!!



02.07.: Timo verbringt seine Zeit bis zum 05.07. an einem See westlich von Ulan- Bator
Weitere Pläne: Durch die Wüste Gobi in Richtung Peking.
Weiterhin warten auf das Hinterrad, das vom Zustelldienst erst am 26.06. in die Mongolei verschickt wurde (der Auftrag wurde bereits am 20.6. vom Sponsor erteilt). Dank an riese und müller, die diesen Fehler feststellten und sich dann  weiter kümmerten. Tja, so ist das mit dem Paketservice, es klappt nicht immer alles so wie man hofft und denkt. Timo muss sich also weiterhin in Geduld üben und warten.


28.06.: Visum für China

Das Visum für China ist durch und drei Monate im Land sind gesichert. Die nächsten Pläne sehen so aus, dass Timo mit einem Freund zu einem See reisen wird, um dort eine Woche Entspannung "pur" zu genießen, bevor es dann durch die Wüste GOBI nach China geht. So ganz nebenbei wartet der "Pedalo-man" weiter auf sein Hinterrad, das hoffentlich bald einrollen wird.


27.06.: ai-Treffen war super!
Tja, mal wieder musste sich der "verrückte Deutsche" in Pose stellen, denn die Fotografen sollten ja schließlich auch auf ihre Kosten kommen - und so ganz nebenbei wurden neue Kontake abgewickelt, die eine nächste Bleibe in China sichern und so manches mehr. Alles in allem sprudelte Timo  über vor Begeisterung.


26.06.06: Internationaler Aktionstag gegen Folter

Timo nimmt in Ulan - Bator an einer ai- Pressekonferenz teil.


25.06.Picknick mit der ai-Gruppe:

Heute findet ein Picknick mit der ai-Gruppe der Mongolei statt. Timo muss eine Woche auf sein dreimonatiges Visum für China warten und leider auch noch auf
sein Hinterrad, das noch nicht eingetroffen ist.



Mongolei ab 16.06.: Blowing my mind

 
“Das darfst du keinem erzählen, was du hier tust!”
Schon nach den ersten Kilometern im Land traf mich der Schlag: Weiße Flecken am Horizont! “Sind das etwa schon Jurten?”
Und so betrat ich zum ersten Mal, nach nicht einmal zwei Stunden im Land, meine erste Jurte, ließ mich von einem kleinen singenden mongolischen Knaben in der Dämmerung durch die Grassteppe per Pferd führen (hatte ihm vorher seinen Reifen geflickt) und aß unter der Aufsicht der ganzen Familie allein im Kerzenschein (im Bauch das Schweigen der Lämmer).
Reizüberflutet und vollgestopft brannten sich all die Eindrücke in mir ein und ließen mich müde werden. Für den ersten Tag zu viel des Guten, ich musste erst einmal verarbeiten, was ich hier gerade tue, komme ich doch auch nur aus einem Dorf namens Wedesbüttel.
Am nächsten Tag noch kurz mit meinem “Delite Black” die Schafe eingezäunt und schon hatte mich die Straße wieder. Zeit und Raum in dieser wilden, rauhen Landschaft verändern sich selbst spürbar auf dem Rad. Alles läuft gemächlicher.
Hier und dort vereinzelte Jurten in der Ferne, Kühe, Rinder, Lämmer, Pferde (jedes Wendy- Herz würde schmelzen) Schlange stehend, als ob sie auf die Arche Noah warten würden und reitende, singende mongolische Reiter, die alle noch den Stolz jenes Dschingis Khan im Gesicht tragen.

“Verdammt ”. “Verdammt”. “Verdammt ”. “Cool bleiben Timo, jetzt bloß nicht in Panik verfallen.”
Mein erstes größeres Problem sollte mich in der Mongolei einholen. Durch wahrscheinliches Übergewicht meinerseits riss mir meine Hinterfelge. Doch mit ein wenig Autosuggestion, einem Anruf bei meinem lieben Sponsor “riese und müller”  und einem Hoffen und Bangen für die noch ausstehenden 260 km bis in die Hauptstadt ließ sich auch dieses Hindernis beseitigen.
Gezeltet wurde die ersten Tage natürlich neben Jurten, sind die Mongolen doch selbst passionierte “Zelter”. Ebenso fahren sie voll auf meine Tour ab, nur begrapschen tun sie alles und machen auch nicht halt, Taschen zu öffnen und in ihnen rumzuwühlen.
- Da wird es ein Einfaches sein, mir eine mongolische Schönheit zu schnappen um mich in dieses so wunderbare Land einbürgern zu lassen.
 
P.S.: Der stolze Dschingis Khan war auch erst 20, als er die “Welt” eroberte.



700 km Lernprozess: Sibirien

Kantige Charaktere, krasse Landschaften und eine unvergessliche Zeit auf den Straßen Sibiriens.Birkenwälder so weit das Auge reicht, schneeweiße Berge, deren Ansteigungen bei 40 °  teilweise unterbrochen werden mussten und die anfangende Steppe konnten die ersten Hundeattacken auf mich positiv überschatten (doch meine Rache wird blutig werden
in China ...).
Wie ein Märchen kommt es mir manchmal vor: Ein Deutscher zog aus in die weite Welt, um den Diktatoren das Fürchten zu lehren und erlebt die reinste Völkerverständigung: Da winken mir jubelnd und schreiend die Bauarbeiter zu, da hupen mich wild anfeuernd die Autos an und da zeigen mir die Bewohner links und rechts der Straßen eine Menschlichkeit wie ich sie vorher noch nie gesehen und erlebt habe. Die Hautfarbe, Herkunft, Sprache, Religion, Schicht, was es auch immer sein mag, sie sind alle nur äußere Kleider dieser so tränenrührenden Herzlichkeit.
In Ulan- Ude sollte ich jedoch einmal wieder auf ein zunächst größeres Problem stoßen: Das mongolische Konsulat unterwies mich strikt, nicht mit dem Rad über die Grenze fahren zu dürfen, dies sei als Ausländer nicht gestattet und für die Einheimischen eh auch nur mit dem Auto möglich. ”Vergesst es, ich setz mich nicht noch einmal in einen Zug oder miete mir irgendein Auto“, wie auch immer. Mit der Attitüde eines sturen Kamikaze- Piloten fuhr ich gen Grenze (die Telefonnr. der deutschen Vertretung griffbereit in der Hose).
Und was war das Ende vom Lied? Die Grenzbeamten erfreuten sich tierisch an meinem Vorhaben und ließen mich passieren.
P.S.: Die Frage, wo geht’s denn hier jetzt in die Mongolei ist verdammt genial.


20.06.: neueste Nachricht - Timo in Ulaan-Baatar:

Timo ist mit defektem Hinterrad in Ulaan Baatar angekommen und bis jetzt 4059 km gestrampelt! Es geht ihm prima und er ist von den Menschen, der Landschaft, den Jurten und... und... und.. begeistert,beeindruckt geradezu überwältigt.  Er ist bereits geritten, hat neben einer Jurte übernachtet (oder gar in einer Jurte?), Mongolen trieben eine Schafherde mit seinem "butterfly" ein und vieles..... mehr. Wir können uns auf spannende und interessante Berichte freuen!  Ach ja, es kommen auch viele neue Fotos! Timo meldet sich in Kürze!!
Sein Hinterrad wurde ihm übrigens gestern per Luftpost zugeschickt und kommt hoffentlich am Zielort an.

TV-Tipp: Arte heute/20.06.: 13.05 Uhr! WunderWelten
Ulaan-Baator - Armut und Nächstenliebe
Wiederholung am 27.06. um 18.05Uhr


17.06.: erster Notruf aus der Mongolei:

Gegen Mittag (bei Timo 19 Uhr) erreichte mich erst eine SMS und kurze Zeit später ein Anruf. Was ist geschehen?
Timos hintere Felge am Rad macht schlapp. An der Stelle, wo die Bremsbacken ansetzen hat die Felge einen Riss. Kann alles passieren und bereits am Montag wird ihm von seinem Sponsor "riese und müller" eine neue Felge per Luftpost  zugeschickt. An dieser Stelle schon jetzt ein herzliches Dankeschön aus der Mongolei!
Im Moment ist Timo 280 km vor Ulaan-Baatar und strampelt nun etwas langsamer weiter, denn seine hinteren Bremsen fallen aus - immer in der Hoffnung natürlich, dass die Felge bis zum Ziel durchhalten wird. 
Warten wir also ab und drücken die Daumen!



16.06. Grenze zur Mongolei erreicht:

Leider gab es vom Radler nur einen kurzen Anruf. Timo hatte offensichtlich an der Grenze etwas Stress mit seinem Visum. Ankunft dort: 16.30 Uhr (9.30 Uhr bei uns). Näheres weiß ich allerdings im Moment nicht. Aber, nach langem Warten - 1 Stunde später -  signalisierte er mir durch ein Klingelzeichen, das alles okey ist. Also, letzter Stand: Timo ist in der Mongolei, dem Land seiner Träume, angekommen und wohlauf. Warten wir auf neue Infos!



15.06. Nur noch 262 km bis zur Grenze:

Aufbruch aus Ulan-Ude. Heute geht Timo die restlichen Kilometer an. Er wird sich sicher in Kürze melden!



13.06. neueste Meldung vom Radler:
In 4 Tagen ist Timo 461 km geradelt. Bis zur Grenze der Mongolei stehen noch weitere 262 km aus. Seine Nächte verbrachte er: 1. - einem Hotel, 2. - bei einer "wonderful family, very nice", 3. - in einem Vorgarten. Timos derzeitiger Standort ist Ulan-Ude, wo er sich in einem Hotel einquartiert hat. Dort will er bis zum 15.06. bleiben und dann die restlichen Kilometer angehen. Es geht ihm bestens! Die nächsten ai-Aktivisten warten übrigens in Ulan-Bator auf den "einsamen Steppenwolf".


12.06. strampeln ist angesagt!
Timo strampelt derzeit die letzten 200,300 Kilometer? bis zur Grenze. Die Straßenverhälnisse sind allerdings alles andere als gut zu bezeichnen. Laune, Wetter, Fahrrad, Body alles im grünen Bereich. Mehr Infos gibt es leider im Moment noch nicht.



09.06. es ging in den frühen Morgenstunden los in Richtung
 Mongolei!

Bevor er jedoch losradelte (6 Uhr Timos Zeit), musste sich Timo noch von seinem super schicken Pullover und seiner  Thermohose verabschieden. Diese Sachen blieben bei seiner Gastfamilie (freuten sich riesig), da für die nun folgenden Pisten leichteres Gepäck angesagt ist und das Thermometer steigen wird. Nach diesem - für Timo doch durchaus schmerzlichen Abschied - ging es dann aber auch los.
Ein wenig aufgeregt schien mir Timo doch zu sein, da nun ein vollkommen neues "Radlerleben" auf ihn wartet. Wir können gespannt sein und müssen noch ein wenig auf die nächsten Nachrichten warten.
Das sei für diesen Moment noch gesagt; es geht Timo gut und er grüßt alle - die ihn kennen, an ihn denken, die ihn jetzt erst kennen lernen - einfach alle!
08.06. Fernsehauftritt des Weltenbummlers in Irkutsk/Pressetermin:
Liegend aus dem Auto heraus wurde unser "amnestyradler" gefilmt und hatte einen riesen Spaß dabei! Mal wieder ganz nach seinem Geschmack! Morgen macht er sich dann auf in das Land seiner Träume, die Mongolei!



07.06.06 Timo in Irkutsk:
In 2 Tagen geht es für ihn weiter in Richtung Mongolei. Im Moment verbringt Timo seine Zeit/Fotos ins Netz stellen, Texte für die nächste Szens - Ausgabe schreiben und mehr........bei einer sehr netten Fam., die ihn wie einen eigenen Sohn bei sich aufnahm. Es geht ihm prima!
Da Timo zur Inselerkundung/Baikalsee (siehe Galerie) aus Platzmangel sein Rad nicht mit in einen Bus nehmen durfte, musste er sich wohl oder übel ein Rad leihen. Also nicht wundern, wenn auf den Fotos nicht sein "butterfly"-delite zu sehen ist - es lebt, ist wohlauf und macht sich bald wieder auf den Weg!
25.05 – 29.05.06: Kinderträume werden wieder wach:
a journey of a lifetime
Transsibirische Eisenbahn, 5136 km in 3 Tagen, 5 Zeitzonen, Kontinentenwechsel, Inbegriff der Superlative und der Traum aller Kinder: Schaffner werden!
Zunächst enttäuscht über die Tatsache, dass ich auch mit Hilfe amnestys nur 30 Tage im Land verbleiben darf und somit wieder Zug fahren muss, gewann ich immer mehr Gefallen daran einfach nur wie ein Koala in meiner Koje zu dösen, zu essen und aus dem Fenster zu gaffen.
Die Szenarien, die sich jedoch vor mir abspielten, waren nichts anderes als pervers: Das Land, das zur G8-Wirtschaftsmacht erhoben wurde, verbirgt im Hinterhof nichts anderes als die wohl zerschossensten Holzbaracken, die man sich vorstellen kann.
Um Geld zu sparen, aber auch vor allem um mit Russen durchs Land zu fahren, begab ich mich in die 3. Klasse, doch selbst da schauderte es mir:
In einem Zug so voller Pracht und Glamour, mit Hochglanz poliertem “Dining- Room” sitzt du als materialistisch orientierter Mensch in einer völlig surrealen Welt.
Die Menschen draußen kämpfen ums nackte Überleben und du sitzt am Fenster und schaust es dir an wie im Fernsehen!!!
Doch vernachlässigen wir einmal diese bittere Pille, so berauscht es einen doch, mutterseelen allein in einem Zug voller Russen zu sitzen, der dich in nur drei Tagen durch ganz Russland peitscht und dabei einen gewaltigen Hüpfer in Richtung Australien macht.
Das Gefühl Kontinente zu überschreiten, fünf Zeitzonen zu wechseln (nie zu wissen, wie spät es jetzt eigentlich ist) und die Erkenntnis, dass wenn du aussteigst, du irgendwo nirgendwo im tiefen Sibirien hockst, nahe der Mongolei, und dass, wenn du Probleme bekommst, du nun wirklich Großes am Hacken hast, lässt einen den Ars.../ doch ein wenig auf Grundeis gehen.
“Alter sag mal, bist du eigentlich noch ganz sauber, was hast du vor?”, ja solche und nur solche Fragen stelle ich mir schon einmal!  Doch welch geiles Gefühl!
Wahsinnsgefühle werden sich auch am Baikalsee einstellen. Nicht ohne Grund wird es ein Ort der Schamanen gewesen sein ...
Und dann erst die Mongolei; Steppe, Gobi, Jurten, Nomaden ...
-Der Ofen fängt einmalig an zu brennen, das Spiel beginnt-
P.S.: Um Fotos muss ich mich noch kümmern, sorry, aber ich sitz hier nun mal in Sibirien!


21.05.- 25.05.06: Moskau

Moskau erwartete mich sehnsüchtig! Den Nachtzug aus Riga genommen (weil ich am 23.5 vor Ort sein musste) und sofort ins kalte Wasser geworfen worden.
Den ersten Moskoviten, mit dem ich spreche, muss ich gleich erst einmal mit einem “Extra” auf meine Seite kriegen, damit ich auch ja mit dem Rad in die Metro darf, klasse Einstieg, aber ich weiß schon einmal wie der Hase läuft.
Das “madhouse” Moskau mit seinen 12 Millionen Menschen gleicht einem “struggle for life”, nur die Stärksten kommen durch und das nicht nur bei der täglichen Rush Hour in der Metro.
Zwei Tage lief ich wie ein Irrer durch die City und kam aus dem Managen gar nicht mehr heraus:
Registrierung des Visums (2 Besuche), mongolisches Visum (3 Besuche, war aber leichter als ich gedacht habe), ai- Büro aufsuchen, Paket von meinem Sponsor Gonso (mit tatkräftiger Unterstützung des Extremsportlers Joachim Franz, der mich schon vor der Tour ungemein durch eine persönliche Email aufgebaut und motiviert hat (s.a. Rubrik Bücher) aus Wolfsburg & seinem ganzen Team, danke vielmals) mit Sommer- Radkleidung vom Postamt abholen, Ticket für die Transsib kaufen (Kosten inklusive Rad: 90 Euro für 5136 km, 3 Tage, Schlafplatz, genial, wenn sie dich nicht austricksen und du 100 Euro bezahlst), was nur mit Begleitung eines Russen funktioniert, da ich hier mal so wirklich gar nichts alleine auf Englisch hätte regeln können.
Der Rote Platz bzw. Kreml war natürlich trotzdem ein Pflichtprogramm.
Die darauf folgende internationale Pressekonferenz amnestys (Jahresbericht 2006) hatte ich mir dann auch anders vorgestellt. Anfangs noch an den Rednerpult herangeholt, wurde ich jedoch später aus dem Panel von einem ehemaligen politischen Gefangenen aus Weißrussland ersetzt.
Schade, waren doch große Fernsehstationen wie ARD & ZDF vor Ort, mit denen ich einzeln noch einmal sprach, sie aber ohne ai- Rückendeckung nicht gewinnen konnte. Das einzige Trostpflaster war die Erkenntnis, dass ich seit Monaten mit dem Programmdirektor amnestys für ganz Europa und Zentralasien in Kontakt stand (er kümmerte sich teilweise ums Visum) und einer V.I.P. Dame aus London, der ich die Hand schütteln durfte.
Meine Hassliebe zu Moskau hielt jedoch nicht lange an. Aufgrund anfänglicher Schwierigkeiten (in Moskau ist irgendwie nichts einfach) mit dem Zugticket musste nun alles ganz schnell gehen. Nach 5 Tagen spuckte mich dieser Vulkan wieder aus seinen Abgründen heraus; mitten hinein in die nächste Odysee: “Transsibirische Eisenbahn”.


Finnland (7. - 15.5.06)
Botschafter amnestys ist ja schön und gut, aber dieser Job war einmal, ab nun bin ich offizieller Botschafter Finnlands. Ich bin verliebt.Doch von Anfang an: Zunächst gab es eine Entscheidung zu treffen: Meine Lappland- Planung fiel ins Wasser, aufgrund der exorbitanten Preise in diesem Land: 150 € für den Zug, nicht mit mir! Daraufhin schwenkte ich um und begab mich zu den Seenplatten im Osten des Landes.
Eine Pressekonferenz wie in Polen kam jedoch durch den "bloody busy" Stress der amnesty- Leute nicht zustande (doch den Kopf nicht frühzeitig in den Sand stecken).Enttäuscht fuhr ich von dannen und traf schon gleich ein Geschenk des Himmels:
Raija- Liisa, 53- Jährige Dauercamperin, welche fließend Deutsch spricht. Mit drei anderen Campern nahm sie mich für die nächsten drei Tage herzlich auf, wies mich in die Kunst der Sauna ein (Tipp: Leg dich niemals mit einer finnischen Sauna an, sie macht dich alle) und taten das, was amnesty Helsinki leider nicht tat: Sie mobilisierten zwei Zeitungen.
"Das ganze Universum steht dir bei, wenn du von deinem Traum überzeugt bist" (Paulo Coelho). So und nur so.
Eeva hieß sie und fand mich im Wald, nahm mich zu sich auf und behandelte mich wie ein "ihr gesandter Engel" (so nannte sie mich). Welch Zufall, ihre Schwester Riikka= Reisesüchtig: Russland, Transsibirische Eisenbahn, Mongolei: 8 Monate Aufenthalt als Lehrerin, China, Laos, Nepal, Indien, Thailand, Malaysia, Australien, der schiere Wahnsinn an Herzlichkeit. Mit ihnen und noch zwei älteren Frauen verbrachte ich das Wochenende in ihrem alten traditionellen finnischen Haus (300 qm) und buddelte als Gegenleistung Pferdesch.. ein, was mir riesig Spaß bereitete, glich es doch einer meditaiven Therapie in Umgebung dieser prächtigen Schönheit Finnlands. Auch sie holten die Presse zu sich und luden mich ein, so schnell wie möglich wiederzukommen, als neues Familienmitglied versteht sich. Tränen blieben dabei nicht aus.
So schwer es mir auch fiel, ich musste weiter, wieder in Richtung Riga, über Helsinki mit der Fähre und den finnischen Betrunkenen, denen das Bier zu Hause zu teuer ist nach Riga zur Icehockey- Weltmeisterschaft (der Renner hier oben).
Alles in allem eine wunderbare Zeit mit noch wunderbareren Menschen.
Touristen, "stürmt" dieses Land, es ist verdammt geil!

Ankunft in Helsinki am 03.05.06: Neue Pläne: Lappland zu knapp, weiter
zu den Seenplatten!
Bis Sonntag möchte ich nun in dieser angenehmen Stadt verbringen und mit amnesty- Leuten Zeit verbringen. Darauf, noch 10 Tage Zeit, werde ich zu den Seenplatten radeln und von dort zurück nach Helsinki. In Helsinki nehme ich darufhin die Fähre nach Tallinn und fliege auf meinem Velo die letzten ausstehenden Kilometer nach Riga zurück. In Riga werde ich einen Zug nehmen müssen, da ich mehrere Hundert Kilometer von der russischen Grenze nach Moskau nicht in zwei Tagen bewältigen kann. Grund: Am 23. Mai wird der Jahresbericht amnesty Russlands der Öffentlichkeit vor-gestellt und ich bin herzlich eingeladen worden.


02.Mai:

Aufenthalt in Tallinn und Wiedertreffen mit einem Spanier namens German, den ich schon in Riga mehrere Hundert Kilometer vorher kennen gelernt hatte. Mit ihm verbrachte ich den Tag, spüre aber schon schnell, dass mich hier nicht sonderlich viel hält. Ich beschließe schon morgen die Fähre nach Helsinki zu nehmen, mit der Fähre, wo ein Chilene, Computerexperte bei Nokia, auf mich wartet.


29. April- 01. Mai:
Ganze 345 Kilometer standen noch bis in die nächste Hauptstadt aus: Tallinn, Estland. Die alltäglichen Hundert Kilometer und mehr ließen sich erstaunlicherweise aber sehr leicht abspulen. Am 2. Tag knackte ich dann die 2000 km Marke und überschritt mit herausgestreckter Brust die Grenze nach Estland.
Estland, ein schönes Land: Hier fährt man auch schon mal zwei Stunden auf der wichtigsten Transitstraße und trifft dabei jedoch keinen einzigen Menschen, nur Bäume. Wie so oft fragte ich Einheimische, ob ich bei ihnen übernachten dürfte. "Hey, of course, we´re people from estonia!" war nur der Anfang, es folgten Dusche, warmes Essen, Bett und ein herzliches Gespräch am Abend.
111 Kilometer standen noch aus, doch erst einmal muss die Kette runter, welche erst wieder beim Kilometerstand 6000 ihre Runden drehen muss. Mit neuem Spin preschte ich voran, vorwärts immer vorwärts.
Die letzte baltische Hauptstadt erreichte ich dann ganz plötzlich, was mich vor folgendes Problem stellte: Wo zelten? Die Lösung ließ jedoch nicht lange auf sich warten und schon saß ich mit einem Familienvater im Auto und ließ mir die Stadt zeigen. Mit einem Insider an meiner Seite bekam ich jedoch einen anderen Blick auf die Stadt: Touristenbusse fahren nicht durch Viertel, wo Junkies und Prostituierte auf der Straße zu sehen sind.


25. - 28. April:
Die Litauer sind krass. Da frage ich einfach nur, ob ich bei ihnen im Garten schlafen darf und schon drücken sie mir auch noch 10 Euro in die Hand, jeglicher Widerstand zwecklos. Da meine Beine nicht meckern, fahre ich in den nächsten drei Tagen knappe 320km. Die Tage ziehen an mir vorüber. Nach 12 h Schlaf steige ich alltäglich aufs Rad für 5-6 Stunden, suche abends einen Schlafplatz und das solls auch schon gewesen sein. Da will ich dem tristen Alltag zu Hause entfliehen und dann so etwas. Abenteuerlich war jedoch die Fahrt aus Vilnius auf einer Autobahn.Prompt wurde ich von der Polizei verwarnt und aus dem Gefahrenbereich eskortiert. Dem dadurch entstandenen Umweg konnte ich mich nur einmal entziehen, indem ich einfach dreist kurze Zeit später wiederdrauf fuhr. Ich will ja nicht den Stolz dieses netten Polizisten kränken, aber jene "Autobahn" glich eher einer deutschen Bundesstraße mit überdimensionalem Standstreifen nachtsum halb drei. In Riga komme ich zum ersten Mal in einem billigen Hostel unter. ZweiTage nun sind Sightseeing und das Auskundschaften eines Zuges nach Moskau angesagt.


21.- 24. April:
Die Tage flogen nur so an mir vorbei. Auf dem Asphalt tobte ich mich in drei Tagen mit knappen 300 km mal wieder so richtig aus. Geschlafen wurde wieder in Gärten von nett aussehenden Mitmenschen. Ein Paar, noch in Polen, kannte mich selbst wie der Grenzbeamte aus dem Fernsehen, den Pass musste ich trotzdem vorzeigen :-). Und dann Litauen: Die Landschaft zog nur so an mir vorbei und ich stellte mir immer nur folgende Frage: "Mein Gott, was ist denn bloß nur mit diesem Landlos. Verschafft euch selbst einen Blick in meiner Galerie. Die Landschaft ist schier unglaublich. Der Sommer kommt zudem auch schon raus, meine Nase ist leicht gerötet, der erste Sonnenbrand lässt auch nicht lange auf sich warten. Am 24. April dann die Einfahrt in meine 3. Hauptstadt. Da jedoch die baltischen Staaten über keine ai- Stationen verfügen, fahre ich heute schon weiter Richtung Grenze. Riga, die Hauptstadt Lettlands, wartet schon.



20. April: Jehovas Zeugen
Spannendes zu berichten gibt es bis auf folgenden Vorfall eigentlich nicht: Ein Meeting bei den Zeugen Jehovas. Jael, eine passionierte Zeugin, nahm mich zu einem ihrer Treffen mit und ich saß nun da unter 50 anderen Zeugen und erfreute mich an einer "Wachturm"- Zeitschrift in polnisch.
Gegen Abend aber ließen wir mit acht anderen in einem lokalen Club die Sau raus: Alles in allem, ein duftes Völkchen, diese Jehoviten, famos, famos!


19. April: Ankunft in Bialystok

Mama Marek ließ mich morgens bei sich in der Küche so richtig reinhauen, wodurch ich auch noch die letzten 76 km an dem heutigen Tage nach Bialystok zurück legen konnte. Der Weg
dorthin war so lala, selbst die sieben toten Hunde am Straßenrand waren nicht so der Bringer.
In Bialystok kam jedoch alles anders: Die 3. Pressekonferenz in Polen stand an. Die Fernseh-sender "TVP 3 Bialystok", "PVT" und die Zeitung "Gazeta" luden mich zum Interview. Verlief dies noch ohne weitere Zwischenfälle, war danach Action angesagt. Zwei Kameraleute kletterten in den Kofferraum und nun war es an mir, dem Sender- Fahrzeug hinterher zu jagen! Meine kleine persönliche Verfolgungsjagd mit TV- Qualitaet in Bialystok!
Abends dann durfte ich mich in den 18 Uhr Nachrichten im Fernsehen selbst dabei bewundern.
http://ww6.tvp.pl/4468,20060419330177.strona
http://miasta.gazeta.pl/bialystok/1,35235,3293355.html
Jael lud mich am Abend zu sich ein und verwöhnte mich mal wieder amnesty- like mit allem was dazu gehört.


18. April: Raus aus Warschau

Die Straße hatte mich wieder und ich bin nach einer geschlagenen Woche Ruhe "back in game"! Zu guten Zeiten krachte ich heute mit 30 km/h über den Asphalt und erreichte nach 120 km Zambrow. Schon gleich am Ortsschild wurde ich von einem Polen angesprochen, welcher, als er von meinem Tripp erfuhr, in hellste Aufregung verfiel und mich zu sich nach Hause einlud.
Marek servierte mir Kaffee und Kuchen und schmierte mir obendrein noch Brote. Die Gastfreundlichkeit war einfach unschlagbar. Das alles muss ihn so dermaßen in Aufruhr gebracht haben, dass er sofort seine Frau und Mutter anrief und sie mit dem Auto ankarrte, um ihnen sichtlich stolz wie ein Schneekönig seinen "Fang des Jahres" zu präsentieren. Dutzende Fotos wurden nun geschossen: Timo im Wohnzimmer, Timo in der Küche, vor dem Haus, im Auto, neben dem Rad, mit Frau, mit Tochter, einfach alles und jeden stellte er neben mich.
Marek war glücklich.
Mit der Offerte bei seiner Mama im Gartenhaus zu schlafen, war ich am Abend dementsprechend auch guter Stimmung.

P.S.: Mit einem gesunden Misstrauen und einer vollen Ladung Pfefferspray griffbereit in der Hosentasche werde ich auch weiter auf solche spontanen Einladungen eingehen.


13. April: Be a Star- Part 2
Am 13. um 13 Uhr gab es dann meine zweite Pressekonfernz im schönen Polen.
Und was da mit mir geschah, lässt mir die Haare zu Berge stehen:
Um 17 Uhr war ich im ersten Programm Polens in den Nachrichten!!
"Nur" 20 Sekunden, ohne O-Ton und auch "nur" gegen Ende, nichtsdestotrotz ist Kanal 1 mit "Teleexpres" der wichtigste Nachrichtensender Polens und wird im ganzen Land ausgestrahlt.
Mit folgendem Link zu erreichen und zu sehen ab der 12-ten Minute:
http://ww6.tvp.pl/134,327875,1.view
Ganz nebenbei gab es zudem auch noch einen Bericht im 1. Radioprogramm Polens, selbst amnesty- Posen hat es gehört. http://www.polskieradio.pl/polonia/article.asp?tld=35445&j=7 Polnischer Radiosender

Das nächste Highlight stand vor der Tür: 17 Jahre, Aktivsitin, genannt Zosia; zu ihr wurde ich nun gebracht (werde von einer/einem amnesty- Mitarbeiter/in zum anderen "verlegt") und bekam mal wieder ein köstliches Dinner, eine Dusche, ein warmes Bett, Internet und meine Wäsche gewaschen.
Gegen Abend dann machten wir uns ins "Tygmont" auf, einem sehr bekannten Jazz- Club Warschaus.




11. April: High Society

Gegen Mittag die erste Überraschung des Tages: Mein Sponsor SKS schickte mir ohne zu Zögern eine neue Luftpumpe nach Warschau auf meinen Weg. Die erste ging mir versehentlich kaputt, eine kurze E-Mail genügte und mein Sponsor war zur Stelle, recht herzlichen Dank.
Nach kurzem Besuch des ai- Büros, stand spontan ein klassisches Konzert von Beethoven auf dem Programm:
und was dann geschah, werde ich noch Jahre später meinen Kindern erzählen:
Die First Lady Polens, der Kultur-, der Verteidigungsminister, der Botschafter Österreichs sowie eine EU- Kommissarin saßen nur 3 Meter von uns entfernt. Sie alle waren ziemlich elitär gekleidet: Ein "shaking hands" wäre bei meinen kreuz und quer stehenden Bartfuseln und meinen vom Kettenöl noch verdreckten Fingernägeln
wohl eher unangebracht gewesen. Aber nun gut, wer Tage zuvor sich zum Schlafen noch tief in den Wald verkrochen hat, sollte sich noch nicht gleich zum Establishment dazu zählen dürfen.
Trotzdem lief mir der Ex- Kulturminster Polens nochmal auf der Toilette entgegen, und pinkeln tut der auch wie jeder andere Normale.
Alles in allem, ein Eliten- Zirkus für ganze 10 Zlotys, ganze 2,5 Euro!!!
Abends dann eine Erasmus- Party besucht.


10. April: Warschau wird "eingenommen"
Nach weiteren 107,3 km steht die Hauptstadt Warschau, liebevoll auch Wawa genannt, auf dem Plan, der Verkehr wird immer rasanter, doch ich kann mich durchsetzen.
Mit dem Gefühl ein kleiner Rad- Napoleon zu sein, nehme ich für mich die Stadt in Beschlag. Ich fühle mich gut, zwischen all den Hochhäusern herumzufahren, den Gestank einer Großtadt einzuatmen und spektakulär unspektakulär und doch ziemlich nüchtern die knappen 1000 km hinter mich gebracht zu haben.
Am Abend dann der nächste Knüller: Posen wiederholt sich; hier wird nicht lang um den heißen Brei herum geredet, hier wird gehandelt. Die ai- Aktiven versetzen mich einmal mehr mit ihrem Engagement in hellste Aufregung. Hier tut sich was!


9. April: 1. intensiver Kontakt mit der Bevölkerung
Nachdem ich gestern ganz einfach blindlings ein altes polnisches Ehepaar mit Zeichensprache gebeten habe, mich in ihrem Garten übernachten zu lassen, sitze ich jetzt mit ihnen am Frühstückstisch und esse so viel ich nur kann, sie mästen mich wie ein Schwein vor der baldigen Schlachtung.
Henryk und Czeslawa, 65 und 60 Jahre alt, verbringen mit mir mehr als eine Stunde. Und genau das ist es, was diese Reise so wertvoll machen wird:
Obwohl augenscheinlich unsere jeweiligen Sprach-, Verständigunsdefizite eine tiefgründige Kommunkation verhindern, erreicht die Wärme und Freundlichkeit unseres Gesprächs jedoch eine viel bessere Qualität, als bei so manchem Small Talk in Deutschland.
Auf dem Asphalt kann ich mich danach mal wieder so richtig austoben und schaffe bei leicht aufkommendem Nieselregen noch nebenbei 115 km.
Meine Unterkunft besteht diesmal aus einer alten, verdreckten Werkstatt- Scheune, liebevoll offeriert von einer polnischen Bauernfamilie.


8. April: Abfahrt aus Posen

Let s get ready: Mit Lunchpaketen für ein ganzes Jahr von Mama Posen bestückt, mache ich mich die nächsten drei Tage auf, 300 km bis in die Hauptstadt Warschau zu radeln. Dort wird es zu einem weiteren ai- Treffen sowie einer "Presekonferenz" kommen.
Von dort aus wird es das nächste Update geben. Genug Zeit werde ich dafür haben, habe ich doch noch bis zum 21.5.06 Zeit, erst dann gilt mein Visum für Russland.
Und das wird sich noch, glaube ich, als Problem herausstellen. Ich bin viel zu schnell unterwegs. Wenn das so weiter geht, bin ich Ostern schon längst in Sydney. Spaß beiseite. Ich habe massig Zeit und spiele ein wenig mit dem Gedanken an die Ostsee zu radeln bzw. noch Estland- Luft zu schnuppern, aber das sind alles erst einmal vage Pläne.
Meine Planung 70 km am Tag zu radeln, war jedoch ein Stück zu wenig, aber nun gut: Alles in allem werde ich mich jetzt weiter mit den polnischen Lkw- Fahrern herumärgern müssen.


7. April: Be a Star
10 Uhr Pressekonferenz:
Ja, ihr habt richtig gehört: Zwei Radiosender, fünf Zeitungen und selbst der lokale Fernsehsender waren wegen mir gekommen. MIt einer Dolmetscherin an meiner Seite konnte mir jedoch nichts passieren.Den Tag über mit ai- Leuten verbracht, die mir sehr viel Kraft spendeten. Ihre Leidenschaft für amnesty , ja beinahe schon Besessenheit, zu sehen, beflügelte mich, ich fühlte mich geborgen.
Einige der polnischen Berichte sind mit folgenden Links zu erreichen: (Tipp: Google- Übersetzung bei Interesse)
http://miasta.gazeta.pl/poznan/1,36001,3268105.html
http://wiadomosci.epoznan.pl/index.php?section=news&id=1462
http://www.radiomerkury.pl/index.php?art=14630
http://tutej.pl/cms.php?i=10230


6. April: Ankunft in Poznan

Einfahrt in Posen auf einer Schnellstraße, Obacht ist geboten. Nun, das nächste Problem: Das Einzige, was ich besitze ist eine Straße in einer polnischen 600.000 Metropole. "Osiedle Debina 1/35"; nur, wo zum Teufel anfangen zu suchen? Kaum jemand spricht gut genug Englisch, und kaum jemand kann sich eingestehen, den Weg nicht zu kennen und weist mich auch schon mal in die falsche Richtung.
Doch als ehemaliger Bote nehme ich die Herausforderung an und kann stolz von mir behaupten, das Appartment einer ai- Aktivistin nach 2h erfolgreich gefunden zu haben.
Und dann der Megahit: Sie 21, krass engagierte Aktivistin, Dusche, Einzelzimmer, Mutter spricht pefektes Deutsch, warmes Essen. Ich werde wie ein lang verschollener Sohn versorgt.
Abends dann ein Zusammenkommen aller ai- Leute in Posen: "Piwo" trinken.


5. April: Burn Baby, burn

Dass ich einen Kocher mit Bums habe, erfahre ich gleich am "Frühstückstisch"; mein Topf schmort blindlings durch, klasse Strategie, gleich am Anfang alles kaputt zu kriegen. Aber der erste alleinige Tag macht Spaß, ich radele 83 km, winke allen möglichen Leuten am Straßenrand zu und bin glücklich über meine Entscheidung.
Nichtsdestotrotz bin ich noch sehr "labil". Kleinigkeiten wie das Herunterfallen meines Tachos rauben mir die letzten Kräfte, unvorstellbar, aber für mich schwer zu verkraften. Aber meine Aufmerksamkeit richtet sich auf den Verkehr, den ich sehr sorgsam über meinen Rückspiegel im Auge halten muss.

4.April: Rainman
Oh mein Gott, womit haben wir nur dieses Wetter verdient, es regnet wie aus Kübeln. Mit Vince radele ich heute über die deutsch- polnische Grenze und schaffe 160 km auf dem Tacho, Vince, mein Held, fährt gleich aber nochmal die ganze Strecke zurück, mein lieber Scholli: 300 km in einem durch!!!
Der Regen wirkt sehr demoralisierend auf mich, ebenso die Erkenntnis, heute meinen letzten treu gebliebenen Freund zu "verlieren". Unser Abschied tief im Inneren eines polnischen Birkenwaldes ist dementsprechend geprägt von Trauer, aber ich funktioniere, gebe mir Kommandos, baue in Windeseile mein "Schloss" auf und verbringe die erste Nacht alleine im pechschwarzen Wald mit Stock und Stein unter dem Kopfkissen, just in case.


3.April: Tag 3

Zusammentreffen mit ai- Leuten in Berlin für ein Interview (ai- Journal) bzw. zur weiteren Absprache des Projekts mit der Leiterin für Kampagnen- und Öffentlichkeitsarbeit.
60 km durch die Weltstadt Berlin.
Pressemittelung: http://www.amnesty-bb.de/presse.html?id=1


2.April: Pleiten, Pech und Pannen

Na wunderbar, dass kann ja ne schöne Rundfahrt mit den drei werden: Vincent hat nicht nur einen, nein, gleich drei Platten an einem Tag und der Andi verliert Schrauben am Gepäckträger: Tolle Mitstreiter habe ich mir da für die ersten Kilometer ausgesucht!
Die Fahrt wollte nicht so wirklich in Schwung kommen, nichtsdestotrotz schaffen wir es an diesem Tag weitere 137 km zu meiner Tante nach Berlin, von der wir erst einmal köstlich bemuttert wurden. Dank dir Kiki und Jan.
Selbst Oma und Opa nahmen sich selbst auch noch einmal weitere 400 km vor, um mir Tschüss sagen zu können.


1. April: Tag 1, mein D- Day
Gegen 11.30 von ganzen 70 Leuten und der Braunschweiger Bürgermeisterin Fr. Kükelhan am Rathausplatz in Braunschweig verabschiedet.
Nach kurzem Malheur meinerseits (wo gehts denn jetzt hier überhaupt weiter?) flankiert mich eine Armada von ganzen 20 Velos. Rote Ampeln sind nicht mehr rote Ampeln und Vorfahrtsregeln schon gar kein Hindernis. Lautstark angekündigt von Jakob und Carla Kulumna (Jana) auf dem Mofa per Megafon: "Achtung, Achtung, hier kommt Timo Müller, haben Sie doch Verständnis!" nehmen wir den Asphalt unter die Räder. Nach und nach nimmt die Zahl der Mitstreiter ab, bis wir nur noch zu viert verbleiben: Bodo, Andi, Vince und ich.
Kurz vor Magdeburg dann ein spontaner Besuch von Linda und ihrem Vater Klaus: der mentale Powerriegel schlechthin.
125 km werden es an dem heutigen Tag und dann die Missachtung jeglicher Camper- Regeln: "Bau dein Zelt niemals im Dunkeln auf!"
Die Antwort kommt prompt: Besoffener Typ mit scharfem Hund, der uns nicht ausstehen kann.
Die Devise lautet: Nichts wie weg!
Die erste Nacht ist dementsprechend auch nicht von schlechten Eltern, in knappen Worten: Schrei, Messer, Angst.
Zelten muss halt doch schon geübt sein.













Letzte Aktualisierung ( Wednesday, 1. July 2009 )
 
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Stichwort (Reference):
Australien
Moving for human rights

(Amnesty International) 

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