WEDESBÜTTEL. Zwei 19-Jährige aus Wedesbütel planen
die ganz große Tour: Sie wollen mit dem Fahrrad 20 000 Kilometer bis
nach Australien fahren. Quer durch Polen, Russland, China, Thailand -
und das alles für eine gute Sache.
P.S.: Aus persönlichen Gründen trat Natascha von der Reise zurück.

Timo Müller und Natascha von Schoenaich-Carolath
sitzen am Wohnzimmertisch. Neben ihnen steht ein Globus. Natascha fährt
die Route mit dem Zeigefinger ab: "Wir reisen die Hauptstädte ab",
erklärt sie. Ihr Finger wandert von Polen nach Weißrussland, in
Russland stockt der Finger - es ist der Streckenabschnitt, vor dem sie
am meisten Respekt hat. "Das Land erstreckt sich endlos, die Berge -
das wird bestimmt hart."
Nichtsdestotrotz sind sie und Timo Müller fest entschlossen, alle
Strapazen auf sich zu nehmen. Denn mit der Tour unterstützen sie amnesty international. Timo: "Für uns war klar: Nach dem Abi wollen wir
etwas für die Menschenrechte tun. Alle Länder, durch die wir fahren -
Polen und Australien ausgenommen - verstoßen dagegen. Darauf wollen wir
mit unserer Reise aufmerksam machen. Wir wollen die Lebensumstände in
den einzelnen Ländern dokumentieren und mit Hilfe der Medien
veröffentlichen."
Timo und Natascha suchen noch Sponsoren: "Unser Traum ist es, dass
jeder Kilometer, den wir fahren, bares Geld für amnesty international
bedeutet. Dafür suchen wir Unternehmen und Privatpersonen, die spenden
wollen." Auch über Materialspenden von Outdoorläden wären die beiden
froh: Räder, Zelt und Kleidung müssen Extrembelastung standhalten. "Und
wenn ein Navigationsgerät vom Himmel fallen sollte, lassen wir es
bestimmt nicht zu Hause liegen", sagt Natascha lachend.
Im Frühling soll es los gehen. Die Reise wird gründlich vorbereitet.
Natascha, die in Meine geboren wurde, aber bisher in Potsdam wohnte,
ist dafür zurück nach Wedesbüttel gezogen. Zurzeit kellnern die beiden
in Braunschweig, um Geld für ihre Tour zu verdienen. Jede Menge
Impfungen haben sie schon über sich ergehen lassen. Innerhalb eines
Jahres wollen sie 20. 000 Kilometer schaffen. "Wenn es länger dauert,
ist das auch egal. Wir haben keinen Zeitdruck und wollen keine Rekorde
aufstellen", erklärt Natascha.
Sie freut sich besonders auf Thailand und die Mongolei. Mit gemischten
Gefühlen sehen sie China entgegen. Timo erklärt: "Mitglieder von amnesty international bekommen manchmal Probleme bei der
Einreise. Und eigentlich dürfen Ausländer in China nicht Fahrrad
fahren. Dafür brauchen wir eine Sondergenehmigung."
Für die Aktion ist ein Spendenkonto bei der Bank für Sozialwirtschaft
(BfS) in Köln eingerichtet:
Kontonummer 80 90 100
Bankleitzahl 370 205
00
Stichwort: Australien - Moving for human rights.
Quelle: Braunschweiger Zeitung, Gifhorner Teil, G 8, 22. September 2005
P.S.: In Zeile 3 (unter dem Foto) ist die Rede von Weißrussland, welches wir durchfahren. Die Route hat sich soweit verändert, dass ich nach Polen Litauen und Lettland bereisen werde, um Russland zu erreichen. Durch Weißrussland komme ich dementsprechend nicht.
In Zeile 9 (unter dem Foto) werden zudem die Länder Polen und Australien hinsichtlich Verletzungen der Menschenrechte ausgeschlossen. Der
Jahresbericht 2005 von amnesty international widerlegt dies jedoch ganz klar: Jedes Land, jede Regierung, jeder Staat verstößt heutzutage noch dagegen. Die einen mehr, die anderen weniger, aber sie tun es auf irgend eine Art und Weise.